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4.0 von 5 Sternen Bin ICH nur mein eigener Pressesprecher ?, 1. Juli 2011
Wir sind alle Heuchler. Sagt zumindest der Autor. Im Zentrum des Problems steht das ICH. Da kann Herr Kurzban, der sonst im Text gerne locker-flapsig daherredet (für meinen Geschmack etwas zu locker, stellenweise), richtig böse werden. Etwa, wenn es um das Thema Selbsttäuschung geht. Dann sagt er (und das im Text mehrfach), dass er gar nicht wisse, was dieses SELBST in jenem Ausdruck denn bitteschön zu bedeuten habe. Das ist eine der Grundthesen des Buches: So etwas wie ein ICH oder SELBST gibt es nicht.
An die Stelle des ICH treten bei Kurzban eine Vielzahl kleinerer Iche. Besser gesagt: Module. Kurzban ist wohl der aktuell entschiedenste Vertreter der sog. Modularitätstheorie in der evolutionären Psychologie. Diese Theorie gibt es in zwei Versionen: eine schwache, und eine starke. Die schwache Version ist im Grunde common sense unter Psychologen. Bekannt ist z.B. das Gesichtserkennungsmodul. Fällt es aus, dann ist man nicht irgendwie teilweise blind, nur Gesichter haben dann keine Gestalt mehr.

Die starke Version, und um die geht es in diesem Buch, geht viel weiter. Die Frage, um die geht, ist: Sind die kognitiven und emotionalen Module hierarisch geordnet, so wie Angestellte einer Firma letztlich dem Big Boss zuarbeiten, welcher seinerseits die Strategie des Unternehmens vorgibt. Entspricht im Menschen das ICH diesem Big Boss? Kurzban sagt: NEIN! Das, was ich als Ich erlebe, ist bei ihm nichts weiter als eine Art 'Pressesprecher', ein Modul unter, bzw. neben anderen, das den Organismus nach außen vertritt.

Was hat das nun mit Heuchelei zu tun ? Laut Kurzban hängt es von der Situation ab, welches Modul gerade 'in charge' ist. Meine Public Relations Abteilung (aka Ich) stellt mich hier und heute als zuverlässiges und moralisches Wesen dar. Morgen, in einer anderen Situation, hat der Pressesprecher Urlaub, und ein Modul aus der Abteilung 'satisfaction & achievement' ist am Ruder. Mehr noch: der Pressesprecher weiß laut Kurzban nicht einmal, was die da bei 'satisfaction & achievement' so treiben. Machen sie Unsinn, muss er es hinterher der Welt da draußen erklären. So sieht the human mind bei Kurzban aus: viele relativ autonome Module, die nicht hierarisch eingebunden sind.

So sehr ich mit der Modularitätstheorie auch sympathisiere, hier geht der Autor m.E. zu weit. Zu kurz kommen bei Kurzban, was Psychologen 'domain-general brain functions' nennen: Mechanismen, die die einzelnen Funktionen integrieren, und dafür sorgen, dass es so etwas wie Persönlichkeit gibt. Autonome Module, rein kontext-sensitiv, das gäbe im Alltag ein schönes Chaos. Borderline-Störung wäre nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Heute so, morgen das gegenteil, übermorgen wieder anders. Abgesehen davon, dass ich mich nicht als zersplittert erlebe, sondern durchaus als Einheit. Die kann nur entstehen, wenn den Modulen übergreifende Mechanismen übergeordnet sind (die genannten domain-general brain functions). Kurzban macht nicht klar, wie ein bloßer Pressesprecher die Illusion einer Persönlichkeit erschaffen kann.

Dennoch kann ich allen nur empfehlen, dieses Buch zu lesen, denn nirgends bekommt man eine so kurzweilige und interessante Einführung in diesen Teilaspekt der Evolutionary Psychology.
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5.0 von 5 Sternen Simply excellent, 12. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Describes a theory which, when explained, makes so many other things fall into place. The hallmark of a scientific step forward understandable to laymen and professionals alike. Read this book. It will change your whole weltanschauung
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Why Everyone (Else) Is a Hypocrite: Evolution and the Modular Mind
Why Everyone (Else) Is a Hypocrite: Evolution and the Modular Mind von Robert Kurzban (Taschenbuch - 3. Juli 2012)
EUR 13,80
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