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5.0 von 5 Sternen Militärisch-markante Männermode, 22. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Dressed to Kill: British Naval Uniform, Masculinity and Contemporary Fashions, 1748 - 1857 (Taschenbuch)
"'Dressed to kill' explores naval identity, period fashion and masculinity. In a detailed examination of naval uniform and its historical, social and economic contexts, Amy Miller, Curator of Decorative Arts and Material Culture at the National Maritime Museum, explores the Museum's extensive and rich collection. Accompanying, the newly commissioned colour photography of the uniforms, personal papers, diaries, fiction and other period artefacts are used to demonstrate the significance of male fashion and uniform in the forging of a national, hierarchical and gendered identity in the eighteenth and nineteenth centuries."

- Das sagt der Klappentext, und sagt damit eigentlich auch wieder alles und nichts aus.
Allein schon den Titel "Dressed to kill" finde ich ein wenig daneben gewählt, auch wenn natürlich das englische Wortspiel "dressed to kill" = "todschick angezogen" bzw. "aufgedonnert" im Hinblick auf militärische Uniformen, die ja letztlich auch zum Töten getragen wurden, schon paßt. Vielmehr hätte ich das Buch aber "Dressed to impress" genannt, denn genau darum geht es eigentlich bei den Uniformen der Navy.

Irgendwann im frühen 18. Jahrhundert bemerkte man in Großbritannien, dass der bis dato gepflegte Brauch, Offiziere - bis hin zum Admiral - tragen zu lassen, was sie wollen (und dies auch selbst zu bezahlen), mächtig überholt und dem maritimen Einheitsgefühl der Welt größter Seenation wenig förderlich war. Gerade im Hinblick auf den sich im ausgehenden 18. Jahrhundert anbahnenden Konflikt mit Frankreich wurde gerade Zusammenhalt und Wiederekennungswert, ja Identifikation mit der Marine ein wichtiger Faktor und Ausruck eines nationalen Selbstbewußtseins, aber auch schon vorher waren dies wichtige Aspekte, die dazu führten, dass man über eine einheitliche Uniform für Seeoffiziere nachdachte.

Man ging man also daran, Regeln ("Regulations") einzuführen. Ob man es glaubt oder nicht, aber erst seit 1748 gibt es das "Navy-Blau" in seiner (Uni)form. Die frühen "Blaujacken" sahen auch noch ganz anders aus als man das vielleicht aus Darstellungen der napoleonischen Zeit kennt. Man orientierte sich an bürgerlicher und höfischer Mode, und erst graduell fanden Litzen, Borten, Abzeichen, Knöpfe und Epauletten Einzug in die dynastische Hierarchie der Royal Navy.

"Dressed to kill" beschreibt diese Entwicklung anhand eines ausgezeichneten Textteils in Form von verschiedenen Aufsätzen, die unterschiedliche Themen beleuchten, und vielen, vielen, VIELEN hochqualitativen Fotos. Darunter nicht nur Fotografien original erhaltener Uniformen aus dem National Maritime Museum, sondern auch zeitgenössische Bilder, Stiche, Karikaturen etc.

Besonders schön ist der sich anschließende Katalogteil, der, nach "Patterns", also "Schnitten" geordnet (so werden anhand des Schnitts der Uniform die Zeitabschnitte zwischen den Veränderungen der jeweiligen Regulations genannt) jeweils große Farbfotos zusammen mit Details (Knöpfen, Manschetten) und einem kurzen, erklärenden Text samt Inventarnummer zeigt. Abgebildet sind neben Mänteln auch Westen, Hosen, Strümpfe, das komplette Set erhaltener Uniformen von Admiral Lord Nelson, aber auch Beispiele der Kleidung einfacher Seemänner (lange Zeit unreguliert) und Matrosenkleidung (als diese dann im späten 19. Jahrhundert ebenfalls "Regulations" erhielt).

Es schließt sich ein Kapitel mit Schemazeichnungen aller abgebildeten Kleidungsstücke an, was besonders für den Schneider erfreulich ist, da diese Zeichnungen mit etwas Geschick locker zu Schnitten umgebaut werden können :-)

Als Bonus ist dann noch ein kurzer Abriß über die Uniformen der Honorable East India Company enthalten.

Alles in allem ein gelungenes Buch, das sowohl interessierten Laien einen (nicht zu "fachidiotischen") Einstieg bietet, als auch Kenner der Materie durch das reiche Bildmaterial und die Fülle an Informationen zu überzeugen wissen wird.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Maritime Herrenmode, 16. November 2009
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Rezension bezieht sich auf: Dressed to Kill: British Naval Uniform, Masculinity and Contemporary Fashions, 1748 - 1857 (Taschenbuch)
Zwei Brüder von Jane Austen sind bei der Royal Navy, wahrscheinlich sind deshalb Marineoffiziere in ihren Romanen so positive Figuren. Beide werden es zum Admiral bringen. Und sie werden im Laufe ihrer Karriere unterschiedliche Uniformen anziehen müssen: in der Zeit zwischen der Französischen Revolution und Königin Viktoria wird die Uniform der Marineoffiziere ständig verändert. Auch die Marine ändert sich: "warrant officers" werden plötzlich den Gentlemen gleichgestellt. Das berühmteste Beispiel ist Fletcher Christian, der ja niemals ein Leutnant der Marine war, sondern nur durch die Gleichstellung der "mates" einen Quasi-Offizierstatus bekam. Dieses Buch ist eine Kostümgeschichte der Royal Navy von den Anfängen der Uniformierung der Seeoffiziere bis zum Jahre 1856. Als solches ist dieser Katalog der Ausstellung des National Maritime Museum von Amy Miller natürlich Pflichtlektüre für Leser von Patrick O'Brian, C.S. Forester, Alexander Kent und wie die Autoren alle heissen. Aber der Katalog der schön photographierten Uniformen (die alle ein bisschen anders aussehen als in den Filmen Hollywoods) macht nur die eine Hälfte des Buches aus. Die erste Hälfte ist eine Kulturgeschichte der englischen Marine und ihrer Uniformen, gekoppelt an eine Geschichte der englischen Herrenmode. Denn das Aufkommen einer genormten Uniform im 18. Jahrhundert läuft parallel zum Entstehen einer genormten Herrenmode für die neuentstehende "middle class". An deren Ende so etwas wie Werthers Anzug steht, gelbe Hosen, Stiefel und blauer Frack, eine Mode für ganz Europa. Dieser Teil des Buches ist reich illustriert durch zeitgenössische Gemälde und Karikaturen (an denen die Zeit ja so reich ist). Natürlich haben wir auf den Bildern immer wieder Offiziere, die gegen alle Bekleidungsvorschriften verstossen. Exzentriker wie die Admirale Sidney Smith oder Thomas Cochrane tragen was sie wollen, sonst wären sie keine exzentrischen Engländer. Wahrscheinlich würden sie Regenschirme tragen, wie die Gardeoffiziere bei Waterloo, wenn die an Bord nicht so fürchterlich unpraktisch wären. Das wirklich wunderbarste Bild des Bandes findet sich auf S. 75. Es zeigt den jungen Seeoffizier Nelson mit einer Bärenfellmütze wie er auf einer Eisscholle mit einem Gewehr als Schlagestock einen Eisbären bekämpft. Mehr kann man nicht auf ein Ölbild tun, das einen Seehelden zeigt.
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Dressed to Kill: British Naval Uniform, Masculinity and Contemporary Fashions, 1748 - 1857
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