Kundenrezensionen

3
4,3 von 5 Sternen
5 Sterne
1
4 Sterne
2
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
0
Double Down
Format: Gebundene AusgabeÄndern
Preis:19,95 €+Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. Januar 2014
Mark Halperin und John Heilemann starten ihr Buch mitten in der heissen Phase des US-Wahlkampfes 2012. In Denver kommt es zur ersten Fernsehdebatte zwischen dem Amtsinhaber Barack Obama und dem Herausforderer Mitt Romney. Obama erlebt an diesem Abend ein Desaster, Mitt Romney’s Team sieht die Debatte als einen Wendepunkt im Rennen um die Praesidentschaft.

Bevor die Autoren zur Endphase des Wahlkampfes zurueckkehren wird detailliert die Vorgeschichte erzaehlt.

Teil I des Buches beleuchtet Obama, seine Bilanz und seine Vorbereitungen fuer den bevorstehenden Wahlkampf. Dabei haelt sich das Buch nicht zu lange mit den politischen Themen auf, die Team Obama setzt, sondern konzentiert sich auf Personen und Charaktere. Die Schluesselspieler in Obama’s Wahlkampfteam werden vorgestellt: Axelrod, Plouffe, Messina. Hierbei zeigt sich eine der grossen Staerken des Buches: die Konzentration auf Personen, deren persoenliche Motivationen und Absichten. Halperin und Heilemann schreiben als waeren sie ueberall dabei gewesen: in Airforce One, auf dem Weg zum Wahlkampfauftritt, in der Hotelsuite in der Nacht vor dem Nominierungsparteitag... Der Leser erfaehrt zudem ueber Obama, dass er keineswegs immer nur so cool ist wie es den Anschein hat. Als Interna eines Treffens im kleineren Kreis an die Presse weitergegeben werden erleben wir die emotionale und zornige Seite des Praesidenten.

Teil II widmet sich der eigentlichen Hauptfigur des Buches, Mitt Romeny. Auch nachdem die Autoren ein sehr detailliertes Profil des Herausforderers zeichnen aendert sich der anfaengliche Eindruck, den man gemeinhin von Romney hat nicht: hoelzern, technokratisch, reich und abgehoben. Mit einem Kopfschuetteln stellt man fest „der ist ja wirklich so“! Romey’s erfolgreiche Suche nach kleinen und grossen Fettnaepfchen wird anhand vieler Episoden beschrieben: vaeterliche Ratschlaege beim vorolympischen Besuch in London („hier ist ja noch Einiges zu tun“), Loesungsansaetze zum Problem der illegalen Einwanderung („Selbstdeportation“) oder Ansichten ueber das US-Wahlvolk („47% der Waehler zahlen sowieso keine Steuern und glauben, dass ihnen der Staat helfen sollte“).

Eine weiteres Kapitel des traurig-lustigen Treibens in der US-Politik wird durch die Beschreibung des republikanischen Vorwahlkampfes aufgeschlagen. Es sind keine Ueberzeichnungen notwendig, um die Kandidatenshow wie eine skurille Politgeisterbahn erscheinen zu lassen: Pizzabaecker Herman Cain, Tea Party „Ikone“ Michelle Bachmann, Politdino Newt Gingrich oder der Steinzeitkonservative Rick Santorum, der mit Themen Wahlkampf macht, die in Europa bereits in den Sechziger Jahren abschliessend diskutiert waren.
Spaetestens als Rick Santorum sich als haertester Rivale von Mitt Romney herausstellt wird bei den republikanischen Parteigranden die verzweifelte Suche nach einem Ersatzkandidaten („White Knight“) angestossen, da sie sowohl Romney wie Santorum fuer ungeeignet halten. Zu diesem Zeitpunkt ist man ueberzeugt, das schlechteste republikanische Kandidatenfeld seit Jahrzehnten zu haben. Hier springen die Autoren zu Chris Christie, dem schwergewichtige Gouverneur von New Jersey. "Big Boy", wie George Bush ihn nannte wird von Halperin und Heilemann als faehiger politischer Spieler portraetiert, der aber seine Ambitionen vor allem auf die Praesidenschaftswahlen 2016 zu konzentrieren scheint.

Der eingangs erwaehnte Showdown in Denver und die darauffolgenden Fernsehdebatten fuellen Teil III des Buches. Auch hier ist der Leser ganz nah bei den Vorbeitungen, den kleinen und groesseren Missgeschicken und Dramen dabei. Schliesslich bekommt auch „Uncle Joe“ (Vizepraesiden Biden, der normalerweise wegen seines losen Mundwerks gerne von Obamas’s Team in der zweiten Reihe gehalten wird ) seinen grossen Auftritt, indem er in seiner Debatte das Debakel seines Chefs teilweise ausbuegelt.

Fazit: das Buch ist sehr lesenswert, schon alleine weil es voller interner Einblicke, Hintergruende und Anekdoten rund um den US-Politikbetrieb ist. Obwohl die Wahl 2012 im Mittelpunkt steht, schaut das Buch darueber hinaus, indem es moegliche Kandidaten fuer die naechste Wahl 2016 analysiert. Die Persoenlichkeitsprofile, die es von den Hauptakteuren zeichnet sind brilliant. Die Dicke des Buches und die teilweise sehr akademischen und bildreichen Vokabeln schrecken beim Lesen nicht ab. Dass in der Politik (wie ueberall im Leben) viel ueber Beziehungen laueft, ahnt man als Aussenstehender bereits. Gerade aus deutscher Sicht ist es aber eine ernuechternde Erfahrung zu sehen, wie sehr der Weg zum US-Praesidenten von den richtigen Fuersprechern und vor allem von viel, sehr viel Geld abhaengt. Ohne Super PACs und massive Schmutzkampagnen wird heutzutage niemand mehr US-Praesident.

Leser, die sich primaer fuer politische Entwicklungen und Parteiprogramme interessieren, sind moeglicherweise mit anderen Buechern besser beraten. Fuer alle anderen bietet das Buch Lesevergnuegen!
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
Wie spannend, abgründig, faszinierend und fesselnd der amerikanische Politikbetrieb dargestellt werden kann, ist gerade in der US-Serie "House of Cards" zu bewundern, in der der Abgeordnete Francis Underwood, genial verkörpert von Kevin Spacey, durch Täuschung, Manipulation und Mord versucht, seinen Weg ins Weiße Haus zu intrigieren. Zugegeben, gegen den fiktionalen Underwood, der wie eine Mischung aus Macbeth, Iago und Richard III. wirkt, kommen die Haupt- und Nebendarsteller in dem Schauspiel "Präsidentschaftswahlkampf 2012" noch wirklich gut weg. Dennoch bietet "Double Down – The dramatic inside account of the 2012 presidential election" der beiden Journalisten Mark Halperin und John Heilemann spannendste Leseunterhaltung für jeden Politikjunkie, der wissen will, wie es hinter der glitzernden Fassade der republikanischen Vorwahlen und schließlich des Duells zwischen Obama und Romney ausgesehen haben könnte.

"Double Down" beginnt mit einem Blick auf das Obama-Lager, welches ungefähr zur Hälfte der ersten Amtszeit die Möglichkeit einer Wiederwahl ihres Mannes fast schon abgeschrieben zu haben scheint, so mies sind die Umfragewerte, so schlecht die Wirtschaftsdaten. Der Großteil des Buches ist jedoch dem freakshowartigen Vorwahlkampf der GOP gewidmet, der der Welt so großartige Unterhaltungskünstler wie die beiden Rechtsaußen Michele Bachmann und Rick Santorum, den Pizzakönig Herman Cain sowie den Texaner Rick Perry, der während einer Livedebatte im Fernsehen schon mal vergessen hat, welches Ministerium er denn nun gleich abschaffen wollte, und dies mit einem lapidaren "Ups" kommentierte, beschert hat.

Als sich Mitt Romney schließlich durchgesetzt hat, schildern die Autoren den bitteren Kampf zwischen den beiden Lagern und erinnern dabei auch an die diversen Fehltritte Romneys, die dem Obama-Lager regelmäßig die Freudentränen in die Augen getrieben haben dürfte. Sein Satz "I'm not familiar, precisely, with exactly what I said, but I stand by what I said, whatever it was" (309) ist mittlerweile legendär. Auch seine Einlassungen zu den "47%", die keine Steuern zahlen würden und um die sich die Republikaner dementsprechend auch gar nicht kümmern müssten, werden im Buch eingehend gewürdigt (vgl. 311).

Dennoch ist es kein bösartiger Blick, den Halperin und Heilemann auf den amerikanischen Politikbetrieb werfen, und hier liegt dann doch der Unterschied zu der bitterbös-nihilistischen Message von "House of Cards". Jedem Kandidaten, auch dem radikalst-fundamentalistischsten Tea-Party-Rechtsaußen, wird zugebilligt, aus idealistischen Gründen zu handeln und nie das eigene, sondern immer nur das Wohl der Nation im Auge zu haben. Dies wirkt in Teilen doch ein bisschen zu glatt und geschönt und liegt eventuell darin begründet, dass es sich die beiden Autoren nicht mit einem Großteil des politischen Establishments vom Capitol Hill verderben wollten. Trotzdem bleibt "Double Down" ein Muss für alle, die schon mit Spannung den sich bereits anbahnenden Kampf um das Weiße Haus 2016 erwarten. Wärmstens empfohlen sei an dieser Stelle auch das Buch "Game Change", ebenfalls von Halperin/Heilemann, in welchem sie den Präsidentschaftswahlkampf 2008 darstellen und sich dabei auf den Kampf zwischen Obama und den Clintons konzentrieren, aber auch der legendären Sarah Palin die eine oder andere Seite widmen.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. Dezember 2013
Ein spannendes Buch, aber man muß schon amerikanischen Politslang verstehen. Die story ist nicht kontinuierlich, und erkennbar getrieben davon, für welchen Teil des Wahlkampfs es gute Quellen gab und für welche nicht, da werden schon mal etliche Monate/Ereignisse einfach übersprungen. Ansonsten wie auch "Game Change" ein faszinierender Blick hinter die Kulissen des alltäglichen Wahlkampf-Wahnsinns in den USA.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
     
 
Kunden, die diesen Artikel angesehen haben, haben auch angesehen
Game Change: Obama and the Clintons, McCain and Palin, and the Race of a Lifetime
Game Change: Obama and the Clintons, McCain and Palin, and the Race of a Lifetime von John Heilemann (Taschenbuch - 26. Oktober 2010)
EUR 16,55

Race of a Lifetime: How Obama Won the White House
Race of a Lifetime: How Obama Won the White House von John Heilemann (Taschenbuch - 3. Juni 2010)
EUR 16,62

This Town: Two Parties and a Funeral-Plus, Plenty of Valet Parking!-in America's Gilded Capital
EUR 19,85