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Kundenrezensionen

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am 25. Januar 2000
Three classics books, three classic monsters, and three classic stories that have been told and retold time and time again, all here in one great book! I'm sure you Horror Film fans like me have seen the Boris Karloff Frankenstein, the Bela Lugosi Dracula, and the Fredric March Dr. Jekyll and Mr. Hyde, but if you haven't read the original novels...YOU AIN'T SEEN OR READ NOTHING YET! Buy this book now, you won't regret it!
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am 22. September 2007
Die Handlung von "Dracula" kennt inzwischen fast jeder -- schließlich gibt es mehrere Verfilmungen, die ihrerseits bereits Klassiker geworden sind und sogar parodiert wurden -- aber wie steht's mit dem Original?

Der junge Londoner Rechtsanwalt Jonathan Harker reist nach Transsylvanien, um den Grafen Dracula in Geschäfts- und Rechtsangelegenheiten zu beraten, da der Graf demnächst nach London übersiedeln will. In dessen altem Schloss wird Harker Zeuge verschiedener Begebenheiten, auf die er sich keinen Reim machen kann, das Leben im Schloss wird immer unheimlicher -- und schließlich wird Harker zum Gefangenen des Grafen und kann sich erst in letzter Sekunde befreien.
Gleichzeitig geschieht Merkwürdiges an der englischen Küste: Eine Freundin von Harkers Braut stirbt unter unheimlichen Umständen, ein Geisterschiff strandet an ihrem Aufenthaltsort, und das Logbuch des Kapitäns gibt weitere Rätsel auf. Und in London bemerkt ein Nervenarzt eigenartige Symptome bei einem seiner Patienten. Van Helsing, ein Vampirexperte aus Amsterdam, trifft ein, und die Jagd nach dem Grafen Dracula beginnt, der sich mittlerweile in England befindet.

Die Romanhandlung wird nicht im herkömmlichen Sinne von einem allwissenden Erzähler mitgeteilt, sondern konstruiert sich anhand von Tagebüchern, Briefen, Memoranden und anderen Aufzeichnungen der "Vampirjäger". Auf diese Weise wechseln natürlich Ort und Zeit der Handlung, die verschiedenen Erzählperspektiven brechen die Ereignisse jeweils in einem anderen Winkel, das Tempo der Handlung beschleunigt sich und wird auch immer wieder gebremst, und der Leser kann peu a peu die Puzzle-Teile zusammensetzen -- da er die Handlung bereits aus Filmen kennt, weiß er zwar mehr als die Figuren, aber Bram Stoker hält wie jeder gute Schriftsteller die Spannung bis zuletzt aufrecht. Dabei baut er nicht auf vordergründige Grusel-Elemente, wie man sie z.B. von heutigen Filmen kennt, sondern er arbeitet mit subtilen Mitteln, zielt auf Unterschwelliges und Unbewusstes; das Grauen stellt sich anhand von Kleinigkeiten ein.

Für heutige Leser weniger deutlich, aber für Stokers Zeitgenossen dafür umso mehr, sind auch viele sexuelle Anspielungen in der Handlung ("Dracula" entstand im prüden viktorianischen England, also konnte ein Autor gar nicht deutlich werden -- wie man hier sieht, konnte das auch Vorteile haben). Bemerkenswert ist allerdings, dass Stoker auch hier immer wieder mit dem Unbewussten der Leser spielt, und das zu einer Zeit, als Sigmund Freud seine Thesen noch nicht veröffentlicht hatte.

"Dracula" ist also nichts Geringeres als die Initialzündung der Vampirliteratur; sein Autor hat mit diesem Roman ein eigenes Genre begründet. Da er die Handlung außerordentlich subtil konstruierte, ist die Lektüre auch heute noch ein Genuss.
Auch wer die Filme bereits "auswendig kennt", sollte dennoch zu diesem Buch greifen; so präzise und psychologisch geschickt wird die Handlung nämlich nirgendwo sonst präsentiert, noch nicht einmal im -- fast -- kongenialen "Nosferatu" .
Freilich, wer unbedingt auf jeder Seite "action" haben muss, der wird mit diesem Buch wenig anfangen können. Wer aber Wert darauf legt, dass ihm subtil erzeugte Schauder den Rücken herunterlaufen, der ist hier bestens bedient.
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am 21. September 2007
Die Handlung von "Dracula" kennt inzwischen fast jeder -- schließlich gibt es mehrere Verfilmungen, die ihrerseits bereits Klassiker geworden sind und sogar parodiert wurden -- aber wie steht's mit dem Original?

Der junge Londoner Rechtsanwalt Jonathan Harker reist nach Transsylvanien, um den Grafen Dracula in Geschäfts- und Rechtsangelegenheiten zu beraten, da der Graf demnächst nach London übersiedeln will. In dessen altem Schloss wird Harker Zeuge verschiedener Begebenheiten, auf die er sich keinen Reim machen kann, das Leben im Schloss wird immer unheimlicher -- und schließlich wird Harker zum Gefangenen des Grafen und kann sich erst in letzter Sekunde befreien.
Gleichzeitig geschieht Merkwürdiges an der englischen Küste: Eine Freundin von Harkers Braut stirbt unter unheimlichen Umständen, ein Geisterschiff strandet an ihrem Aufenthaltsort, und das Logbuch des Kapitäns gibt weitere Rätsel auf. Und in London bemerkt ein Nervenarzt eigenartige Symptome bei einem seiner Patienten. Van Helsing, ein Vampirexperte aus Amsterdam, trifft ein, und die Jagd nach dem Grafen Dracula beginnt, der sich mittlerweile in England befindet.

Die Romanhandlung wird nicht im herkömmlichen Sinne von einem allwissenden Erzähler mitgeteilt, sondern konstruiert sich anhand von Tagebüchern, Briefen, Memoranden und anderen Aufzeichnungen der "Vampirjäger". Auf diese Weise wechseln natürlich Ort und Zeit der Handlung, die verschiedenen Erzählperspektiven brechen die Ereignisse jeweils in einem anderen Winkel, das Tempo der Handlung beschleunigt sich und wird auch immer wieder gebremst, und der Leser kann peu a peu die Puzzle-Teile zusammensetzen -- da er die Handlung bereits aus Filmen kennt, weiß er zwar mehr als die Figuren, aber Bram Stoker hält wie jeder gute Schriftsteller die Spannung bis zuletzt aufrecht. Dabei baut er nicht auf vordergründige Grusel-Elemente, wie man sie z.B. von heutigen Filmen kennt, sondern er arbeitet mit subtilen Mitteln, zielt auf Unterschwelliges und Unbewusstes; das Grauen stellt sich anhand von Kleinigkeiten ein.

Für heutige Leser weniger deutlich, aber für Stokers Zeitgenossen dafür umso mehr, sind auch viele sexuelle Anspielungen in der Handlung ("Dracula" entstand im prüden viktorianischen England, also konnte ein Autor gar nicht deutlich werden -- wie man hier sieht, konnte das auch Vorteile haben). Bemerkenswert ist allerdings, dass Stoker auch hier immer wieder mit dem Unbewussten der Leser spielt, und das zu einer Zeit, als Sigmund Freud seine Thesen noch nicht veröffentlicht hatte.

"Dracula" ist also nichts Geringeres als die Initialzündung der Vampirliteratur; sein Autor hat mit diesem Roman ein eigenes Genre begründet. Da er die Handlung außerordentlich subtil konstruierte, ist die Lektüre auch heute noch ein Genuss.
Auch wer die Filme bereits "auswendig kennt", sollte dennoch zu diesem Buch greifen; so präzise und psychologisch geschickt wird die Handlung nämlich nirgendwo sonst präsentiert, noch nicht einmal im -- fast -- kongenialen "Nosferatu" .
Freilich, wer unbedingt auf jeder Seite "action" haben muss, der wird mit diesem Buch wenig anfangen können. Wer aber Wert darauf legt, dass ihm subtil erzeugte Schauder den Rückern herunterlaufen, der ist hier bestens bedient.
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am 24. April 2012
Schön aufgemacht in einer gelben Karton-Präsentationsbox die das Buch in einem roten, leinenbezogenen Schuber beherbergt. Nummerierte Ausgabe (limitiert auf 1000) inkl. einer Kopie des Originalvertrages zwischen Bram Stoker und dem Verleger A. Constable. Das Buch selbst eine wunderschöne Faksimile Ausgabe, selbst das Papier fühlt sich an wie aus einer anderen Zeit. Für Liebhaber schöner Bücher, Dracula Fans und Sammler ein Muss. Vielen Dank an den Verlag für dieses schöne Stück.
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am 25. Oktober 2008
Die Handlung von "Dracula" kennt inzwischen fast jeder -- schließlich gibt es mehrere Verfilmungen, die ihrerseits bereits Klassiker geworden sind und sogar parodiert wurden -- aber wie steht's mit dem Original?

Der junge Londoner Rechtsanwalt Jonathan Harker reist nach Transsylvanien, um den Grafen Dracula in Geschäfts- und Rechtsangelegenheiten zu beraten, da der Graf demnächst nach London übersiedeln will. In dessen altem Schloss wird Harker Zeuge eigenartiger Begebenheiten, auf die er sich keinen Reim machen kann, das Leben im Schloss wird immer unheimlicher -- und schließlich wird Harker zum Gefangenen des Grafen und kann sich erst in letzter Sekunde befreien.
Gleichzeitig geschieht Merkwürdiges an der englischen Küste: Eine Freundin von Harkers Braut stirbt unter unheimlichen Umständen, ein Geisterschiff strandet an ihrem Aufenthaltsort, und das Logbuch des Kapitäns gibt weitere Rätsel auf. In London bemerkt ein Nervenarzt eigenartige Symptome bei einem seiner Patienten. Van Helsing, ein Vampirexperte aus Amsterdam, trifft ein, und die Jagd nach dem Grafen Dracula beginnt, der sich mittlerweile in England befindet.

Die Romanhandlung wird nicht im herkömmlichen Sinne von einem allwissenden Erzähler mitgeteilt, sondern konstruiert sich anhand von Tagebüchern, Briefen, Memoranden und anderen Aufzeichnungen der "Vampirjäger". Auf diese Weise wechseln natürlich Ort und Zeit der Handlung, die verschiedenen Erzählperspektiven brechen die Ereignisse jeweils in einem anderen Winkel, das Tempo der Handlung beschleunigt sich und wird auch immer wieder gebremst, und der Leser kann peu a peu die Puzzle-Teile zusammensetzen -- da er die Handlung bereits aus Filmen kennt, weiß er zwar mehr als die Figuren, aber Bram Stoker hält wie jeder gute Schriftsteller die Spannung bis zuletzt aufrecht. Dabei baut er nicht auf vordergründige Grusel-Elemente, wie man sie z.B. von allzu vielen Filmen kennt, sondern er arbeitet mit subtilen Mitteln, zielt auf Unterschwelliges und Unbewusstes; das Grauen stellt sich anhand von Kleinigkeiten ein.

Für heutige Leser weniger deutlich, aber für Stokers Zeitgenossen dafür umso mehr, sind auch viele sexuelle Anspielungen in der Handlung ("Dracula" entstand im prüden viktorianischen England, also konnte ein Autor gar nicht deutlich werden -- wie man hier sieht, konnte das auch Vorteile haben). Bemerkenswert ist allerdings, dass Stoker auch hier immer wieder mit dem Unbewussten der Leser spielt, und das zu einer Zeit, als Sigmund Freud seine Thesen noch nicht veröffentlicht hatte.

"Dracula" ist also nichts Geringeres als die Initialzündung der Vampirliteratur; sein Autor hat mit diesem Roman ein eigenes Genre begründet. Da er die Handlung außerordentlich subtil konstruierte, ist die Lektüre auch heute noch ein Genuss.
Auch wer die Filme bereits "auswendig kennt", sollte dennoch zu diesem Buch greifen; so präzise und psychologisch geschickt wird die Handlung nämlich nirgendwo sonst präsentiert, noch nicht einmal im -- fast -- kongenialen "Nosferatu" .
Freilich, wer unbedingt auf jeder Seite "action" haben muss, der wird mit diesem Buch wenig anfangen können. Wer aber Wert darauf legt, dass ihm subtil erzeugte Schauder den Rücken herunterlaufen, der ist hier bestens bedient.

Diese Ausgabe empfiehlt sich für Leser, die "nur" den Roman im englischen Original lesen wollen und dafür ein marginales Vorwort in Kauf nehmen. Auch eine bibliophile Ausstattung sollte man bei diesem Preis nicht erwarten. Wer seinen Englischkenntnissen misstraut, kann aber auch guten Gewissens zur deutschen Übersetzung von Stasi Krull greifen (Hinter dem Pseudonym "Stasi Krull" verbirgt sich niemand Geringeres als h.c. artmann).
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am 13. April 2006
Bram Stokkers Dracula ist für mich einer der besten Romane, den ich kenne, und ich habe schon wirklich sehr viele Bücher gelesen. Es geht darum, das der rumänische Graf Dracula in England ein Haus kaufen möchte. Ein Makler wird zu ihm geschickt, um mit ihm alles über den Kauf zu klären. Doch schon bald fällt dem Makler auf: Mit dem Grafen stimmt etwas nicht! Tagsüber lässt er sich nie Blicken, er isst nichts und sein Spiegelbild ist nicht im Spiegel zu erkennen. Dann wird der Graf auch noch gefährlich und der Makler flüchtet nach England. Doch schon bald kommt der Graf nach England und Kinder werden mit Bisswunden am Hals aufgefunden......
Ein extrem spannendes Buch, sehr bekannt, sogar ein Klassiker. Es stört in diesem Falle überhaupt nicht, dass das Buch nur aus Tagebucheinträgen und Briefen besteht.
Dieses Buch eignet sich für lange Abende und schlaflose Nächte. Ich kann es unbedingt empfehlen, es lohnt sich.
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am 18. Mai 2002
Bram Stokers bekanntester Roman "Dracula" ist zweifelsohne ein literarisches Meisterwerk und hat auch heute noch nichts von seiner Gänsehaut-Spannung eingebüßt. Bram Stoker gelingt es hierbei hervorragend, den Leser von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln. Meiner Meinung nach ist es ein Muss, dieses Werk in englischer Originalsprache zu lesen, was auch für den eher ungeübten Leser ohne weiteres möglich sein dürfte, da nur so die sprachliche Finesse, mit der Stoker "Dracula" geschrieben hat, zum Ausdruck kommt.
Ich bin von der besonderen Qualität dieser "Dracula"-Ausgabe fasziniert, denn sie übertrifft z. B. sogar den Film in ihrem Spannungsgehalt.
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am 6. Juli 2014
Fans of modern-day vampires will probably find this story terribly tame. Also, Dracula is neither good-looking nor sexy nor a complex personality – he is just a plain old monster.

Stoker’s book comes across as much more old-fashioned than those of his contemporaries Mark Twain and Jerome K. Jerome. The characters are extremely verbose, their speeches and sentiments seem quite overblown and all that goodness, sweetness and nobility of soul got tiresome after a while.

Still, the book is atmospheric, well written and clever in the way the story is developed through diary entries, letters and newspaper articles. As much as it is about the struggle of good versus evil it is also a love story and an ode to friendship and loyalty.
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am 27. August 2013
So manch einer wird sagen, was soll ich so ein altes Buch lesen und mir das auch noch in einer Fremdsprache antun. Aber dem kann ich nur entgegnen, dass Bram Stokers Dracula durchaus zu Recht zur Weltliteratur gehört. Auf dem Kindle liest es sich sehr leicht auf Englisch, da man ja unbekannte Lexik ganz leicht erschließen kann. Vor vielen Jahren hatte ich das Buch schon einmal in deutscher Übersetzung gelesen und war schon damals von der Stimmung, die das Buch erzeugt, fasziniert. Im englischen Original kommt die Sprachgewalt noch viel mehr zur Geltung. Daher lohnt es sich auf jeden Fall, zum Original zu greifen, sofern man die englische Sprache ausreichend beherrscht. Ich kann das Buch uneingeschränkt weiterempfehlen.
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am 26. April 2009
Über dieses Buch, einen der Klassiker des Horrors, ist schon viel geschrieben worden und das meiste davon beschäftigte sich mit dem Vampirthema. Dabei ist die Geschichte wesentlich vielfältiger. Neben den übernatürlichen Plotelementen und den Exkursionen in Richtung Abenteuer- und Detektivroman gibt es auch den Handlungsstrang der Jagd aus Rache und den Versuch, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Am wenigsten beachtet wird gewöhnlich die romantische Komponente. Dabei ist sie nicht nur besonders wichtig für die spätere Jagd aus Rache, sondern wurde auch auf eine erfrischend realistische Art behandelt.
Die Liebesgeschichte zwischen Jonathan Harker und Mina Murray ist nicht mit der Hochzeit der beiden zuende. Das klingt zunächst verwirrend, wenn man daran gewöhnt ist, Liebesgeschichten nur als Phase der Verliebtheit vor der Ehe zu lesen (oder filmisch realisiert zu sehen), wie es heute vielfach der Fall ist. Stokers verheiratetes Paar fällt nicht gleich nach der Trauung in einen Alltagstrott, es folgt auch keine Ehehölle, in der die beiden einander von ihrer jeweils häßlichsten Seite kennenlernen. Jonathan und Mina kümmern sich umeinander und kämpfen füreinander. Sie hat ihn geheiratet, obwohl er halbtot und deutlich vorgealtert von seinem Ausflug in die Karpaten zurückkehrte; ihre erste Aufgabe in der gerade geschlossenen Ehe war es, ihn gesundzupflegen und aus einem Zustand wieder hochzupäppeln, der dem eines sehr alten Menschen oder eines hilflosen Kleinkinds ähnelte. Jonathan andererseits setzte sich ganz für Mina ein, nachdem sie von Dracula gebissen worden war. Er wollte nichts davon wissen, daß sie sich in ein Monster verwandeln könnte, sondern verwendete bis zum (guten) Schluß all seine Energie darauf, sie zu retten und Dracula zu stoppen - obwohl er sich nicht sicher sein konnte, daß Mina nach dem Tod des Vampirs wieder normal werden würde.
Ähnlich tief wie die Verbundenheit zwischen diesen beiden ist die gemeinsame Liebe, die Lord Godalming, Dr. Seward und Mr. Morris für Lucy Westenra empfinden. Im Laufe der Handlung machen alle drei ihr einen Heiratsantrag. Schweren Herzens weist sie Dr. Seward und Mr. Morris ab und verlobt sich mit Lord Godalming - der mit den anderen beiden eng befreundet ist. Bevor sie ihn heiraten kann, wird sie allerdings von Dracula gebissen, der ihr in mehreren Nächten ihr gesamtes Blut aussaugen will. Dem versuchen die Helden durch Bluttransfusionen entgegenzuwirken. Nacheinander spenden alle drei für Lucy Blut - eine Angelegenheit, die zur Zeit der Entstehung des Buches noch wenig erforscht und riskant war. Bram Stoker weiß beispielsweise noch nichts von Blutgruppen. Es ist also ein großes Opfer, das Lucys Verehrer bringen. Und obwohl zwei von ihnen von Lucy abgewiesen wurden, beschließen sie bereits im Zuge dieser mysteriösen "Krankheit", durch die Lucy so viel Blut verliert, daß sie die Sache gemeinsam angehen und ihr helfen wollen. Sie wird wenig später dennoch ganz zum Vampir gemacht und beginnt, Kinder anzugreifen. Sie muß getötet werden, was letztlich ihr Verlobter übernimmt. Anschließend übertragen Lord Godalming, Dr. Seward und Mr. Morris die Loyalität, mit der sie bis zuletzt für Lucy eingestanden sind, auf deren beste Freundin Mina, die ebenfalls ein Opfer des Grafen wird. Auch hier stehen sie Jonathan Harker in nichts nach. Sie verwenden alle verfügbaren Mittel darauf, Dracula zur Strecke zu bringen, was einerseits als Rache für Lucys Tod gedacht, andererseits aber auch ein übertragener Freundschaftsdienst an Mina ist.
Allein diese kleine Gegenüberstellung zeigt bereits, wie ungewöhnlich und tiefgründig der Text ist und wie vielfältig Stoker arbeitet: Neben den ganz rationalen Passagen, in denen es um die Verfolgung und Tötung des Vampirs geht, und die sich teilweise wirklich aus Fahrplänen und Reisebeschreibungen zusammensetzen, gibt es auch diese hoch-emotionalen Stücke, in denen klar wird, daß die Helden des Buchs keine herzlosen, übercoolen Monsterschlächter sind, an denen alles spurlos vorbeigeht.
"Dracula" ist immer noch ein großes Buch, das durch seine Vielschichtigkeit und Lebendigkeit den meisten nach 1897 geschriebenen Vampirgeschichten überlegen ist.
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