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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hochhäuser mit anderen Augen sehen
"Triumph of the City" ist für Laien geeignet, wirtschaftswissenschaftliche Kenntnisse sind nicht erforderlich. Das Buch ist außerdem sehr gut lesbar und nicht zu kurz oder zu lang. Wenn man sich näher mit einzelnen Aspekten befassen möchte, kann man die vielen Literaturangaben hinten im Buch nutzen. Nun zum Inhalt: Glaeser präsentiert eine Reihe...
Veröffentlicht am 28. Dezember 2011 von Hukrato

versus
3 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Davon ist abzuraten oder mit Vorsicht zu genießen, .
Bei diesem Titel ist grundsätzlich maximale Vorsicht geboten, eine derartige einseitige unkritische, verherrlichende PR für die zerstörerischste "Erfndungen" der Menschhieit ist schon erstaunlich.
Diese unsozialen, Müll erzeugenden Ressourcen und Menschen zersetzenden SuperCities, die Menschen von sämtlichen, natürlich angelegten...
Veröffentlicht am 23. Mai 2011 von B. Hebecker


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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hochhäuser mit anderen Augen sehen, 28. Dezember 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
"Triumph of the City" ist für Laien geeignet, wirtschaftswissenschaftliche Kenntnisse sind nicht erforderlich. Das Buch ist außerdem sehr gut lesbar und nicht zu kurz oder zu lang. Wenn man sich näher mit einzelnen Aspekten befassen möchte, kann man die vielen Literaturangaben hinten im Buch nutzen. Nun zum Inhalt: Glaeser präsentiert eine Reihe von Argumenten, die ich wichtig und plausibel finde. Der herausragende Punkt ist, dass Städte Menschen näher zusammen bringen und damit eine wertvolle Quelle von Innovationen sind. Ein anderer wichtiger Punkt ist, dass dichte Besiedlung und insbesondere Hochhäuser weniger umweltbelastend sind, weil die Bewohner kürzere Strecken fahren und häufiger öffentliche Verkehrsmittel benutzen.

Glaeser beschreibt Aufstiege und Niedergänge mehrerer Städte. Er ist der Auffassung, dass Politiker über Erfolg und Misserfolg nicht bestimmen, aber dennoch das Schicksal von Städten beeinflussen können. Aus der Diskussion ergibt sich, dass Menschen, nicht Gebäude, das entscheidende städtische Element sind. Städte sind erfolgreicher, wenn sie es schaffen, gebildete und kreative Leute anzulocken und ihre Interaktionen zu erleichtern. Die meisten wirtschaftlichen und künstlerischen Innovationen entstehen durch persönliche Kontakte, moderne Kommunikationstechnologien ändern dies nicht. Doch als Detroit wirtschaftlich schwächelte, investierten Politiker in Infrastrukturprojekte, die letztlich nur wenige Menschen nutzten. Ähnlich fehlgeleitet erachtet Glaeser die politischen Anstrengungen, New Orleans nach Hurrikan Katrina wieder aufzubauen. Die investierten Summen hätten laut Glaeser bessere Verwendung gefunden, wenn sie den betroffenen Menschen direkt ausgezahlt worden wären. Glaesers politische Vorschläge, um Gebildete und Kreative (mit Kindern oder entsprechenden Plänen) anzuziehen, bestehen in einer Verbesserung der öffentlichen Schulbildung und mehr Wettbewerb zwischen Schulen, auch privaten. Zu guter Letzt sollten Politiker auch aufhören, städtisches Wachstum und Hochbauen einzuschränken. NIMBY (not-in-my-backyard), also das Zurückweisen von Bauprojekten im eigenen Viertel, würde einer Minderheit nützen, und dabei der Mehrheit schaden, insbesondere Armen.

NIMBY ist auch nicht umweltfreundlich. Laut Glaeser sollten Menschen nicht gezwungen werden, wo sie sich niederlassen, dennoch reagieren Menschen auf Anreize, die durch die Politik beeinflusst werden. Millionen von Menschen sind in den letzten Jahrzehnten in den Sunbelt (die südlichsten Staaten der USA) gezogen. Für diese Entwicklung macht Glaeser die politischen Einschränkungen städtischen Wachstum an Ost- und Westküste verantwortlich. Diese seien der Grund, warum Immobilien sehr viel billiger in Texas als etwa an der kalifornischen Küste sind. Der Preisunterschied überwiegt die Nachteile des schwülen Klimas (und die höheren Elektrizitätskosten für Klimaanlagen, welche die Treibhausgasemissionen der bereits vielfahrenden Vorstadttexaner weiter in die Höhe treiben). Ein weiteres Politikversagen ist laut Glaeser die schlechte Qualität öffentlicher Schulen in den Innenstädten, weswegen reiche Eltern oft in die Vororte ziehen, wo sie mehr Auto fahren. Drittens seien Kraftstoffsteuern und Gebühren für Straßenbenutzung zu niedrig angesetzt, was Umwelt und Mitmenschen schadet. Entscheidender für die Zukunft der globalen Erwärmung als die US-Politik ist laut Glaeser jedoch die weitere urbane Entwicklung in China und Indien. Es ist fraglich, ob dort dem texanischen, autozentrierten Vorstadtmodell gefolgt wird, oder ob chinesische und indische Städte statt in die Breite in die Höhe wachsen und auf öffentlichen Verkehrsmitteln basieren werden.

Als ich das Buch kaufte, habe ich eine Städtereise um den Globus erwartet. Mumbai, Paris und Singapur kommen an einigen Stellen im Buch vor, aber die Hauptaufmerksamkeit gilt US-amerikanischen Städten, allen voran New York City, Houston und Detroit. Dies nur als Hinweis. Insgesamt ein schönes Buch, dass die Bedeutung von Städten verdeutlicht und stets den Fokus auf das ihnen innewohnende menschliche Verhalten richtet. Hochhäuser sieht man danach mit anderen Augen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vernünftige Überlegungen zum Hochhausbau und zum Leben in der Stadt, 2. April 2012
Von 
Benedictu - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Der amerikanische Volkswirt und Harvard-Professor Edward Glaeser legt mit "Triumph of the City" ein gut lesbares und hochinformatives Plädoyer für die Stadt und den Hochhausstädebau vor. Für Deutsche mag das Buch etwas enttäuschend sein, denn vor allem stehen US- und südamerikanische und asiatische Städte im Mittelpunkt. Auf die deutsche Geschichte kommt er aber kurz zu sprechen. Die 1930er Jahre, zu deren Beginn sein Vater in Berlin geboren wurde, seien eine sehr schwierige wirtschaftliche Phase für Europa gewesen, die durch schlechte Politik wie das Schutzzoll-Gesetz, des "Smoot-Hawley-tariff", das den internationalen Handel zum Erliegen brachte, verschlimmert wurde. Der Niedergang der Ökonomie in Spanien und Deutschland sei dem der Demokratie vorausgegangen. Auch staatsbürokratischen Maßnahmen auf kommunaler Ebene steht Glaeser begründet skeptisch gegenüber, wie z.B. die Kapitelüberschriften "How Policy Magnifies Poverty" und "Help Poor People, Not Poor Places" zeigen.

Als europäische Städte kommen nur Paris, London und Mailand vor. Leipzig wird zweimal erwähnt, das Glaeser angesichts vieler leerstehender und zugenagelter Häuser an Detroit erinnern würde. Meine weitere Erwartung über die Ökonomie hinaus auch etwas zu den weitergehenden städtebaulichen Aspekten zu erfahren, wurde nicht so recht erfüllt. Da Glaeser Sohn eines deutschen Architekten ist, war die Spekulation darauf nicht unbedingt abwegig. Nur in Ansätzen stellt sich Glaeser den Problemen der Realisierung von guter Architektonik und Städteplanung. Er ist zwar nicht blind für ästhetische Fragen, wie die Abschnitte über Paris zeigen. Dort gibt Glaeser zu, daß das Pariser Zentrum mit seinen sorgsam geplanten Sichtachsen für die Umwandlung in eine Hochhauslandschaft zu schade wäre. Aber Ästhetik steht genauso wenig im Zentrum seiner Argumentation wie die zahllosen Beispiele verfehlter Stadtplanung, für die der Trabantenstadtgürtel um Paris in seiner Häßlichkeit und grenzwertigen Sozialverträglichkeit ja genug Material geliefert hätte. In seinem Plädoyer für das Wachstum der erfolgreichen Stadt sorgt sich Glaeser aber vor allem um die Verfügbarkeit bezahlbaren Wohnraums für die Ärmeren. Am Beispiel von Paris erkennt man die Ambivalenz dieser Problematik. Wenn Paris schön und original bleiben muß, kann es in Zentrumsnähe nicht genug vertikales Wachstum für Wohnraum bieten und wird zwangsläufig zu einer Stadt der reichen Leute.

Edward Glaeser provoziert mit einer Reihe interessanter Thesen. Es fängt harmlos an: Daß der ökologische Fußabdruck von Vorstädtern viel größer ist als der von Hochhausbewohnern, also Hochhäuser weniger umweltbelastend sind, sieht man ja schnell ein. Ebenso, daß das rasante Wirtschaftswachstum von Städten wie Rio de Janeiro die Armen magisch anzieht, daß also Slums indirekte Indikatoren für Prosperität sind. Auch kann man noch glauben, daß die Slum-Bewohner wohlhabender sind, als ihre Verwandten, die in den Dörfern geblieben sind. Wenn das aber bedeuten sollte, daß das Leben im Slum lebenswerter und glücklicher wäre als das ärmere Leben auf dem Lande kommen erste Zweifel auf. Dazu müßte man sich die entsprechenden sozialwissenschaftlichen Studien genauer ansehen. Zahlenmaterial und Graphiken liefert das Buch nicht, dazu muß man auf das sehr umfangreiche Quellenverzeichnis zurückgreifen. Davon abgesehen, daß der Lebensstandard in einem Slum nicht überall gleichermaßen miserabel ist, sondern stark differiert, wäre es nicht unplausibel, wenn seine Bewohner sich selbst eine hohe Zufriedenheit attestieren. Schließlich war es ja die Hoffnung, die sie hierherbrachte und die kompensiert ja weiterhin einen Teil der Miserabilität. Eine mögliche Selbsttäuschung der Befragten zieht Glaeser selbst nicht in Erwägung.

Generell gewinnt man jedoch den Eindruck, daß die meisten seiner Thesen gut mit Zahlen belegbar sind (Ein gutes Fünftel des Buches sind Quellen, Anmerkungen und Index). Dabei ist er durchaus selbstkritisch, wie bei dem Umstand, daß New Yorker langlebiger zu sein scheinen. Daß die Todesrate jüngerer New Yorker deutlich niedriger ist als im US-Durchschnitt ist auf Anhieb nachvollziehbar, denn sie hängt mit der geringeren Zahl von Verkehrstoten und Suizidfällen zusammen. Das erste Faktum läßt sich auf die stärkere Nutzung öffentlicher Transportmittel und das zweite auf die geringere Verfügbarkeit von Schußwaffen im Vergleich zu ländlichen Gegenden zurückführen. Es verblüfft aber auch Glaeser, daß sogar ältere New Yorker langlebiger sind und weniger häufig an Krebs sterben. Daß New Yorker gesünder sind, weil sie längere Strecken zu Fuß gehen müssen, könne keine Erklärung sein, denn auch in der Autofahrerstadt Los Angeles seien die Alten gesünder als im Landesdurchschnitt. Hier zieht Glaeser quellenkritisch in Erwägung, daß Selektion eine Rolle spielen könnte, daß also Leute mit Gesundheitsproblemen frühzeitig pensioniert würden und in wärmere Gegenden zögen und somit die Gesünderen übrigblieben und so die Statistik dominierten. Jedenfalls kann Glaeser eine hohe Authentizität beanspruchen, da er in Manhattan in einer Zeit aufgewachsen ist, in der allein wegen der viel höheren Kriminalitätsrate das Leben im New Yorker Großstadtdschungel viel unwirtlicher war als heute. (Cineastisch wird übrigens die Zeitspanne des New Yorker Wandels von den Spielfilmen Taxi Driver [Collector's Edition] und The Brave One markiert, die beide Gewalt in NY zum Thema haben und drei Jahrzehnte auseinanderliegen. In einem Interview meinte Jodie Foster, die ja in beiden mitspielte: "The truth of this city is that despite the fact that it is, in fact, the safest big city in the world, statistically, it's a city that has a lot of fear".)

FUNDGRUBE AN FAKTEN
Das Buch ist auch eine Fundgrube an kleinen Fakten, die man gerne der Allgemeinbildung zurechnen möchte. Davon einige Kostproben:
=> Mailand:
Das Ausbildungssystem sei die Basis der Erfolgsgeschichte der Stadt, die auf die Kaiserin Maria Theresia zurückginge, die eine Reihe von Schulreformen mit konfisziertem jesuitischem Vermögen finanzierte, von denen auch die Universitäten von Mailand und Pavia profitierten. Und schließlich sei Mailands Polytecnico nach dem Vorbild deutscher Industrieschulen konzipiert.
=> Paris:
Blaise Pascal, der berühmte Mathematiker und Philosoph habe sich auch bei den Urbanisten Ruhm erworben, da er es war, der im Jahre 1662 die erste öffentliche (pferdegestützte) Buslinie organisierte.
Baron Georges-Eugène Haussmann, Sohn protestantischer deutscher Einwanderer, war es, der maßgeblich das städtebauliche Gesicht der Stadt prägte.
=> London:
Über 30 Milliardäre (die Hälfte nicht-englisch) leben dort, die gekommen wären, weil London ein guter Ort sei, um das Megareichsein zu genießen.
=> Europa nach dem Untergang Roms:
Die Bedeutung Europas im Laufe seiner Geschichte hänge eng mit seinen großen Städten zusammen. Dem Untergang des Römischen Reiches sei der Niedergang der römischen Ingenieurkunst gefolgt. Vor 1000 Jahren hatte Europa nur vier Städte mit mehr als 50000 Einwohner: Konstantinopel, Sevilla, Cordoba und Palermo. Dabei waren die letzten drei islamisch. Die Invasoren Roms hatten die Kraft, die römischen Legionen zu besiegen, aber sie hatten es nicht geschafft, die vorbildliche städtebauliche Infrastruktur Roms aufrecht zu erhalten.
=> Texas:
Alle Erdbewohner fänden dort Platz (nachgerechnet: Auf jeden der 7 Milliarden kämen fast 100 qm). Texanische Städte wie Houston und Dallas böten bezahlbaren Wohnraum und daher seien seit dem Jahr 2000 eine Million Amerikaner dorthin gezogen.

MARKTMECHANIK
Glaeser demonstriert an so vielen Beispielen erfolgreich die einfache Erklärungsmechanik von Nachfrage und Angebot, daß man fast an ihren naturgesetzlichen Status glauben könnte. Eine Variante dazu aus dem Kapitel "The Inner City":
"All forms of travel involve two types of cost: money and time. The cash cost of commuting is the same for rich and poor, but rich people with higher wages give up more income when they spend more time commuting and less time working. As a result the rich are generally willing to pay more for faster trips to work. Why are the centers of Manhattan and Rio richer than the more distant areas? Richer people can pay more for the privilege of having shorter commutes."
Demnach ließen sich New York und Boston in vier Einkommens- und gleichzeitig Transitzonen aufteilen. In der inneren bewegten sich die Reicheren zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln, in der zweiten die Ärmeren mit Bus und Bahn, in der dritten die Reichen mit dem Pkw und in der äußeren seien die weniger Wohlhabenden auf das Auto angewiesen.
Auch die kritische Frage von neuen Baugenehmigungen, die etwa zur Abschattung von bestehenden Häusern führen oder andere Beeinträchtigungen nach sich ziehen, möchte Glaeser den Lobbyisten und ihrer unkontrollierten Einflußnahme auf politische Kreise entziehen und dem Marktmechanismus unterwerfen, indem die Beeinträchtigungen als Kostenaufschläge dem neuen Bauvorhaben zugeordnet werden, so daß die Betroffenen direkt profitieren könnten. Dies könnte wohl funktionieren, solange die Höhe der Aufschläge das Geschäftsmodell des neuen Hausbaus nur verschlechtern, aber nicht gefährden.

MENSCHENBILD
Glaesers Menschenbild ist erfrischend positiv. Er leugnet die Probleme der Verbrechensbekämpfung nicht, aber er entdämonisiert die Gewalt. Während für viele die Bandenkriminalität in manchen Stadtvierteln und die extrem hohe Quote der darin verstrickten jungen Männer der Ausbund der Hoffnungslosigkeit für die Zukunft des Zusammenlebens in der Stadt darstellt, wendet Glaeser ein, daß der Anschluß eines jungen Mannes an eine Straßenbande meist einfach nur seinem persönlichem Sicherheitsbedürfnis geschuldet ist. Auch mir erscheint es stimmiger zu sein, daß die Menschen eher von Ängsten als von Aggressionen dominiert sind. Da dieses Buch so amerikanisch ist, fällt einem dazu leicht der Bericht vom Schlachtfeld von Gettysburg (1863) ein, nach dem eine große Zahl Vorderladergewehre mit mehreren Ladungen - viele bis zu zehn in einem Lauf - gefunden wurden. D.h., daß deren Besitzer, statt zu schießen, immer nur neue Ladungen hineingestopft haben. Obwohl die Klugheit vielleicht etwas anderes geboten hätte, hat offenbar ein tiefsitzendes Reziprozitätsgefühl ("die tun mir nichts, wenn ich ihnen nichts tue") die Oberhand gewonnen. Dies sind natürlich nur Hinweise, aber es ist die These erlaubt, daß der Mensch sehr wahrscheinlich viel menschlicher ist, als die Soziobiologen und die Verhaltungsforscher, die von den Tieren auf die Menschen extrapolieren, einen gemeinhin glauben lassen wollen. Ohne direkt auf soziobiologische oder naturalistische Positionen einzugehen, gibt Glaeser mit seinem Buch hinsichtlich der Zukunft der Stadt eine große Zuversicht an seine Leser weiter.

Glaeser argumentiert im Schulterschluß mit dem Psychologen Steven Pinker, wenn er betont, daß das Zusammenleben in der Gruppe (nach Glaeser der primitive Vorläufer der Stadt) menschliche Intelligenz erst hervorgebracht habe. Die ausgeprägte Tendenz zum Zusammenleben, Zusammentreffen und Interagieren gehöre so sehr zur menschlichen Natur, daß diese Vorlieben auch von den modernen Technologien nur wenig beeinflußt würden, vor allem aber nicht durch diese ersetzt werden könnten.
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4.0 von 5 Sternen Good reading, 9. April 2012
Edward Glaeser's "Triumph of the City" is an interesting compendium on the specific advantages of cities around the world with specific focus on North America and urban sprawl as well as the auto-based transport system created especially in the United States. Glaeser sees cities not as a problem but as our greatest invention for they bring people together and therefore create the necessary environment for innovations.

He also makes connections to developing countries and megacities. Slums are seen as an expression of the high attractiveness of cities and most people are, according to Glaeser, still better off in megacity slums than they were in rural parts of the country. While this may be true it gives little practical advise for planners and policy-makers. Investments should be made in education and people, not in buildings and infrastructure - the latter should follow when there is the need. But Glaeser assumes that people should move around even more easily than today which may cause problems in other parts of the country or of one city region. His advice is for new construction and not too much restrictions on urban growth to allow for affordable housing prices. Living in dense cities is also recognized as the most environmentally sensible solution, in stark contrast to e.g. Ebenezer Howard and Henry-David Thoreau whom he criticizes for their old-fashioned idea of life and lifestyle. He therefore also makes strong references to Jane Jacobs who he admires but also criticizes for her preservationist perspective on urban renewal. But his statement "If you love nature, stay away from it" (p. 201) goes too far. Living in dense cities may be the best way. But protecting nature is also difficult for everyone who live completely apart from it and therefore lacks knowledge about what there is to preserve.

All in all a very interesting reading with a lot of background on urban development world-wide and with refreshing insights on the many advantages cities offer. He directs the view away from only looking at infrastructural and social problems and challenges in megacities of the developing world. But still another task is to derive certain policies and actions from his point-of-view...
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4.0 von 5 Sternen A fascinating look on what cities are made of, 17. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Triumph of the City (Taschenbuch)
Cities. Most of us live in them. Some days we wish we didn't, and then we can't imagine not to. In Triumph Of The City Edward Glaeser introduces the reader to what cities are made of. What makes them rise. What makes them fall.
I must confess right away that I don't see myself as a city dweller. As much as I can't imagine living in a big city, I still appreciate living in the vicinity of one. According to Glaeser we are indeed an urban species and it's the innovations and prosperity which comes along with it, that have literally paved the path for the modern metropolis.
A smart and insightful look on the modern city, its dynamics and economic perspectives, this book might appear to be a dry read on first glance, but it most certainly isn't. If you're interested in the topic, you will come to appreciate the mixture of informative content and its highly comprehensible presentation. Drawing from both historical examples and comparing them with various present day cities, I was amazed at the intricate web that makes cities what they are and how many prejudices about them simply aren't true, eg cities can often be greener than rural or suburban living.
Admittedly I might not appreciate city life as fully as the author does, though I definitely loved his thought provoking depiction of what makes cities tick.
In short: A fascinating look on what cities are made of!

Disclosure of Material Connection: I received this book free from Pan MacMillan. I was not required to write a positive review. The opinions I have expressed are my own.
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4.0 von 5 Sternen Ans Paradies denke ich nie, spiel ich die Großstadtmelodie, 5. Januar 2015
Politisch Buch, garstig Buch. Solche Bücher müßten ein gelbes "P" tragen, damit Leute vorgewarnt werden, die Angst um ihre vorgefaßten Meinungen haben, wie z.B. ein Rezensent, dessen Name Ähnlichkeit mit einem verdienten realsozialistischen Politiker hat :P Klar, ein Buch, was auf die Goldman&Sachs-Shortlist kommt (die Jodn! chrchr die Jodn!), kann natürlich nur einen Autor haben, der felsenfest an den american way of capitalism glaubt. Aberaberaber: der Glaeser verwirrt mit Fakten, der Lump :-) Alle seine Behauptungen kann man, wenn man Bock hat (und eine extrastarke Lupe für Anmerkungen und Bibliografie) nachprüfen. Das Buch schreit geradezu danach, heftig diskutiert zu werden. Z.B.: Wäre die grünste Aktion nicht die, die die menschliche Fortüflanzungsrate maximal reduziert (ohne dabei zu hitlern, versteht sich)? Wirken Städte hier auch positiv? Wie sieht es mit deutschen Städten aus, die ja ziemlich mickrig sind? Hamburg, meine Heimat, ist stinkreich, ohne hochbehaust zu sein.

Aber ich liebe Bücher, die meine vorgefaßte Meinung gnadenlos angreifen. Daher ****.
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3 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Davon ist abzuraten oder mit Vorsicht zu genießen, ., 23. Mai 2011
Bei diesem Titel ist grundsätzlich maximale Vorsicht geboten, eine derartige einseitige unkritische, verherrlichende PR für die zerstörerischste "Erfndungen" der Menschhieit ist schon erstaunlich.
Diese unsozialen, Müll erzeugenden Ressourcen und Menschen zersetzenden SuperCities, die Menschen von sämtlichen, natürlich angelegten Fähigkeiten entfremden, sind ein Negativ-Punkt dieser "Zivilisation", der nicht noch global untermauert und bejubelt, sondern als ensthaftes Problem angegangen werden müssten.

Von der frühesten Besiedelung der großen Metropolen, die aufgrund der Landflucht aus damals mittellosen und vertriebenen Ureinwohner und einfachen Bauern bestand, die dort in der Stadt, da sie nichts mehr als ihren Körper besaßen, diesen als Arbeitskraft in entfremdender und entfremdeter Massenproduktion einbringen mussten, besteht bis heute eine ähnliche Verwertungspraxis fort, die in diesen Städten übergroß auf die Spitze getrieben wird, Menschen als Nutz-Vieh zu verwertetes "Human-Kapital" zu verbrauchen.

Und so wachsen aktuell stetig expandierend, die Probleme dieser großen Städte mit ihrer fortgesetzten Akkumulationskraft exponentiell. Sie zersiedeln die Landschaften, schaffen Raum und wachsende Verteilungsprobleme und steigern entsprechende Umweltgefahren in ungeahnte Dimensionen. Großstädte sind zum verführerischen, werblich konformisierten, extrem "modern" geprägten Leitbild dieser "Big City- big lights"-UNKultur geworden, zu Wahrzeichen und Leuchttürmen wie Sinnbildern eines imperialistisch, dominanten Herrschaftsprojekts gewuchert, prägen als Leitbild diesen monopolistisch, auch darin verfestigten Verwertungs-Kapitalismus.

Inzwischen ist die "Big City" der Schmelzpunkt und wichtigste Generator für den ungaublich zerstörerischen "Reichtum" und mehr als ambivalenten, industriellen "Fortschritt" geworden, der von den gewaltige auch in diesen Städten angesiedelte Unternehmen erzielt und bereitet wird.ein unermesslicher Gewinn wir derzielt aus der Wertschöpfung der Arbeit der darin in einem unglaublich vielschichtigen und inhumanen Räderwerk und wie im Kaninchenstall gefangen gehaltenen Menschen, unfreie zu gedungenen Zahnrädern verkommene, immer verstärkter an Verwertungsstrukturen extrem überangepasste Lohnsklaven.

Damals wie heute, um so weiter brodelt das Bild der alles vernichtenden Megastadt, hier untypisch und monströs weich gezeichnet, ein Bild welches Fritz Lang schon in "Metropolis" früh und eindringlich, wie erschreckend kritisch warnend bebildert hatte.
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