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3.0 von 5 Sternen Themenvielfalt auf hohem Abstraktionsniveau, 29. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Macht des Denkens: Gesammelte Essays (Gebundene Ausgabe)
In so manchen Essays hat sich der italienische Philosoph Agamben zum einen durchaus verschiedenen, immer aber grundlegenden Themen zugewandt und zum anderen sich ebenso immer wieder mit den Gedankengebäuden anderer Philosophen auseinander gesetzt.

Der vorliegende Band versammelt das essayistische Werk Agamben und passt sich im inneren Kern bestens dem gewählten Titel, „Die Macht des Denkens“ an. Denn das „Denken“ für Agamben dem Menschen so notwendig wie Luft zum atmen ist, das liest der Leser aus der Lektüre schon der ersten Essays umgehen heraus. Im eigenständigen Essay „Die Macht des Denkens“ dann führt Agamben den Leser explizit auf das eigentliche „Vermögen des Menschen“ hin.

Ein Vermögen des und im Menschen, das gedanklich immer erst nur „potentiell“ vorhanden ist, eine „Sinnlichkeit als Vermögen der Seele“, das Agamben überaus beschäftigt und dem er, wie ins einem gesamten Werk, auch in diesem Essay in die Tiefe hinein folgt und darin auch die Problematiken dieses eher abstrakten Vermögensbegriffes beleuchtet.

Auf welche Weise denn existiert ein solch „potentielles Vermögen“ denn überhaupt? Wie ist es wahrnehmbar? Eine Gedankenreihe folgt, die dann auch dem Leser vieles an Konzentration und Abstraktionsvermögen abfordert, wenn Agamben von Aristotels ausgehend zur „Privation“ (eine Präsenz dessen, was in der Handlung, auch im Wahrnehmungsakt fehlt und dennoch „nicht abwesend“ ist) sich zum „Vermögen zur Dunkelheit“ durcharbeitet und festhält, dass eben die „Größe - aber auch das Elend - des menschlichen Vermögens darin besteht, dass es auch in erster Linie eine Potenz ist, nicht zum Akt überzugehen“.

Durchaus auf hohem sprachlichem Niveau kreist Agamben so eine Definition des menschlichen „Vermögens“ ein, dass in der Macht des und der Macht zum Denken als Potential jedem Menschen innewohnt und, weiter gedacht, als Potential genutzt und entfaltet werden will und muss, soll der Mensch nicht „Im Dunklen“ verleiben (wobei „Dunkel“ letztendlich in der griechischen Philosophie mit dem Tod gleichzusetzen ist).
Eine Nutzung der inne liegenden Potenz, die dann in ihrer „äußersten Gabe“ das „Denken des Denkens“ ist.

So verstanden erschließt sich, wenn auch nicht immer auf Anhieb sprachlich, zumindest der Zugang zu den weiteren Themen und Personen im Rahmen der Essays Agambens.

Sei es die Sprache mitsamt der „Unmöglichkeit, ICH zu sagen“, sei es in der Geschichte das Absolute, aber auch das Dämonische, der Ursprung und das Vergessen, sei es in Bezug auf oben erwähntes „Vermögen“ das Denken, aber auch die Einlassungen zu Heidegger und der Versuch der Beschreibung einer absoluten Immanenz, schwere Kost ist es durchgehend, die Agamben an den „Grenzen des Denkbaren“ vorlegt. Für den aber, der von Aristoteles ausgehend dem Denken sich annähern will in all seinen vielfachen, sichtbaren Facetten, Wegen und Irrwegen (bis hin zu „Überlieferung des Unvordenklichen“, der wird an diesen Essays so einiges an Arbeit und Reflektionsmöglichkeiten für sich finden.

Als ein „Einstieg“ in konkrete Themen oder eine philosophische Lektüre „nebenbei“ ist dieser Band allerdings in keiner Form geeignet, der Platon, Aristoteles, Wittgenstein, Heidegger und viele mehr wie nebenbei mit zitiert, aufnimmt, sich abgrenzt, immer in dem Versuch, das philosophisch grundlegende zu beschreiben und „dingfest“ zu machen, soweit das möglich ist.
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3.0 von 5 Sternen "Wie kann man ein Formloses und eine Unbestimmtheit denken?" Plotin; S.408, 19. August 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Macht des Denkens: Gesammelte Essays (Gebundene Ausgabe)
Das Buch ist philosophisch tiefsinnig und anspruchsvoll mit seinen vielen unterschiedlichen Essays, insgesamt betrachte fand ich es etwas überladen aber sicherlich ist es ein ungewöhnliches Werk, in dem man Gedanken von Hegel, Benjamin, Aristoteles, Platon, Heidegger, Foucault, Nietzsche, Kant, Kafka, Spinoza, Jaspers, Hanna Arendt, Heraklit, usw findet.

Zur Sprache findet man z.B. folgenden Gedanken :

"In der Begegnung mit der Sprache, mit seiner eigenen innersten Sirene, kann der Mensch entdecken, das sie schweigt oder gar nicht ist, kann auf sein eigenes wesentliches Schweigen stoßen." (Kafka) S.131

Zum "Wesen" der Dinge:

"Das offene Tor in das man nicht eintreten kann." (Kafka) S.305

"Die Selbsttranzendenz des Ich der Welt eins." S.338

"Das "Wesen" des Daseins liegt in seiner Existenz." Platon ( Der siebente Brief ) S.344

"Das nous der Seele ist eine unbeschriebene Schreibtafel." S.406
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Die Macht des Denkens: Gesammelte Essays
Die Macht des Denkens: Gesammelte Essays von Giorgio Agamben (Gebundene Ausgabe - 25. Juli 2013)
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