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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine einleuchtende, gut verständliche Erklärung der gegenwärtigen Finanzkrise, 6. Februar 2011
Von 
Als Wirtschaftswissenschaftler der Universität Chicago und ehemaliger Chef des Internationalen Währungsfonds hatte der Autor schon vor Beginn der Finanzkrise auf bedrohliche Verwerfungen des Finanzsystems hingewiesen, aber kein Gehör gefunden. In "Fault Lines" erläutert er, wie es zu diesen Verwerfungen kommen konnte, wie sich die gegenwärtige Finanzkrise von früheren unterscheidet, was während der aktuellen Finanzkrise geschah und was getan werden kann, um eine solche Krise in Zukunft zu vermeiden. Ihm kommt dabei zugute, dass er als in den USA lebender Inder ausgezeichnet mit den Verhältnissen und Mentalitäten in den USA vertraut ist und dennoch den Standpunkt eines Beobachters von außen, man könnte auch sagen: eine globale Perspektive, einnehmen kann.

Ursache der Finanzkrise ist für Rajan die immer geringere Beteiligung immer größerer Anteile der US-Bevölkerung am wachsenden Wohlstand des Landes verbunden mit einer im Vergleich zu europäischen Verhältnissen geringen sozialen Absicherung und einem Strukturwandel, der immer höhere Anforderungen an die Ausbildung der US-amerikanischen Jugend mit sich bringt, die das Schulsystem in seiner Breite nicht erfüllt. Da diese Probleme politisch schwer zu lösen schienen, besonders weil keine Partei es verstanden hat, für eine Lösung dieser Probleme Wählerstimmen zu gewinnen, mogelten sich die aufeinander folgenden Administrationen um grundlegende Reformen herum und stellten ihre Wähler stattdessen mit billigen und vor allem ungesicherten Krediten ruhig - nach dem Motto: Der Bürger muss nicht gut verdienen, um sich gut zu fühlen, er muss nur gut ausgeben können.

Mir war bisher nicht klar, wie tief die amerikanischen Regierungen in diese breite ungesicherte Kreditvergabe verwickelt waren. Und mir war nicht klar, wie die Vielzahl ungesicherter oder schlecht abgesicherter Kredite ("Subprime") in Wertpapiere "verarbeitet" werden konnten, die von Rating-Agenturen als "sichere Anlage" bewertet wurden. Dies erklärt der Autor hervorragend und einleuchtend. Zum einen ist auch ein "Rest"risiko ein reales Risiko, zum anderen wurde das Ausfallrisiko eines einzelnen Kredits als unabhängig vom Schicksal anderer Kredite anderer Schuldner bewertet. Das Risiko, dass der gesamte Immoblienmarkt zusammenbricht, wurde vernachlässigt. Nicht zuletzt hat staatliches Handeln die Marktkräfte und Risiken erheblich verzerrt: Der private Sektor hat Unsummen an der unsoliden Kreditvergabe verdient mit dem guten Gefühl, dass er den politischen Wunsch der Regierung umsetzt und alle Risiken, sofern sie sich manifestieren, an den Staat abtreten kann. Finanziert wurden diese Kredite letztlich mit ausländischem Geld - Geld, welches Länder, die wie Deutschland vom Export leben, konsumierenden Ländern wie den USA leihen, damit diese die exportierten Produkte kaufen können. Die Tatsache, dass es Länder gibt, die vorwiegend vom Export leben, stellt dabei ein Problem auf globaler Ebene da: Unsere positive Handelsbilanz bedeutet eine negative Handelsbilanz anderswo. Erhebliche Ungleichgewichte im Welthandel haben die Entwicklungen daher befeuert, die schließlich zu der gegenwärtigen Krise führen mussten.

Insgesamt war das Buch spannend und gut zu lesen - ganz besonders auf meinem Kindle, der es ermöglicht, mit dem Cursor auf ein unbekanntes Wort zu zeigen, welches dann in der Kopf- oder Fußzeile englisch erläutert wird, ohne dass der Buchtext ausgeblendet wird, so dass man nicht durch gelegentliches Nachschlagen immer wieder aus dem Text heraus gerissen wird. So leicht wie ein guter Krimi liest sich "Fault Lines" natürlich nicht - das Thema verlangt zumindest für den nicht in Wirtschaftsdingen erfahrenen Leser Interesse an der Thematik und etwas Konzentration.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Glänzende Analyse der Ursachen der Finanzkrisen, 25. September 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Autor begnügt sich nicht mit populistischem Banker-Bashing sondern analysiert die tieferen Ursachen der Finanzkrise. So kommt er von den fundamentalen volkswirtschaftlichen Ungleichgewichten zum amerikanischen Bildungswesen, der Exportorientierung Deutschlands, Japans und Chinas, und zu den politischen Entscheidungsprozessen.
Patentrezepte zur Lösung gibt er realistischerweise nicht.
Leider gibt es das Buch immer noch nicht auf Deutsch. Das blumige Englisch ist manchmal etwas mühsam zu lesen.
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5.0 von 5 Sternen Insightful, 6. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Fault Lines: How Hidden Fractures Still Threaten the World Economy (Taschenbuch)
Although for a person with not much economics background it was a little difficult initially, the reasons and explanations are quiet clear.
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5.0 von 5 Sternen Sehr gutes Buch!, 26. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Sehr zu empfehlen für alle, die sich mit den Ursachen der Immobilien- und Finanzkrise in den USA beschäftigen. Sehr gut verständlich und doch sehr kompetent geschrieben.
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5.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre für den mündigen Bürger und die Politik, 6. November 2012
Wie ein anderer Rezensent schon sagte: Es ist eine Schande, und zwar für die deutsche Verlagsbranche, die im Sachbuch heute fast nur Seichtes oder Populistisches produziert, dass diese klar geschriebene, nicht ideologische, wichtige und umfassende Analyse der weltwirtschaftlichen Situation und der Ursachen der Finanz- und Schuldenkrise nicht auf Deutsch vorliegt. Leider ist zu vermuten, dass diejenigen, die das Buch als erstes lesen müssten, nämlich Herrschaften wie Merkel, Schäuble, Steinbrück und andere, nicht gut genug Englisch können. Würden sie das Werk lesen (und verstehen), wüssten sie, dass ihre Diagnose des Problems ebenso zu kurz greift wie einige der aktionistischen Schocktherapie-Maßnahmen der EU daneben.
Über die Subprimekrise an sich, die Rolle von Fannie und Freddie (der halbstaatlichen US-Hypothekeninstitute) und die unmittelbare Rolle der Politik dabei war ich bereits gut informiert und habe mich hier trotzdem nicht gelangweilt. Die Ursachen, warum die Politik einerseits die Billigkredite gepuscht hat, andererseits die Zinsen so lange so fahrlässig niedrig hielt, waren mir nicht klar. Rajans Erläuterungen zum Kontext beziehen sich u.a. auf die fehlenden soziale Sicherungssysteme in den USA (diese machen anderweitiges ungezieltes Eingreifen "für mehr Wachstum", koste es, was es wolle, notwendig, damit nicht zu viele Menschen mittellos auf der Straße landen). Ich kenne das Land und seine Leute gut genug, um die Plausibilität seiner Erklärungen anzuerkennen.
Doch Rajans Analyse geht noch darüber hinaus. Hier wird das globale gesamtwirtschaftliche Umfeld betrachtet, u.a. wird der Weg gezeigt, der Länder wie Deutschland über Jahrzehnte in die Exportfalle getrieben hat, teils zum eigenen Schaden.
Das Buch lässt einen bedrückt zurück, denn einfache Wege aus der Krise gibt es keine. Rajan zeigt aber auf, welche Maßnahmen vielversprechend sein könnten und welche man tunlichst unterlassen sollte. Vor allem zeigt er, in welcher grundlegenden Schieflage wir uns befinden und dass die Versprechungen der klassischen ökonomischen Schule (der Markt macht es allein, jedes Profitstreben ist am Ende gut für alle) nicht aufgehen.
Ein Keynesianer, der fröhlich mehr Staatsausgaben predigt, ist Rajan beileibe nicht. Aber gerade, wenn einer wie er, ein Volkwirtschaftler aus dem Zentrum des Establishments (IWF-Chefvolkswirt!), der auch noch als nahezu einziger seines Umfeldes mit seinem Warnungen vor der Finanzkrise richtig lag, in seiner Analyse zu dem Schluss kommt, die wachsende Einkommensungleichheit und die wachsende Zahl von Geringverdienern stelle mit eine Ursache des Problems dar, dann sollte man schon hinhören.
Einige Aspekte, denke ich, kommen bei Rajan zu kurz: Da sind die Rolle der Globalisierung und von geänderten Kapitalanlagestrategien/Managementprioritäten für den industriellen Arbeitsplatzabbau in den USA, die Rolle geänderter Moralvorstellungen für die schamlos hohen Gehälter der Mächtigen und die Almosen-Löhne der Machtlosen und die Rolle des seit den Reaganomics geänderten Steuersystems (weniger Umversteilung), das immer größere Kuchenstück, das Anwaltskanzleien mit astronimischen Honoraren sich aus der produktiven Wirtschaft herausschneiden, und die Energiepreise. Rajan betont als Ursache für die Gehälterungleichheit sehr stark den Bildungsrückstand aufgrund des schlechten Schulsystems, ein interessanter Aspekt, der mir wiederum neu war. Bei einer so komplexen Materie ist es aber ohnehin kaum möglich, alle Aspekte im Auge zu behalten.
Aber insgesamt kann man nur sagen: Wichtige Lektüre. (Wenn man Englisch kann.)
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2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Scharfe Analyse und breites Themenfeld, 3. Februar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eine scharfe Analyse und vor allem eine gelungene Kombination der Problemfelder "im Kleinen" (Regulierung der Finanzmärkte, etc.) mit den Problemfeldern "im Großen" (soziale Ungleichheit, Strukturunterschiede der Volkswirtschaften, etc.).
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4 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Finanztheorien, 14. Juli 2010
Das Buch ist von erträglicher Länge und für den Laien erstaunlich klar und präzise geschrieben - es ist eben k e i n Fachbuch!
Glaubt man die oft komplizierten Zusammenhänge verstanden zu haben kommen einem gleich weitere daranhängende Fragen in den Sinn - der beste Beweis, daß es sich um keine B i b e l für irgedegtwas handelt.
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Fault Lines: How Hidden Fractures Still Threaten the World Economy
Fault Lines: How Hidden Fractures Still Threaten the World Economy von Raghuram G. Rajan (Taschenbuch - 8. August 2011)
EUR 15,64
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