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am 2. Juni 2003
Chuck Barris gebührt ein großes Lob. Entweder, weil er die geniale Idee hatte, seine Biographie in einen fiktiven Spionage-Thriller zu verwandeln oder aber weil er dieses wahnwitzige Leben tatsächlich durchgehalten, ja überlebt hat.
Nehmen wir an, Barris hätte uns im Roman seine Spionage-Vergangenheit verschwiegen: die Sprache und der Einblick in die verwirrte Psyche eines sehr cleveren Menschen, der leider jegliche emotionale Intelligenz vermissen lässt, hätte dennoch zu fesseln vermocht.
Ohne Scheu gewährt er Einblick in sein wenig ruhmreiches Leben vor seiner Karriere als geistiger Vater der "Gong-Show" und von "The Dating Game".
Kein Glück im Spiel, noch in der Liebe. Dabei will er doch nur das Eine: unterhalten. Und zwar neben der amerikanischen Fernsehnation auch noch sich selbst. Aber da das schöne Geschlecht nichts von ihm wissen will, entwickelt er einen krankhaften Ehrgeiz und im Verlauf seines Aufstiegs eine Paranoia vor dem tiefen Fall vom Siegertreppchen.
Barris zeichnet sich selbst als mürrisches, sprunghaftes Naturelle. Kein Interesse an festen Bindungen oder einem geregelten Leben.
Er ist ein Ekel zu seinen wahren Freunden, verletzt Penny, seine einzige, wenn auch unkonventionelle Dauerbeziehung und am allermeisten scheint er sich selbst zu hassen.Er enttäuscht, versetzt und hurt herum, bis er von Jim Byrd für die CIA angeheuert wird. Doch der Erfolg in seiner zweiten Identität lässt zunächst zu wünschen übrig. Bis er die Chance erhält, nicht nur im übertragenen Sinn über Leichen zu gehen. Zeitgleich blüht er auch in seiner Rolle als Fernsehproduzent auf, wird sogar Moderator.
Doch schon auf der ersten Seite der fast 400 Seiten umspannenden Bio wird deutlich: so konnte es nicht ewig weitergehen und irgendwas ist entsetzlich schiefgelaufen.
Übrig ist allein Penny.
Mit "Confessions of a dangerous Mind" schafft es Barris, schonungslos selbstkritisch sein teils glorreiches, teils verpfuschtes Leben zu beleuchten. Er erzählt von einer zerissenen Persönlichkeit, wie sie Genies zu eigen ist. Denn trotz Erfolg auf allen Ebenen bleibt die bange Frage: Hätte ich es vermutllich gar nicht besser machen können?
Sind Barris Geständnisse echt? War er ein angeheuerter Killer? Ist die Geschichte gut, macht man sich doch keinen Kopf darum, ob sie stimmt.
Viel ungewisser ist, ob Barris tatsächlich der exentrische Egoist gewesen ist, als den er sich verkauft. Wenn dem nicht so ist, hätte er mit seinem semi-fiktiven Alter-Ego eins gemeinsam: Er dichtet ein bißchen was dazu, da ihm sein Leben nicht als schillernd genug erscheint.
Sprachlich oft herrlich geschmacklos und konsequent in der Darstellung eines moralisch fragwürdigen Hyperaktiven macht das Buch, auf dem der ebenfalls wunderbare Film mit Sam Rockwell basiert, in jeder Zeile Spaß.
Spannung wechselt mit absurdem Humor und eins wird jedem noch so skeptischem Leser geboten: jede Menge Diskussionsstoff!
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