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4.0 von 5 Sternen Frau Fry plaudert frei heraus, 25. Mai 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mrs. Fry's Diary (Gebundene Ausgabe)
Stephen Fry - ein verheirateter Mann und Familienvater? Ein Trunkenbold und verantwortungsloser Tunichtgut?

Sich das vorzustellen ist nicht einfach, schliesslich gehört er ohne Zweifel zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstlern Englands. Er hat schon etliche Bücher geschrieben und in Film und Fernsehen mitgewirkt, macht aus seiner Homosexualität keinen Hehl und er wird im Grossen und Ganzen als Gentleman gesehen.
Dieses Bild dürfte nun durch das Tagebuch einer gewissen Edna Fry ordentlich verzerrt werden. Edna Fry ist laut diesem Buch die Gattin von ihm und das immerhin seit 16 Jahren. Mit ihm hat sie ein Rudel von sechs Kindern. Oder doch sieben? Sie ist sich selbst da nicht ganz sicher (das Baby wird noch gesucht).
Ausserdem verbringt sie ihr Leben als ganz normale Hausfrau, während Stephen scheinbar als einfacher Fensterputzer und später auch Taxifahrer die Brötchen der Familie verdient.
Sie träumt derweil, mit dem Schreiben von Gedichten ihr Leben zu bereichern. Doch desöfteren glaubt sie, hinter der Fassade ihres Mannes ein Doppelleben zu entdecken.

Es muss wohl nicht erklärt werden, dass das Buch nicht ganz der Realität entspricht. Man kann es also - trotz der realen Nebenfigur - als fiktives Buch betrachten.
Geschrieben ist dieses in der ersten Person in Tagebuchform. Das heisst, dass nahezu jeder Tag im Jahr einen Eintrag beinhaltet. Mal umfassen die Einträge nur ein paar Zeilen, andere gleich ein paar Seiten. Und letzteres sind Geschichten mit mehr Relevanz, so dass wir nicht nur banale Alltagsgeschichtchen einer gelangweilen Hausfrau ertragen müssen. Aber auch selbst die sind unterhaltsam.
Dafür sorgt ein Schreibstil, der an feines Upper Class English erinnert, bei dem sich eine Person wie Edna Fry vielleicht bedienen würde, um sich selbst zu erhöhen. Ausserdem ist sie stets optimistisch, egal wieviel Chaos die Kinder und der Ehemann stiften. Vor allem aber strotzt das Tagebuch vor Pointen, die den Geschichten erst den richtigen Pfiff verleihen.
Ein Beispiel?
Bitte (von mir ins Deutsche übersetzt):

"Letzten Abend gingen Stephen und ich ins Kino. Wir konnten uns erst nicht entscheiden, was wir uns ansehen wollten: Avatar 3D oder den aktuellen Woody Allen? Allerdings kann ich diese lächerliche Brille nicht ausstehen, also schauten wir Avatar."

oder auch:

"Oh du liebes Bißchen! Stephen hat seinen Du-weisst-schon mit Sekundenkleber eingeschmiert! Wie gern würde ich es jemandem anvertrauen, doch meine Lippen sind versiegelt."

Es sind nur zwei von vielen Einträgen. Die Geschichten sind meist durcheinandergewürfelt und nicht von grosser Relevanz für den eigentlichen roten Faden, eben jenen, dass Edna Fry so langsam ahnt, dass ihr Mann irgendetwas verbirgt und sie dieses Geheimnis zu lüften versucht.
So wechselt man zwischen beliebigen "Zwischengeschichten" und einer eigentlichen, durchgehenden Handlung.
Ich erwähne dies, weil "Mrs. Fry's Diary" Lesern, die eine ungestört fliessende Handlung unbedingt bevorzugen, weniger Spass machen dürfte. Ich kann es eher Lesern empfehlen, die es nicht als störend empfinden, eben im Tagebuchtakt oder im Anekdoten- und Kolumnenstil zu lesen.

Und mit "beliebig" meine ich nicht "vergessenswert" oder "nicht die Zeit wert", sondern, dass die kleinen Geschichten dazwischen eben eigentlich für die gelegentliche Erheiterung sorgen und sich dabei in den Themen fleissig abwechseln: mal geht es um die einzelnen Kinder (die irrwitziger Weise zum Beispiel "Brangelina" oder "Hugh Jr." - nach Hugh Laurie - heissen), in anderen Malen beschreibt Edna ihre Besuche eines Dichterinnenclubs, dann wiederum berichtet sie von Meinungsaustauschen mit den mehr oder minder verzweifelten Lehrkräften ihrer Kinder, aber im Zentrum dürfte ihr Mann Stephen stehen, der praktisch ihre Welt darstellt, auch wenn ihm die Pflege seiner Ehe scheinbar nicht allzu sehr am Herzen liegt.
Müsste ich diese Ehe mit einer anderen der Popkultur vergleichen dann mit der von Homer und Marge Simpson aus der Trickserie "Die Simpsons", oder um es auf den Punkt zu bringen: er verbockt und sie vergibt. Oder so ähnlich.

Doch weg von Vergleichen.
Wie schon gesagt, der Witz des Buches wird durch amüsante Anekdoten einer englischen Familie, durch die gelungen Pointen und den schier unzerstörbaren Optimismus von Edna Fry bestimmt - was auch ihr Mann oder die Kinder für Unfug stiften, Edna sieht darin eigentlich immer das Gute.
Und somit bleibt auch dem Leser eine gewisse heitere Laune erhalten, so nach dem Motto "Humor ist, wenn man trotzdem lacht". Und Lachen beim Lesen von "Mrs. Fry's Diary", das kann durchaus vorkommen!

Den Stern Abzug gibt es lediglich dafür, dass - so sehr mir diese übrigens recht aktuelle Werk von Fry gefallen hat - es nicht so ein prägendes Leseabenteuer war wie das grandiose "Geschichte machen" oder das autobiographische "Columbus war ein Engländer". Im Hinblick dessen halte ich 5 Sterne dann doch für übertrieben, aber allemal bleibt dieses fryische Tagebuch ein Kauf- und Lesetipp!

Bleibt nur noch zu erwähnen, dass dieses Buch bislang nur auf Englisch erschienen ist. Eine deutsche Übersetzung existiert noch nicht auf dem Buchmarkt (Stand: Mai 2011).
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zum Niederknien, 25. Januar 2013
Von 
ROTT - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Mrs Fry's Diary (Taschenbuch)
Eine Mitleserin sagte es schon, man sollte den Boden küssen auf dem Herr Fry geht. Und natürlich auch Frau Fry.

Was Sie schon immer über Stephen Fry wissen wollten ... wird hier nicht erzählt. Dafür aber die Geschichte der bis jetzt völlig im Verborgenen lebenden Ehefrau des großartigen Schauspielers und Schriftstellers: Mrs. Stephen Fry. Völlig ahnungslos, dass ihr Mann einer der beliebtesten Briten der Welt ist, zieht sie die sechs oder sieben Kinder (man weiß es nicht genau) groß und berichtet uns frymütig über ihr Leid mit dem faulen Ehemann. Ein irrwitziger Spaß über 365 Frytage und ein Ratgeber über die Stolperfallen, die man zu umschiffen hat, wenn man eine Karriere vor der eigene Frau verstecken möchte.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen The very best, 18. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Mrs. Fry's Diary (Gebundene Ausgabe)
Man sollte den Boden küssen auf dem Stephen Fry läuft. Man kniet nicht nur vor Lachen auf dem Teppich... Hervorragend lustig, verstörend und so very British. Warum ist Mr. Fry eigentlich noch nicht König von England?
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der vielleicht beste Fry!, 16. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Mrs. Fry's Diary (Gebundene Ausgabe)
Ich war begeistert von diesem Buch!

Ich hatte schon einige Bücher von Stephen Fry gelesen und war immer beeindruckt von seinem Wortwitz und Schreibstil.
Mrs. Fry steht dem in nichts nach, muss ich sagen. Die einfältige Art, in der sie ganz naiv das Doppelleben ihres Ehegatten beschreibt, ist einfach zum Brüllen komisch, da es voll und ganz den Anschein hat, als wisse sie gar nicht, wie eigenartig ihre Beschreibungen ihres Alltags sind.
Ganz köstlich ist natürlich die Starrsinnigkeit, mit der Edna Fry es schafft, das geheime Künstlerleben ihres Mannes zu ignorieren und zu übersehen und mit der sie sich die seltsamsten Erklärungen für sein Verhalten zurechtlegt.

Für alle Fans von Stephen Fry und alle, die es werden wollen ein MUSS!!
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Mrs Fry's Diary
Mrs Fry's Diary von Stephen Fry (Taschenbuch - 10. November 2011)
EUR 10,20
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