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Dies ist das zehnte Buch der 1932 geborenen kanadischen Schriftstellerin. Sehr viele ihrer Kollegen halten sie für die beste nordamerikanische Schriftstellerin. Bei uns wird sie kaum gelesen. So ist und bleibt sie immer noch der absolute „Geheimtipp". Den Fischer Verlag muss man loben, weil er trotzdem viel Geld für die Lizenzen gezahlt hat, sehr viel Geld auch für eine hervorragende Übersetzung. Diese Erzählerin ist eine echte Entdeckung. Die Geschichten die sie erzählt sind sehr komplex, voll mit kleinsten Details, die aber im Leben der beschrieben Personen „Entscheidendes" bewirken können. Die Erzählerin ist eine wahre Connaiseuse ihrer Umwelt.
In diesem neuen Buch „Himmel und Hölle" ist in den neun Geschichten viel von Wunden, Krankheit, Tod und Verrat die Rede. Nur zwei der Geschichten enden glücklich. Die Erzählerin betrachtet die menschlichen Unzulänglichkeiten mit kritischem Auge. Die Geschichten handeln von dem Akademiker, dem Biologielehrer, von Kleinstädtern. Eigentlich haben die Geschichten kein gemeinsames Dach, kein gemeinsames Thema, aber sie sind durch die Art, wie sie erzählt werden mit einander verbunden. Alice Munro beobachtet dabei sehr gekonnt in die ehelichen „Gefühlshaushalte".
Besonders gefallen die Geschichten „Ihre Zähne", „Trost", „Himmel und Hölle", „Pfosten und Bohlen". In der Geschichte „Was in Erinnerung bleibt" schildert die Protagonistin das Gespräch zwischen einem seit Jahrzehnten verheirateten Ehepaare, über das Thema Sex. Nach Ansicht des Mannes verlieren die Frauen beim Sex ihre Autonomie. Und deshalb weist die kluge Frau, wenn sie intelligent genug ist, in ihrer Kälte alle Männer ab. Ihre Intelligenz ist ihre Kälte. Als das der Mann sagt, fällt der Frau ihr Seitensprung ein. Das bleibt so stehen. Dann sterben sowohl ihr Mann als auch ihr Liebhaber. Bei der Todesanzeige ihres Geliebten fällt ihr dann plötzlich ein, dass was sie die ganze Zeit in ihrem Leben für was gehalten hat, das ihre Autonomie bekräftigt, was ihr eigentlich Selbstbewusstsein gab, das ist ein „Gedächtnisirrtum". Sie hat die letzten Worte dieses „Liebhaber Routiniers" vergessen. Warum hat sie die ganzen Details der Erinnerung ein Leben lang anders erzählt? War ihre ganze Erinnerung vielleicht nur die „Kunst" der Selbstbelügung? So hat sie diese Erinnerungsdroge, als das wichtigste Stärkungsmittel in ihrem Leben immer bei sich gehabt.
Diese Geschichten sind schon sehr raffiniert ausgerollt. Es gibt überhaupt keine psychologischen Kommentare von Alice Munro zur Person. Die Personen werden quasi nur durch Handlungen und Entscheidungen charakterisiert. Es wird nicht erklärt, es wird einfach konstatiert.
Sie erzählt einfach in ein Leben hinein, man weiß zunächst gar nicht wo die Reise hingeht. Sie hält die bedeutenden Dinge bewusst klein. Und wenn man nach der Lektüre von einigen Seiten denkt, das war die Geschichte, dann plötzlich kommt eine Wendung und diese Wendung erfolgt dann auch noch aus der Logik heraus.
Und irgendwie, obwohl es immer wieder niederschlagende, tragische, melancholische Erzählungen verheirateter Menschen sind, die ihre Geheimnisse doch in irgendeiner Form bewahren, am Ende erscheint alles wie ein Loblied auf die Ehe.
Alice Munro ist eine Dialogschreiberin, denn viele ihrer Texte bestehen aus wörtlicher Rede. Und sie macht es großartig geschickt, dass die Grenze zwischen dem, was sie sagt und dem, was die Personen ihrer Geschichten sagen, gleitend ist.
In ihren Geschichten zeigt sie, im psychologischen, ohne zu erklären, die Psychologie. Ihre Geschichten sind raffiniert konstruiert. Diese Erzählerin kann derartig rasant erzählen, das geschieht mit einer Meisterschaft die hinreißend und zugleich zu tiefst irritierend ist.
Ich empfehle dieses Buch mit Nachdruck und Leidenschaft aus vielen Gründen.
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Dies ist das zehnte Buch der 1932 geborenen kanadischen Autorin. Sehr viele ihrer Kollegen halten sie für die beste nordamerikanische Schriftstellerin. Bei uns wird sie kaum gelesen. So ist und bleibt sie immer noch der absolute "Geheimtipp". Den Fischer Verlag muss man loben, weil er trotzdem viel Geld für die Lizenzen gezahlt hat, sehr viel Geld auch für eine hervorragende Übersetzung. Diese Erzählerin ist eine echte Entdeckung. Die Geschichten die sie erzählt sind sehr komplex, voll mit kleinsten Details, die aber im Leben der beschrieben Personen "Entscheidendes" bewirken können. Die Erzählerin ist eine wahre Connaiseuse ihrer Umwelt.

In diesem Sonderband "Himmel und Hölle" ist in den neun Geschichten viel von Wunden, Krankheit, Tod und Verrat die Rede. Nur zwei der Geschichten enden glücklich. Die Erzählerin betrachtet die menschlichen Unzulänglichkeiten mit kritischem Auge. Die Geschichten handeln von dem Akademiker, dem Biologielehrer, von Kleinstädtern. Eigentlich haben die Geschichten kein gemeinsames Dach, kein gemeinsames Thema, aber sie sind durch die Art, wie sie erzählt werden mit einander verbunden. Alice Munro beobachtet dabei sehr gekonnt die ehelichen "Gefühlshaushalte".
Besonders gefallen die Geschichten "Ihre Zähne", "Trost", "Himmel und Hölle", "Pfosten und Bohlen". In der Geschichte "Was in Erinnerung bleibt" schildert die Protagonistin das Gespräch zwischen einem seit Jahrzehnten verheirateten Ehepaar, über das Thema Sex. Nach Ansicht des Mannes verlieren die Frauen beim Sex ihre Autonomie. Und deshalb weist die kluge Frau, wenn sie intelligent genug ist, in ihrer Kälte alle Männer ab. Ihre Intelligenz ist ihre Kälte. Als das der Mann sagt, fällt der Frau ihr Seitensprung ein. Das bleibt so stehen. Dann sterben sowohl ihr Mann als auch ihr Liebhaber. Bei der Todesanzeige ihres Geliebten fällt ihr dann plötzlich ein, dass was sie die ganze Zeit in ihrem Leben für was gehalten hat, das ihre Autonomie bekräftigt, was ihr eigentlich Selbstbewusstsein gab, das ist ein "Gedächtnisirrtum". Sie hat die letzten Worte dieses Liebhaber Routiniers" vergessen. Warum hat sie die ganzen Details der Erinnerung ein Leben lang anders erzählt? War ihre ganze Erinnerung vielleicht nur die "Kunst" der Selbstbelügung? So hat sie diese Erinnerungsdroge, als das wichtigste Stärkungsmittel in ihrem Leben immer bei sich gehabt.

Diese Geschichten sind schon sehr raffiniert ausgerollt. Es gibt überhaupt keine psychologischen Kommentare von Alice Munro zur Person. Die Personen werden quasi nur durch Handlungen und Entscheidungen charakterisiert. Es wird nicht erklärt, es wird einfach konstatiert.

Sie erzählt einfach in ein Leben hinein, man weiß zunächst gar nicht wo die Reise hingeht. Sie hält die bedeutenden Dinge bewusst klein. Und wenn man nach der Lektüre von einigen Seiten denkt, das war die Geschichte, dann plötzlich kommt eine Wendung und diese Wendung erfolgt dann auch noch aus der Logik heraus.

Und irgendwie, obwohl es immer wieder niederschlagende, tragische, melancholische Erzählungen verheirateter Menschen sind, die ihre Geheimnisse doch in irgendeiner Form bewahren, am Ende erscheint alles wie ein Loblied auf die Ehe.

Alice Munro ist eine Dialogschreiberin, denn viele ihrer Texte bestehen aus wörtlicher Rede. Und sie macht es großartig geschickt, dass die Grenze zwischen dem, was sie sagt und dem, was die Personen ihrer Geschichten sagen, gleitend ist.

In ihren Geschichten zeigt sie, im psychologischen, ohne zu erklären, die Psychologie. Ihre Geschichten sind raffiniert konstruiert. Diese Erzählerin kann derartig rasant erzählen, das geschieht mit einer Meisterschaft die hinreißend und zugleich zu tiefst irritierend ist.

Ich empfehle dieses Buch mit Nachdruck und Leidenschaft aus vielen Gründen.
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am 14. Februar 2008
Wenn eine Erzählung aus einer Sammlung wie im Fall Der Bär kletterte über den Berg als Vorlage für einen Film dient, weist das zumeist daraufhin, dass die Geschichte so komplex und weit reichend ist, dass sie abendfüllend erscheint. Alice Munros Erzählungen splittern sich zwar in verschiedene Blickwinkel auf, sind nicht linear erzählt und doch von der Art, dass wir das Gefühl haben, den Menschen darin, seine Siege und Niederlagen begegnet zu sein. Sei es ein Mann, der miterleben muß, dass seine Frau an Alzheimer erkrankt in einem Heim unterkommt, sich in einen anderen Heiminsassen verliebt und ihn nicht mehr zu erkennen scheint, sei es die Hausangestellte, die von Teenagern hereingelegt wird, indem sie Liebesbriefe an sie fälschen, und sie auf verquere Weise ein spätes Glück findet, indem sie mitsamt ihrer Möbel zu einem Mann zieht, der sie eigentlich um Geld anpumpen wollte. Diese ironischen Seitenwege des Schicksals beschreibt Alice Munro mit einem liebevollen Blick auf ihre Frauen und läßt dabei den Schluß zu, dass Überleben im Leben möglich ist, wenn man sich darin einzurichten, sich zurückzunehmen versteht, um Katastrophen als das zu nehmen, was sie sind: Vorübergehende Erscheinungen im Unglück, denen man am besten mit Sehnsüchten begegnet.
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am 22. November 2005
Alice Munro beschreibt in dieser einfühlsamen Kurzgeschichte die Stadien der Alzheimer Erkrankung von Fiona aus der Sicht ihres Ehemannes. Die liebevolle Beschreibung des Anfangsstadiums Ihrer Erkrankung stellt schnell die Identifikation des Zuhörers mit der Hauptfigur her, lässt jedoch gleichermassen eine Objektivität zu, die unter anderem durch die Beschreibung von Fiona als naive Person herrührt. Detailierte Beschreibungen von Fionas Umfeld, und des Lebenswandels ihres Ehemannes lassen den Zuhörer näher rücken.
Eifersucht wird nie direkt angesprochen, auch wenn der Ich-Erzähler trotz seiner annähernd sachlichen Darstellungsweise dieses Gefühl stark nach aussen kehrt.
Dieses Werk ist eine wertvolle Betrachtung eines sehr schwierigen Themas, und sehr empfehlenswert.
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TOP 100 REZENSENTam 6. November 2013
Himmel und Hölle durchleben die Protagonisten in den neun Erzählungen, die Alice Munro verfasst hat. Die Autorin schreibt über äußerst komplizierte Beziehungsdramen und schafft eine Welt der Gefühle, die hauptsächlich Frauen betrifft. Das Ausbrechen aus gewissen Lebenssituationen die nicht mehr haltbar sind und das Zurückblicken in das Vergangene sowie das Erleben des Jetzigen weiß die Autorin sehr gut und gefühlvoll zu beschreiben.

Die unerwarteten Wendungen in ihren einzelnen Erzählungen machen die Geschichten der Alice Munro so spannend. Der Leser wird gefordert und mitunter herausgerissen aus seiner Vorstellung wie es eigentlich hätte weitergehen können.
Alice Munro ist eine hervorragende Schriftstellerin der sehr feinfühligen Ausdrucksweise.
Sie versteht Themen der besonders berührenden Art wie Krankheit, Tod und Verlust eindrucksvoll zu beschreiben und lässt den Leser eintauchen in ein nahegehendes Leseerlebnis.

Alice Munro wurde 1931 in Ontario geboren und gehört inzwischen zu den bedeutendsten Autoren der Gegenwart. Mit ihren umfangreichen erzählerischen Werken ist sie Bestsellerautorin in ihrem Heimatland Kanada und der gesamten angelsächsischen Welt. Sie wurde u.a. mit mit dem "Man Booker International Prize" ausgezeichnet. 2013 erhielt Alice Munro den Literatur-Nobelpreis.
Heidi Zerning übersetzt seit vielen Jahren englische und amerikanische Literatur, unter anderem Steve Tesich, Virginia Woolf, Truman Capote und Alice Munro.
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am 27. Dezember 2006
Das Buch war mein erstes der Autorin. Ich hatte mir diesen Buch gekauft, weil Doris Dörrie bei Elke Heidenreich so sehr von der Autorin schwärmte. Besonders begeistert war sie davon, dass es A. Munro es immer wieder schafft, Kurzgeschichten wie ganze Romane wirken zu lassen.

In diesem Punkt stimme ich Fr. Dörrie voll und ganz zu. Die punktgenaue Beschreibung der Figuren macht sie schnell vertraut und nach 30 Seiten hat man das Gefühl, sie schon seit mindestens 100 Romanseiten zu kennen. Die Dichte der Beschreibungen hat mich sehr beeindruckt. Und trotzdem ist der Stil klar und präzise und der Satzbau ansprechend.

Für mich gab es in dem Buch zu viel Hölle und zu wenig Himmel: In jeder Geschichte ging es um den Tod. Auch wenn niemand starb, so war das Thema Sterben immer durchgängig präsent. Für mich hat etwas von dem im Titel versprochenen Himmel gefehlt: die guten Momente, die positiven Perspektiven für einige der Figuren. So ließ mich das Buch jedesmal ein wenig traurig zurück.
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am 27. April 2014
Bevor Alice Munro den Nobelpreis bekam, hatte ich ihren Namen noch nie gehört. In der Laudatio hieß es unter anderem, dass sie eine Meisterin der Kurgeschichten sei und sie auf dreißig Seiten mehr erzählen könne, als andere Autoren auf dreihundert.
Das kann ich jetzt bestätigen.
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am 8. Januar 2014
am ende steht wohl doch jeder für sich allein in seinem leben, in seinem hause, in seiner karriere, in seiner gesundheit.
ein heruasragendes buch welches alle meine erwartungen um ein vielfaches übertroffen hat.
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am 27. Dezember 2006
Das Buch war mein erstes der Autorin. Ich hatte mir diesen Buch gekauft, weil Doris Dörrie bei Elke Heidenreich so sehr von der Autorin schwärmte. Besonders begeistert war sie davon, dass es A. Munro es immer wieder schafft, Kurzgeschichten wie ganze Romane wirken zu lassen.

In diesem Punkt stimme ich Fr. Dörrie voll und ganz zu. Die punktgenaue Beschreibung der Figuren macht sie schnell vertraut und nach 30 Seiten hat man das Gefühl, sie schon seit mindestens 100 Romanseiten zu kennen. Die Dichte der Beschreibungen hat mich sehr beeindruckt. Und trotzdem ist der Stil klar und präzise und der Satzbau ansprechend.

Für mich gab es in dem Buch zu viel Hölle und zu wenig Himmel: In jeder Geschichte ging es um den Tod. Auch wenn niemand starb, so war das Thema Sterben immer durchgängig präsent. Für mich hat etwas von dem im Titel versprochenen Himmel gefehlt: die guten Momente, die positiven Perspektiven für einige der Figuren. So ließ mich das Buch jedesmal ein wenig traurig zurück.
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am 22. Februar 2014
Die meisten Geschichten fand ist sehr stimmig und spannend. Sie erzählen von unspektakulärem Leben und von Alltagssituationen und -dramen. Genau diese Art Literatur mag ich, und denke, dass es schwieriger ist, über das normale Leben zu schreiben als Krimi- oder Fantasyplots zu erfinden. Alice Munro macht es schon sehr, sehr gut - aber natürlich liest man eine Nobelpreisträgerin auch mit hohen Ansprüchen. Deshlab erteile ich "nur" vier Sterne, weil ich manche der Geschichten doch etwas langatmig und weniger fesselnd fand, was z. B. für die (autobiografische?) Story "Erbstücke" gilt. Im Unterschied zu anderen Büchern von A.M. (wie ich hörte) kommen in dieses Sammlung keine so drastischen Ereignisse wie Morde usw. vor. Es ist daher auch eine ganz angenehme Bettlektüre - mit Tiefgang!
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