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32 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungener Zugang zur Thematik
Würde man mich nach einer guten Einstiegsliteratur zum Thema Nationalsozialismus und Hitler fragen, ich würde an erster Stelle " Anmerkungen zu Hitler " von Sebastian Haffner nennen.
Die prägnaten Thesen des Textes weisen den Autor als ausgezeichneten Analytiker und Kenner der Materie aus und es gelingt ihm schon beinahe beiläufig, mit den...
Veröffentlicht am 24. Oktober 2002 von Norbert Rügen

versus
27 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Z.T. erfrischende Positionen,z.T. zweifelhaft
Daß Haffner gelegentlich der Rechten zugeordnet wird, läßt sich anhand dieses Buches oberflächlich häufig rechtfertigen. Wenn er behauptet, der Nationalsozialismus sei deutlich vom Faschismus abzugrenzen, oder von Leistungen Hitlers spricht, begibt er sich zweifellos auf gefährliches Terrain. Sieht man solche Sätze aber im...
Am 9. Februar 1999 veröffentlicht


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32 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungener Zugang zur Thematik, 24. Oktober 2002
Rezension bezieht sich auf: Anmerkungen zu Hitler. (Taschenbuch)
Würde man mich nach einer guten Einstiegsliteratur zum Thema Nationalsozialismus und Hitler fragen, ich würde an erster Stelle " Anmerkungen zu Hitler " von Sebastian Haffner nennen.
Die prägnaten Thesen des Textes weisen den Autor als ausgezeichneten Analytiker und Kenner der Materie aus und es gelingt ihm schon beinahe beiläufig, mit den größten Irrtümern über Hitler, die auch heute noch weit verbreitet sind, gekonnt argumentierend aufzuräumen.
Sein Versuch, die Brüche in Hitlers Leben, die scheinbaren Widersprüche in seinen Entscheidungen und seine beinahe unerklärlichen Anfangserfolge, im Frieden wie im Krieg, aus einem Wirkungszusammenhang zwischen der zeitgenössischen Umwelt, auf die Hitler traf und dessen eigenen wahnhaften ideologischen Starrsinn heraus zu erklären, darf als geglückt gelten. Haffner löst die Fragestellung, warum dem ausgesprochen erfolgreichen, scheinbar instinktsicheren Reichskanzler der 30er Jahre, dem alles zu gelingen schien, auf einen Schlag alles mißlang, indem er sich dabei nicht der Person Hitlers, sondern dessen Umwelt zuwendet. Dies führt zu sehr interessanten Erkennnissen, welche die ausgesprochen unflexible Persönlichkeit Hitlers in den Mittelpunkt der Betrachtungen rückt. Biographische Brüche, scheinbare Fehlentscheidungen Hitlers sind für Haffner nur Konsequenz eines unflexiblen Starrsinns, dessen Taten je nach den Variablen der politischen Umgebung Hitlers zu Erfolg oder eben Mißerfolg führten.
Der Autor beschreibt dies folgendermaßen:
" Und damit haben wir plötzlich den Schlüssel in der Hand, der uns das Geheimnis der Hitlerschen Erfolgskurve erschließt. Dieser Schlüssel liegt nicht in irgendwelchen Wandlungen Hitlers. Er liegt in dem Wandel und Wechsel der Gegner, mit denen es Hitler zu tun hatte."

Besonderes Lob verdient Haffner für den von ihm gewählten Zugang zum Thema. Er nähert sich Hitler in sieben Kapiteln jeweils von einem anderen Gesichtspunkt aus: Leben, Leistungen, Erfolge, Irrtümer, Fehler, Verbrechen, Verrat.
Dieser Ansatz erweist sich als außerordentlich fruchtbar, vermittelt er dem Leser doch über die Taten ( und Untaten ) Hitlers einen schnelleren Erkenntnisgewinn als dies der oftmals angewandte biographische Ansatz zu tun vermag.
Die provokanten Thesen Haffners stehen zwar zuweilen etwas wagemutig im Raum, regen aber zu fruchtbaren Diskussionen an und sind im Ganzen schlüssig herausgearbeitet.
Die Lektüre dieses Buches kann ich jedem nur wärmstens empfehlen. Insbesondere zur Bearbeitung in einem Geschichts -Leistungskurs sollte " Anmerkungen zu Hitler" ganz oben auf der Literaturliste stehen.
Sehr empfehlenswert !
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26 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen In dieser Kürze gibt es nichts besseres zu Hitler, 24. September 2005
Von 
Rezension bezieht sich auf: Anmerkungen zu Hitler. 4 CDs (Audio CD)
Was Haffners Hitler-Betrachtung von anderen Werken selbiger Thematik so wohltuend abhebt, ist seine Fähigkeit zum Ausdruck klarer Gedankengänge, welche sich durch inhaltliche Verdichtung und Präzisierung im Ausdruck herausbilden. Trotz oder gerade weil dem vergleichsweise kurzen Werk der wissenschaftlich-historische Fachjargon abgeht, öffnet es neue Perspektiven der Betrachtung, welche kritisch, aber trotzdem ausgewogen den „Politiker und Massenmörder Hitler", wie es Haffner ausdrückt, in seiner Bedeutung reflektieren. Es gehörte schon damals viel Mut dazu, neben der Kritik an Hitlers Verbrechen auch seinen „Erfolgen" - wie z.B. den wirtschaftlichen Aufschwung oder die geschickte Außenpolitik bis 1941 - ein eigenes Kapitel einzuräumen. Als Fazit bleibt bestehen, dass Hitler als politische Erscheinung keiner deutschen Tradition verhaftet ist und dessen langfristige Pläne (völlige Ausrottung der Juden in Europa, Weltherrschaft) - Gott sei Dank -
alle scheiterten, wenn er ihnen stellenweise auch schrecklich nahe rückte.
Diese Autorenlesung von 1979 bietet bei knapp fünfstündiger Spielzeit die ungekürzte Fassung der „Anmerkungen".
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geistreiche Gedanken knapp und präzise, 3. Mai 2004
Rezension bezieht sich auf: Anmerkungen zu Hitler. (Taschenbuch)
Ganz im Haffnerschen Stil wird hier Hitlers wesentliche Biographie zusammengefasst: Objektiv, ohne ständige (und dadurch nervende) Verurteilung mit viel eigenem Geankengut auch für den Einsteiger geeignet.
Haffners Buch lässt sich locker als Gute-Nacht-Lektüre lesen (auf die einfache Satzstruktur bezogen!), dabei glänzt er im wesentlichen mit den eigenen, psychologisierenden Überlegungen (besonders im Kapitel Hitlers Verrat am eigenem Volk).
Haffner schafft es sich in die Hitlerschen Gedankengänge einzuschleusen und nimmt den Leser mit auf die Reise in die Logik eines Wahnsinnigen.
Übersichtlich teilt er seine "Anmerkungen" in aufschlussreiche, klar gegliederte Kapitel ein.
Auf jeden Fall selbst für den Historiker immer noch interessant zu lesen, hier werden nicht einfach Daten heruntergerattert, hier werden mit Präzision Behauptungen aufgestellt, die zu logischen Schlussfolgerungen führen.
Alles in allem, absolut zu empfehlen.
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31 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genial, 12. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Anmerkungen zu Hitler. (Taschenbuch)
Anlässlich der Erinnerung an den 60. Jahrestag des Kriegsendes hielt ich es für geboten endlich einmal den, seit Jahren in meinem Bücherschrank befindlichen Klassiker Sebastian Haffners zu lesen. Der, bereits 1999 verstorbene Historiker, erregte auch mit seinen posthum veröffentlichten Erinnerungen 1914 – 1933 unter dem Titel „ Geschichte eines Deutschen“ große Aufmerksamkeit in der Presse und den Bestsellerlisten.
Nach der Lektüre bedauerte ich lediglich, die „Anmerkungen“ nicht schon längst gelesen zu haben. Auf knapp 158 Seiten der kleinen Taschenbuchausgabe erklärt Haffner in den Kapiteln „Leben“, „Leistungen“, „Erfolge“, „Irrtümer“, „Fehler“, „Verbrechen“ und schließlich „Verrat“ alles was man zum Thema Hitler wissen sollte und darüber hinaus in kurzer prägnanter Weise die großen Zusammenhänge die zum 2.Weltkrieg führten und dessen Verlauf.
Ohne Berührungsängste und auf unvergleichlich unorthodoxe Weise beschäftigt sich der Autor mit dem größten Menschheitsverbrecher.
Fazit: schnell gelesen, nie vergessen! Ein gewaltiger Bildungsschatz auf wenigen Seiten. Genial.
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kompakt und originell, 7. Januar 2002
Ganz sicher kann dieses Werk nicht die Person Hitlers erschöpfend umschreiben. Es ist auch nicht "die" politische Biographie, wie sie Joachim Fest auf über 1000 Seiten vorgelegt hat. Doch genau dies macht den Charme dieses kleinen Werkes aus. Kompakt und doch genau treffend wird das Phänomen Hitler skizziert. Ohne zuviel Moralin zu versprühen, bereitet Haffner diese historische Figur auf. Er zeigt anzuerkennende Leistungen um dann den wirklichen Verrat an den Deutschen zu erklären. Als Einstieg in das weite Feld der Analyse Hitlers und des Nationalsozialismus empfehlenswert, gerade auch für junge Leute.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach, verständlich, interessant gegliedert, mehr als nur Anmerkungen!, 28. April 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Anmerkungen zu Hitler. (Taschenbuch)
Treffsicher und mit scharfem Geist setzte sich Sebastian Haffner mit dem Phänomen Hitler auseinander und brachte seine Erkenntnisse mit falscher Bescheidenheit als "Anmerkungen" heraus, es handelt sich aber meiner Meinung nach eher um eine tiefsinnige Analyse der Person Hitlers unter Einbezug seines Umfeldes und Begebenheiten. Leistungen, Erfolge, Irrtümer, Verbrechen und Verrat, sind die wichtigsten Inhaltsschwerpunkte, unter denen die Gliederung vorgenommen wurde.

Auch für Schüler gut geeignet die vielleicht erstmals mit dem Stoff Nationalsozialismus in Berührung kommen, aber auch interessante Gedanken für Leser die schon die ein oder andere Biographie über Hitler gelesen haben, oder nochmal einen straffen Überblick lesen wollen.

Auf jeden Fall eine Empfehlung wert!
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brevity is the soul of wit, 4. April 2005
Von 
Michael Dienstbier "Privatrezensent ohne fina... (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Anmerkungen zu Hitler. (Taschenbuch)
Junge Menschen, die sich fragen: "Wie konnte das passieren?" stehen vor einem großen Problem. Wie sollen sie sie sich in der Literaturschwemme über das Dritte Reich zurechtfinden? Es dauert wahrscheinlich nicht mehr lange, dann wird uns der Buch- oder Fernsehmarkt mit brandneuen Informationen über Hitlers Dackel beglücken. Allen Schülern (und natürlich auch anderen historisch Interessierten) ist Haffners Büchlein als das Standardwerk schlechthin zu empfehlen. Auf weniger als 200 Seiten schafft er es, Hitlers Weltbild und Ideologie in einer Klarheit darzustellen, wie ich es vorher noch nie gelesen oder gesehen haben (und als Geschichtsstudent sind mir schon einige Interpretationsversuche der Person Hitler untergekommen).
So beschreibt er in nur zwei Sätzen passend und plastisch den jungen Hitler:
"Der Sohn [Hitler] begann als Abesteiger. Er beendete die Realschule nicht, scheiterte an der Aufnahmeprüfung für die Kunstakademie und führte von seinem achtzehnten bis zu seinem fünfundzwanzigsten Lebensjahr [...] ohne Beruf oder Berufsziel, eine Frührentner- und Bohemeexistenz."
In sieben Kapiteln (Leben, Leistungen, Erfolge, Irrtümer, Fehler, Verbrechen, Verrat) untersucht Haffner das Leben des österreichischen Gefreiten von unterschiedlichen Fragen ausgehend. Seine Analyse und Thesen erscheinen dabei oft gewagt und provozierend. So wird Hitler nicht (nur) als wahnsinniger Massenmörder dargestellt, was zwar ein einfaches, aber ungenügendes Erklärungsmuster wäre, sondern durchaus als begabter Politiker mit beachtenswerten Erfolgen. So erklärt Haffner das Wirtschaftswunder unter Hitler nicht nur aus der Wiederaufrüstung und anderen kriegsvorbereitenden Maßnahmen heraus. Ein Großteil der Arbeitsplätze sei in der zivilen Industrie geschaffen worden.
Auffallend ist Haffners vernichtende Kritik an den Nürnbergern Prozessen. Diese haben im nachhinein die Nazidiktatur geradezu verharmlost. Füt Haffner gehört der Krieg zum menschlichen Dasein dazu. Indem nun die Sieger den Holocaust als "Kriegsverbrechen" titulieren, würden sie das Ausmaß dieser Katastrophe herunterspielen. Kriegsverbrechen sind für Haffner Verstöße gegen die Spielregeln des annerkanten Systems wie, zum Beispiel, die Erschießung von 200 Zivilisten oder auch die von den Allierten unternommene Bombardierung der deutschen Zivilbevölkerung gegen Ende des Krieges. Dies sind natürlich auch Gräultaten, aber eben nicht vergleichbar mit der organisierten Ermordung von 6 Millionen Menschen.
Der Holocaust steht für Haffner außerhalb des Fassbaren. Die Verantwortlichen vor ein Gericht zu stellen und es damit gut sein lassen, führe daher zwangsläufig zu einer Verharmlosung.
Bestechend ist auch seine Analyse der Ideologie Hitlers und dessen, auf den ersten Blick, widersprüchliche Auswirkung auf seine Politik. Warum erklärte er Amerika den Krieg, obwohl das Reich doch schon an allen Ecken und Enden völlig überfordert war? Warum kapitulierte er nicht, obwohl er sich der Niederlage, so Haffner, schon seit Anfang 1942 voll bewusst war?
Fazit: eine großartige Analyse, auch wenn man nicht jede These akzeptiert, die wegen ihrer Kompaktheit unbedingt in der Schule gelesen werden sollte.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Psychoanalyse über Hitler und sein Wirken auf die Deutschen, 22. März 2008
Von 
Rezension bezieht sich auf: Anmerkungen zu Hitler. (Taschenbuch)
Zum Buch: es ließt sich gut und schnell, es ist leicht verständlich, da Haffner sich präzise und einleuchtend ausdrückt.
Sein Stil ist originell. Er arbeitet viel mit Bildern und Metaphern, hat stets Vergleiche aus der Geschichte parat.
Seinen Analysen über Hitlers Wirken auf die Deutschen muss man grundsätzlich zustimmen.
Die Psyche Hitlers betreffend arbeitet er haupsächlich mit Thesen, die teilweise fragwürdig erscheinen.
So behauptet er, Hitler wollte am Ende den "totalen Untergang", da er den "totalen Sieg" nicht mehr erreichen konnte;
Man weiß aber über Hitler, dass er noch in den letzten Tagen architektonische Pläne für deutsche Städte nach dem Endsieg entwarf und nicht mehr existierenden Armeen vom Führerbunker aus Befehle gab.
Das lässt eher darauf schließen, dass Hitler psychisch erkrankt war, worauf Haffner leider so nicht eingeht.
Trotzdem ist das Buch insgesamt sehr gelungen, das kleine Manko führt zu einem Stern Abzug.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Befreiung von Hitler, 28. September 2007
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Anmerkungen zu Hitler. (Taschenbuch)
Haffner's Anmerkungen zu Hitler sind ein Versuch Deutschland und die Deutschen endgültig von Hitler zu befreien. Das heißt natürlich vom Komplex Hitler zu befreien.

Zu diesem Zweck legt Haffner eine möglichst emotionslose Aufstellung von Hitlers Leistungen, Erfolgen, Fehlern und Verbrechen vor, um schließlich zu Hilters Verrat an den Deutschen zu kommen. Der Ausspruch Hitlers, dass wenn das Deutsche Volk nicht stark genug ist, es eben vergehen müsse, ist zwar weithin bekannt, doch Haffner gelingt es darzustellen, dass dies Hitlers wirkliches Konzept war und nicht in einem Anfall von Wut und Enttäuschung gesprochen wurde.

Es gibt mittlerweile einen jährlich wachsenden Wald an Hitler-Literatur. Dennoch ist das Ergebnis das sprichwörtliche, dass nämlich nur Bäume sichtbar werden. Nicht so bei Haffner. Der hält Folgendes, Überraschendes, fest:

· Bis November 1941 sind alle Handlungen Hitlers als Teil eines Konzepts zur Erringung der Vorherrschaft Europas oder Weltherrschaft erklärbar. Nicht jedoch die Kriegserklärung an die USA, die vollkommen unnötig, ja kontraproduktiv war. Mit Treue gegenüber Japan ist das nicht erklärbar, da Japan Deutschland 1941 verraten hatte, indem es mit der Sowjetunion ein Neutralitätsübereinkommen traf, das dieser erlaubte die Fern-Ost Divisionen abzuziehen und gegen Hitler einzusetzen. Hier argumentiert Haffner, dass Hitler bereits Ende 1941 glaubte den Krieg verloren zu haben und jetzt nur noch wünschte in einer großen Kathastrophe unterzugehen.
· Weiters wollte Hitler nach 1941 nur noch Zeit gewinnen, um die Judenvernichtung durchzuführen. Dies wird von anderen Autoren als Nebenmotiv erwähnt, von Haffner aber als das Hauptmotiv der Hitlerschen Kriegsführung bezeichnet.
· Nachdem der Untergang unvermeidlich ist, will Hitler das gesamte deutsche Volk in den Abgrund reißen. Er entblößt die Ostfront und wirft die Divisionen sinnlos in die Ardennenoffensive. Dadurch rückt die Ostfront weiter ins Reich als die Westfront. Schließlich der Nero-Befehl.

Haffner will den Deutschen über die Beschäftigung mit dem wirklichen Hitler, nicht mit dem mythologischen, oder demonisierten, die richtigen Lehren aus der Geschichte ziehen lassen. Dieser Hitler kann auch Leistungen und wirkliche Erfolge erzielen. Erst diese erklären die Begeisterung seiner Zeitgenossen verständlich. Haffner hofft, dass sich die Deutschen mit dem richtigen Hiler im Blick wieder trauen Patrioten zu sein, wie er am Schluss des Buches formuliert.

Das Buch ist somit für jeden, der die Faktenlage der Hitlerzeit und des 2. Weltkriegs im Griff hat ein absolutes Muss. Inwieweit die Schlussfolgerungen Haffners auch wirklich zutreffen ist eine spannende Frage, der ich bei meiner weiteren Lektüre nachgehen werde, bei der nun endlich der Wald ins Blickfeld rücken muss.
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Packend, geistreich, treffsicher., 10. März 2001
Rezension bezieht sich auf: Anmerkungen zu Hitler. (Taschenbuch)
Nicht zu Unrecht zählt dieses Buch zu der Handvoll an Werken, die als wirkliche bedeutende Arbeiten über Hitler gelten können. Präzise und klar führt Haffner seine Leser in Hitlers Gedankenwelt ein. Dabei vermeidet es Haffner der Versuchung zu unterliegen, Hitler als böse Bestie der deutschen Geschichte zu mythologisieren, sondern verläßt sich ganz auf die Aussagekraft objektiver Fakten, um "den Führer" sowohl in seiner ganzen Schrecknis wie auch seiner Lächerlichkeit bloßzustellen. Der Autor sieht jedoch auch sehr klar, dass Hitler nicht der psychopathische, krakeelende Idiot ist, als der er in anderen Publikationen aufzuzeigen gepflegt wird; im Gegenteil : Die kühle Planung seines Terrors machte diesen Fanatiker erst so gefährlich für Deutschland und die Welt.
Ein unumgängliches Buch über die Schicksalsjahre des 20. Jahrhunderts.
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Defying Hitler
Defying Hitler von Sebastian Haffner (Hörkassette - September 2003)
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