Kundenrezensionen


2 Rezensionen
5 Sterne:
 (1)
4 Sterne:
 (1)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

5.0 von 5 Sternen Erneuter Bestseller von Bob Woodward, 16. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Obama's Wars (Kindle Edition)
Wie immer exzellent geschrieben, liest sich auch dieses Bob Woodward's Buch sehr leicht und spannend. Dem Leser wird einen Einblick in der Machtzentrale Obamas gewehrt, man bekommt ein Gefühl wie die Machtausübung funktioniert. Ich fand es erstaunlich wie die hohe Generäle den Oberbefehlshaber, der in ihren Augen ein Neuling ist, zu den von ihnen gewünsten Entscheidungen treiben. Noch mehr hat mich die Standhaftigkeit Obamas nach mehr Optionen zu suchen und seine Entschlossenheit das Angagement in Afghanistan schnellstmöglich zu reduzieren und sogar zu Ende zu bringen. Ganz große Leistung von der nicht alltäglich gesprochen wird. Auch das in der Era Busch nicht mal klar formulierte Zielsetzung für den Afghanistankrieg gab erfuhr ich erst von diesem Buch! Absolute Kaufempfehlung insbesondere als Kindle Version für 8,63 €!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Afghanistan - Obamas Krieg, 24. Februar 2011
Von 
Mario Pf. (Oberösterreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Obama's Wars (Gebundene Ausgabe)
Mit Carl Bernstein hat Bob Woodward einst die Watergate-Affäre aufgedeckt und Präsident Richard M. Nixons Regierung in die Knie gezwungen. Jahrzehnte später ist die Ikone des US-Jouranlismus als publizistischer Begleiter der Ära Bush zurückgekehrt und hat in gleich vier Werken (Plan of Attack, Bush at War, State of Denial, The War Within) Bushs Anti Terror-Kampagne, den Irak- und schließlich den Afghanistankrieg begleitet. Zunächst Bushs Politik noch verteidigend hat sich Woodward allerdings spätestens mit The War Within zum vehementen Kritiker der von Bushs zweiter Administration geprägten Politik in Irak und Afghanistan gewandt. Mit dem Wechsel von Bush zu Obama hat sich Woodward in "Obama's Wars" nun dem Krieg zugewandt der Obamas Außenpolitik dominieren wird - Afghanistan. Es ist also vor allem ein Krieg der das vorliegende Buch dominiert und zu welchem Woodward einen Blick hinter die Kulissen der Obama-Administration erlaubt.

Der Blick hinter die Kulissen ist eine Spezialität Bob Woodwards, die sich auch in einem Ratschlag Madeleine Albrights in ihrem 2008 veröffentlichten "Memo to the President-elect" (dt. Titel "Amerika du kannst es besser") niedergeschlagen hat, Mitglieder der künftigen Administration der 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten sollten nicht so sehr darauf achten wie sie in den Büchern Bob Woodwards wegkommen, sondern ihren Job richtig zu erledigen. Als einer der bekanntesten Enthüllungsjournalisten der USA wird Woodward einerseits gefürchtet, aber auch immer wieder gebraucht um manche Botschaften nach außen zu tragen, die sonst totgeschwiegen würden. Die Gefahr ist natürlich wie immer die der Beeinflussung durch seine Quellen, doch Woodward hat sich eine gewisse Unabhängigkeit bewahrt, die ihm nun schon Jahrzehnte gut gedient hat. Zu Woodwards Informanten gehören so neben altgedienten Senatoren und Generälen auch amtierende und ehemalige Regierungsmitglieder, sowie viele jener Berater und Bürokraten die schon unter Bill Clinton gedient haben und unter Obama ins Weiße Haus zurückgekehrt sind. All diesen ist es zu verdanken dass er für seine Recherchen auch auf teils sensible Informationen zurückgreifen konnte und ein sehr genaues Bild von den internen Machtverhältnissen der Obama Administration erlangt hat.

Obama's Wars liest sich fast wie ein Roman, sogar ein Personenverzeichnis hat das Buch zu bieten und es folgt verschiedenen Handlungssträngen und deren Protagonisten. Präsident Obama selbst, mit dem Woodward nur ein einziges knapp einstündiges Gespräch führen durfte, tritt bei all dem eher in den Hintergrund, was den Eindruck erweckt der mächtigste Mann der Welt wäre gar nicht so wichtig. Ein nicht zu verdrängender Faktor ist auch dass sich Woodward bei seiner Porträtierung von Obamas Amtsübernahme und der ersten eineinhalb Jahre im Amt vorwiegend auf dessen Afghanistanpolitik bzw. die Handlungen seiner Administration im Zusammenhang mit dieser beschränkt hat. US-Innenpolitik oder andere Bereiche der Außenpolitik kommen daher kaum vor, ebenso ist das nach Bush und vier Büchern wohl schon ausgelutschte Thema Irak nur anfangs von zeitweiliger Bedeutung, wenn es um die Erfahrungen der diversen militärischen Befehlshaber geht. Als Zeitdokument und Chronik der Ereignisse hat "Obama's Wars" schon heute eine gewisse Bedeutung. Was Historiker oft erst nach Jahrzehnten aus Interviews uns spärlichen Quellen zu rekonstruieren versuchen, ist Woodward bereits während der Amtszeit seiner porträtierten Akteure gelungen. Allerdings sind es so viele dass Woodward zeitweise nur grundlegende Facts über ihre Persönlichkeit und Ambitionen einbauen kann, die "Charakterisierung" ist also oft sehr eingeschränkt.

Obamas Krieg beginnt am 6. November 2011 als der President-Elect mitten in den Vorbereitungen seiner Amtsübernahme vom damaligen Director of National Intelligence Michael McConnell ein Briefing über die Bedrohung durch ein instabiles Pakistan erhält. Schon damals soll eine gewisse Ernüchterung über die tatsächlichen außenpolitischen Gestaltungsmöglichkeiten eines US-Präsidenten bei Obama feststellbar gewesen sein. Das Problem mit Pakistan liege allerdings weniger am schwachen Präsidenten Zadari, sondern den unehrlichen militärischen Verbündeten, die dennoch bei einem Abzug der USA aus Afghanistan beüfrchten würden dass der Iran und vor allem Erzfeind Indien in diese machtpolitische Lücke in der Region vorstoßen würden. Die einzige Chance für Obama den Konflikt zu entschärfen sei es, wenn er eine Aussöhnung Indiens und Pakistans erlangen könnte, was die verdeckte Hilfe des pakistanischen Militärs für die Taliban beenden könnte. Ein anderes Problem auf das Obama aufmerksam gemacht wurde sind die Defizite der USA in Sachen Cybersecurity, die er und sein Gegenkandidat John McCain bei einem Angriff chinesischer Hacker auf ihre Wahlkampfsites am eigenen Leib erfahren durfte. McConnell betonte dass sie damals noch mit einem blauen Auge davon gekommen seien, denn die Hacker seien schlampig vorgegangen und nur an Daten interessiert gewesen. Was allerdings wenn sie diese Daten gelöscht hätten? Für Obama sei schnell klar geworden dass selbst der mächtigste Mann auf Erden nicht allmächtig ist und für die Lösung vieler Krisen und Probleme nur unzureichende Werkzeuge besitzt.

Der zu Zeiten Bushs in die höchsten Höhen gelobte General David Petraeus fand sich nach der Wahl Obamas plötzlich in Feindesland wieder, war er doch Republikaner und wurde zeitweise auch als vielversprechender Präsidentschaftskandidat gehandelt. Obamas Wahl dürfte seinem Ehrgeiz einen schwer den Riegel vorgeschoben haben, dennoch sollte er der Architekt der Truppenaufstockungen in Afghanistan werden, wie Woodward noch zeigen wird. Eine der interessantesten Fragen die "Obama's Wars" zu beantworten weiß ist auch warum Verteidigungsminister Robert Gates in Amt und Würden belassen wurde. Der Rumsfeld-Nachfolger sei aus Obamas Sicht vor allem aufgrund seines schon in der Vergangenheit sehr umsichtigen Verhaltens für diesen Job qualifiziert. Dass Gates Obamas Angebot im Amt zu bleiben allerdings auch annahm lag an dessen persönlicher Agenda, in der er manchen demokratischen Verteidigungs- und Sicherheitsexperten sehr weit entgegenkommt, lehnt er doch den im Pentagon obsessiven Trend die Budgetmittel vor allem in Projekte für das Heer der Zukunft (wie überteuerte F-22 Kampfjets und Kreuzer mit Stealth-Technologie) im Grunde ab und ist mehr daran interessiert die Gelder für einen besseren Schutz der US-Soldaten in den aktuellen Konflikten zu investieren. Die andere bedeutende Frage der sich Woodward zugewandt hat ist dann wie Hillary Rodham Clinton schließlich in Obamas Team kam, riet ihm sein politischer und wahlkampftaktischer Berater David Axelrod nach dem erbittert geführten Vorwahlkampf doch davon ab, immerhin sei ihr aus Axelrods Sicht nicht zu trauen. Wie Obama allerdings auf Running Mate und Vizepräsident Joe Biden kam ist eine der Fragen die Woodward freilich offen lässt, auch wenn er später den Einfluss des Außenpolitikers Biden hervorzustreichen beginnt. Schlussendlich bleibt Biden aber genauso im Hintergrund wie der Präsident selbst.

So nebenbei ist "Obama's Wars" also durchaus auch eine Chronik der Amtsübernahme Obamas, die vor allem durch die Insiderperspektive von Woodwards "Informanten" punkten kann. Als ein solcher Blick hinter die Kulissen des Afghanistan-Krieges ist das Buch durchaus spannend, auch wegen des sehr packenden Erzählstils, der sich an einen Roman anlehnt und ähnlich liest wie einst die Memoiren Clintons Anti-Terror-Beraters Richard A. Clarke "Against all Enemies" über die vergebliche Jagd nach Al Qaida und die Reaktion der Regierung Bush auf 9/11. Bob Woodward bleibt durchaus objektiv, er lässt Obama in den Hintergrund treten und schont das Image des Präsidenten dadurch ein wenig, indem er die interne Willensbildung im Weißen Haus unter die Lupe nimmt und nicht tumb alle Abstriche und Verfehlungen dem Präsidenten anlastet. Woodward zeigt wie stark der Einfluss der "Berater" aus Wahlkampfzeiten schlussendlich in der Regierung ist und welche Standpunkte die Top-Militärs und ranghohe Vertreter der zivilen Administration vertreten. Woodward belässt es dabei aber nicht bei einfachem Name dropping sondern versucht auch die Hintergründe und politischen Beziehungen der Akteure zu vermitteln, was man in vergleichbaren europäischen Werken eher selten erlebt, nicht weil die grauen Eminenzen im Hintergrund hierzulande weniger Macht besitzen, der journalistische Stil eines Bob Woodward aber weniger gerne gesehen und genutzt wird. Dass der Titel sich allerdings auf mehrere Kriege bezieht ist einigermaßen irreführend, geht es doch primär nur um den Afghanistan-Krieg, wobei allerdings die Konflikte innerhalb der Obama Administration eine wichtige Rolle einnehmen, aber kaum als Krieg gelten können.

Fazit:
Ein Blick hinter die Kulissen des Afghanistankrieges, der sich fast wie ein Roman liest und Einblicke in die Machtverhältnisse der Obama Administration erlaubt, den Präsidenten allerdings eher in den Hintergrund treten lässt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Obama's Wars
Obama's Wars von Bob Woodward (Gebundene Ausgabe - 27. September 2010)
EUR 16,95
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen