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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "(Quick Fix + Pseudoscientific Gloss) x Credulous Public = High Income", 7. Dezember 2008
Von 
Dr. Horst Wolfgang Boger (Berlin & Potsdam, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Mit diesen deutlichen Worten beschreibt Carol Tavris in ihrem Vorwort - "The Widening Scientist-Practitioner Gap: A View from the Bridge" - das Rezept, nach dem ein beträchtlicher Teil der Psychotherapeuten arbeitet.

Dass gerade Tavris dieses - sehr intelligente, sehr gut informierte, sehr kritische und sehr wissenschaftsorientierte - Vorwort schreiben durfte, war eine vorzügliche Idee der drei Herausgeber.

Dr. Tavris verdanken wir - unter anderem - das lesenswerte Buch
Psychobabble and Biobunk: Using Psychology to Think Critically about Issues in the News und das nicht minder gute, zusammen mit E. Aronson verfasste Mistakes Were Made (But Not by Me): Why We Justify Foolish Beliefs, Bad Decisions, and Hurtful Acts, in dem die wichtige und unheilvolle Rolle von Selbstrechtfertigungen dargestellt und untersucht wird.

Das Buch behandelt fünf Kontroversen zwischen angemaßter und tatsächlicher Wissenschaft:

I. Kontroversen in Bezug auf Diagnosen

II. Generelle Kontroversen in der Psychotherapie

III. Kontroversen bezüglich der Behandlung erwachsenenspezifischer Störungen

IV. Kontroversen bezüglich der Behandlung kinderspezifischer Störungen

V. Kontroversen bezüglich der Selbsthilfe und der Medien

Beispiele für eindeutig pseudo- oder parawissenschaftliche Ansätze der Psychotherapie sind

- Neurolinguistische Programmierung,
- Eye Movement Desensitation and Reprocessing,
- Gedankenfeldtherapie,
- Emotional Freedom Technique,
- Rage Reduction Therapy,
- Urschreitherapie (Primal Scream Therapy),
- Feeling Therapy,
- Buddha Psychotherapy,
- Past Lives Therapy,
- Future Lives Therapy,
- Angel Therapy,
- Rebirthing,
- Sedona Method,
- Silva Method,
- Entity Depossession Therapy,
- Vegetotherapy,
- Palm Therapy,
- Alien Abduction Therapy.

Diese Liste ist selbstverständlich unvollständig.

Eine generelle Warnung vor all diesen 'Therapien' ist hier angebracht, da die häufig gehörte oder gelesene Auffassung, irgendetwas zu tun sei besser als gar nichts zu tun, prinzipiell falsch ist.

Diese 'therapeutischen' Lehren ist gemeinsam,

1. dass sie vorwiegend aus ad-hoc-Hypothesen bestehen, die gegen empirische Widerlegung systematisch immunisiert werden,

2. dass es bei ihnen keine Mechanismen der Selbstkorrektur gibt,

3. dass entsprechende Veröffentlichungen keiner 'peer review' ausgesetzt werden,

4. dass ihre empirische Evidenz ausschließlich aus konfirmierenden Instanzen besteht,

5. dass sie die Beweislast stets Skeptikern und ihren Gegnern zuweist,

6. dass sie keinerlei Konnektivität mit bewährten Theorien und empirischen Befunden aus anderen Bereichen der Wissenschaft aufweisen,

7. dass sie sich vorwiegend auf unsystematische Anekdoten und 'testimonials' berufen ("Bei meiner Tante hat's geholfen!"),

8. dass sie keine Grenzbedingungen angeben (Die Therapie X hilft angeblich gegen alles, vom Haarspitzenkatarrh bis hin zu schwerster Psychose.),

9. dass sie mit Vorliebe das Mantra des Holismus (der "Ganzheitlichkeit") herbeten.

Das aus sehr sorgfältig verfassten und informativen Beiträgen bestehende Buch ist allen (Klinischen und Nicht-Klinischen) Psychologen, aber auch interessierten Laien mit Englischkenntnissen und Urteilskraft sehr zu empfehlen.

Konstruktive Prinzipien der Klinischen Psychologie werden vorgestellt in The Great Ideas of Clinical Science: 17 Principles That Every Mental Health Professional Should Understand, das ebenfalls von Scott O. Lilienfeld mitherausgegeben wurde. Die beiden Bücher gehören wie ein Tandem zusammen. Wer das eine gelesen hat, sollte unbedingt auch in das andere viele gründliche Blicke werfen.

PS (26. November 2009): Sehr lesenswert sind auch 50 Great Myths of Popular Psychology: Shattering Widespread Misconceptions about Human Behavior. by Scott O. Lilienfeld ... [Et Al.] und How to Think Straight About Psychology.

PPS (25. Dezember 2009): An Laien, die Orientierung suchen, wendet sich Navigating the Mindfield: A Guide to Separating Science from Pseudoscience in Mental Health.
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Science and Pseudoscience in Clinical Psychology
Science and Pseudoscience in Clinical Psychology von Jeffrey M. Lohr (Gebundene Ausgabe - 20. Februar 2003)
EUR 57,39
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