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Kundenrezensionen

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TOP 1000 REZENSENTam 4. April 2014
"Stoner" ist ein Buch, das in den 60er Jahren geschrieben wurde. Die Sprache des Romans ist sehr klar, genauso wie die Gedanken. Die Geschichte ist sehr vielschichtig, die Figuren komplex angelegt. Zwar fand ich die Stimmung etwas bedrückend, aber trotzdem macht es Freude, das Buch zu lesen. Es überzeugt einfach auf allen Gebieten. Im Zentrum der Handlung steht William Stoner, dessen Leben vom Zeitpunkt seines Eintritts in die Hochschule bis zu seinem Tod verfolgt wird. Die Literatur ist seine große Liebe, die ihn als junger Student gepackt hat und nicht mehr loslässt. Selbst als er in hochschulpolitische Probleme gerät, hält er an seinen Idealen fest und lässt sich nicht verbiegen. Selbst dann nicht, als er dafür seine zweite große Liebe opfern muss: eine Frau, mit der er arbeiten und lesen, über Literatur sprechen und sich wohlfühlen kann. Diesen zwei Lieben steht Stoners eigentliche Frau entgegen, die alles dafür tut, um ihn zu zerstören -- allerdings während sie nach Außen hin immer einen Schein der Harmonie aufrecht erhalten will. Das zu lesen macht einen fast fertig, so kalt ist es. Aber Stoner hat seine andere Welt und findet stets in ihr, was ihm in anderen Bereichen genommen wird. So ist er keine wirklich traurig-tragische Gestalt, sondern jemand, der seine Bestimmung gefunden hat und ihr nachgeht. Ein gutes Buch.
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TOP 500 REZENSENTam 17. Februar 2015
William Stoner, der Bauernsohn, der am Landwirtschafts-College mehr oder weniger zufällig feststellt, dass in ihm ein Literaturprofessor steckt, ist ein spröder Protagonist. Seinen Sympathievorschuss als bildungshungriger Junge aus einfachsten Verhältnissen setzt er beim Leser schnell aufs Spiel, wenn der ihm dabei zusehen muss, wie er Privat- und Berufsleben mehr oder weniger gründlich in den Morast fährt. Dass er die falsche Frau heiratet, sieht man ihm noch nach - wie wenig durfte man damals in der Regel über den Menschen wissen, mit dem man den Rest seines Lebens verbringen würde, und wie schwer war es dann, einen Fehler zu korrigieren - aber dass er diese Frau auch seine Beziehung zur gemeinsamen Tochter ruinieren lässt, ist nicht zu verstehen.

Dass seine Karriere nie recht in Gang kommt, liegt zum einen am fehlenden Ehrgeiz - mehr als eine Assistenzprofessur scheint jenseits seines Vorstellungsvermögens zu liegen - zum anderen an seiner Charakterstärke, mit der er die Ränkespiele einer Universität eben nicht mitspielt, und die von anderen meist als Sturheit empfunden wird. Die Indifferenz, mit der alles über sich ergehen lässt, liest sich ausgesprochen ernüchternd, und man ist dankbar für jede Ausnahme.

Und doch ist es ein wunderbares Buch. In schöner, klarer, ein wenig altertümelnder Sprache - passend zur Zeit, in der der Roman spielt - begleitet Williams seinen Antihelden von der Wiege bis zur Bahre. Es geht auf eine emotionale Achterbahn: Selbst in Stoners gemächlichem, ja langweiligem Lehrerleben gibt es Momente, in denen die Spannung mit Händen zu greifen ist und wo man beim Lesen den Atem anhält. Man freut sich bei seinen wenigen kleinen Siegen, und leidet mit ihm angesichts seiner Niederlagen und der allgemeinen Tristesse seines Daseins - einer Tristesse, die wir vielleicht viel stärker empfinden als er selbst: Wer an das Leben keine Wünsche gerichtet hat, dem fällt es leichter, am Ende zufrieden zurückblicken.

Der Verlag hätte übrigens gut daran getan, die "Einführung" von John McGahern an den Schluss zu stellen. Sie stellt im wesentlichen eine Zusammenfassung des Inhalts dar, ergänzt durch lange Zitate der entscheidenden Stellen und einen Auszug aus einem Interview mit John Williams, der die Einführung eigentlich erst lesenswert macht. Aber eben besser hinterher.
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Die Literatur und die Geschichten um sie herum sind deshalb so interessant, weil sie sehr oft in einem Mikrokosmos Rationalität wie Irrationalität des menschlichen Daseins rekonstruieren oder simulieren. Nichts, was dort, wo Literatur entsteht, nicht tatsächlich existierte, kein menschlicher Abgrund und keine charakterliche Größe, kein noch so begnadetes Schicksal wie tragisches Scheitern, was dort nicht vorkäme. Manche Werke, die aus den dem Leben so getreu entnommenen Bedingungen entstanden, entsprechen daher auch den Resultaten der übrigen menschlichen Bemühungen: Manches gerät genial, anderes versinkt in der Trivialität.

Der Texaner John Williams wurde 1922 geboren und hat das meiste, was er in seinem erfolgreichsten Roman mit dem Titel Stoner beschreibt, selbst erlebt. Es ist kein autobiographisches Werk, aber es trägt frappierende biographische Züge. Williams wie seine Kunstfigur Stoner stammten aus einer armen Farmerfamilie, beide studierten Literatur an den teilweise gleichen Orten, beide durchliefen eine eher mäßige, dafür aber von Leidenschaft geprägte Wissenschaftskarriere und beide hatten wenig Glück mit ihren Frauen.

Umso erstaunlicher ist es, dass der Autor John Williams die Geschichte Stoners, die sein gesamtes Leben bis zu seinem Hinscheiden beschreibt, bereits im Alter von 43 Jahren zeichnetze und es ihm gelang, eine Distanz zu wahren, die angesichts der biographischen Analogien nahezu mystischen Charakter hat. Doch diese Qualität korrespondiert mit einer sehr hohen Erzählkunst, die es vermag, ohne Überraschungsmomente und ohne wilde szenische Eskapaden über den ganzen Roman, der besser als eine Erzählung eingeordnet werden muss, bis zum Schluss, der aber vom Resultat her bereits als Ergebnis bekannt ist, eine extrem hohe Spannung zu halten. Und obwohl von der ersten Zeile an deutlich wird, dass kein Happy End zu erwarten ist und obwohl beim Prozess des Lesens das Unbehagen über das Unausweichliche wächst, folgt Leser wie Leserin den gekonnt formulierten Worten bis zum bitteren Ende.

Und worum geht es? Es geht um den Aufstieg eines Landproletariers in die bildungsbürgerliche Mittelschicht zwischen dem II. Weltkrieg und des sechziger Jahren des XX. Jahrhunderts. Es geht um Schlüsselerlebnisse wie den Krieg und deren unterschiedlicher Verarbeitung. Es geht um die Karrierekämpfe in einem Wissenschaftsbetrieb. Es geht um die Scheinheiligkeit und das Unaussprechliche der Mittelstandsehe dieser Zeit. Und dennoch geht es um Liebe und Leidenschaft.
Das Geheimnis Stoners, der das menschliche, existenzielle Leid durchwatet wie ein Flutopfer, ohne seine energetische Stetigkeit zu verlieren, ist die Passion, die er in der Literatur gefunden hat und die es ihm ermöglicht, das fiktive Sein mit dem realen zerfließen zu lassen, ohne dabei den Verstand zu verlieren. Mit der Literatur ist ihm die gesellschaftliche Emanzipation gelungen, für sie hat er eine Passion entwickelt, die selbst das Areal der menschlichen Liebe in den Schatten stellt. Die einzige Affäre, in dem es ihm gelingt, eine Frau über die Grenzen der restringierten Bürgerlichkeit zu lieben, entwickelt sich nicht aus Zufall aus einer Beziehung von Literaturwissenschaftlern. In ihr hat die ent-tabuisierte Größe der Leidenschaft ihren Platz und nur in ihr ist die Übereinstimmung zu finden, dass das Schöne immer mit dem Scheitern korrespondiert und das Ende nicht ausgeblendet werden kann.

Der 1965 erschienene Stoner ist eine grandiose Erzählung über die Passion, die Bildung in der Lage ist zu erzeugen, über die Zerbrechlichkeit der menschlichen Liebe und die Nichtigkeit der materialistischen Existenz.
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am 22. April 2014
A sad but strangely uplifting of an uncommon man who becomes an extraordinary teacher of English at a Midwestern university. His start as a son of farmers, and the transformation that makes him a college professors. The failures in his personal life, brought on by a badly chosen marriage and a vindictive colleague. His love for a daughter and brief time of amorous bliss in a curtailed affair. Like most lives, without outstanding reward, but still having made a not common contribution. And then the decline and death that we all must face. The regrets and the intervening moments of satisfaction, reminding us all that we are here but for an all too brief interlude, and should make the best of it we can. Ultimately peaceful departure.
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am 7. September 2014
Ich kann mich nicht daran erinnern, mich bei der Lektüre eines Romans so intensiv mit einem Protagonisten identifiziert zu haben, der sein Unglück im gleichen Maß selbst verschuldet wie Stoner. Immer wieder habe ich über die ungeschickten und unsinnigen Reaktionen Stoners den Kopf geschüttelt und trotzdem weitergelesen. Dabei gehöre ich nicht zu denjenigen, die jedes Buch zu Ende lesen, wenn sie es einmal angefangen haben. Ich musste weiterlesen. Und ich weiß nicht, warum ich das Buch nicht weglegen konnte. Genau darin besteht wohl die Erzählkunst des Autors: Er schafft es, dass wir uns mit einem Protagonisten identifizieren, den wir stellenweise kaum aushalten können. Diese Kunst ist unbeschreiblich.
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am 16. April 2014
Ein wunderbarer Roman. Großartiger Schreibstil, berührende Handlung und Figuren, interessante Zeit- und Universitäts-/Geisteswissenschaftlerstudie. Traurig, aber nicht düster und absolut lesenswert.
Würde ich immer wieder kaufen.
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am 21. Juni 2015
Well worth reading, but in the original language if possible. It is difficult to relate to Stoner, the main character, as he has few redeeming features and is from s very different time and place, but the narrative makes reading easy and there is a sadness about his life and decisions that is very believable.
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am 7. März 2015
It is a thing pacing quietly, this novel, if indeed you can call it a novel. It might almost be an antinovel. There are no habitual challenges, there is no wrestling with big goals to meet them. Instead, it is a quite flow of developments and experiences, quite deliberately so, like a stream in an empty field on a cool autumn evening, seeminly active, yet somehow automatic. That is one part of its beauty. The other is, that the failings are named without the slightest trace of denial or drama, yet without stoicism or neglect. Good qualities shine besides these in a faded yet determined light. It gives the setting a rare form of inbred strength, drawing you into its lure, causing a quiet amazement strangely coupled with a sense of certainty lurking in the background. It is a statement of capability without ever implying grand decisiveness. In this, there lies its calm fascination.
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am 11. Juli 2014
Dieser Roman gefällt mir, weil er zwar leise daher daherkommt, aber eine große Tiefe bei den Charakterstudien zu bieten hat. "Stoner" durchschreitet keinen gewöhnlichen Lebensweg, er steht aber dennoch stellvertretend für viele Aufsteiger seiner Zeit, deren Privatleben mit dem beruflichen Erfolg nicht Schritt halten kann. Vieles geschieht ihm und er wehrt sich meist nicht dagegen, leidet still vor sich hin, wie auch schon seine Eltern klaglos und wortkarg das Leid des harten bäuerlichen Lebens ertragen haben. Als Leser möchte man ihn manchmal anschreien: "Lass dir das nicht gefallen! Wehr dich!", doch dann hätte man ihn eigentlich nicht richtig verstanden. Ich habe das Buch v.a. wegen der gut gezeichneten Porträts gerne gelesen und zufrieden beendet. Mehr möchte ich hier nicht verraten.
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VINE-PRODUKTTESTERam 25. August 2014
My novel of the year definitely is STONER by John Williams. The year 2014 has not ended but which book could surpass this masterpiece to say the least I yet have to see .
I recommend this wonderful novel to all who love reading and I mean L-O-V-E R-E-A-D-I-N-G…!
The key message of Williams‘ story I see in this expression: „He had come to that moment in his age when there occurred to him, with increasing intensitiy, a question of such overwhelming simplicity that he had no means to face it. He found himself wondering if this life were worth the living; it it had ever been. It was a question he suspected that came to all men at one time or another…“
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