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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Leben als Roman
Schon zu Beginn seiner Karriere als Schriftsteller hat Paul Auster das Medium Sprache benutzt, um sein eigenes Leben zu fiktionalisieren und somit zu reflektieren. In The Invention of Solitude setzte er sich mit seiner Familiengeschichte und vor allem mit der Beziehung zu seinem Vater auseinander. In Hand to Mouth rekonstruierte Auster den Beginn seines...
Vor 20 Monaten von Michael Dienstbier veröffentlicht

versus
9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Fiction as the Invention of an Autobiography
Es ist kompliziert: Ich liebe Auster und habe alle seine Romane (im Original) verschlungen und Sekundärliteratur angeschafft. Ich wusste also irgendwann, welche und wie er autobiographische Elemente in seinen Fiktionen verarbeitet. Mein Lesevergnügen bestand aber immer und besteht immer noch in seiner Sprache, seine Lakonie, die unübertroffen ist. Ich...
Vor 17 Monaten von kloy veröffentlicht


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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Leben als Roman, 26. August 2012
Von 
Michael Dienstbier "Privatrezensent ohne fina... (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Winter Journal (Gebundene Ausgabe)
Schon zu Beginn seiner Karriere als Schriftsteller hat Paul Auster das Medium Sprache benutzt, um sein eigenes Leben zu fiktionalisieren und somit zu reflektieren. In The Invention of Solitude setzte er sich mit seiner Familiengeschichte und vor allem mit der Beziehung zu seinem Vater auseinander. In Hand to Mouth rekonstruierte Auster den Beginn seines Schriftstellerlebens, welches unter anderem durch stetige finanzielle Engpässe gezeichnet war. Nun, in "Winter Journal", ist die Gewissheit vor dem immer näherkommenden Ende der eigenen Existenz das strukturgebende Element. Aus der Perspektive des sehr selten verwendeten Du-Erzählers verfasst, begibt sich Auster zu den zentralen sowohl beruflichen als auch privaten Momenten seines Lebens und verbindet sie zu einer nachdenklichen, humorvollen und immer mitreißend zu lesenden Erzählung.

"No doubt you are a flawed and wounded person, a man who has carried a wound in him from the very beginning [...] and the benefits you derive from alcohol and tobacco serve as crutches to keep your crippled self upright and moving through the world" (15). Diese brutal ehrliche Selbstcharakterisierung findet sich gleich zu Beginn von "Winter Journal" und auf den folgenden gut 200 Seiten scheint es so, als versuche Auster, die Ursprünge dieses fehlerhaften Wesens aufzuspüren. Dabei benutzt er verschiedene Erzähltechniken, wobei besonders die mehr als 50-seitige Passage, in der Auster die 21 Wohnsitze seines Lebens Revue passieren lässt und dabei reflektiert, in welcher Lebenssituation er sich zu dem entsprechenden Zeitpunkt befunden hat, begeistert (vgl. 59-112).

"Winter Journal" ist keine Autobiografie im eigentlichen Sinne. Auster gestaltet sein bisheriges Leben als einen Roman, so dass die erschaffene Figur durchaus Ähnlichkeit mit den Charakteren aus seinen anderen Büchern aufzeigt, die sich der innenwohnenden Sinnlosigkeit der menschlichen Existenz zu erwehren versuchen. Auch nach mehr als 30 Jahren bleibt Auster zusammen mit Philip Roth, Don DeLillo und Jonathan Safran Foer einer der bedeutendsten Autoren der amerikanischen Literatur, der hoffentlich noch lange produktiv bleiben wird.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Speak now before it is too late ...", 29. September 2012
Von 
W. Öschelbrunn (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Winter Journal (Gebundene Ausgabe)
"... and then hope to go on speaking until there is nothing more to be said. Time is running out, after all".

Ja, das Leben ist endlich. Das Ende kann überraschend kommen, keiner weiß es besser als Paul Auster, dessen Vater und Mutter jeweils ohne lange Leidenszeit von jetzt auf gleich starben. Was sich für viele wie ein Traum vom schmerzfreien plötzlichen Ende anhört, hat für Paul Auster aber auch eine bedrückende Seite: keine Chance mehr haben, Abschied zu nehmen, Dinge geradezurücken oder zu ordnen. Was wenn der Autounfall vor einigen Jahren weniger glimpflich ausgegangen wäre? Was wenn die Gräte vor vielen Jahren nicht auf halber Strecke im Hals stecken geblieben, sondern sich tiefer in Austers Innereien eingegraben hätte? Auster will nicht leiden und schon gar nicht seinen Lieben zur Last fallen, Joubert gibt die Richtung vor: "one must die lovable (if one can)".

"Winter Journal" ist Austers äußerst persönliche Reflektion über sein Leben. Sein 64zigstes Lebensjahr geht zu Ende. Seit Jahrzehnten glücklich verheiratet, schreibt er schon lange nicht mehr nur zum Broterwerb. Man könnte sagen, Auster ist ein glücklicher Mensch und ist sich dessen auch bewußt. Umso mehr als im Rückblick die Weichenstellungen seines Lebens keinesfalls alternativlos gewesen scheinen. Es sind die kleinen Zufälle des Lebens, die absichtlosen Handlungen, die wie riesige Schmetterlingsflügel den Lauf seines Lebens in glückliche Bahnen lenkten. Auster springt durch die Zeiten, erinnert sich der Orte seines Lebens, der Menschen, die sein Leben prägten. Und kommt doch immer wieder in die Gegenwart zurück, in der er fast schon staunend auf sein Leben zurückschaut.

Die Stimmungslage in Auster "Winter Journal" ist dabei keineswegs nur melancholisch. Nicht von ungefähr beginnt auf den letzten Seiten von Austers Werk der Frühling, Auster freut sich auf die neuen Blüten, auf die Rückkehr der Zugvögel. Und der Leser freut sich mit ihm. Hier schreibt ein Autor, der sich seiner Vergänglichkeit bewußt aber zugleich mit sich selber im Reinen ist. "You ask yourself: How many mornings are left? A door has closed. Another door has opened. You have entered the winter of your life."
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Fiction as the Invention of an Autobiography, 12. November 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Winter Journal (Gebundene Ausgabe)
Es ist kompliziert: Ich liebe Auster und habe alle seine Romane (im Original) verschlungen und Sekundärliteratur angeschafft. Ich wusste also irgendwann, welche und wie er autobiographische Elemente in seinen Fiktionen verarbeitet. Mein Lesevergnügen bestand aber immer und besteht immer noch in seiner Sprache, seine Lakonie, die unübertroffen ist. Ich könnte hunderte Zitate bringen, die einfach atemberaubend sind. Die ich nur anschauen muss, um dann das überwältigende Gefühl zu haben, das Auster bei seiner Gegenwart einer Ballett-Aufführung beschreibt.
Für mich ist -Winter Journal- das mit Abstand schwächste Buch von Auster. Gertrude Stein hat -The Autobiography of Alice B. Toklas- geschrieben - über sich selbst. Sie hat damit aber einen literarischen Kniff angewendet, der erheblich besser funktioniert als das -you- von Auster.
Im -Winter Journal- geht er mir zu freundlich, zu beschwichtigend mit seinem Stoff um: Siri Hustvedt und ihre Familie z. B. kommen ungeheuer gut weg, sein Sohn wird praktisch nicht erwähnt. Ich glaube, Auster gehört zu den Autoren, die einen fiktiven Rahmen brauchen, um gnadenlos gut zu sein.
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4.0 von 5 Sternen Engaging, 4. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Winter Journal (Gebundene Ausgabe)
This quite passionate book is almost an autobiography written at the relatively tender age of 64 by an icon of American literature, but not quite. He is reticent about his two children and his sister, but quite open about the rest of both his parents' families short histories (and with a terrible family secret revealed only when he was in his early 20s). This reader is struck by PA's powers of memory and the clarity of his making sense of his life at different stages.
Another sign that this is not an autobiography is the near absence of references to what he is most famous for: a New York-based creator of works of art, mostly literature. Not a word about the challenge of the white page or about the books, poems and screenplays he wrote or the films he directed.
At another level this looks like a book of lists, about illnesses, injuries and other medical mishap. A list of all the houses/homes he has lived in, countries visited and for how long or about the number of US states he set foot in (40). A gold mine for future biographers. Towards the end of the book this listing habit returns with PA's favorite sweets, foods and soft drinks and stronger stuff. And his regrets about how harshly smoking has been restricted.
PA's turning point in life was meeting his wife of >30 years, Siri Hustvedt who has also become a highly respected novelist and essayist. PA quotes their daughter describing her identity as `Jewegian', reflecting her dad's Polish Jewish and mother's Norwegian Lutheran roots.
Find PA's title and final words too pessimistic. At 64 most people would rather view themselves as living in the Indian summer or autumn of their lives, not the start of winter. But his Wikipedia entry quotes him as saying that his drawer is empty, he has run out of ideas for another novel...
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5.0 von 5 Sternen Journal von Paul Auster, 10. Januar 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Winter Journal (Gebundene Ausgabe)
Hypnotischer Journal von Paul Auster, wenn Man diesen Schriftsteller mag, ist es ein Genuß... Nostalgia aber die Art und Weise von Auster Schreiben ist immer Geschmackvoll. And to read him in English is definitely a joy, like a movie in OMU! Zu empfehlen!
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen A classic Paul Auster., 30. Dezember 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Winter Journal (Gebundene Ausgabe)
Paul Auster has yet again written a book where the plot is simple yet hard to see through. With his New York vocabulary and his wicked characters you are never bored.
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Winter Journal
Winter Journal von Paul Auster (Gebundene Ausgabe - 21. August 2012)
EUR 15,95
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