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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Voyager-Relaunch-RELAUNCH beginnt, 22. Mai 2009
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Rezension bezieht sich auf: Star Trek: Voyager: Full Circle (Taschenbuch)
Vorbemerkung
Voyager-Relaunch-Relaunch. So etwas gab es wohl noch nie: den Neustart eines Neustarts einer Star Trek -Serie. Doch Pocket Books macht's möglich, genauer gesagt eine Produktpolitik, der es mit der fortschreitenden Expansion des literarischen Star Trek-Sektors immer weniger gelang, die einzelnen Relaunchreihen und eigenständigen Geschichten aufeinander abzustimmen. Das lag zum einen daran, dass die TV-Serien zu unterschiedlichen Zeiten ihr Ende fanden.

Deep Space Nine hatte es da - zumal als erste Serienfortführung überhaupt - unmittelbar nach dem Dominion-Krieg am günstigsten, wurde doch der DS9-Relaunch zur Referenz für künftige Fortsetzungsreihen im Trek-Kosmos des 24. Jahrhunderts. Ein anderer Grund für die fehlgeschlagene Synkronisation der einzelnen Relaunches war eine unterschiedliche Begeisterung von Autoren und Editoren für einzelne Serien. So ergab es sich zuletzt, dass das prominenteste Opfer dieser Entwicklung der VOY-Relaunch wurde.

Schnell hatte sich herausgestellt, dass VOY bei Pocket Books ein wenig wie das schwarze Entlein geführt wurde, da über fünf Jahre hinweg gerade einmal eine Autorin zwei vergleichsweise unspektakuläre Cliffhangergeschichten zustande brachte. Dann kam der schwachbrüstige VOY-Relaunch zu allem Übel unter die Räder der Seconde Decade. Das TNG-Sequel war erst verhältnismäßig spät vom Stapel gelassen worden und mündete nach einigen eher schnöden Borgscharmützeln in die Destiny-Reihe ein, die das Star Trek-Universum der Picard-Ära auf seine Weise so sehr revolutionierte wie J.J. Abrams' Neuinterpretation des TOS-Epos.

Vorher hatte die Second Decade sich, gleichsam im Vorbeigehen, angemaßt, mal eben die VOY-Protagonistin schlechthin den bionischen Zombies zum Fraß vorzuwerfen: Kathryn Janeway. Um in der Borgsprache zu bleiben: VOY war königinnenlos zurückgeblieben. Müßig, noch zu erwähnen, dass sich die Titan-Serie um William Rikers erstes Kommando ihrerseits frühzeitig Tuvok stibitzt hatte, womit auch der die Bühne für den VOY-Relaunch so gut wie verlassen hatte. Was übrig blieb, waren ein paar zerstreute Grüppchen von Resthelden, deren Schicksale durch gewisse Andeutungen im Gefolge von Destiny zumindest fraglich geworden waren. Die denkbar schlechteste Ausgangslage, es noch mal mit der Voyager zu versuchen, die ja ihr Serienziel ohnehin mit der Rückkehr zur Erde erreicht hatte.

Doch jetzt kommt die unerschrockene Kirsten Beyer und fasst das heikle Eisen des pechgeprüften Sequels zur vierten Star Trek-Serie noch mal an. Die Autorin, die in enger Koordination mit Ex-Editor Palmieri und anderen Autoren vorging, war sich darüber im Klaren, dass es mehr als eines Trickkistenkaninchens bedurfte, um VOY zurückzubringen und auch ein wenig des speziellen Geistes, der die Serie umweht und für Fans attraktiv gemacht hatte.

Nicht von ungefähr entschied sie sich, einen wahren Wälzer von einem Buch abzuliefern, der auf den sinnigen Titel Full Circle hört. Und tatsächlich soll ein Kreis geschlossen werden - und nebenbei ein Bogen geschlagen: Full Circle beginnt da, wo die zaghaften Ansätze des ersten, von Christie Golden verfassten VOY-Relaunch aufhörten, um dann einen wilden Galopp bis in die Ära hinter Destiny zu unternehmen. Damit deckt das Buch beinahe drei Jahre ab. Ein hehres Vorhaben. Aber ob der Voyager'sche Zirkelschluss auch gelingt?

Inhalt
Der Roman mit deutlicher Überlänge ist unterteilt in mehrere kleinere Geschichten, die sich in zwei großen Storybögen abspielen. Der erste Storybogen betrifft die Fortsetzung der unterbrochenen Erzählung aus Spirit Walk, der zweite Storybogen den Beginn einer grundsätzlichen Zäsur der VOY-Saga mit Kathryn Janeways Tod.

Alles beginnt mit der Entführung von Toms und B'Elannas Tochter Miral auf Boreth. Wir erinnern uns: Im Spirit Walk-Zweiteiler begab sich die frühere Chefingenieurin der Voyager auf die klingonische Klosterwelt, um Nachforschungen über die Kuvah'magh-Prophezeiung anzustellen, mit der sie erstmals im Delta-Quadranten durch ein klingonisches Generationenschiff in Berührung kam. Damals hielten diese Klingonen Miral für das auserwählte Kind, dessen Niederkunft massive Auswirkungen auf das Dasein der klingonischen Spezies haben würde. B'Elanna, obgleich skeptisch, aber immerhin neugierig, begann zu recherchieren.

Zu Beginn von Full Circle wird das Boreth-Kloster dann von unbekannten Klingonen angegriffen und ihr Miral von Unbekannten entrissen. Ausgerechnet der Kahless-Klon erklärt sich bereit, B'Elanna zu helfen - und weiht sie in eine Wahrheit ein, die im klingonischen Reich seit Jahrtausenden im Verborgenen existiert. Zwei religiöse Sekten führen offenbar eine Art Dschihad um die Ankunft der Kuvah'magh - die einen wollen sie in Sicherheit bringen, die anderen umbringen. Und die einzige Chance, Miral zurückzubekommen, liegt darin, beide Gruppen gegeneinander auszuspielen. Zusammen mit Kahless begibt sie sich auf eine geheime Mission.

Auf der Voyager, eigentlich für eine andere Mission eingespannt, gerät Tom Paris außer sich, als er erfährt, dass Frau und Tochter verschwunden sind - und B'Elanna ihm obendrein verschwiegen hat, dass sie weiter tiefer in die rätselhaften Kuvah'magh-Angelegenheit involviert war. Chakotay, welcher derweil voll und ganz zu seiner Rolle als Kommandant gefunden hat, blockt die Ersuche seines Ersten Offiziers, B'Elanna zur Hilfe zu eilen, entschieden ab, da nicht zuletzt die Klingonen den Angriff auf Boreth als interne Angelegenheit behandeln. Glücklicherweise hat Paris eine Fürsprecherin: Admiral Janeway weilt zufällig an Bord, und sie beide bearbeiten Chakotay so lange, den Kurs zu ändern und nach Qo'noS zu fliegen, bis er das Gefühl hat, ein ehemaliger Maquisade halte sich eher ans Protokoll als urechte Sternenflotten-Offiziere. Kanzler Martok hat glücklicherweise auch seinen guten Tag und gestattet der Voyager, an den Ermittlungsarbeiten zu partizipieren.

Im Verlauf dieser ungewöhnlichen, aber doch eben ,Familienmission' unterstützen auch Seven und der Doktor von ihren Thinktank aus die Bemühungen der Voyager, sodass man zuletzt dem Mysterium um die Kuvah'magh auf die Schliche kommt. Tabula Rasa: Offenbar machen die Klingonen so etwas wie eine bedenkliche Deevolution mit und könnten in den kommenden hundert Jahren nicht mehr so existieren wie heute. Kinder wurden bereits mit degenerierten Genomen geboren, was jedoch geheimgehalten wurde. Hier kommt Miral ins Spiel: Da die deevolutionäre Katastrophe schon vor Jahrtausenden vorhergesehen wurde, gaben bestimmte klingonische Gruppen noble Blutlinien weiter. Aber nur Mirals Œ-klingonisch-Ÿ-menschliche DNA hat das Potential, die klingonische Spezies zu retten.

Der folgende Zeitraum - Oktober 2378 bis Juni 2380 - wird im Schnelldurchlauf abgehandelt, denn er umspannt gerade einmal fünfzig Seiten. Hier trifft B'Elanna Vorbereitungen, ihre Tochter in der Öffentlichkeit für tot zu erklären, um endlich Ruhe vor klingonischen Entführern zu haben. Ebenfalls im Vordergrund stehen eine gewisse Captain Eden und ihr Vorgesetzter, Admiral Batiste, im Oberkommando. Eden hat von Beginn der Geschichte an die Aufgabe, die Voyager-Logbücher zu studieren, und man weiß zunächst nicht, was sie vorhat, wenn sie in ausführlichen Interviews mit den aktuellen und ehemaligen Führungsoffizieren Details herausfinden möchte. Das ist umso verwunderlicher, weil die Sternenflotte nach der unmittelbaren Rückkehr des Schiffes in den Alpha-Quadranten beileibe nicht so ein Interesse für die Voyager aufbrachte, jetzt jedoch aus schleierhaften Gründen schon. Dann dringen Gerüchte an Janeway, und sie erfährt im Laufe der Zeit, dass die Sternenflotte offenbar an die Möglichkeit denkt, die Voyager in den Delta-Quadranten zurückzuschicken - ein ebenso irrwitziger wie faszinierender Gedanke.

Der wichtigste Part in diesem Zwischenabschnitt wird vom Zwieverhältnis Janeways und Chakotays bestimmt. Die sicherlich bedeutsamste Szene des ganzen Buches ist eine besondere Gelegenheit, die sich im Rahmen eines Essens in seinem Quartier auf der Voyager ergibt: Sie kommen von Ästchen auf Stöckchen und sind plötzlich bei ihrem eigenen Verhältnis zueinander angelangt. Chakotay traut sich endlich, sich vor ihr seine Gefühle einzugestehen, die in der Episode Resolutions Thema gewesen und dann verschüttet worden waren. Da er den ersten Schritt gemacht hat, deutet auch Janeway ihre Gefühle für ihn an, doch noch hat sie Probleme mit der Vorstellung, der Mann, der so lange ihre rechte Hand war, könnte ihr Liebhaber sein.

Deshalb bittet sie um eine Pause zur Neuorientierung - und stellt ihm etwas in Aussicht: Nach Ende der nächsten Langzeitmission der Voyager sollen sie sich in einem Jahr in Venedig treffen, wo sie bereit sein will, mit ihm einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen - als Liebespaar. Der Leser ahnt Schmerz. Denn sehr bald macht das Buch seinem Namen alle Ehre, der Kreis schließt sich, und man erinnert sich an den Prolog, wo Chakotay in einem Restaurant in Venedig sitzt und auf Kathryn wartet, aber stattdessen kommt nur Marc, ihr Exmann, und teilt ihm die Nachricht von ihrem Tod an Bord eines Borg-Kubus (s. Before Dishonor) mit.

Chakotay, der schwer angeschlagen ist, wird im Zuge fragwürdiger Entscheidungen auf einer Mission von der Sternenflotte in Bezug auf seine Kommandofähigkeit überprüft. Die Interviewsitzungen mit dem neuen Bordcounselor bilden weithin den Rahmen für den zweiten Teil der Geschichte: Über seine Erinnerungen springt die Geschichte zwischen den Jahren 2380 und 2381 vor und zurück, bis in den weiteren Verlauf der Gegenwart nach den Ereignissen aus Destiny. Dabei wird unter anderem auf den Anteil der Voyager an der Rettung des Alpha-Quadranten vor der verheerenden Borginvasion eingegangen.

Letzten Endes erhält die Voyager im Sommer 2381 den Auftrag, als eines von neun mit dem experimentellen Slipstreamantrieb ausgestatteten Schiffen wieder in den Delta-Quadranten zu fliegen. Die Mission ist auf längere Zeit angelegt, soll aber aufgrund der neuen Antriebstechnologie dennoch unkomplizierter werden, eher Monate als Jahre dauern. Es gilt, herauszufinden, ob im Gefolge der Destiny-Ereignisse die Caeliar und mit ihnen die Borg wirklich verschwunden sind und, wenn ja, wie ein Machtvakuum im Delta-Quadranten verhindert werden könnte. Immerhin maß das Borgterritorium ein Vielfaches des Föderationsraums.

Janeway ahnte schon damals nichts Gutes und entwickelte sich zu einer scharfen Gegnerin des Vorhabens von Admiral Batistes Gruppe, die Voyager-Mannschaft wieder zurückzukatapultieren, gerade in Anbetracht der verheerenden Lage vor der eigenen Haustür. Doch nun ist sie tot, und die Argumentation von Batiste erscheint stichhaltig. Wie lange die Voyager diesmal auf der anderen Seite der Milchstraße bleiben soll, ist zudem unklar. Andeutungen gehen in die Richtung, dass es hier nicht nur um den etwaigen Verbleib der Borg geht, sondern um eine grundsätzliche Entscheidung der Föderation, im Delta-Quadranten Fuß fassen zu wollen.

Chakotays gravierender emotionaler Zustand hat ihm eine vorübergehende Suspendierung vom Dienst eingebracht, sodass Eden selbst den Befehl über das Schiff von Admiral Batiste zugeschlagen bekommt. B'Elanna und Miral gelten indes offiziell als Opfer des zurückliegenden Borgüberfalls; (beinahe) niemand ahnt, dass die halbklingonische Mutter geschickt untergetaucht ist, um ihr Kind zu schützen. Seven entscheidet sich als Einzige dagegen, die Voyager auf ihrem Flug zu begleiten. Sie ist, seit die Caeliar die Borg 'befreiten', zwar ohne Implantate, hört aber auch ständig eine rätselhafte Stimme, die sie in den Wahnsinn treibt. Sie muss herausfinden, was es damit auf sich hat, und das ist für Chakotay der Anlass, alles andere hinter sich zu lassen, um ihr zu helfen. Er weiß, wie sehr Seven Janeway am Herzen lag, und sich ihrer anzunehmen, gibt ihm das Gefühl, seinem früheren Captain wieder etwas näher zu sein. So scheint es am Ende, als würden nur sie beide im Alpha-Quadranten zurückbleiben.

Kritik
Nach den Ereignissen aus dem letzten VOY-Relaunch mit Golden-Handschrift, TNG- und Destiny-Einflussnahmen auf war die Gemengelage für Voyager desastriös. Umso skeptischer konnte man sein, ob ein Fortsetzungsversuch nicht alles noch schlimmer machen würde. Meine Erwartungen zumindest waren nicht sehr hoch gehängt. Dann rumorte es über Full Circle, und der verheißungsvolle Klappentext ließ Hoffnung aufkeimen. Würde die Crew, die die bisherigen Relaunch-Bücher zu zersetzt hatte, wieder zusammengeführt werden, damit das alte Familiengefühl wieder erwachte? Wie würde die weitere VOY-Story den Tod Janeways verkraften können? Und würde es sinnvolle Neuzugänge geben, nachdem Charaktere wie Neelix und Tuvok erst einmal für ein Sequel nicht mehr zur Verfügung standen?

Man kann all diese Fragen mit einem satten ,Ja' beantworten. Und weit darüber hinaus macht Full Circle alles dermaßen richtig, dass ich erstaunt war, wie viel noch aus Voyager herauszuholen ist. Todgesagte leben eben länger - das gilt nicht nur für B'Elanna, Miral...und bald vielleicht auch Janeway?

Meiner Meinung nach ist das große Geheimrezept des Buches, dass es ihm gelingt, den alten VOY-Spirit wieder einzufangen - als erstes überhaupt in der Reihe. Anders als in TNG, DS9 und auch ENT ging es hier im Kern niemals um das eigene Opfer für das höhere Ideal oder das große Ganze, sondern um die genaue Antithese dessen: Die Charaktere und die Familie standen im Vordergrund, und für sie ging man so weit, Regeln zu brechen - wie nicht zuletzt die letzte Episode Endgame eindrucksvoll vor Augen führte. Deshalb standen im Mittelpunkt des Romans von Anfang an die Personen. Ausgerechnet Janeways Tod wandelt Kirsten Beyer in einen Katalysator für ihre Geschichte um. Sehr gekonnt nimmt sie das Ableben des ehemaligen Captains zum Anlass, die Crew in eine neue Situation zu stürzen und Charakterstudien der besten Sorte aus dem Hut zaubern, welche trotz ihrer Ausführlichkeit nur selten ausufernd wirken. Nein, sie hat einfach wirklich etwas zu erzählen. Die Autorin schreibt wunderbar und schön strukturiert und insbesondere mit einer Einfühlsamkeit, wie sie bei den meisten ihrer männlichen Kollegen vergebens gesucht wird.

Zweifellos im Mittelpunkt der Handlung steht Chakotay und der Erkenntnisvorgang seiner Liebe für Kathryn Janeway. Eben Janeways Tod kommt einer potentiellen Schnulzenhandlung zuvor, wie man sie vorzugsweise in Fan-Fiction-Kurzgeschichten findet, und schafft eine tragische, bittersüße Liebeshandlung mit sehr viel Tiefgang. Überall in Full Circle wimmelt es von Flashbacks, die die Atmosphäre weiter verdichten und die Serienhelden komplexer machen. Bei den anderen Protagonisten sind es vor allem B'Elanna und Tom, die ihre Auftritte haben und ebenfalls Anteil nehmen am Verlust Janeways. Dagegen ist Tuvok - wie erwartet - abgetreten, der Doktor und Harry (ebenso Libby Webber, die von Christie Golden noch übermäßig oft aufgegriffen worden war) spielen nur mehr eine untergeordnete Rolle.

Seven indes wird vor allem im Zusammenhang mit ihrem Persönlichkeitsfindungsprozess thematisiert, der mit der Auflösung der Borg durch die Caeliar in eine neue Etappe gerät. Neue Personen wie Eden, Batiste oder Counselor Cambridge sind eine Bereicherung, erreichen aber zu keiner Zeit die Priorität der alten Hauptfiguren. Auch dies trägt dazu bei, dass Full Circle als authentische, urgewalte Fortsetzung daherkommt. Angesichts allenthalbener Umstürze ist es umso faszinierender, wie am Ende beinahe alle Crewmitglieder aus teils ganz verschiedenen Gründen wieder auf die Voyager zurückfinden. Nur Chakotay und Seven haben offenbar ein anderes Schicksal.

Der andere Meilenstein von Full Circle ist der Plot um die Rückkehr der Voyager in den Delta-Quadranten, der immer mehr Fahrt aufnimmt. Wow, das schlägt wirklich ein wie eine Bombe, und was sollte dieses Schiff auch anderes tun als fernab der Heimat unterwegs zu sein? Alles andere hätte einfach nicht mehr gepasst; die Voyager war im wahrsten Wortsinn zuhause gestrandet. Aber diesmal steht der erneute Aufbruch in den Delta-Quadranten unter anderem Vorzeichen: Intrigen lauern überall. Es sind die Gestalten um Admiral Batiste, die einem nicht ganz geheuer sind. Sie scheinen mehr zu wollen als sie vorgeben.

Sie sind selber Protagonisten im ausgebrochenen Wettstreit mit dem neu gegründeten Typhon-Pakt, einem gefügten neuen Machtblock im Quadrantengefüge, der sich aus den Destiny -Nachwehen im Roman A Singular Destiny gegen die Föderation gebildet hat und Romulaner, Tholianer, Gorn, Breen und andere Spezies einschließt. Es beschleicht einen das Gefühl, als würde die Voyager instrumentalisiert für die Pläne einer machtversessenen Gruppe im Oberkommando. Dafür spricht auch symbolisch, dass Chakotay am Ende nicht mehr das Kommando hat. Die Odyssey geht in großen Zügen mit der Kraft eines Space-Melodramas weiter.

Fazit
Es gibt nicht viele Star Trek-Romane, die mich so vom Hocker gerissen haben. Ich habe Full Circle gleich zweimal hintereinander gelesen, war immer wieder begeistert und gerührt. Und das ausgerechnet bei einem Voyager-Buch - wo doch die Serie nie mein Liebling war und auch die bisherigen Relauch-Novellen zu diesem Thema herb enttäuschten. Zu großen Teilen ist es die Glanzleistung Kirsten Beyers, die dieses Buch zu einem solchen Durchlebnis macht, denn hier geht es um eine Gruppe von Personen und ihre Schicksale in äußerst rauen Zeiten. Gerade das Ende zeigt: Nie war VOY mehr es selbst als in Full Circle.

Es bleibt abzuwarten und zu hoffen, dass der kommende Roman Unworhty ebenso mitreißend wird wie Full Circle - das nichts anderes verdient hat als die Höchstwertung und sich definitiv in die Hall of Fame der besten Star Trek-Relaunch-Werke überhaupt einreiht.
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5.0 von 5 Sternen Sehr empfehlenswert, 21. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Star Trek: Voyager: Full Circle (Taschenbuch)
Dieses Buch ist wirklich der Hammer. Es ist auf jeden Fall von Vorteil, wenn man sich mit der
Voyager auskennt und über Hintergrundwissen verfügt. Es ist zwar sehr anstrengend durch das
dauernde Hin und Her springen in den verschiedenen Zeiten und Orten, aber es wird nie
langweilig, teilweise sehr emotional und einfach super zu lesen.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tadaaaa: Der beste Voyager-Roman aller Zeiten!, 27. September 2011
Von 
Kerstin Wiedemann "Ameise" (Flensburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Star Trek: Voyager: Full Circle (Taschenbuch)
Ich weiß noch genau, wie es für mich war, als die letzte "Voyager"-Folge "Endspiel" erstmals bei Sat 1 lief. Die ganze Zeit war ich völlig hingerissen von diesem packenden Zweiteiler, aber als sich die Sendezeit bedrohlich dem Ende näherte und sich Captain Janeways Crew immer noch im Delta-Quadranten befand, stellte ich mir die bange Frage, wie um alles in der Welt die Geschichte in den paar Minuten noch zu einem angemessenen Abschluss gebracht werden sollte. Und zack - auf einmal erreichte die Voyager wieder den heimatlichen Alpha-Quadranten, und damit war die Serie vorbei. Das war also der Moment, dem man sieben Staffeln lang entgegenfieberte. Und nun?

Wie schon bei anderen Star Trek-Serien auch, wurde erfreulicherweise auch VOY in Romanform weitererzählt. In vier Romanen von Christie Golden erlebten die Crewmitglieder neue Abenteuer. Und dann... starb Kathryn Janeway. Noch nicht mal in einem "Voyager"-Roman, sondern in "Heldentod" aus der TNG-Reihe. Kurze Zeit später wirbelten die Ereignisse aus "Destiny" die Star Trek-Bücherwelt gehörig durcheinander. Wieder stellte sich die Frage: Und nun? Wie ging es jetzt mit der Voyager und ihrer Crew weiter?

Sicher hatten es die Romane, die sich unmittelbar an die spektakuläre "Destiny"-Trilogie anschlossen, nicht gerade einfach. Captain Picards Crew widmete sich in "Den Frieden verlieren" der humanitären Hilfe, die Titan kehrte in "Stürmische See" sehr schnell wieder zum Forschungsalltag zurück, und mit "Einzelschicksale" erlebten wir eine sachliche Sichtweise aus Politikerperspektive auf die Auswirkungen der verheerenden Borg-Schlacht. Kirsten Beyer ging die Sache ein wenig anders an. Statt die Handlung ihres "Voyager"-Romans ebenfalls direkt an die "Destiny"-Trilogie anknüpfen zu lassen, erzählt sie eine komplexe Geschichte, die sich über den Zeitraum von drei Jahren hinzieht, die Handlungsstränge aus den Vorgängerromanen aufgreift und das Geschehen vor, während und nach "Destiny"einschließt. Dabei springt die Handlung in der Zeit vor und zurück, und wer bei so etwas leicht den Überblick verliert (wie ich zum Beispiel), sollte sich beim Lesen besser ein paar Notizen machen. Es lohnt sich auf jeden Fall!

Schon der Epilog hat es in sich: In einem Restaurant in Venedig wartet Chakotay auf Janeway, mit der er sich verabredet hat, doch sie taucht nicht auf. Von ihrem ehemaligem Verlobten muss Chakotay erfahren, dass Kathryn tot ist.
Knapp zwei Jahre zuvor (2378): Die alte Stammbesatzung arbeitet noch einmal zusammen, um B'Elannas und Toms kleine Tochter Miral, die laut einer Prophezeihung eine Art Messias für das klingonische Volk sein soll, vor zwei rivalisierenden Sekten zu beschützen. Danach trennen sich die Wege der meisten wieder, um erst wieder zu einem tragischen Anlass zusammenzufinden: Kathryn Janeways Trauerfeier.

Damit wäre knapp die Hälfte des recht umfangreichen Romanes vorbei und wir wieder beim Anfang des Buches, aber eigentlich geht es jetzt erst richtig los. Die Zeit fliegt nun dahin, und zwischendurch kommt es immer wieder zu Rückblicken, wodurch das Tempo deutlich anzieht und der Leser mehr als vorher gefordert wird. Im ersten Teil war der Roman ein reines "Voyager"-Abenteuer, das die Handlung der Vorgängerromane weitererzählte. Ab jetzt jedoch fügt sich das Geschehen nahtlos in die Ereignisse anderer ST-Romanreihen ein, insbesondere natürlich denen von "Destiny". Im zweiten Band der Trilogie konnte man ja schon erfahren, dass auch die Voyager an vorderster Front gegen die Borg kämpfte und schwer beschädigt aus der Schlacht hervorging. Wer jetzt ausufernde Raumschiff-Ballerszenen erwartet, irrt: Mehr als alles andere stehen die Charaktere im Vordergrund. Kirsten Beyer trifft jede einzelne der bekannten Figuren perfekt und stellt deren Seelenleben so anschaulich dar, dass man als Leser so richtig schön mitfühlen, oder in diesem Fall, mitleiden kann. "Full Circle" ist gerade deshalb ein Roman, der einen streckenweise ganz schön runterzieht. Die Grundstimmung ist sehr bedrückend und manchmal regelrecht deprimierend. Je weiter ich las, umso stärker kam bei mir der Gedanke auf, die Voyager wäre wohl besser im Delta-Quadranten geblieben. Für fast alle Charaktere brachte die Heimkehr kein Glück, ganz im Gegenteil. Ausgerechnet Harry Kim, wohl derjenige, der sich am allermeisten auf die Rückkehr in den Alpha-Quadranten freute, zieht am Ende verbittert Bilanz:

"It's not right. And no matter how I try to look at it, it's never going to be right again. It doesn't make any sense. It's like I had this life, and then I somehow wandered down the wrong path and ended up in some alternate reality."

Wenn man sich die Handlung von "Full Circle" so ansieht, kann man ihm da nur beipflichten. Harry selbst: lebensgefährlich verletzt und von seiner Verlobten verlassen. Janeway: tot. Chakotay: körperlich und seelisch ein Wrack. Seven: ebenfalls psychisch in einem desolaten Zustand. Paris und Torres: aus Angst um ihre Tochter zu einer verzweifelten Maßnahme gezwungen. Tuvok: verlor seinen Sohn (siehe "Destiny 3"). Einzig der Doktor brachte sein Leben nach dem unfreiwilligen Aufenthalt im Delta-Quadranten recht gut auf die Reihe.

Ja, der Roman ist deprimierend, aber er ist gut - verdammt gut sogar. Die "Voyager"-Romanserie ist bis auf wenige Ausnahmen ja eher von bestenfalls mittelmäßigen Werken geprägt, aber "Full Circle" ist ein echter Hammer. Es ist eines jener Bücher, die einen völlig gefangennehmen; eines jener Werke, bei denen man sich den Feierabend herbeisehnt, um endlich weiterlesen zu können. Die emotionale Wucht der Geschichte haut einen förmlich um, und mehr als einmal hatte ich beim Lesen einen dicken Kloß im Hals. Zwar hat der erste, etwas zu klingonenlastige Teil des Buches eine leichte Überlänge, aber dafür ist die zweite Hälfte schlichtweg zum Niederknien. Ganz ehrlich: Schon allein dieser Roman würde die Veröffentlichung der VOY-Relaunchreihe in Deutschland rechtfertigen (kleiner Wink mit dem Zaunpfahl an den Cross Cult-Verlag). Als einziger Roman im Kielwasser von "Destiny" kommt "Full Circle" ähnlich episch und mitreißend wie die Borg-Trilogie daher, mit dem Vorteil, dass Kirsten Beyer ein noch besseres Gespür für die Charaktere aufbringt als ihr Kollege David Mack. Dieses Buch wird sicher auch ST-Romanleser begeistern, die sich normalerweise nicht so recht für "Voyager" erwärmen können. Obwohl er vorwiegend von starken Charaktermomenten und großen Emotionen geprägt wird, weist er auch einen beachtlichen Spannungsbogen auf. Bemerkenswert sind noch die clever aufbebaute Handlung und der sehr einfühlsame Schreibstil.

Lange Rede, kurzer Sinn: "Full Circle" ist wirklich ganz großes Kino und für mich einer der besten Star Trek-Romane überhaupt. Unbedingt empfehlenswert!
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Good Grief, the other Kind and what to Do with It, 15. Mai 2009
Von 
K. Beck-Ewerhardy "kgbeast" (Moers) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
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Rezension bezieht sich auf: Star Trek: Voyager: Full Circle (Taschenbuch)
Going full circle asks the question, where the starting point has been. In this novel, the fact that circles by their nature normally don't start anywhere becomes quite obvious. Pivoting around Admiral Janeway's death while inspecting a Borg-cube we see the past and future of a lot of the VOYAGER's former personnel, trying to adapt to a new life in the aftermath of a catastrophic war. With casualties in the billions, the Federation is hard pressed to care for all the grieving people inside its borders while at the same time rebuilding and trying to oush further out into the universe.

A very character-driven narration that jumps from past to future to present and so on. Interesting, concerning the characters but not overly exciting.
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Star Trek: Voyager: Full Circle
Star Trek: Voyager: Full Circle von Kirsten Beyer (Taschenbuch - 31. März 2009)
EUR 6,52
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