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am 18. Juli 2011
Peart trifft bei mir genau den Nerv. Er erlebt eine Menge, kann aber auch profane Dinge geschickt verpacken. Hier und da (aber nie zuviel) philosophisch, mal platt (lustig), immer unterhaltsam, berührend - für mich genau richtig, habe das Buch verschlungen.
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am 26. November 2012
Das Wesentliche vorweg: Das Buch liest sich wirklich gut. Es ist interessant - wenn man nicht nur etwas über Rush und Musik lesen möchte - und Neils Schreibstil ist großartig.
Er plaudert anhand seiner Motorrad- oder Wandertouren in korrespondenzhafter Form sozusagen über "Gott und die Welt".

Kommen wir zu den erwähnenswerten inhaltlichen Problemzonen, die in den US-Rezensionen teilweise auch schon angemerkt wurden.

Als da wären:

- Der Autor macht seit Jahren oder gar Jahrzehnten keinen Hehl daraus, dass er Touren und Live-Gigs im Allgemeinen als notwendiges Übel ansieht, betont aber auch in diesem Werk die ein oder andere "magische" Show, in welcher er sehr aufgeht. Sorry, Neil: Irgendwie passt das nicht zusammen. Rush und du hätten nicht diesen Ruf und Erfolg ohne die Live-Präsenz - ganz zu schweigen vom Ausbleiben besagter Erfüllung. Wenn das so weitergeht, bekomme ich beim nächsten Rush-Konzert das Bild nicht mehr aus dem Kopf, dass der Drummer jetzt lieber woanders wäre.

- Wenn jemand zwischen nahezu sämtlichen Gigs einer Tour mit dem Motorrad unterwegs ist - und das sichtlich genießt -, darf sich diejenige Person nicht wundern, wenn das auf Dauer doch ein wenig anstrengend ist und schlaucht. Spätestens hier hat man den Eindruck, obwohl Neil Perfektionist ist und immer ordentliche bis überragende Performances abliefert, dass er es sich und seinem Umfeld unnötig schwer macht und dann wenigstens das Jammern lassen sollte. Seltsam, dass Geddy und Alex das so hinnehmen, aber scheinbar trauen sich selbst Leute aus dem engsten Umfeld nicht den Meister zu kritisieren.

- Man bekommt hier den Eindruck, dass Neil mit zunehmendem Alter viel lieber Jazz u.ä. spielt als Rock und wird irgendwann das Gefühl nicht mehr los, dass er es doch dann einfach bleiben lassen soll, zumal er genug Erfolg/Achtung/Kohle erlangt haben dürfte.

- Das Kapitel in dem sich Neil u.a. über die unangebrachte Verteufelung von Kernenergie äußert - mit Verweisen an "Manhattan Project" (btw - toller Song), hat mich wirklich verärgert. Zwar konnte ich seinen Argumenten in Grundzügen folgen, aber Atomstrom quasi als Ökostrom hinzustellen, zeugt nicht unbedingt von Weitsicht. Auch vor Fukushima hätte ich von "The Professor" deutlich mehr erwartet.

Ich schätze Neil als Schlagzeuger/Texter sehr, aber letzten Endes geht es hier um das was er zu Papier bringt und da kratzt Mr. Peart zunehmend an seinem "halbgott-ähnlichen" Status - nicht nur als Musiker.
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