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5.0 von 5 Sternen Ich bin dann mal weg, 13. Oktober 2009
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Miracle In The Andes (Taschenbuch)
Als Fernando "Nando" Parrado, Roberto Canessa und Antonio Vinzentin sich auf den Weg Richtung Westen machen, liegen bereits zwei Monate härtester Entbehrungen hinter ihnen. Vor ihnen liegt der Aufstieg auf einen der höchsten Gipfel der Anden, und ihre Ausrüstung für das lebensgefährliche Unterfangen ist vollkommen unzureichend.

Was treibt Menschen dazu, in Alltagskleidung und ohne Ausrüstung oder jegliche Erfahrung im Felsklettern die Erstbesteigung eines Bergs zu wagen, dessen Spitze mehr als 5000 Meter über dem Meer liegt (zum Vergleich: das Matterhorn, einer der höchsten Berge der Schweizer Alpen, bringt es auf "nur" 4478 Meter Höhe)?

Im Falle von Parrado und seinen Freunden ist es nicht Leichtsinn, sondern der Mut der Verzweiflung: Ihnen ist klar, dass das waghalsige Unternehmen die einzige Chance ist, dem sicheren Tod zu entrinnen - nicht nur für sie, sondern auch für 19 weitere junge Männer, die den Absturz einer Propellermaschine der urugayischen Luftwaffe überlebt haben, und die nun darauf vertrauen, dass die drei Mann starke Expedition es zu Fuß bis zur nächsten menschlichen Ansiedlung schafft und von dort Hilfe sendet.

Rückblende

Wir schreiben den 13. Oktober 1972.
Rugby-Spieler Parrado, sein Team und einige Angehörige und Freunde befinden sich auf einem Flug zu einem Freundschaftsspiel in Chile.

Aus bis heute ungeklärter Ursache macht der Pilot beim Navigieren durch die mehr als 6000 Meter hohen Gipfel der Anden einen verhängnisvollen Fehler, infolgedessen die Maschine einen Berg streift. Beide Tragflächen und der hintere Teil der Maschine reißen ab, doch wie durch ein Wunder zerschellt der vordere Teils des Rumpfes beim Aufprall nicht komplett, sondern landet auf einer schneebedeckten, abschüssigen Hochebene. Deren Neigungswinkel verhält sich zur Flugbahn des abstürzenden Flugzeug-Geschosses immerhin so günstig, dass sich der Rumpf beim Aufprall nicht überschlägt, sondern zunächst mit einer Geschwindigkeit von mehr als 200 km/h den Abhang hinabrast.

Als der stark beschädigte Rumpf zum Stehen kommt, ist ein Viertel der 45 Passagiere tot, in den darauf folgenden Tagen werden weitere Insassen ihren schweren Verletzungen erliegen. Unter den Opfern befinden sich auch Parrados Mutter und seine jüngere Schwester Susanna, die Parrado und dessen Rugby-Team zu einem Freundschaftsspiel in Chile hatten begleiten wollen.

Wenige Tage nach dem Unglück sind noch 29 der Insassen am Leben, und die auf Rettung Hoffenden sehen sich widrigsten Umständen ausgesetzt. Das Flugzeugwrack bietet gerade einmal ausreichend Schutz, um die nächtlichen Minustemperaturen zu überleben. Warme Kleidung hat niemand im Koffer gehabt, und ohnehin ist das Gros des Reisegepäcks irgendwo zusammen mit dem Heck des Flugzeugs verschollen. Mindestens genauso prekär sind die Lebensmittelvorräte, die sich auf einige Flaschen Wein und ein paar Tafeln Schokolade beschränken. Bald ist der Reiseproviant aufgezehrt, noch immer ist keine Rettung in Sicht, und die Verzweifelten sehen sich vor eine entsetzliche Wahl gestellt: entweder Hungers zu sterben - oder sich vom einzigen Fleisch weit und breit ernähren ...

Kritik

Die Geschichte, die Parrado in seinem 34 Jahre später veröffentlichten Buch erzählt, hat den Blätterwald seinerzeit gehörig rauschen lassen, 1993 sind die Geschehnisse auch verfilmt worden. Was den Überlebenskampf in eisiger Höhe für die Presse zum gefundenen Fressen machte und was die Bilder des Films "Überleben" nur andeuten können, beschreibt Parrado so sachlich, als wolle er mit seinen Beschreibungen des zum Überleben notwendigen Kannibalismus der Gruppe den stilistischen Kontrapunkt zur reißerischen Berichterstattung in den Medien setzen. Sein Bericht über das Unvorstellbare verliert dadurch nicht an Schrecken: Dass sich nach zwei Monaten vor dem Wrack des Flugzeugs Knochen stapelten und sich die Überlebenden in äußerster Not nicht nur von den Innereien ihrer toten Freunde ernährten, sondern selbst deren Schädel aufbrechen mussten, ist, ganz gleich mit welchen Worten man es schildert, ein zutiefst verstörendes Detail. Der eigentliche Unterschied zwischen Parrados Schilderung und der sensationslüsternen Berichterstattung des Boulevards ist aber ein anderer: Parrado gelingt es nicht nur, die Notwendigkeit der grausam scheinenden Verrichtungen nachvollziehbar zu machen, sondern er macht vor allem eindringlich klar, mit welch ungeheurem Respekt die Überlebenden sowohl ihren Toten als auch einander begegneten.

"Miracle in the Andes" ist ein Buch über Menschen, die unter unmenschlichsten Bedingungen im besten Sinne menschlich handeln. Immer wieder lobt Parrado den Teamgeist der Überlebenden, und regelmäßig hebt er die Verdienste Einzelner heraus, ohne deren Zutun wohl noch mehr Menschen gestorben wären. Wer die Schilderungen äußerster Not liest, kann sich vielleicht auch vorstellen, wie viel es Parrado bedeutet hat, dass seine Freunde das Versprechen, das sie ihm vor seinem Aufbruch gen Westen gegeben hatten, bis zuletzt einhielten: Die Leichen seiner Mutter und seiner Schwester waren auch dann noch unangetastet, als Parrado zehn Tage nach seiner gefährlichen Tour durch die Berge tatsächlich mit der herbeigesehnten Hilfe aus der Luft eintraf.

R e s ü m e e

"Miracle in the Andes" ist sicher eines der beeindruckendsten literarischen Zeugnisse menschlichen Überlebenswillens, das ich je gelesen habe - nicht nur eine fesselnde Reportage über das Überleben in einer zutiefst lebensfeindlichen Umgebung, sondern auch ein Buch über die großen Themen Glaube, Liebe und Hoffnung. Viele der Gedankengänge über Leben und Tod, die Parrado im Zuge seiner äußersten Grenzerfahrung entwickelt, haben großen Eindruck auf mich gemacht (dass der Autor heute ein über die Grenzen seiner Heimat Uruguay hinaus gefragter Redner ist, wundert mich nicht), und so ist "Miracle in the Andes" nicht zuletzt auch ein Buch über die spirituellen Erfahrungen eines Menschen, der alle Grenzen des Alltags weit überschreiten musste.

Fazit: "Miracle in the Andes" ist eine fesselnde Lektüre, die ich gern weiterempfehle.
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5.0 von 5 Sternen inspirierend, 14. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Miracle In The Andes (Taschenbuch)
eine unglaubliche geschichte, ein unglaublich gut geschriebenes buch. sehr empfehlenswert. ich habe es innerhalb stunden verschlungen und nachher alle möglichen filme dazu angeschaut
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Miracle in the Andes: 72 Days on the Mountain and My Long Trek Home
Miracle in the Andes: 72 Days on the Mountain and My Long Trek Home von Vince Rause (Taschenbuch - 15. Mai 2007)
EUR 10,82
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