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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Augenöffner und bewegendes Buch
Wenn Sie verstehen möchten, warum ein Nachbar von heute auf morgen eine Machete in die Hand nimmt und seinen Nachbar ermordet, mit dem er sonst Arbeitsgeräte ausgetauscht und ab und zu ein Gläschen getrunken hat, dann lesen Sie dieses Buch.

Dieses Buch fällt in die Kategorie ich-kann-es-nicht-weglegen. Zimbardo leitet in verständlicher...
Veröffentlicht am 9. Januar 2008 von S. Neumann

versus
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen wenig Neues und schlecht zu lesen
Also wenn ich mir die vorhergehenden Rezensionen anschaue, verstehe ich die guten Bewertungen nicht.

Zimbardos über die 16 Kapitel tausendmal wiederholte These ist: gute Menschen wie du & ich handeln in bestimmten Situationen böse. Entgegen der sonst angeblich verbreiteten dispositionalen Ansicht, dass böse Handlungen von bösen Menschen...
Veröffentlicht am 19. Juli 2012 von Martin


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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Augenöffner und bewegendes Buch, 9. Januar 2008
Von 
S. Neumann (Wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Wenn Sie verstehen möchten, warum ein Nachbar von heute auf morgen eine Machete in die Hand nimmt und seinen Nachbar ermordet, mit dem er sonst Arbeitsgeräte ausgetauscht und ab und zu ein Gläschen getrunken hat, dann lesen Sie dieses Buch.

Dieses Buch fällt in die Kategorie ich-kann-es-nicht-weglegen. Zimbardo leitet in verständlicher Sprache und anhand vieler Beispiele eine psychologische Theorie her, warum Menschen sich in bestimmten Situationen auf (für Außenstehende) unfassbare Art und Weise verhalten. Die Dinge, die er dabei beschreibt, sind faszinierend und zur selben Zeit schwer verdaulich. Schlechtes Einschlafen zur Nachtruhe gehört möglicherweise dazu, während Sie dieses Buch lesen. Mir half das Buch zu verstehen, wie das Arrangement einer Situation auf das Verhalten von Menschen Einfluss nimmt. Mit Zimbardos Tipps zur verstärkten Wahrnehmung und Gegenwirkung dieser Verhaltensweisen, die aufgrund ungenügend beurteilter Autoritätsverteilung entstehen, kann ich nun mein eigenes Handeln anders gestalten und das Handeln anderer besser wahrnehmen und verstehen.

Meine kurze Zusammenfassung: Philip Zimbardo gibt zunächst eine detaillierte Beschreibung über den Verlauf seiner simulierten Gefängnisstudie (Stanford Prison Experiment) ab, um dann auf weitere wissenschaftliche Studien (u.a. Milgrams Experimente zur Hörigkeit) einzugehen, die zeigen, dass Menschen aufgrund der situativen Umstände (für Außenstehende) auf unfassbare Weise reagieren. Er umreißt seine Theorie, dass in jedem Menschen ein Spektrum zwischen "gut" und "böse" vorliegt, und dass die Umstände der Situation sowie das etablierte gesellschaftliche System, in dem die Situation eingebettet ist, entscheidend für das Verhalten der Menschen in der Situation sind. Er widerspricht damit bisherigen Sichtweisen auf menschliches Verhalten, die annehmen, dass Menschen "aus sich heraus" entweder gut oder böse veranlagt sind und sich dementsprechend verhalten. Das Buch wird geschlossen mit Details seiner Arbeit als Mitglied des Verteidigungsteams für einen Abu-Ghraib Gefängniswärter, der für die Misshandlung der Gefangenen in den USA verurteilt wurde. Wichtig zu erwähnen sind auch Zimbardos 10 Regeln zur Vermeidung unmenschlichen Verhaltens, die im Alltag (privat wie beruflich!) angewendet werden können.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen wenig Neues und schlecht zu lesen, 19. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: The Lucifer Effect: How Good People Turn Evil (Taschenbuch)
Also wenn ich mir die vorhergehenden Rezensionen anschaue, verstehe ich die guten Bewertungen nicht.

Zimbardos über die 16 Kapitel tausendmal wiederholte These ist: gute Menschen wie du & ich handeln in bestimmten Situationen böse. Entgegen der sonst angeblich verbreiteten dispositionalen Ansicht, dass böse Handlungen von bösen Menschen begangen werden, will Z zeigen, dass alle Menschen (bis auf die "Helden") in bestimmten Situation böse handeln. Das meint er vor allem mit seinem Stanford Prison Experiment (SPE) und den Foltervorkommnissen in Abu Ghraib zu belegen.

Dazu rekapituliert Z nach einem dramatischen Vorwort das SPE in aller langatmiger Ausführlichkeit chronologisch über 172 Seiten. In den nachfolgenden Kapiteln werden seine Essenzen aus dem SPE dargestellt und Parallelen zu anderen sozialpsychologischen Experimenten gezogen. Die Folter-Skandale in Abu Ghraib werden im 14. Kapitel unter dieser seiner Perspektive dargestellt. Das vorletzte Kapitel soll den Blick auf das grundlegende System lenken, das die verhängnisvollen Situationen hervorbringt, und um optimistisch zu schließen werden zahlreiche sog. Helden und was sie zu Solchen werden lässt im letzten Kapitel vorgestellt.

Das Buch zu lesen fand ich relativ anstrengend. Obwohl englisch zu lesen für mich schwieriger ist als deutsch, lag es schätzungsweise nur sehr eingeschränkt an der Sprache. Tatsächlich hatte ich im Vergleich zu anderen englischen Texten eigentlich wenig Probleme mit dem Vokabular. Stattdessen fand ich vielmehr, dass das Buch unter einer durchgehenden Inkohärenz leidet. Mir erschien es inhaltlich sehr fragmentiert - ständig werden eine Fülle von Beispielen gebracht, die nie eingehend erläutert werden und auch irgendwie nie so richtig zueinander passen. Zu Beginn jedes Kapitels werden großartige Ankündigungen über die kommenden Enthüllungen gemacht, die dann meinem Eindruck nach kaum erfüllt werden. Zwischendurch gibt es immer mal wieder einzelne interessante Abschnitte, auf bahnbrechende neue Erkenntnisse wartet man allerdings vergebens.

Z. B. das 13. Kapitel: "Investigating Social Dynamics: Deindividuation, Dehumanization, and the Evil of Inaction" (S. 297 -323). Anfangs hochdramatisch die rhetorische Frage: der Mensch - gut oder böse? In diesem Fall Jonathan Swift (Mensch böse) versus Rousseau (Mensch gut). Gähn. Eigentlich sollte hier doch schon klar sein, dass das nur nach hinten losgehen kann; die Frage ist so alt wie ausgenudelt und wahrscheinlich tausendfach falsch beantwortet worden, dass niemand mehr sie überhaupt stellt. Im Anschluss wird dann von Lord of the Flies über verschiedene wiederum detailliert dargestellte sozialpsychologische Experimente - z.B. anonymisierte ggü. individudisierten Probanden verteilen Stromschläge an angebliche Versuchsteilnehmer - zu der bahnbrechenden Schlussfolgerung gelangt, dass Anonymisierung die individuelle Verantwortlichkeit aufhebt und Gewalt erleichtert. Wer hätte das gedacht? Warum tragen Soldaten seit Jahrhunderten wohl Uniformen? Die Ausführungen sind dabei immer wieder durchsetzt mit Verweisen und Zitaten über Literatur, Mythologie und geschichtliche Episoden. Das mag man als philosophisch und tiefgreifend empfinden, mich störte es beim Lesefluss ziemlich und mein Eindruck war, dass es vor allem die Geringfügigkeit der Erkenntnisse kaschieren soll.

Andererseits gibt es dann schon mal den einen oder anderen spannenden Einschub. So wird relativ unvermittelt Bandura mit verschiedenen Prinzipien moralischer Entbindung zitiert (S. 310/311): Schädliche Handlungen z. B. durch sprachliche Manipulation als ehrenvoll darstellen, die Verantwortlichkeit verschieben, negative Konsequenzen ausblenden und Opfer von Gewalt darstellen, als hätten sie diese Gewalt verdient. Das ist wahrscheinlich auch nichts Neues in Militär- und Geheimdienst-Handbüchern (Z geht übrigens auf Seite 448 auf seine Interessen an Psychologie ein - hauptsächlich wie sich Menschen von irgendwelchem Mist überzeugen lassen und wie sich Geheimnisse herausfoltern lassen), aber ich finds recht lesenswert sowas nochmal zusammenfassend dargestellt. Dennoch sind solche Abschnitte eher die Ausnahme und sie stehen meist relativ unvermittelt und unbegründet zwischen anderen Exkursen - ein Roter Faden fehlt.

Es gibt noch andere Aspekte, die im Buch angeschnitten werden, aber leider kaum näher untersucht werden. Z. B. dass Erwartungen entlang von Hierarchien oftmals eher indirekt und nonverbal weitergegeben werden und dass es sehr schwer ist, sich in der Hierarchie quer zu stellen (die Erkenntnis selbst ist ja recht naheliegend, aber warum ist das eigentlich so?) Was ich ansonsten an dem Buch insgesamt schätze ist die Einsicht in Wirkmächtigkeit situationaler Faktoren. Wenngleich ich es für eine sehr oberflächliche Betrachtungsweise halte, dass die meisten Menschen "gut" und "normal" sind und unter bestimmten Umständen sozusagen eine Transformation zum Bösen durchmachen, lässt sich m.E. schwerlich bestreiten, dass es zahlreiche Beispiele gibt, in denen Menschen die sonst sehr unauffällig leben, plötzlich unvorhergesehene Gewalttaten begehen. Wenngleich Z nicht so sehr Erklärungen für diese angeblichen Transformationen anbietet (sondern stattdessen ersatzweise immer nur seine Kernthese wiederholt), so stellt er doch neben dem SPE einige weitere eindrucksvolle Situationen dar, in denen solche Brutalität sichtbar wurde.

Insgesamt frage ich mich schon, warum Z, der ja immerhin mal Präsident der American Psychological Association war (ok, das heißt wahrscheinlich gar nichts), auf einer so oberflächlichen Ebene bleibt. Warum keine Erklärungen für das Böse, insbesondere für die individuellen Unterschieden in der Boshaftigkeit? Wenngleich zugestanden werden muss, dass tatsächlich nur wenige Menschen in den geschilderten Situationen (SPE, Tutzi-Genozid, Massenexekutionen von unfreiwillig einberufenen deutschen Soldaten während des 2. Weltkriegs etc.) auch nur verdeckt geschweige denn offen die Gefolgschaft verweigern, so gibt es dennoch wesentliche Unterschiede in Unterwürfigkeit und Eifer, mit der die Befehle ausgeführt wurden. Bzgl. SPE; warum haben die Probanden ihre Rollen sowohl als Wärter als auch als Insassen ganz verschieden ausgeführt? Renitente bis angepasste Insassen und sadistische versus passiv-verweigernde Wärter - wie geht das zusammen mit der Tatsache, dass das Verhalten nur von der Situation abhängig ist? Was haben z. B. die sadistischen Wärter für Einstellungen? Wie stehen sie zu Autorität, Hierarchie, Sanktionssystem Gefängnis? Was ist mit latenten Aggressionen und unbewussten Ängsten? Eigentlich alles Fragen die nicht sonderlich fern liegen sollten für einen Professor der Psychologie.

Was ich an dem Buch andererseits wiederum außerordentlich gut finde ist das Herausstellen vom Einfluss des Systems, insbesondere Ideologie, auf Individuen."My appreciation of the power residing in systems started with an awareness of how institutions create mechanisms that translate ideology - say the causes of evil - into operating procedures..." Das findet man in anderen psychologischen Theorien kaum oder zumindest nicht explizit herausgestellt. Z bemüht da mehrere Male die Metapher von den faulen Apfelsinen, die als Sündenböcke herhalten müssen, damit das eigentlich schuldige System unverändert fortbestehen kann, versus die kaputte Apfelsinen-Kiste, die das tatsächliche Problem darstellt. Wenngleich er im Buch nur sehr eingeschränkt auf die Kiste eingeht, halte ich das für einen sehr wichtigen Aspekt beim menschlichen Handeln.
Insgesamt also vor allem ein Buch, dass seine Versprechen nicht hält. Wenige bereits bekannte Erkenntnisse versteckt in ermüdender Rhetorik.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gesunde Äpfel im schlechten Fass, 30. Januar 2011
Von 
sabatayn76 - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: The Lucifer Effect: How Good People Turn Evil (Taschenbuch)
Inhalt:
Philip Zimbardo erzählt sehr detailliert von seinem berühmten Stanford Prison Experiment, von der Vorbereitung, der Durchführung, den Problemen und seiner Interpretation. Seine Forschungsergebnisse setzt er schließlich in Beziehung zu Ereignissen wie dem Genozid in Ruanda und den Folterskandalen in Abu Ghraib.

Mein Eindruck:
Da ich selbst Psychologin bin und somit auf Vorwissen zurückgreifen kann, fällt mir eine Einschätzung darüber, wie viel ein Laie ohne (sozial-) psychologischen Hintergrund von Zimbardos Ausführungen verstehen kann, eher schwer. Meiner Meinung nach kann man Zimbardos Gedankengängen sehr gut folgen, da er ausführlich und anhand von anschaulichen Beispielen, was Menschen böse macht und welche Macht die Umstände haben. Die Lektüre im englischen Original verlangt jedoch ungeteilte Aufmerksamkeit von Leser und ist nicht immer einfach, hat es mir jedoch ermöglicht, mich emotional etwas mehr von Zimbardos Schilderungen zu distanzieren (was ich bisweilen als gut und hilfreich empfand).

Bisweilen habe ich Zimbardos Ausführungen als zu lang und zu ausschweifend empfunden. Auch teile ich Zimbardos etwas zu vereinfachte und entwürdigende Sicht auf die Ursachen palästinensischer Selbstmordattentate nicht. Laut Zimbardo stecken dahinter böse Fundamentalisten, die fröhliche und rundum glückliche Palästinenser einer Gehirnwäsche unterziehen, damit diese sich grundlos in den Märtyrertod stürzen. Hier stellt sich Philip Zimbardo meines Erachtens selbst ein Bein: im gesamten Buch legt er Wert darauf, dass man 'Systeme berücksichtigen (muss), nicht nur Dispositionen und Situationen, wenn man komplexe Verhaltensmuster verstehen will', doch dann reduziert er ein komplexes System (Nahostkonflikt, Israel mit seiner Geschichte, Palästina mit den großen Verlusten, der Hoffnungslosigkeit, der Ungerechtigkeit) auf eine simple Erklärung. Ich möchte ihm nicht widersprechen, was die Gehirnwäsche angeht, doch finde ich, dass der Autor die politische Situation in Palästina herunterspielt und den Blick für das Elend und die Ungerechtigkeit verloren hat, die es erst ermöglichen, dass eine Gehirnwäsche durch Fundamentalisten möglich und erfolgreich ist.

Mein Resümee:
Wer sich mit der Psychologie von Gewalt, Terror und menschenverachtendem Verhalten detailliert auseinandersetzen will, kommt an Zimbardos Buch nicht vorbei. Das englische Original kann ich sehr empfehlen, solange man genug Zeit und Geduld investieren kann und möchte. Die deutsche Übersetzung ist jedoch auch sehr gut gelungen und für Nicht-Muttersprachler - natürlich - einfacher zu verstehen und schneller zu lesen.

Spannend, fundiert, überzeugend argumentiert, jedoch mit einigen Längen.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erschütternd, aber wichtig, 8. Juli 2008
Wenn Sie sich schon immer gewundert haben, welche Mechanismen am Werk sind, wenn Menschen anscheinend teilnahmslos dabeistehen, wie jemand verletzt oder getötet wird oder wie man aus normalen Studenten aus gutem Haus mit intakter Sozialstruktur Selbstmordattentäter machen kann, dann ist das das richtige Buch für Sie.

Keine einfachen Lösungen, sondern fundierte Kenntnisse über die Abgründe in jedem Menschen, wie man negative Beeinflussung erkennt, sich dem entzieht und das "Böse" - das häufig erschreckend trivial ist - bekämpfen kann.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Man hätte es fast vergessen, 22. November 2010
Rezension bezieht sich auf: The Lucifer Effect: How Good People Turn Evil (Taschenbuch)
Dieses Buch ist wohl für jeden, der zum Beispiel in einer mehr oder wenig grossen Organisation arbeitet oder anderweitig der Autorität anderer ausgesetzt ist, Pflichtlektüre zur Gewissensforschung und zur Wiederstandsbereitschaft.
Als ich es las, erkannte und durchsah ich vieles, das ich in meiner Umgebung wahrgenommen hatte und mir nicht so recht erklären konnte. Ich bin einverstanden mit der Sclussfolgerung Zimbardos, dass die Hierarchie und der geforderte Gehorsam Ursache vielen (so nicht allen) Übels sind. Und auch mit der Schlussfolgerung, dass untätig Zusehen wohl genau so schlimm ist wie Befehlen und Gehorchen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen The good, the bad and we are all ugly, 28. Januar 2010
Von 
Roman Nies (Helibrunna) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: The Lucifer Effect: How Good People Turn Evil (Taschenbuch)
1971, University of Stanford: Professor Philip Zimbardo divided the
participants of his experiment into two groups according to the random
principle: prisoners and guards who should simulate a jail-situation in
the cellar of the university. After a few days the situation ran out of
control. The guards, dressed in uniforms, harassed the prisoners ever
more. There was so much tormenting that the experiment had to be
aborted. Only 40 years later Zimbardo presented with his book "The
Luzifer-effect" a shocking report. His conclusion seems to be
inevitable: man is available for the evil. But there was even another
knowledge that imposed itself on him: since not everybody was seduced by
evil forces to behave evil there seems to be a principal freedom of
decision which the author regards as a sort of "banality of heroism"
(opposed to the "banality of evil").
All are somehow in attendance of heroism being a decision which
everybody has to face sooner or later. And this is the difference to the
herd instinct which man can switch off in difference to animals. There
is pressure on him but he can just ignore it if he is willing.
Interestingly especially Christians are called by their
"measure-of-all-things-book", the Bible, to be responsible themselves
always and to be able always to decide themselves. That normal people
are able to all kind of monstrous cruelties was again proved by the
assassins of 11thSept., the author says. That the evil has free reins as
long as only the frame conditions are given, for example in Nazi Germany
where a humans despising (minor race) as well as humans glorifying
(superior race) ideology replaced Christianity (Gods glorification).
That the world is evil is not a purely Christian knowledge, but truly
that man is, in total opposition to what psychologists want to teach us,
in principle evil and that hence it is no wonder that it can become
apparent at any time. Even Solchenizyn understood: "The line that
separates good and evil runs directly through the heart of every single
person. And who wants to destroy a piece of his heart?" This could be
also the reason why reversion or repentance is so difficult! Reversion
means to face the own responsibility. To call this heroism is only
appropriate when considering the fact that so few do it.
Because the people do not reverse or repent they remain a dangerous
potential for their fellow people. Instead of realising this they take
refuge in the excuses of their survival strategies which are just
strategies of elimination or replacement. And this they are in two
different respects, replacement of facts and replacement of rivals for
power and acknowledgment. One tries to correct the lack of own honour by
being ruthless and rejecting the merits of others. But hereby one
remains a prisoner of one`s own desires and instincts. The wish to be
accepted is corrupting the people and leads them into wrong thinking and
wrong action. Nevertheless the author is presenting a lot of examples
where people stood up with moral courage and bravery against the seeming
superior forces of evil and held the ground. The evil is right in front
of man and so is the good. He has the choice. The question about the
"What for?" can also only be answered on a higher level of reality. As
well as the question "from where does evil come?". This book is a hard
food for the defenders of human integrity and the myth of man being good
by his own rights. Goethe used the subjunctive when he said "noble and
helping be the man".
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wichtiges Buch für alle die an sozialen Zusammenhängen interessiert sind, 2. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: The Lucifer Effect: How Good People Turn Evil (Taschenbuch)
Das Buch hat bereits unzählige gute Rezensionen erhalten. Somit beschränke ich mich darauf, kurz dass zu schildern, was man als Leser aus der Lektüre für sich heraus ziehen kann.

Zimbardo zeigt auf, wie soziale Zwänge bzw. das soziale Umfeld die Handlungen von Individuen entscheidend bestimmen und welche Verantwortung die haben, die den Rahmen für die setzen. Er verdeutlicht dies an seinen eigenen Erfahrungen, die er in seinem Prison Experiment und als Berater der Verteidigung eines der Angeklagten in den Abu Ghraib Prozessen gesammelt hat. Er führt aber auch die Ergebnisse aus den Nürnberger Kriegsverbrecher Prozessen als auch die Forschung zu den Foltermethoden der südamerikanischen Juntaregierungen an. Die Quintessenz dieses Buches ist dennoch, dass jeder Mensch für seine Handlungen verantwortlich zu machen ist. Aber ebenso verantwortlich sind die, die den entsprechenden Handlungsrahmen zu verantworten haben.

Ein sehr gutes Buch, das unbedingt zu empfehlen ist.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen The good, the bad and we are all ugly, 28. Januar 2010
Von 
Roman Nies (Helibrunna) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
1971, University of Stanford: Professor Philip Zimbardo divided the
participants of his experiment into two groups according to the random
principle: prisoners and guards who should simulate a jail-situation in
the cellar of the university. After a few days the situation ran out of
control. The guards, dressed in uniforms, harassed the prisoners ever
more. There was so much tormenting that the experiment had to be
aborted. Only 40 years later Zimbardo presented with his book "The
Luzifer-effect" a shocking report. His conclusion seems to be
inevitable: man is available for the evil. But there was even another
knowledge that imposed itself on him: since not everybody was seduced by
evil forces to behave evil there seems to be a principal freedom of
decision which the author regards as a sort of "banality of heroism"
(opposed to the "banality of evil").
All are somehow in attendance of heroism being a decision which
everybody has to face sooner or later. And this is the difference to the
herd instinct which man can switch off in difference to animals. There
is pressure on him but he can just ignore it if he is willing.
Interestingly especially Christians are called by their
"measure-of-all-things-book", the Bible, to be responsible themselves
always and to be able always to decide themselves. That normal people
are able to all kind of monstrous cruelties was again proved by the
assassins of 11thSept., the author says. That the evil has free reins as
long as only the frame conditions are given, for example in Nazi Germany
where a humans despising (minor race) as well as humans glorifying
(superior race) ideology replaced Christianity (Gods glorification).
That the world is evil is not a purely Christian knowledge, but truly
that man is, in total opposition to what psychologists want to teach us,
in principle evil and that hence it is no wonder that it can become
apparent at any time. Even Solchenizyn understood: "The line that
separates good and evil runs directly through the heart of every single
person. And who wants to destroy a piece of his heart?" This could be
also the reason why reversion or repentance is so difficult! Reversion
means to face the own responsibility. To call this heroism is only
appropriate when considering the fact that so few do it.
Because the people do not reverse or repent they remain a dangerous
potential for their fellow people. Instead of realising this they take
refuge in the excuses of their survival strategies which are just
strategies of elimination or replacement. And this they are in two
different respects, replacement of facts and replacement of rivals for
power and acknowledgment. One tries to correct the lack of own honour by
being ruthless and rejecting the merits of others. But hereby one
remains a prisoner of one`s own desires and instincts. The wish to be
accepted is corrupting the people and leads them into wrong thinking and
wrong action. Nevertheless the author is presenting a lot of examples
where people stood up with moral courage and bravery against the seeming
superior forces of evil and held the ground. The evil is right in front
of man and so is the good. He has the choice. The question about the
"What for?" can also only be answered on a higher level of reality. As
well as the question "from where does evil come?". This book is a hard
food for the defenders of human integrity and the myth of man being good
by his own rights. Goethe used the subjunctive when he said "noble and
helping be the man".
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch, das zum Nachdenken anregt, 7. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: The Lucifer Effect: How Good People Turn Evil (Taschenbuch)
In "The Lucifer Effect" untersucht Philip Zimbardo, wieso gewöhnliche, unauffällige Menschen plötzlich grausame Verbrechen begehen.
Wenn wir nach den Ursachen grausamer Taten suchen, finden wir die Ursache nur sehr selten in den Eigenschaften des Täters, sondern eher in den Eigenschaften der Situation (Rollenerwartungen, Normen, Gruppendruck ...) und des Systems (übergeordnete Personen oder Organisationen, die mit ihrer Ideologie, ihren Werten und ihrer Macht diese Situationen entstehen lassen). - Diese Hauptthese belegt der Autor auf drei Wegen:
1. Er schildert (zum ersten Mal) detailliert die Abläufe seines berühmten "Stanford Prison Experiments" (SPE), in dem Collegestudenten per Zufall die Rollen von Gefangenen und Wärtern zugewiesen wurden. Es kam dabei zu schwersten Übergriffen auf die Gefangenen, von denen die Hälfte psychisch zusammenbrach.
2. Er stellt berühmte sozialpsychologische Experimente vor, in denen psychisch gesunde Menschen sich wider besseren Wissens dem Druck der Gruppe oder einer Autorität beugen.
3. Er legt detailliert die Geschehnisse im Gefängnis von Abu Ghraib dar. Einen (vor den Taten völlig unauffälligen) Täter der dort begangenen Grausamkeiten hat Zimbardo sogar gerichtlich begutachtet.
Gerade durch Punkt 3 wird das Buch auch ein politisches. Zimbardo hat systematisch Untersuchungsberichte über das Abu Ghraib-Gefängnis ausgewertet und dadurch die Macht des Systems auf das Handeln des Einzelnen deutlich gemacht. Explizit klagt er auch Ex-Präsident Bush an.
Das Buch ist gut verständlich geschrieben. Die Hauptthese wird überzeugend untermauert. Zimbardo schreibt nicht nur als Psychologe, sondern auch als Menschenrechtler. Wer sich schon mit Sozialpsychologie beschäftigt hat, wird von den Erkenntnissen des Buches zwar nicht überrascht sein, die detaillierten Schilderungen des SPE und der Geschehnisse von Abu Ghraib machen es aber dennoch spannend und absolut lesenswert.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch, das zum Nachdenken anregt, 7. Februar 2009
In "The Lucifer Effect" untersucht Philip Zimbardo, wieso gewöhnliche, unauffällige Menschen plötzlich grausame Verbrechen begehen.
Wenn wir nach den Ursachen grausamer Taten suchen, finden wir die Ursache nur sehr selten in den Eigenschaften des Täters, sondern eher in den Eigenschaften der Situation (Rollenerwartungen, Normen, Gruppendruck ...) und des Systems (übergeordnete Personen oder Organisationen, die mit ihrer Ideologie, ihren Werten und ihrer Macht diese Situationen entstehen lassen). - Diese Hauptthese belegt der Autor auf drei Wegen:
1. Er schildert (zum ersten Mal) detailliert die Abläufe seines berühmten "Stanford Prison Experiments" (SPE), in dem Collegestudenten per Zufall die Rollen von Gefangenen und Wärtern zugewiesen wurden. Es kam dabei zu schwersten Übergriffen auf die Gefangenen, von denen die Hälfte psychisch zusammenbrach.
2. Er stellt berühmte sozialpsychologische Experimente vor, in denen psychisch gesunde Menschen sich wider besseren Wissens dem Druck der Gruppe oder einer Autorität beugen.
3. Er legt detailliert die Geschehnisse im Gefängnis von Abu Ghraib dar. Einen (vor den Taten völlig unauffälligen) Täter der dort begangenen Grausamkeiten hat Zimbardo sogar gerichtlich begutachtet.
Gerade durch Punkt 3 wird das Buch auch ein politisches. Zimbardo hat systematisch Untersuchungsberichte über das Abu Ghraib-Gefängnis ausgewertet und dadurch die Macht des Systems auf das Handeln des Einzelnen deutlich gemacht. Explizit klagt er auch Ex-Präsident Bush an.
Das Buch ist gut verständlich geschrieben. Die Hauptthese wird überzeugend untermauert. Zimbardo schreibt nicht nur als Psychologe, sondern auch als Menschenrechtler. Wer sich schon mit Sozialpsychologie beschäftigt hat, wird von den Erkenntnissen des Buches zwar nicht überrascht sein, die detaillierten Schilderungen des SPE und der Geschehnisse von Abu Ghraib machen es aber dennoch spannend und absolut lesenswert.
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The Lucifer Effect: How Good People Turn Evil
The Lucifer Effect: How Good People Turn Evil von Philip Zimbardo (Taschenbuch - 6. März 2008)
EUR 11,70
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