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Kundenrezensionen

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TOP 500 REZENSENTam 1. Juli 2011
England um 1853. Cranford ist ein kleiner, beschaulicher Ort, der von einigen alten Jungfern beherrscht wird allen voran Mrs Jamieson, deren Wort Gesetzt unter den Damen des Städtchens ist. Obwohl alle Häuser ab einer gewissen Größe oder ab einer gewissen Miete in der Hand von Frauen sind, ist keine von ihnen reich, aber man ist auch nicht so arm, dass man arbeiten müsste. Um das Gesicht zu wahren gibt es daher viele ungeschriebene Regeln, die jeder, der nach Cranford zieht schnell lernen sollte, zu seinem eigenen Besten. Verirrt sich tatsächlich einmal ein Ehepaar nach Cranford, verschwindet der Gatte irgendwie; entweder ist es zu Tode erschrocken, weil er auf den Abendgesellschaften der einzige Mann ist, oder er wird von seinem Regiment abberufen oder muss geschäftlich während der Woche in der nahegelegenen Stadt arbeiten. Kurzum, was auch immer den Männer zustößt, sie sind nicht in Cranford. Die Ladies von Cranford sind sich selbst genug und wie eine von ihnen so schön bemerk "Ein Mann ist im Haus sowas von im Weg!"
Captain Brown ist jedoch anders und mischt die Ladies von Cranford gehörig auf. Er ist immer nett, freundlich und merkt es gar nicht, wenn die Damen ihn schneiden. So erobert er sie dennoch, gegen ihren Willen.

Elisabeth Gaskall nahm das Städtchen Knutsford in Cheshire, in welchem sie ihre Jugend verbrachte als Vorlage für das fictive Cranford. In gewisser Weise war dieser Roman eine Auftragsarbeit. Charles Dickens war sehr beeindruckt von Gaskells Roman Mary Barton. Er bearbeitete sie so lange, bis sie endlich klein bei gab und für seine "Household Words" unterhaltsame Episoden über das Städtchen Cranford schrieb. Schon nach der ersten Lieferung (Kapitel 1 und 2, 1851) hatte Gaskell eigentlich keine Lust mehr an der Geschichte weiterzuschreiben, was man auch merkt, denn die ersten beiden Kapitel sind ganz anders als der Rest des Buches. Sie sind witziger, spitzzüngiger und karikierender als der Rest des Buches.
Kapitel 3 und 4 erschienen Januar, Kapitel 5 und 6 im März 1851 und Kapitel 7 und 8 im April 1852. Auch Dickens Bitten brachten Gaskell zunächst nicht dazu weiter an Cranford zu schreiben, da sie mit ihrer neuen Novelle Ruth begonnen hatte, bis sie 1853 doch noch von Januar bis Mai 1853 die letzten Kapitel einreichte.
Diese Stückelung merkt man der Geschichte an. Die Autorin jedoch baut sie geschickt in die Handlung mit ein, indem sie die Erzählerin Mary Smith immer mal wieder in Cranford zu Gast sein lässt und sie dann wieder zu ihrem Vater zurückkehren muss, der sie nicht permanent entbehren kann.
Das Buch ist ein Abgesang auf die gute alte Zeit. Man schwelgt in alten Werten währen die Industrialisierung immer mehr um sich greift.
Anders als die Bücher von Austen und Co geht es in Cranfort nicht um eine Liebesgeschichte, natürlich heiraten auch einige, aber das ist eher Nebensächlich. Cranford beschreibt einfach das ruhige Leben einer gehobenen Mittelklasse alter Jungfern in teils aberwitzigen Episoden. So bilden sich die Damen eine Zeitlang ein, dass Diebe ihr Unwesen treiben und sie überfallen und ausrauben wollen und erzählen sich zusätzlich auch noch Geister- und Schauergeschichten. Es gibt auch Teekränzchen, aber so wirklich zu benehmen wissen sich die Damen auch nicht. Mir gefiel besonders die Geschichte von der Spitze, die von der Katze verschluckt wurde und wie sie wieder aus der Katze herausbekommen wurde und jene von der kahlen Kuh in Flanellklamotten.
Nach und nach erst kristallisiert sich eine Hauptperson dieser Erzählung(en) heraus: Miss Matty Jenkyns. Zunächst steht sie unter dem Pantoffel ihrer älteren, ebenfalls unverheirateten Schwester und muss nach deren Tod plötzlich mit Ende 50 anfangen, ihr Leben selber in den Griff zu bekommen. Um Matty Leben herum entfaltet sind die kleinen Intrigen Cranfords.

Ein wunderbarer, unterhaltsamer Klassiker ohne nervige Liebesgeschichten aber mit sehr viel Ironie und Humor. Die Geschichte hat durch ihre Veröffentlichungsform als Episoden in "Household Words" einige Brüche, Schwächen und Längen, aber es wird dennoch nie langweilig.
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am 5. Februar 2002
Ist "Cranford" von Elizabeth Gaskell! Das putzige Dorfleben in einem kleinen Ort in England im 19. Jahrhundert wird geschildert mit allen seinen Wirrnissen, Mißverständnissen, Eklats und Sensationen!
Das Dorf wird hauptsächlich von Frauen dominiert, die aus jeder Not eine Tugend machen. Sie laden sich gegenseitig zum Tee ein, besuchen sich, nehmen Anteil am andern - auch klatschenderweise.
Aber niemals richtig bösartig.
Dieses Buch ist ein unterhaltsames, auch rührendes Buch, von Frauen, die stolz sind und lieber einen Mißstand nicht zugeben, sondern drumherumreden und sich etwas einreden ...
Sehr menschlich, sehr ergreifend - und auch sehr witzig!
Ein Buch, das ich nur wärmstens empfehlen kann!
Auch in der englischen Version überzeugt das Buch - und absolut lesbar. Für mich zumindest gab das Vokabular keine großen Rätsel auf - und wenn, dann hab ich drüber hinweggelesen! Das war es wirklich wert!
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am 1. Juli 2010
Kann sich noch jemand an die Zeiten erinnern als Frauen noch echte Kerle, kurz Amazonen waren? Ja genau, Amazonen, diese kriegerischen Weibsen, die sogar in den Krieg zogen, um der Hausarbeit zu entgehen, sich teilsentbrüstet in unterbelichtete Achäer verknallten und es mit dieser wenig ladyliken Lebensweise schandbarerweise vermochten, einen Schatten bis ins 19. Jahrhundert zu werfen. Genau zu diesem Zeitpunkt entdeckte eine ausgesprochen fähige Schriftstellerin namens Elizabeth Gaskell, dass die geschätzten Brachialsitten obig erwähnter Kampfweibsen nicht nur allgemein bekannt sind, sondern in ihrer Essenz auch noch in dieser ihrer Zeit bestehen und dem Zeitpunkte harren, erneut im Lichte von Sagen und Geschichten erhellt zu werden.

Dies führt uns Mitte des 19.Jh. nach Cranford, einer kleinen ländlichen Stadt im schönen England, die von einer Meute älterer Vett...äh.. Damen regiert wird, die entweder nie geheiratet oder in echt antiker Manier ihre Männer vorher unter die Erde gebracht haben. Inmitten des dazumal herrschenden viktorianischen Zeitalters herrscht selbstredend ein fest zementierter Standesdünkel, womit ich schon bei dem ebenso beherrschenden wie totgeschwiegenen Problem der werten Damen ankomme: Stolz ist ja da, en masse sogar, nur mit dem blauen Blut und dem güldenen Gelde hapert es. Doch das ficht echte Matronen nicht an, die sich als provinzieller Landadel eigener Art begreifen. Mittels eines engmaschigen Netzes stählerner Konventionen und eiserner Benimmregeln dirigieren sie das städtische Geschehen, untereinander sind sie im besten sozialistischen Geiste gleich bis gleicher, Männer sind sowieso überflüssig bis unerwünscht und all das was den kollektiven Seelenfrieden stört, wird als vulgär oder unziemlich unter den Teppich gekehrt. Schließlich beginnt das Buch nicht umsonst mit der erlesenen Zeile: "In first Cranford is in the possession of the amazons...". Noch Fragen?

In 15 nur lose zusammenhängenden Kurzgeschichten erzählt Elizabeth Gaskell die alltäglichen "Abenteuer" der Cranforder Flintenweiber. Als Ausgangspunkt nutzt sie Perspektive des erzählenden "Ich's" in Form einer jungen Dame, die regelmäßig Cranford besucht und ihre sehr eigenen Beobachtungen und Ansichten zum Geschehen hat. Dabei wandelt sie stets an der Seite der beiden zentralen Hauptpersonen dieses Opus amazonica, den Töchtern des verstorbenen Schulrektors, Miss Deborah und Miss Matty. Während es sich bei Ersters um Cranford's Oberdrachen handelt, der sämtliche Statuten noch ausgebaut und einbetoniert hat, handelt es sich bei der Anderen um das glatte Gegenteil, einen leicht beeinflussbaren aber überaus herzensguten Engel.

Interessanterweise gibt der knorrige Drachen zwar schon kurz nach Beginn den Silberlöffel ab, bleibt aber doch über das gesamte Buch hinweg präsent, da ihr liebes Schwesterchen nunmehr von heut auf morgen ihren eigenen Weg gehen muss und sich dabei einzig und allein dem Geiste ihrer vorbildlichen Schwester verpflichtet fühlt. Obwohl sich das alte Mädchen dabei redlich abmüht, siegt ihr gutes Herz allzuoft gegen überlebte Sitten und starre Konventionen. Dass sich dabei nicht nur sie, sondern auch der Rest ihres Damenrudels schleichend wandelt, ist fraglos von tragischer Natur, denn aus Cranford, der einst hermetisch verklemmten Amazonen-Diktatur wird fast unmerklich und nuanciert eine erstaunlich tolerante Gesellschaft, in der der Bruch mit gesellschaftlichen Schranken wie die Aufnahme standesniederer Neumitglieder oder die Tolerierung des Liebeslebens getreuer Diener, usw. usf. nicht von vornherein der tugendhaften Reglementierungs-Guillotine zum Opfer fällt.

Selbstredend muss natürlich (vor allem der männliche) Leser gewarnt werden, dass Cranford zu 90 % aus Kaffeeklatsch samt dazugehöriger Konversation besteht - und doch extrem empfehlenswert ist, denn der Schreibstil der Autorin ist schlichtweg großes Kino. Cranford und seine Geschöpfe sind in ihrer überzeichnet schrulligen Art knallige Karikaturen - aber auch echte Charaktere, die von der Autorin mit einer bestechend ausgefeilten Ironie liebevoll und mehrdimensional gezeichnet werden. Gaskell mag zwar scheinbar sture überzeichnete Charaktere in Szene setzen, zeigt sie aber mit gleicher Intensivität von ihrer guten bisweilen fast heilig zu nennenden Seite und läutet damit eine unterschwellig feine Charakterentwicklung ein. Es ist eine Kunst, wie sie es in jeder einzelnen Zeile schafft, auf den Punkt genau die ebenso spießigen wie liebenswerten Macken ihrer Leutchen anzusprechen, um einen Schritt später aus dieser Macke charmant eine Tugend zu kreieren bzw. mal ist die Macke eine Tugend, wenn nicht gerade die Tugend eine Macke ist oder die Macke eine Macke ist....äh... jedenfalls ist's ein Riesenspaß und meinen lachfreudigen Mundwinkeln waren keine Ruhezeiten vergönnt.

Gaskells feine Ironie ist bis zur letzten Faser liebensgewürzig und übersprudeln von Herzensgüte - oder wie ein geschätzter Rezensentenkollege aus dem Orient zu sagen pflegte: "Sie kann gefühlvoll schreiben, ohne sentimental zu werden." - und driftet nicht ein einziges Mal in bissige, kritisierende oder ähnliche die gute Laune bescheidenden Untiefen ab. Selbst vereinzelte tragische Erlebnisse werden gar liebenswürdig dargelegt, jedes Kapitel beschließt mit einem gustomachenden Happy-End und sogar die wenigen sich verwegen an die frische Ludt wagenden Adamssöhne werden ausnahmslos von ihrer besten Seite als Gentlemen, Beschützer, Freunde und Helfer in der Not eingeführt. Dabei ist es erstaunlich, wie scharfsinnig und zeitlos Gaskell schreibt. Als ungedienter Jungviktorianer habe ich nun nicht die Spur an Wissen über diese Epoche, und doch stelle ich neben gewisser historisch bedingten Charakteristika, Sitten und Konventionen eine erhebliche Schnittmenge zur heutigen, sprich meinigen Denkweise in ganzer Bandbreite fest, bei der ich mich mehr als einmal ertappt fühlte. Insbesondere das jegliche Fehlen eines moralischen Zeigefingers fällt ausgesprochen angenehm auf und angesichts der lockig-flockigen Lektüre kann man leicht übersehen, wie viel Lebensweisheit die jute Mrs. Gaskell dabei einstreut und sich "Cranford" mithin als Wiederholungslektüre empfiehlt.

Als lose zusammenhängende Sammlung an Kurzgeschichten ohne einen übergreifenden Handlungsstrang ist "Cranford" nur häppchenweise zu empfehlen, hat durchaus einzelne Längen - aber wer einmal die bestechende Sprache Gaskells gekostet hat, kann sich daran kaum satt lesen (und dezent übersehen, dass es sich um ältere Damen samt Kaffeeklatsch handelt). Nicht zuletzt der bis zum cranfordliken Ende geheim gehaltene äußerst extravagante Name der Ich-Erzählerin ist das Sahnehäubchen und Motivation schlechthin - und letztendlich verbirgt sich unter Cranfords scheinbar unwirtlich spießiger Oberfläche ein Reservoir an wohlbehüteter Liebenswürdigkeit, eine utopisch anmutende Form von Gemeinschaft mit viel Herz und Sinn für Humor.

Fazit:

Hatte ich unmittelbar vor "Cranford" noch durch einen düster spannenden Cop-Thriller gejagt, ging ich schon deswegen davon aus, dass ich "Cranford" nur mit mehr Kaffee als Blut in den Adern durchstehen würde... nuja, so kann man(n) sich irren. Sicher nicht zum letzten Mal. ;-)
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am 27. Juli 2012
Erst einmal zur Ausgabe:
sie ist toll verarbeitet und auch konzipiert. Mit viel "Bonusmaterial" -> siehe "amazon look inside"/ "Blick ins Buch" ;) Das Papier ist glatt... Wirklich sehr schön!
Auch sind hinten viele Erklärungen, die den Text besser verständlich machen und Referenzen zu Gaskells Leben aufzeigen.

Nun zum Werk selbst:
Wie es aus dem zuvor genannten "Bonusmaterial" hervorgeht, war dieses Werk zunächst nicht als Buch geplant. Erst viel später hat man die einzelnen Beiträge dann "zusammengebastelt", daher fehlt es dem Werk meiner Meinung nach an Charakter.
Es handelt sich um einzelne Erzählungen aus dem Ort Cranford, der von Frauen nur so wimmelt. Gaskell greift dabei auf Ereignisse etc aus dem Leben (u.a. ihrem eigenen) zurück, Namen von Orten, Menschen und Zeitschriften von damals sind jedoch geändert worden. Wenn man wissen möchte, wie die Leute damals gelebt haben - und insbesondere über die Rolle der Frau in einem solchen Ort etwas erfahren möchte, dann muss man "Cranford" lieben! Wünscht man sich jedoch eine Geschichte mit einem Plot, einem roten Faden und einer Hauptfigur, mit der man mitfiebern kann, so ist man hier falsch!
Ich finde es schade, dass man die Erzählerin nicht richtig kennen lernt und gehöre damit wohl viel eher zu dieser zweiten Gruppe von Lesern ;)
Als Gaskell-/Austen-/Dickens-Fan sollte man es dennoch gelesen haben!
[Wenn man's nicht mag sieht's trotzdem noch sehr hübsch im Bücherregal aus! ;)]
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am 25. Juli 2000
A sweet, gentle story of a small English town not unlike Jan Karon's Mitford, only 150 years ago. No high drama- only caring people with all their flaws. I read it years ago and remembered it fondly. Reading it again recently, I was not disappointed. Don't miss this little jewel.
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am 28. April 2013
Diese Buch bietet Gesellschaftskritik mit einem Zwinkern. Noch überspitzter als Jane Austen, allerdings ist die Handlung hier weit weniger spannend, auch wenn man die Charaktere irgendwie liebgewinnt.
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am 4. Dezember 1998
This book has been called Gaskell's greatest, something I just cannot agree with. ok, so it provides an sharp insight into the small town life of the time. But there isn't much of a plot. Far more worthy are Mary Barton, North and South or her others, I can't comment on Ruth as I haven't read it yet.
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