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5.0 von 5 Sternen Ihrere Zeit voraus, 19. April 2014
Rezension bezieht sich auf: The Price of Salt (Taschenbuch)
„I feel I am in love with you, and it should be spring. I want the sun throbbing on my head like chords of music. I think of a sun like Beethoven, a wind like Debussy, and bird-calls like Stravinsky. But the tempo is all mine.”

Theresa ist gefangen. Sie muss einem Job nachgehen, um Geld zu verdienen, der sie aber gleichzeitig davon abhält, zu tun wovon sie träumt: An einem Theater als Bühnenbildnerin arbeiten. Es ist, als würde sie in einer Schlange stehen und darauf warten, etwas tun zu können, als würde sie am Fließband arbeiten, immer und immer wieder das gleiche sinnlose tun, obwohl ihr Herz etwas anderes begehrt.
Sie und Carol treffen sich zum ersten Mal in der Spielwarenabteilung von Frankenberg’s, in der Therese arbeitet, als Carol ein Weihnachtsgeschenk für ihre Tochter kaufen möchte. Schon zu Beginn ist klar, dass beide wie Magnete zueinander gezogen werden. Die Kollision ist unvermeidbar. Wie in einem Sog einer unleugbaren Anziehung beginnen Sie eine Freundschaft, um zu erkennen, dass sie den tieferen Gefühlen nicht entgehen können. Carol bringt sie dazu, auszubrechen und befreit sie aus ihrem immer gleichen Alltag. Theresa ist einsam, Carol führt sie aus dieser Einsamkeit heraus, und führt sie letztendlich in eine neue: In die Ungewissheit, ob ihre Liebe eine Chance hat.
Aus Traurigkeit darüber, dass Carol ihre Tochter immer mehr entzogen wird, überredet sie Therese, einen gemeinsamen Road Trip durch Amerika zu unternehmen. Am Anfang scheint es für beide wie eine Flucht aus der momentanen Situation, entwickelt sich aber schnell zu mehr.
Während dieser Reise kommen sie sich näher, werden zu Liebenden. Das Glück steht jedoch auf Messers Schneide, als sie erfahren, dass ein Privatdetektiv, von Carol’s Ex-Mann engagiert, ihnen folgt. Die Offenbarung ihrer geheimen Beziehung könnte die Saat der Zerstörung sein und Carol könnte alles verlieren.
Der Kontakt und die Beziehung zu Carol verändern Sie, lassen sie erwachsener werden. Carol ist nicht nur Liebende und Liebhaberin, sondern fungiert als Lebenslehrerin.
Die Stimmung des Romans ist ambivalent. Einerseits sind da die Beengung durch die Gesellschaft, Traurigkeit und Verzweiflung, Begrenzung der persönlichen Entfaltung, und doch auch Liebe, Träume, Sehnsüchte, Hoffnung und der Befreiungsschlag einzelner Personen.
Ebenso ist die Sprache oft ambivalent. Manchmal ist sie klar und nüchtern und dann wieder malerisch und voller Tragweite. Eines ist sie jedoch immer: Sie besticht in leisen Tönen, übertreibt nie. Selbst Liebesszenen sind, wenn explizit beschrieben, nicht aufdringlich, sondern poetisch.
Highsmith schafft eine perfekte nostalgische Atmosphäre und zeichnet in ihrem Roman ein Bild jener Zeit.
Die Geschichte ist außergewöhnlich für 1952, Highsmith bricht Konventionen und eröffnet ein leises Versprechen, gibt Hoffnung.
Auch eine Ihrer Protagonistinnen, Carol, ist ihrer Zeit voraus und muss dafür bezahlen. Trotzdem lässt sie sich ihre Freiheit und ihren eigenen Willen nicht nehmen. Ein Frauenbild das man sich als Vorbild nehmen kann.
1952 wurde das Buch veröffentlicht als “The Price of Salt”. Da es sich jedoch explizit um zwei Frauen dreht, die eine Romanze eingehen, wurde es nicht von ihrem bisherigen Publizist veröffentlicht. Außerdem veröffentlichte sie es zuerst unter dem Pseudonym „Claire Morgan“ und erst seit 1991 steht ihr Name auf den Buchcovern.
Allein in den USA verkaufte es sich der Roman, innerhalb von 2 Jahren, über 1 Millionen Mal und schuf ein neues Bild einer Beziehung zwischen zwei Frauen mit Ernsthaftigkeit, leiser Erotik, Spannung und der Hoffnung, dass es trotz der Gesellschaft Hoffnung geben kann.
Auch wenn die Protagonisten zwei Frauen sind, die sich verlieben, würde ich es nicht strikt als Literatur für Lesben betrachten. Der Roman lebt nicht durch plumpe Erotik, sondern durch ein realistisches Gesellschaftsbild und einer Geschichte, die jeden berühren kann und mit Spannung zu lesen ist. Ähnlich wie Romeo und Julia handelt es von einer Liebe, die durch gesellschaftliche Konventionen eigentlich nicht sein darf und trotzdem ist. Die Geschichte erzählt von Risiken, die man im Leben eingeht für Dinge, die man wirklich will und um sich selbst treu zu sein. Sie erzählt von Mut.
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The Price of Salt
The Price of Salt von Patricia Highsmith (Taschenbuch - 26. Januar 2012)
EUR 8,29
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