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29 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Scientechnology
Wir befinden uns im sonnigen Kalifornien, einige, aber nicht viele Jahre in der Zukunft. Das Internetunternehmen Circle ist ein Traum von einem Arbeitgeber, der, obwohl gerade mal sechs Jahre alt, den Kommunikations- und Social-Media-Markt weltweit beherrscht. Facebook und Twitter heißen jetzt Zing, Google ist Geschichte (und von Amazon ist auch keine Rede...
Vor 11 Monaten von Felix Richter veröffentlicht

versus
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen disappointing
Being a big fan of most of his books, the Circle was really disappointing. If it were declared as a youth novel, it might work, but to me it felt superficial, repetitive, and the characters were just very bland. At the beginning I thought it's like one of the easier Douglas Coupland reads, but the more it 'developed' the worse it went. Yes, i finished it, being on holiday...
Vor 9 Monaten von Andre veröffentlicht


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29 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Scientechnology, 24. Oktober 2013
Von 
Felix Richter - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Circle (Gebundene Ausgabe)
Wir befinden uns im sonnigen Kalifornien, einige, aber nicht viele Jahre in der Zukunft. Das Internetunternehmen Circle ist ein Traum von einem Arbeitgeber, der, obwohl gerade mal sechs Jahre alt, den Kommunikations- und Social-Media-Markt weltweit beherrscht. Facebook und Twitter heißen jetzt Zing, Google ist Geschichte (und von Amazon ist auch keine Rede mehr).

Mae Holland ist 24 Jahre alt und überglücklich, eine Stelle beim Circle ergattert zu haben. Die anfängliche Euphorie wird aber bald auf harte Proben gestellt, nicht nur wegen der permanenten und lückenlosen Überwachung ihrer Performance, sondern vor allem weil von allen Circlern erwartet wird, nicht zwischen Berufs- und Privatleben zu trennen, möglichst viele der Veranstaltungsangebote der Firma wahrzunehmen und bis zur körperlichen Erschöpfung zu "zingen". In beinahe schmerzhaft zu lesenden Personalgesprächen wird sie auf ihre Defizite hingewiesen, und bald zieren sechs verschiedene Bildschirme ihren Schreibtisch, damit sie gleichzeitig allen Kommunikationsanforderungen gerecht werden kann. Was ihr mit Bravour gelingt, dank überzeugenden Coachings.

Je mehr Mae von ihrem Arbeitgeber als Person vereinnahmt wird, desto mehr erfahren wir auch über die Ziele und Strategien dieses hypererfolgreichen Unternehmens, die, so viel sei verraten, darauf hinauslaufen, alles zu sehen und alles zu wissen, natürlich nur zum Wohle der Menschheit. Wer möchte auch abstreiten, dass Transparenz ein hohes Gut ist, und dass jeder sich anständiger verhielte, wenn er wüsste, dass er unter ständiger Beobachtung steht? Scientology lässt energisch grüßen, und Eggers beherrscht großartig die perfide Dialektik, die die Intentionen von Snowden und der NSA unter einen nicht allzu breiten Hut bringt.

Andererseits hat der Roman durchaus seine Schwachpunkte. Das ist vor allem Maes geradezu mitleiderregende Naivität, die mir zu Beginn noch irgendwie plausibel erschien, schließlich ist sie noch sehr jung und neu in der Firma, doch im Verlauf des Romans fiel es mir zunehmend schwerer, ihr Denken und Handeln nachzuvollziehen. Ein bisschen mehr Zweifel an dem Big-Brother-Gebaren ihres Arbeitgebers hätte man von der intelligenten Person, als die sie uns präsentiert wird, dann doch erwartet.

Auch meine ich, dass es Dave Eggers sich etwas leicht gemacht hat damit, wie widerstandslos der Circle auf das Technologie- und Informationsmonopol und damit auf so etwas wie die Weltherrschaft zusteuert. Menschen, die ihr Privatleben als sakrosankt betrachten, und Politiker, die sich eben nicht dadurch zum Affen machen, dass sie ständig eine Kamera um den Hals tragen, die aufzeichnet, was sie tun und sagen, sind in der von Eggers projizierten Welt eine für meinen Geschmack zu große Seltenheit. Trotzdem ist "The Circle" ein nachhaltiger Appell an den gesunden Menschenverstand, aufmerksam zu verfolgen, wer was warum über uns wissen möchte, und, wenn nötig, Position zu beziehen. Es ist zwar immer noch Science Fiction, aber mit Sicherheit nicht fast 40 Jahre weit weg, wie seinerzeit Orwells "1984".
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine apokalyptische Social- Media- Vision, 3. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Circle (Kindle Edition)
Dies ist kein ausgedachter, ideologisierter oder erneuter Weltuntergangs- Plot, sondern ein die heutige Social-Media- Wirklichkeit klug ausspinnender Roman (Dave Eggers, The Circle, Pinguin 2013)- eine Art Essay in gut lesbarer, spannender Entwicklung. Klug auch deshalb, da wir die Provinznudel Mae mitsamt ihrem schlichten Holzfällerhemd- Freund und ihren etwas Eltern auf ihrer Karriere in das neue Medienunternehmen The Circle begleiten. Wir sind als Leser quasi dabei.

Mae hat durch Protektion ihrer ältesten Freundin zu ihrer Freude und Überraschung einen Job in der Kundenbetreuung - einem durch rigide Feedbacks und permanente enge Kontrolle gekennzeichneten Callcenter- des Weltunternehmens in einer fiktiven Stadt in Kalifornien erhalten: „There were over ten thousand employees on this, the main campus, but the Circle had offices all over the globe, and was hiring hundreds of gifted young minds every week.“ Die Kundenbetreuung ist das Standard- Karriere- Sprungbrett für jeden der über 10000 Mitarbeiter in dieser Start-Up-Firma, deren Gründer Ty in fast jeder Hinsicht (auch was das Alter und die Umtriebigkeit betrifft) dem Facebook- CEO Mark Zuckerberg gleicht. Zuckerberg hat Facebook 2004 entwickelt und besitzt heute ein Vermögen von etwas unter 20 Milliarden Dollar. Tys Neuerung besteht darin, dass The Circle einerseits Email, Social Media und Kommerz in einem System integriert hat - andererseits scheint das Unternehmen in seiner Marktmacht, mit der es Facebook, Twitter, Amazon, Google geschluckt hat, extrem engagiert zu sein- es fördert durch seine digitale Präsenz Transparenz in Politik und Gesellschaft und engagiert sich in vielen konkreten kleinen NGOs weltweit- seien es Frauenfragen im Sudan, Kindesmissbrauch oder das Wohlergehen der Wale. Die ständigen Petitionen erhalten durch die wirtschaftliche und kommerzielle globale Präsenz erhebliche Durchschlagskraft, ziehen engagierte junge Leute ins Unternehmen und fördern permanente technologische Innovationen. Die globale Marktmacht der Gutmenschen hat hier ihr Medium gefunden.

Ty selbst, der aufgrund seiner Genialität und seines Outputs von Ideen den Beinamen „Niagara“ erhalten hat, ist innerhalb des ständig wachsenden Campus des Unternehmens unsichtbar geworden: „Watchers of the Circle wondered, Where is Ty and what is he planning? These plans were kept unknown until they were revealed, and with each successive innovation brought forth by the Circle, it became less clear which had originated from Ty himself and which were the products of the increasingly vast group of inventors, the best in the world, who were now in the company fold. Most observers assumed he was still involved, and some insisted that his fingerprints, his knack for solutions global and elegant and infinitely scalable, were on every major Circle innovation. He had founded the company after a year in college, with no particular business acumen or measurable goals. “We used to call him Niagara,” his roommate said in one of the first articles about him. “The ideas just come like that, a million flowing out of his head, every second of every day, never-ending and overwhelming.“"

Eines seiner wichtigsten Innovationen war die Einführung einer eindeutigen Identifikation jedes Users des umfassenden Systems, dem inzwischen nahezu 80% der Bevölkerung angehörten: "Instead, he put all of it, all of every user’s needs and tools, into one pot and invented TruYou—one account, one identity, one password, one payment system, per person. There were no more passwords, no multiple identities.“ Zudem entwickelt sich auf dem Campus eine permanente Unterhaltung- Bands, Politiker, Stars, Parties, Meetings füllen auch das, was man früher einmal „Freizeit“ nannte. Es entsteht auf dem Campus eine „Insel der Gelehrten“, wobei diese Idealisten, Geeks und Technokraten meist jünger als 25 Jahre alt sind. Die vom Virus des Unternehmens infizierte Mae, die ständig, rund um die Uhr mit mindestens 3 Displays kommuniziert, sieht sich immer weniger in der Lage, sich auf ihr zäh erscheinende analoge Gespräche einzulassen: "“But now you’re hyperventilating.” “I guess I’m just so easily bored by this.” “By talking.” “By talking in slow motion.”" Die medizinische Versorgung der Mitarbeiter ist mehr als umfassend- mittels implantierter Chips wird der gesamte körperliche Zustand für den User auf mitgeführten Displays transparent- allerdings auch für die Firma, die diese Daten in ihrer Cloud analysiert. Eine weitere Innovation besteht darin, ähnliche Chips in die Knochen Neugeborener zu implantieren, um sie vor Entführung, Missbrauch und Mord zu schützen. Ein Bruch entsteht aber erst in der Einführung von Mini- Cams, die per Satellit kommunizieren und in allen Krisenregionen der Welt massenhaft platziert werden. Damit können politische, militärische und polizeiliche Übergriffe jederzeit in Echtzeit dokumentiert werden. Um Korruption und Lobbyismus zu verhindern, erlauben erst einzelne und dann immer mehr Politiker, mittels einer Mini- Cam selbst permanent präsent zu sein- wer nicht mitzieht, sieht sich dem Verdacht ausgesetzt, er hätte etwas zu verbergen.

Auch Mae selbst geht zwar auf diese totale Art online („And along the way, I intend to show how democracy can and should be: entirely open, entirely transparent. Starting today, I will be wearing the same device that Stewart wears. My every meeting, movement, my every word, will be available to all my constituents and to the world.“), hat aber doch einige Geheimnisse wie nächtliche Kayak- Fahrten oder heimliche sexuelle Begegnungen auf der Damentoilette. Aber sonst folgt sie der Devise des neuen Zeitalters, das da lautet „ALL THAT HAPPENS MUST BE KNOWN.“, und wird mit ihrer Dauerberichterstattung vom Campus zum medialen Aushängeschild des Konzerns, der sich nach und nach zur Staatsmacht entwickelt. Denn durch die eindeutige Identifikation entwickelt sich eine Möglichkeit der Neuorganisation der politischen Wahlen - ja, sogar eine Wahlpflicht. Missliebige Kritiker werden durch inszenierte Skandale aus dem Verkehr gezogen. Nach und nach knickt das gesamte politische System vor dem schönen neuen Totalitarismus ein. Die totale Transparenz wird zur humanitären Pflicht: "If you care about your fellow human beings, you share what you know with them.“ Die letzten vereinzelten Kritiker, die in dem so entstandenen Überwachungssystem etwas sehen wie "the world’s first tyrannical monopoly“, werden gejagt oder auf dem Campus isoliert- darunter auch der Gründer Ty selbst. Die schöne neue Welt bewegt sich Richtung totaler Gemeinschaft und Einheit ("a world moving toward communion and unity“)- wer könnte sich gegen diese Segnungen noch wehren? Notfalls wird er als Soziopath von Drohnen selbst in der Wildnis gejagt. Das vergebliche Aufbegehren Typ - auch gegen die Hardlinerin Mae - fasst er, vor seinem endgültigen Verschwinden in die Worte "But I didn’t picture a world where Circle membership was mandatory, where all government and all life was channeled through one Network.“

„The Circle“ ist natürlich Science Fiction- aber nicht sehr. Die Sorgen, die sowohl durch die heute existierenden sozialen Netzwerke, aber auch durch die Nachrichtendienst- Affäre des NSA virulent sind, werden in diesem Roman aufgegriffen und gekonnt fortgesponnen- in systematisch ausgebreiteten Was-wäre-wenn- Szenarien. Der Punkt, an dem das Netz totalitär wird, ist nicht aus der Luft gegriffen, sondern aus den bestehenden Potenzialen heraus weiter entwickelt. Wie wollen wir in Zukunft Humanismus als vernetzte Weltgemeinschaft definieren? „The Circle“ zeigt den Irrweg und wird damit zu George Orwells „1984“ für das 21. Jahrhundert.
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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen disappointing, 28. November 2013
Rezension bezieht sich auf: The Circle (Gebundene Ausgabe)
Being a big fan of most of his books, the Circle was really disappointing. If it were declared as a youth novel, it might work, but to me it felt superficial, repetitive, and the characters were just very bland. At the beginning I thought it's like one of the easier Douglas Coupland reads, but the more it 'developed' the worse it went. Yes, i finished it, being on holiday with plenty of time and skipping the pages as I went.
I do understand his intentions of a 21st century Orwell, but the execution is just too obvious and lacks his subtlety and feeling for character development. After 'You shall know our velocity' this is already the second book in a row that I disliked for more a less the same reasons, but I keep hoping.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Undenkbare unauffällig geschrieben, 11. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Circle (Gebundene Ausgabe)
Ohne Spoiler sei hier nur gesagt:

Für mich funktioniert der eigenwillig unaufgeregte Vortrag des Romans hervorragend mit der düsteren Thematik. Gerade die relative Ereignislosigkeit erlaubt der Protagonistin ohne viel Aufhebens einen vorgezeichneten Weg zu gehen und spiegelt eben so die Verführung wieder, die Eggers problematisiert. Ein Roman voller Brüche und Auseinandersetzungen wäre wohl sowohl weniger eindringlich als auch weniger plausibel. Gerade das unaufgeregte, gerade dass nur kleine bis mittlere Konflikte die Handlung begleiten und das System echte Entscheidungen trivialisiert und Brüche unnötig und unmöglich macht, scheint mir auch die narrative Maxime des Romans zu sein und gerade darin so gut zu funktionieren. Er funktioniert, weil er leicht und undramatisch eine erschreckende Geschichte erzählt, die in unserer Realität spielt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dystopie oder Zustandsbeschreibung?, 24. August 2014
Rezension bezieht sich auf: The Circle (Taschenbuch)
San Vincenzo, Kalifornien, irgendwann in ein paar Jahren. Facebook liegt in Trümmern. The Circle beherrscht das Netz, Suche, Social, Anzeigen, einfach alles läuft über den Giganten aus dem Silicon Valley. Und der Campus des Unternehmens ist so, wie man sich eben einen Campus im Silicon Valley vorstellt.

Mae Holland, die sich bei den Stadtwerken ihrer kleinen Heimatstadt langweilte, folgt dem Ruf ihrer Studienfreundin Annie, ein hohes Tier beim Circle, und fängt im Kundenservice an. Sie macht ihre Sache gut, doch schnell macht man ihr deutlich, dass der Circle nicht nur an einer guten Performance interessiert ist, sondern an der Community. Hey, du warst vor 10 Jahren mal in Portugal. Warum bist du nicht zu Alistairs Portugal-Brunch erschienen? Keine Wochenend-Parties mitgemacht? Kaum Postings auf Zing, dem sozialen Netzwerk des Circles? Und du warst beim Kanufahren, OHNE darüber zu posten? OHNE einer Zing-Gruppe beizutreten?

Dave Eggers nimmt hier die Gegenwart von Facebook und Google und spinnt sie weiter. Der Circle - ein Haufen von Weltverbesserern, die sich einfach in alles einmischen. Eine Welt, in der persönliche Interaktion immer mehr von Smiles. Frowns und Teilen beherrscht wird? Privatsphäre? Pah! Privatsphäre steht dem Recht des Einzelnen im Weg, alles zu wissen, was er wissen will. Und auch Mae wird nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten immer mehr in diese Welt hineingezogen.

Manchmal trägt der Autor zu dick auf, manchmal sind einfach die Handlungen und Denkweisen aller Beteiligten fast absurd. Die Schlussfolgerung aller Probleme scheint für den Circle immer darin zu liegen, dass man nicht genug von sich preisgegeben hat. Aber das soll wohl auch so sein, wer weiß, ob die 21jährigen das im Jahr 2018 oder wann auch immer nicht wirklich so sehen.

Alles in allem ist "The Circle" ein interessantes Gedankenspiel, mit leichten Schwächen in der B-Note (Affären und Familienleben der Protagonistin wirken irgendwie ein wenig zu gezwungen, auch wenn sie eine wichtige Rolle auch im Bezug auf den Circle spielen.) Und komischerweise ist der Waldschrat ohne Mailadresse der größte Sympathieträger.
Auf jeden Fall lesen - wenn es geht auf Englisch, dann ist der ganze Neusprech bestimmt noch faszinierender.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ironischer, gut lesbarer Blick auf die 'smarte, vernetzte iRealität', 28. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: The Circle (Gebundene Ausgabe)
"The Circle" ist das, was gute (und zumeist amerikanische) Literatur ausmacht: zeitnah, ironisch, intelligent und einfach gut geschrieben. Wie Jonathan Franzen oder Jonathan S. Foer - nur nicht ganz so gut - schafft Eggers es hier, eine lesbare Reflektion auf das Hier und Jetzt zu verfassen, eine Leistung, die ich bei deutschen Autoren leider nur sehr, sehr selten finde.
Zu Beginn ist "The Circle" dabei am besten, wie die Protagonistin hier Schritt um Schritt in die schöne neue Welt der Google-Apple-Facebook-Konzerne (die hier zu einem verschmelzen) eingeführt wird. Es ist herrlich zu lesen, wie auch die neue Arbeitswelt hier zugespitzt wird: es gibt nicht nur Tischtennisplatten und kostenlose Massage, sondern Sportkurse, gratis-Parties, Konzerte... alles was die Trennung von 'Life' und 'Work' aufhebt. Die eigentliche Arbeit der Protagonistin Mae wird dabei immer weniger wichtig, soziale Aktivitäten sind das eigentliche Herz der Firma. Es ist köstlich beschrieben, wie alle so begeister von sich und ihren neuen technischen Möglichkeiten sind - und dann gibt es immer wieder Szenenwechsel zu kleinen Naturfluchten oder den Eltern von Mae.
Im Mittelteil steigt Mae immer weiter im Konzern auf und die Storyline wird spannender, teilweise mysteriös, und steuert nach schnellen Schrittes auf ein (absehbares?) Finale zu. Ein bischen verliert das Buch dabei aber auch an Überzeugungskraft und die Hauptfigur wird einem immer fremder. Das ist vielleicht der größte, wenn auch nicht gravierende, Kritikpunkt an der Geschichte: die Protagonistin, welche die ganze Geschichte zentral trägt, bleibt eigentlich ziemlich blass und eindimensional. Konnte ich ihr Leben und ihre Begeisterung am Anfang noch nachvollziehen, so wird das im Laufe des Buchs immer schwieriger. Das ist etwas schade - und vielleicht dann doch der Unterschied z.B. zu Jonathan Franzen.
Aber dennoch: sehr lesenswert!
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alptraum statt Aufklärung, 31. Oktober 2013
Von 
C. Tim Cole (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
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Rezension bezieht sich auf: The Circle (Kindle Edition)
Erinnern Sie sich an die drei Slogans aus George Orwells Roman „1984“? Sie lauteten:

KRIEG IST FRIEDEN („war is peace“)

FREIHEIT IST SKLAVEREI („freedom is slavery“)

UNWISSEN IST STÄRKE (ignorance is strength)

Im außerordentlich spannenden Buch des Amerikaners Dave Eggers finden sich auch drei Slogans, die mir ähnliche Schauer den Rücken runterjagen wie die aus „1984“, nämlich:

SHARING IS CARING

SECRETS ARE LIES

PRIVACY IS THEFT

Es geht in dem Technothriller um eine riesige Internetfirma, eine Art Fusion von Facebook, Twitter und Google, die sich „The Circle“ nennt und die inzwischen von jedem als Tor zum Internet verwendet wird. The Circle weiß alles über uns: Wer wir sind, wo wir sind und was wir wollen. Die Firma hat überall auf der Welt winzige versteckte Kameras installiert und kann uns deshalb innerhalb von wenigen Minuten finden, egal wo wir uns versteckt halten. Sie rechtfertigt das damit, dass sich so die Kriminalitätsraten senken lassen. Babys bekommen nach der Geburt einen RFID-Chip implantiert um Kindesentführungen zu verhindern. Und Politiker werden von The Circle aufgefordert, jederzeit eine Webcam bei sich zu tragen; wer sich weigert, der wird automatisch verdächtigt, krumme Touren zu drehen.

In einer Rede vor seinen Mitarbeitern sagt einer der Circle-Chefs: „Wir stehen am Anfang einer zweiten Aufklärung, eine Ära, in der wir nicht mehr zulassen werden, dass die Gedanken, Handlungen, Leistungen und Lerninhalte einer Mehrzahl der Menschen einfach versickert wie aus einem löcherigen Eimer.“ Wenn es keine Geheimnisse mehr gibt, so seine Logik, dann wird das die Menschen zwingen, sich stets anständig und ehrlich zu verhalten.

Science Fiction? Ich weiß nicht so recht. Immerhin hat der ehemalige Google-Chef Eric Schmidt ja einmal gesagt: „Wenn es etwas gibt, von dem Sie nicht wollen, dass es irgendjemand erfährt, sollten Sie es vielleicht ohnehin nicht tun.“

In Wirklichkeit denkt Eggers natürlich nur Dinge zu Ende, die sich ohnehin schon abzeichnen oder schon längst Wirklichkeit sind: Das NSA liest unsere Mails mit, ab November will Google unsere Namen und Fotos in Online-Anzeigen verwenden (so genannte “shared endorsements“), Facebook hat seine Geschäftsbedingungen einseitig verändert und erlaubt es jedem, unsere Zeitlinien anzuschauen – früher konnte man das blockieren.

In unserem neuen Buch „Digitale Aufklärung – Warum uns das Internet klüger macht“ sagen Ossi Urchs und ich zwar auch das Ende der Privatheit voraus, stellen aber gleichzeitig zwei zentrale Kategorien der Zweiten Aufklärung zur Diskussion, nämlich Offenheit und Transparenz. Beide sind in einer vernetzten Gesellschaft wichtige Werte an sich, aber sie sind keineswegs identisch: Transparenz und Offenheit. Ein Prozess, ob in der Wirtschaft oder in der Politik, ist dann „transparent“, wenn er für die Betroffenen nachvollziehbar, also ohne geheime Abstimmungen in irgendwelchen verrauchten Hinterzimmern zustande gekommen ist. Die Grundlagen von Entscheidungen müssen ebenso transparent sein wie die Ziele, die damit verfolgt werden. Offen sind Systeme dann, wenn sie frei zugänglich sind und es jedermann gestattet ist, sie kreativ und produktiv zu nutzen.

Sicher, wenn man einen Angstroman schreiben will (übrigens ein sehr guter!), dann kann man diese Begriffe auch bis zur Unkenntlichkeit korrumpieren. Und ja, es besteht die Gefahr, dass die Entwicklung tatsächlich in diese Richtung geht. Nur wäre das das Gegenteil von Aufklärung.

In unserem Buch rufen Ossi und ich zu einem neuen Denken auf, ähnlich wie es Kant vor 200 Jahren mit seiner Mahnung tat: „Sapere aude“ – „wage, dich deines Verstandes zu bedienen“. Der CEO von The Circle ist, wie Eric Schmidt, in alten Denkschemata verhaftet, sein Kopf kommt im wahrsten Sinn des Wortes nicht mehr mit. Wir müssen uns vor ihnen in Acht nehmen – sonst sind wir eines Tages wirklich im ewigen Kreisverkehr verfangen.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Endzeitstory im aktuellen Zeitgeistraster, 28. Dezember 2013
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Rezension bezieht sich auf: The Circle (Gebundene Ausgabe)
Mit "The Circle" liefert Eggers eine Geschichte die in nicht ferner Zukunft so tatsächlich stattfinden könnte. Permanente Überwachung hat man schon in 1984 bei Orwell gelesen, aber Eggers treibt das noch ein Stückchen weiter, zeigt die Menschen des 21. Jahrhunderts in ihrer naiven Technikgläubigkeit und noch schlimmer einem Wahn von Exibitinismus verfallen, der ins Verderben führen muss. Wer nicht mitmachen will oder sich der Strömung gar verweigert, wird vom System aufgefressen, wie von einem Hai, der alles vertilgt was sich ihm in den Weg stellt.

So interessant auch Eggers Gedankenspiel sein mag, so aktuell die Story in Bezug auf NSA & Co auch ist, Eggers verliert den Leser in der Mitte des Buches - man kann die Motivation und die daraus folgenden Handlingen der Protagonistin, Mae, nicht mehr ganz folgen. Selbst dann, wenn die Überwachung der Handlungen und Gedanken zu privaten schmerzlichen Verlusten führt macht Mae unbeirrt weiter - eine intelligente, junge Frau wie sie müsste aber einen Punkt erreichen an dem sie sich entwickelt und ihre Handlungen anpasst. Diese Entwickling lässt Eggers aus und qualt den Leser stattdessen mit offensichlichem, plötzlich auktorialem Geplänkel. Gute Geschichte, aktuell, interessante Gedankenspiele, aber ab der Mitte des Buches ohne weitere Überraschungen, daher nur 3 Punkte!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gutes Buch zu wichtiger Thematik, 7. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Circle (Kindle Edition)
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es liest sich recht schnell und ist spannend.
Zugegeben: Die Handlung ist zum Teil etwas "plakativ" und die anfangs noch nicht ganz so naive Haltung der Hauptperson wird zum Ende immer naiver (und damit leider auch nicht mehr ganz so nachvollziehbar).
Die Thematik ist allerdings bitter ernst: was sind wir bereit preis zu geben? Und an wen?
(Gerade wenn man hier nun bei Amazon eine Rezension schreibt, dann ist man selbst ein Teil einer Bewertungsmaschine, die immer alles sofort einordnet, und vielleicht endet das dann in einem "Einheitsbrei")
Wenn jemand glaubt, dass Facebook, Google, Amazon und Co "nur das Beste wollen", dann sollte man dieses Buch lesen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schlicht schlecht, 4. September 2014
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Rezension bezieht sich auf: The Circle (Kindle Edition)
Ist der Hype um den Inhalt noch wenigstens nachvollziehbar, auch wenn das Buch wenig neue oder überraschende Aspekte beitragen kann, ist die Form, meint literarische Qualität zweitklassig. Hier schreibt jemand auf handwerklich mäßigem Niveau im Stile des 19. Jahrhunderts - aber vor Poe. Die Figuren allesamt blass, der Handlungsverlauf mühsam konstruiert und früh vorhersehbar, Sex portioniert zur Garnierung eingestreut: so habe ich mir immer jemanden vorgestellt, der, mit mäßigem Talent aber einigermaßen Ehrgeiz, einen Abschluss in "Creative Writing" zu Stände gebracht hat.
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The Circle
The Circle von Dave Eggers (Taschenbuch - 22. April 2014)
EUR 5,70
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