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5.0 von 5 Sternen Interessanter Blick hinter die Kulissen des US-Politikbetriebes, 8. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Double Down (Gebundene Ausgabe)
Mark Halperin und John Heilemann starten ihr Buch mitten in der heissen Phase des US-Wahlkampfes 2012. In Denver kommt es zur ersten Fernsehdebatte zwischen dem Amtsinhaber Barack Obama und dem Herausforderer Mitt Romney. Obama erlebt an diesem Abend ein Desaster, Mitt Romney’s Team sieht die Debatte als einen Wendepunkt im Rennen um die Praesidentschaft.

Bevor die Autoren zur Endphase des Wahlkampfes zurueckkehren wird detailliert die Vorgeschichte erzaehlt.

Teil I des Buches beleuchtet Obama, seine Bilanz und seine Vorbereitungen fuer den bevorstehenden Wahlkampf. Dabei haelt sich das Buch nicht zu lange mit den politischen Themen auf, die Team Obama setzt, sondern konzentiert sich auf Personen und Charaktere. Die Schluesselspieler in Obama’s Wahlkampfteam werden vorgestellt: Axelrod, Plouffe, Messina. Hierbei zeigt sich eine der grossen Staerken des Buches: die Konzentration auf Personen, deren persoenliche Motivationen und Absichten. Halperin und Heilemann schreiben als waeren sie ueberall dabei gewesen: in Airforce One, auf dem Weg zum Wahlkampfauftritt, in der Hotelsuite in der Nacht vor dem Nominierungsparteitag... Der Leser erfaehrt zudem ueber Obama, dass er keineswegs immer nur so cool ist wie es den Anschein hat. Als Interna eines Treffens im kleineren Kreis an die Presse weitergegeben werden erleben wir die emotionale und zornige Seite des Praesidenten.

Teil II widmet sich der eigentlichen Hauptfigur des Buches, Mitt Romeny. Auch nachdem die Autoren ein sehr detailliertes Profil des Herausforderers zeichnen aendert sich der anfaengliche Eindruck, den man gemeinhin von Romney hat nicht: hoelzern, technokratisch, reich und abgehoben. Mit einem Kopfschuetteln stellt man fest „der ist ja wirklich so“! Romey’s erfolgreiche Suche nach kleinen und grossen Fettnaepfchen wird anhand vieler Episoden beschrieben: vaeterliche Ratschlaege beim vorolympischen Besuch in London („hier ist ja noch Einiges zu tun“), Loesungsansaetze zum Problem der illegalen Einwanderung („Selbstdeportation“) oder Ansichten ueber das US-Wahlvolk („47% der Waehler zahlen sowieso keine Steuern und glauben, dass ihnen der Staat helfen sollte“).

Eine weiteres Kapitel des traurig-lustigen Treibens in der US-Politik wird durch die Beschreibung des republikanischen Vorwahlkampfes aufgeschlagen. Es sind keine Ueberzeichnungen notwendig, um die Kandidatenshow wie eine skurille Politgeisterbahn erscheinen zu lassen: Pizzabaecker Herman Cain, Tea Party „Ikone“ Michelle Bachmann, Politdino Newt Gingrich oder der Steinzeitkonservative Rick Santorum, der mit Themen Wahlkampf macht, die in Europa bereits in den Sechziger Jahren abschliessend diskutiert waren.
Spaetestens als Rick Santorum sich als haertester Rivale von Mitt Romney herausstellt wird bei den republikanischen Parteigranden die verzweifelte Suche nach einem Ersatzkandidaten („White Knight“) angestossen, da sie sowohl Romney wie Santorum fuer ungeeignet halten. Zu diesem Zeitpunkt ist man ueberzeugt, das schlechteste republikanische Kandidatenfeld seit Jahrzehnten zu haben. Hier springen die Autoren zu Chris Christie, dem schwergewichtige Gouverneur von New Jersey. "Big Boy", wie George Bush ihn nannte wird von Halperin und Heilemann als faehiger politischer Spieler portraetiert, der aber seine Ambitionen vor allem auf die Praesidenschaftswahlen 2016 zu konzentrieren scheint.

Der eingangs erwaehnte Showdown in Denver und die darauffolgenden Fernsehdebatten fuellen Teil III des Buches. Auch hier ist der Leser ganz nah bei den Vorbeitungen, den kleinen und groesseren Missgeschicken und Dramen dabei. Schliesslich bekommt auch „Uncle Joe“ (Vizepraesiden Biden, der normalerweise wegen seines losen Mundwerks gerne von Obamas’s Team in der zweiten Reihe gehalten wird ) seinen grossen Auftritt, indem er in seiner Debatte das Debakel seines Chefs teilweise ausbuegelt.

Fazit: das Buch ist sehr lesenswert, schon alleine weil es voller interner Einblicke, Hintergruende und Anekdoten rund um den US-Politikbetrieb ist. Obwohl die Wahl 2012 im Mittelpunkt steht, schaut das Buch darueber hinaus, indem es moegliche Kandidaten fuer die naechste Wahl 2016 analysiert. Die Persoenlichkeitsprofile, die es von den Hauptakteuren zeichnet sind brilliant. Die Dicke des Buches und die teilweise sehr akademischen und bildreichen Vokabeln schrecken beim Lesen nicht ab. Dass in der Politik (wie ueberall im Leben) viel ueber Beziehungen laueft, ahnt man als Aussenstehender bereits. Gerade aus deutscher Sicht ist es aber eine ernuechternde Erfahrung zu sehen, wie sehr der Weg zum US-Praesidenten von den richtigen Fuersprechern und vor allem von viel, sehr viel Geld abhaengt. Ohne Super PACs und massive Schmutzkampagnen wird heutzutage niemand mehr US-Praesident.

Leser, die sich primaer fuer politische Entwicklungen und Parteiprogramme interessieren, sind moeglicherweise mit anderen Buechern besser beraten. Fuer alle anderen bietet das Buch Lesevergnuegen!
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4.0 von 5 Sternen Von Insidern für Insider, 16. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Double Down (Gebundene Ausgabe)
Ein spannendes Buch, aber man muß schon amerikanischen Politslang verstehen. Die story ist nicht kontinuierlich, und erkennbar getrieben davon, für welchen Teil des Wahlkampfs es gute Quellen gab und für welche nicht, da werden schon mal etliche Monate/Ereignisse einfach übersprungen. Ansonsten wie auch "Game Change" ein faszinierender Blick hinter die Kulissen des alltäglichen Wahlkampf-Wahnsinns in den USA.
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Double Down: Game Change 2012
Double Down: Game Change 2012 von John Heilemann (Audio CD - 5. November 2013)
EUR 29,99
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