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5.0 von 5 Sternen “La Grande Guerre“, 9. Februar 2014
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Rezension bezieht sich auf: Elender Krieg 1914-1919 Gesamtausgabe (Gebundene Ausgabe)
Der Erste Weltkrieg wird in Frankreich “La Grande Guerre“ genannt, dies allerdings meist ohne Anführungszeichen. Dieser “große Krieg“, von dem viele glaubten er würde alle anderen Kriege beenden, hat den Zeichner Jacques Tardi immer wieder beschäftigt. Dies hat sehr persönliche Gründe. Durch seinen Großvater, der die Schlachtfelder von Verdun u. a. neben einer verwesenden Leiche überlebte, ist der 1946 geborene Tardi sehr sensibilisiert für dies Thema, denn er hat erlebt, was die traumatischen Erlebnisse aus dem Mann gemacht haben.

In Comics wie "Soldat Varlot" oder “Grabenkrieg“ zeigt Tardi in eindringlichen meist schwarzweißen Bildern das Elend und Grauen, das die Frontsoldaten jahrelang durchleiden mussten. 2008 begann er mit der Veröffentlichung seines ambitioniertesten Comic-Projekts zu diesem Thema. Unter dem Titel “Putain de guerre“ (wörtlich übersetzt “Hure des Krieges“) schilderte er in sechs 30 x 40 cm großen Heften jeweils auf 20 Seiten die Kriegsjahre 1914 bis 1919 (auch nach dem Waffenstillstand am 11.11.1914 war der Konflikt noch lange nicht beendet). Die Hefte enthielten zudem noch einen ausführlichen dokumentarischen Anhang von Tardis Szenaristen, dem Historiker Jean-Pierre Verney. Danach erschien “Putain de guerre“ zunächst in zwei Bänden und schließlich als Gesamtausgabe, in der am Ende des Buches auch Verneys umfangreiche Anhänge enthalten ist.

2014 wurde auf dem Comicfestival in Angoulême mit “Tardi et la Grande Guerre“ die größte Ausstellung der Veranstaltung gezeigt. Hier waren Tardis Comics inmitten einer beeindruckenden Installation zu sehen. Die Besucher gingen durch Gänge, die wie Schützengräben wirkten. Dies wurde akustisch unterstützt durch fernes Kriegsgrollen, aber auch durch zumindest inhaltlich passende Chansons von Tardis Gattin Dominique Grange. Das Kernstück der Ausstellung waren alle schwarzweißen und farbigen Originalzeichnungen sowie erstmals auch Skizzen aus “Putain de guerre“. Die Ausstellung endet konsequenterweise in einem Raum voller Soldatengräber und zerlumpter Nationalflaggen, deren Farben kaum noch zu erkennen sind.

“Elender Krieg“ – so lautete der deutsche Titel von “Putain de guerre“ - ist alles andere als ein konventioneller Comic über den Krieg. Tardi gestaltete seine Comicseiten fast immer in Form von drei sehr breiten untereinander angeordneten detailreich ausgeführten Einzelpanels. Diese sind zunächst - die damalige erste Begeisterung über “La Grande Guerre“ darstellend - noch recht farbenfroh koloriert, doch im weiteren Verlauf der Geschichte bzw. des Krieges dominieren graue, braune aber auch immer wieder blutrote Farbtöne die Bilder. Tardi verzichtet ganz auf Sprechblasen und ergänzt seine eindringlichen Bilder stattdessen durch Kästen mit Jean-Pierre Verneys erläuternden aber oft auch bitter-zynischen Texten. Dadurch gelingt es im Kleinen wie auch im unfassbar Großen einen Eindruck zu vermitteln von den zermürbenden Jahren dieses völlig sinnlosen Konfliktes, der 10 Millionen Menschen das Leben kostete.
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5.0 von 5 Sternen Grandiose Comicerzählung - Neuauflage 2014, 10. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Elender Krieg 1914-1919 Gesamtausgabe (Gebundene Ausgabe)
Die Edition Moderne präsentiert jetzt zum hundertsten Jahrestag des 1. Weltkrieges die Neuauflage in einem Gesamtband in gewohnt hochwertiger Aufmachung (1. Auflage 2009/2010 noch in 2 Bänden erschienen). Diese Gesamtausgabe ist gegenüber den Einzelbänden preislich auch günstiger.

Nach dem „Grabenkrieg“, welcher in düsteren Schwarz-Weiß-Tönen gezeichnet ist und einzelne Geschichten aus dem Schützengraben des 1. Weltkriegs beinhaltet, erzählen Tardi und Verney nun den chronologischen Ablauf von 1914 bis 1919.

Auch hier findet der ganze Krieg im Schlamm der Schützengräben an der Westfront statt. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht eines einfachen Soldaten aus dem Off heraus. Typische Sprechblasen eines Comics hat Tardi weggelassen. Gegenüber seinen bisherigen Werken über den 1. Weltkrieg zeichnet Tardi diesmal in Farbe mit 3 Panels je Seite.

Die Landschaften, Leute und Soldaten sind anfangs in lebendigen Farben dargestellt. Alles schön bunt wie bei einem Picknick im Freien. Die französischen Soldaten in ihren blauen Zirkuskostümen und die deutschen im dezenteren Grün-Grau mit ihren schmückenden Pickelhauben bekämpfen sich noch unter strahlend blauem Himmel. Der Krieg nimmt seine nie gedachten unmenschlichen Ausmaße an und die Farbigkeit lässt nach. Grau- und Brauntöne beherrschen nun die Szenerie – Hoffnungslosigkeit, die Jaques Tardi unbeschreiblich authentisch einfängt. Der Leser durchlebt das ganze Elend förmlich mit.

Die feinen Zwischentöne, welche die ganze Lächerlichkeit, den Irrsinn und das Groteske des Krieges aufzeigen, verbinden sich eindringlich mit den Bildern. Die Soldaten sind der Spielball der Generäle, das Schlachtvieh auf dem Weg zum Schlachthof.
Jedes einzelne Panel steckt voller Details und Bewegung, als ob eine Filmszene vor den Augen ablaufen würde und wieder in Bewegungslosigkeit erstarrt. Kaum ein anderer versteht es so wie Tardi, diese Zeit so gekonnt in Bildern umzusetzen.

In einem ausführlichen textlichen Anhang fasst der Historiker Jean-Pierre Verney noch einmal die Kriegsereignisse zusammen versehen mit Originalfotos und Kartenmaterial.

Hier liegt ein zeichnerisch und erzählerisch großartiger Comic mit einer akribischen Detailgenauigkeit und hohem dokumentarischen Wert vor. Wer sich ein Bild vom wirklichen Krieg machen möchte, dem sei dieser Bildband nur zu empfehlen.

Der einfache Soldat überlebt übrigens, als Versehrter – mit einem Arm weniger. Davon gab es 10 Millionen, von den Toten ganz zu schweigen.
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5.0 von 5 Sternen Alles bestens, gerne immer wieder !!!, 10. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Elender Krieg 1914-1919 Gesamtausgabe (Gebundene Ausgabe)
Alles bestens, gerne immer wieder !!! Alles bestens, gerne immer wieder !!! Alles bestens, gerne immer wieder !!! Alles bestens
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Elender Krieg 1914-1919 Gesamtausgabe
Elender Krieg 1914-1919 Gesamtausgabe von Jean-Pierre Verney (Gebundene Ausgabe - 1. Januar 2014)
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