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5.0 von 5 Sternen Österreichische Konjunkturtheorie, 31. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Paper Money Collapse: The Folly of Elastic Money and the Coming Monetary Breakdown (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch diskutiert das moderne System der auf Papiergeld basierenden Währungen und besteht aus fünf Teilen:

1. Die Basis des Geldes: Geld ist ursprünglich ein Tauschmittel, das spontan auf dem Markt entstand und den Handel bzw. die internationale Arbeitsteilung unterstützt. Banknoten waren ursprünglich Quittungen für bei Goldschmieden hinterlegtes Gold. Da nicht jeden Tag alle Quittungen eingelöst wurden, erwies es sich als profitabel, auch ungedeckte Quittungen in Umlauf zu bringen (Teilreserven). Die Banken übernahmen diese Praxis. Heute gilt dieses Prinzip immer noch, aber die Reserven bestehen nicht mehr aus Gold, sondern wie die Banknoten aus Papier. Die Teilreserven machen das Finanzsystem natürlich instabil.

2. Die Effekte von Geld-Injektionen: Wenn jeder weiß, dass jeder über Nacht eine bestimmte Menge neuen Geldes erhält, kann sich jeder darauf einstellen. Wen man dies nicht weiß, können die Unternehmer die zusätzliche Nachfrage mit einer Veränderung des Kaufverhaltens der Kunden verwechseln und erweitern vielleicht ihre Produktionskapazitäten. Wenn das Geld jedoch durch die gesamte Volkswirtschaft gesickert ist, haben sich nur die Preise erhöht (Cantillon-Effekt) und die Investitionen waren Fehler. Heute ist es so, dass diese Injektionen neuen Geldes an einer bestimmten Stelle durchgeführt werden (von der Zentralbank an die Banken) und damit eigentlich unprofibable Investitionen stimuliert werden. Das wird auch deutlich, wenn die Geldproduktion sinkt, weil sich diese Investitionen dadurch nicht mehr rechnen. Die österreichische oder monetäre Konjunkturtheorie zeigt somit, dass die Geldpolitik der Zentralbanken im konjunkturellen Aufschwung Inflation, verzerrte Preise und Fehlinvestitionen erzeugt. Der Abschwung würde dies korrigieren, aber er ist nicht gewünscht und wird bekämpft.

3. Fehlschlüsse bezüglich des Preisniveaus und dessen Stabilisierung: Das Preisniveau misst keine relativen Preise, sondern nur willkürliche Durchschnitte. Deshalb ist das Preisniveau praktisch wertlos. Unter dem Goldstandard sanken die Preise wegen des technischen Fortschritts leicht. Ein stabiles Preisniveau hätte Inflation bedeutet. Man kann das Preisniveau nicht stabilisieren. Jeder Versuch stört das Preissystem und damit das Funktionieren der Marktwirtschaft.

4. Geschichte des Papiergeldes: Papiergeld gab es im antiken China, im Frankreich des 18. Jahrhunderts und in der Weimarer Republik. Es führte immer zu Inflation und wurde schließlich aufgegeben.

5. Über den Konjunkturzyklus hinaus: Vom modernen Papiergeld profitieren die Banken (sinkende Kosten und mehr Kredite bedeuten mehr Gewinn; dazu staatliche Garantien), der Staat (höhere Verschuldung zu niedrigeren Kosten; Finanzierung des Sozialstaats) und die Wirtschaftswissenschaftler (Anstellung beim Staat oder Erstellung von Prognosen / Versicherungen, die ohne staatliche Geldpolitik nicht notwendig wären). Heute gibt es praktisch nur zwei wirtschaftswissenschaftliche Richtungen: Die Monetaristen wollen mehr Geld drucken und die Keynesianer mehr Geld ausgeben. Beide sehen aber nur Symptome wie das Preisniveau, sodass sie die echten Probleme einfach ausblenden. Beide setzen auf den Staat, obwohl dieser ja das eigentliche Problem ist. Deshalb werden alle Beteiligten versuchen, das Papiergeld möglichst lange am Leben zu erhalten. Das wird nur durch mehr Inflation, mehr Schulden, Vergesellschaftung der Banken und drakonische Eingriffe in die Wirtschaft (u. a. Preiskontrollen) gehen. Irgendwann muss es aber so kommen wie immer: Das Papiergeld wird wertlos und deshalb abgeschafft.

Die Zukunft liegt deshalb beim Goldstandard.

***

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil die einzelnen Themen schrittweise erklärt werden. So erkennt jeder, was der Cantillon-Effekt ist und warum die traditionelle Volkswirtschaftslehre ratlos ist. der amerikanische Zentralbankchef Bernanke sagt immer, dass er ein Experte für Geldpolitik und die Weltwirtschaftskrise ist. Hier sieht man, dass beides nicht der Fall ist. Aus der Weltwirtschaftskrise hätte man schlussfolgern müssen, dass Geldpolitik nicht funktioniert. Nur die Marktwirtschaft kann Finanzkrisen heilen und verhindern.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Logische Analyse, 14. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Paper Money Collapse: The Folly of Elastic Money and the Coming Monetary Breakdown (Gebundene Ausgabe)
An Paper Money Collapse ist einzig zu bemängeln, daß es noch nicht auf Deutsch erschienen ist. So bleibt diese wichtige Buch all jenen verschlossen, die es nicht gewohnt sind Wirtschaftsliteratur auf Englisch zu lesen.
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Paper Money Collapse: The Folly of Elastic Money and the Coming Monetary Breakdown
Paper Money Collapse: The Folly of Elastic Money and the Coming Monetary Breakdown von Detlev S. Schlichter (Gebundene Ausgabe - 23. September 2011)
EUR 31,50
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