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Kundenrezensionen

35
4,4 von 5 Sternen
Dark Places
Format: TaschenbuchÄndern
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. Februar 2013
Kurzzusammenfassung:
Libby Day ist Anfang 30 und dämmert in bitterer Lebensmüdigkeit. Als 7jährige wurde sie Zeugin eines Massakers an ihrer Mutter und den beiden älteren Schwester. Aufgrund ihrer Aussage wird ihr damals 15jähriger Bruder Ben für das Verbrechen verantwortlich gemacht und sitzt lebenslänglich in Haft. Aus Geldnot nimmt sie das Angebot des ominösen "Kill Club" an, der an der Schuld von Ben zweifelt und beginnt, die Ereignisse der damaligen Nacht zu hinterfragen und neu aufzurollen.
Meine Meinung:
Mann. Eigentlich bin ich recht hart im Nehmen, was düstere Romane mit viel Drama und Dilemma angehen. Doch Gillian Flynns zweiter Roman ist fast schon grenzwertig. Sämtliche Charaktere der Geschichte sind bestenfalls schwierig, und schlechtestenfalls wahre Monster. Und die meisten finden sich im Kreis von Libbys Familie und Freunden. Die Schwärze der Charaktere, die Gillian Flynn da zeichnet, wird nur noch von den schrecklichen Ereignissen übertroffen, die ihnen zustoßen. Dadurch wird so einiges ihrer Unliebenswürdigkeiten rehabilitiert. Zumindest bei manchen.
Hut ab vor der wunderbar konstruierten Geschichte, die abwechselnd in Libbys "Jetzt"-Perspektive und aus der ihrer Mutter bzw. Ben am Tag des Massakers spielt. Sie entwickelt sich Zentimeter für Zentimeter, gibt immer ein wenig preis aber nie zu viel, und wartet mit so einigen - wie sollte es anders sein - bösen Überraschungen auf.
Ganz besonders bewundere ich aber Gillian Flynns Schreibstil. In nur wenigen Sätzen hatte sie mich auf Seite 1 gefangen und mich in Libbys traumatische Vergangenheit gezogen - ich könnte erblassen vor Neid.
Schon seit "Cry Baby" und "Gone Girl" bin Hals über Kopf in Gillian Flynns pechschwarze, so originell und pointiert geschilderte Welt verliebt. Nach "Dark Places" / "Finstere Orte" bin ich uneingeschränkter Fan und kann kaum auf ihren 4. Roman warten.
Fazit: Wer wunderbar geschriebene und raffiniert aufgebaute Düsternis in Büchern mag - unbedingt lesen. Wenn irgendwie möglich, im englischen Original!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. Februar 2014
Nicht viele Bücher veranlassen mich dazu, eine Rezension zu schreiben. Weil sie in ihrer Handlung doch eher durchschnittlich sind oder die Figuren nicht überzeugen können. "Dark places" ist anders. Ich fand es sogar noch besser als "Gone Girl". Warum?

Es ist zwar auch ein sehr guter Krimi, die Auflösung überrascht in mehr als einer Hinsicht, vor allem aber die Charakterbeschreibungen machen das Buch für mich außergewöhnlich. Es sind keine schwarz/weiß-Stereotypen, sondern Menschen mit einer Geschichte. Da ist die Farmersfrau Patty, die trotz widriger Bedingungen und großer finanzieller Not ihre vier Kinder gut aufziehen möchte. Da ist Ben, ein Einzelgänger, ständig verspottet, selbst von seinem Vater - auf der Suche nach seinem Platz im Leben. Da ist Libby, eine depressive Frau ohne Lebenswillen. Eine Überlebende mit tiefen Schuldgefühlen. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive dieser Figuren erzählt, sodass der Leser immer nur genauso viel weiß wie die Charaktere selbst.

Die Suche nach der Wahrheit wird zu einer Suche nach der Menschlichkeit in jedem der Charaktere. Es gibt kein Gut oder Böse, sondern viel Grau. Während des Buches nimmt Flynn immer mehr Schichten herunter von der Oberfläche - ähnlich wie bei einer Zwiebel - und am Ende werden die Figuren in ihrer ganzen Verletzlichkeit und mit allen ihren Fehlern präsentiert. Sie treten aus der fiktiven Welt heraus und werden zu Menschen aus Fleisch und Blut. Menschen, die Mitleid, Ekel oder tiefe Abscheu hervorrufen. Vor allem der dunklen Seite der Charaktere widmet sich Flynn. Wie kommt es, dass jemand zum Mörder wird? Welchen Einfluss hat ein solches Verbrechen auf das weitere Leben? Auch die scheinbar unwichtigste Nebenfigur hat hier noch mit ihren Dämonen, den psychologischen Folgen des Verbrechens zu kämpfen. Wer da nicht mitfühlen kann, der hat wohl kein Herz. Ein grauer Regentag oder ein lauter Hagelschauer bieten genau die richtige Atmosphäre, um sich in die dunkle Stimmung des Buches fallenzulassen. Danach vielleicht was Süßes oder ein heißes Bad, denn die Lektüre ist sehr aufwühlend.

"Dark Places" ist für mich aber auch ein Coming-of-Age-Roman. Parallel zur Vergangenheit, die immer weiter aufgearbeitet wird, macht auch Libby eine charakterliche Entwicklung durch. Sie entwickelt sich von einer depressiven, verbitterten und passiven Frau zu einem starken Menschen, der zwar eine schwierige Vergangenheit hat, aber dennoch bereit ist, zu leben.

Eine klare Empfehlung.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. Mai 2011
Selten habe ich so ein spannendes Buch gelesen. Es ist die Geschichte einer etwa 30jährigen Frau, die als Kind mitansehen musste, wie ihr Bruder ihre Mutter und ihre Schwestern umbrachte. Aber war es wirklich?
Die Geschichte ist auf zwei Zeitebenen geschrieben, einmal aus der Perspektive dieser Frau, die - zuerst widerwillig - versucht, herauszufinden, was wirklich passiert ist, und in Rückblenden aus der Perspektive der Mutter und ihres Bruders vom Tag des Mordes. Auch wenn man natürlich im Lauf des Buches immer mehr erahnt, was passiert ist, ist das Ende dennoch mit einigen Überraschungen gewürzt.
Sehr spannend, mit viel trockenem Humor, emotional anrührend, ein Buch, das einen lange nicht loslässt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 5. August 2014
Man könnte meinen, es gäbe nur Irre auf der Welt. Fast eine ganze Familie wird bestialisch ermordet, der Sohn als Täter verhaftet, nur die jüngste Tochter überlebt mit knapper Müh und Not. Ungefähr 25 Jahre später wird Libby, die Überlebende, mit der Tatsache konfrontiert, dass ihre damaligen Aussage, die den Bruder hinter Gitter gebracht hat, mehr oder minder suggeriert war. Der Bruder, das stellt sich schnell heraus, scheint unschuldig zu sein.

Nur: wer war es dann ?

Libby, unterstützt von einem Club von Hobbydetektiven, macht sich auf die Suche.

Dabei stolpert sie von einem schrägen Charakter zum anderen: ihrem Vater, einem Alkoholiker und Drogendealer, ehemaligen Schulkameradinnen, die heute als Prostituierte arbeiten usw. Schließlich gerät sie selbst in Lebensgefahr, als sie mehr oder weniger zufällig einen der Täter entlarvt und die Schuldigen ans Messer liefert. Wer es war, wird hier natürlich nicht verraten.

In Flynns Buch laufen zwei Erzählstränge nebeneinander her: zum einen der Tag, an dem die Morde passiert sind, in einer Art Retrospektive, fast schon "daneben" die Erlebnisse Libbys auf der Suche nach den Tätern.

Das Ganze ist sicher spannend erzählt und enthält auch einige überraschende Wendungen. Auch der graue Alltag und die bigotte und heuchlerische Gesellschaft des amerikanischen Mittelwestens der 80er kommt gut herüber. Was mich ein wenig gestört hat, war das Sammelsurium grotesker Gestalten, die das Lesen zuweilen fast anstrengend gemacht haben. Man war manchmal fast versucht, laut aufzuschreien. So viel Skurrilität kann einfach nicht sein, es hat ein bisschen Normalität gefehlt.

Insgesamt ist der Roman eine atmosphärisch dichte, intensiv (mir zu intensiv) erzählte Geschichte mit einem unerwarteten Ende. Dafür fünf Sterne. Für den bemüht grotesken und teilweise konstruierten Plot einen, macht im Schnitt drei Sterne. Einen weiteren "Flynn" werde ich mir nicht antun.

EDIT 8.10.2014: Doch, ich habe mir einen weiteren "Flynn" angetan: "Gone Girl". Und der war richtig gut (s. dortige Rez.).
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. August 2014
This is a fairly unremarkable, only mildly suspenseful thriller with a cast of (mainly) obnoxious characters and plenty of blood and gore – human and animal.

Nowhere near as interesting as her later « Gone Girl ».
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 23. Juni 2014
Das Buch hat eine gute Story, die Frage nach dem warum stellt sich immer wieder. Auch wird recht früh infrage gestellt, wer denn nun der wahre Täter war. Die verschiedenen Perspektiven haben das Buch interessant gemacht, werfen Fragen auf, geben Antworten. Nichtsdestoweniger wird es erst zum Ende richtig spannend, wenn sich die Ereignisse und Schlussfolgerungen überschlagen. Ein bisschen schade, ich habe mehr erwartet...
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. Januar 2013
I will not summarize the content of this book. Just read it in the description.

It is not a nice book about nice people. Most probably you'll find the protagonist Libby not likeable at all, nor any of the others.

But the more you read, the more you'll realize what made the siblings the way they are/were. You can't help but feel empathy about the miserable life they had, what these children had to endure, while their loving mother was unable to cope but still bravely struggeling to keep their farm.

This book with its masterful language and its brilliant characterization of people sucks you in, page after page and whenever you think, you've figuered out what happened all these years ago, the next pages will make you doubt.

"Dark Places" is so much more than your average thriller. It is one of the most faszinating and disturbing books I have read in a long time and reminded me of "In Cold Blood" by Truman Capote.

Be prepared that the book stays in your head for a long time: it is so intense.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. Oktober 2013
Habe von der Autorin zuerst "Gone Girl" und dann dieses hier - trotz der Kritik - gelesen, bin aber auch von diesem Buch positiv überrascht. Ich habe es als E-Book - werde es mir aber definitv einmal in Papierform kaufen und ins Bücherregal stellen :)
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am 31. März 2015
Mit Libby Day hat die Autorin mit Mut eine ungewöhnliche Protagonistin erschaffen - eine junge Frau, die daran zerbricht, dass ihre Familie ermordet wurde und sie als kleines Kind ihren Bruder des Mordes bezichtigt hatte. Die Einbahnstraße, auf der Libby depressiv dahintreibt, ist wunderbar gezeichnet, aber auch ihre Entscheidung, nun doch ihr Leben und ihre Vergangenheit in den Griff zu bekommen. Sperrig wie sie ist, schafft sie es dennoch, die Fäden ihrer Vergangenheit wieder aufzunehmen, aber gerade ihre Sperrigkeit macht sie so wunderbar als Figur. Auch die Day-Familie kommt dreidimensional rüber - derart plastische und mitreißende Beschreibungen von White Trash muss man suchen. Sympathisch sind die Protagonisten in diesem Buch nicht, aber dreidimensional, mit ihren Stärken und Schwächen, und man mag sie trotzdem - Gillian Flynn lässt ihr Personal trotz allem menscheln. Welch ein Wurf, welch ein Vorgänger von "Gone Girl"! Und wie dort - eine gelungene Auflösung. 5 Sterne.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. August 2014
Also ich hatte mir zu Anfang gedacht, dass das ein super spannendes Buch wird. Die Story ist prima ohne Frage, aber es war mir einfach viel zu langatmig geschrieben. Schade eigentlich...
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