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4.0 von 5 Sternen Feudalismus reloaded
Thomas Piketty ist ein Star-Ökonom, der an der Paris School of Economics lehrt. Seinem "Capital in the 21st Century" wird ein Maß an Beachtung und Lob zuteil, das wohl niemand erwartet hätte. Dass Nobelpreisträger Paul Krugman es zum "wichtigsten Wirtschaftsbuch des Jahres - und vielleicht des Jahrzehnts" erklärt, verwundert nicht, dass es von...
Vor 5 Monaten von FMA veröffentlicht

versus
35 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut lesbar, aber inhaltlich nicht überzeugend
Ein gut geschriebenes Buch, angenehm zu lesen und mit vielen interessanten Beobachtungen, die zum Nachdenken anregen. Seine Kernaussage: Im Kapitalismus liegen die Kapitalrenditen normalerweise deutlich über dem Wirtschaftswachstum, was ohne staatliches Eingreifen zu einer ständig zunehmenden Wohlstandskonzentration führe. Die Prosperität der...
Vor 7 Monaten von Bücherwurm veröffentlicht


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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Feudalismus reloaded, 21. Juli 2014
Von 
FMA - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Thomas Piketty ist ein Star-Ökonom, der an der Paris School of Economics lehrt. Seinem "Capital in the 21st Century" wird ein Maß an Beachtung und Lob zuteil, das wohl niemand erwartet hätte. Dass Nobelpreisträger Paul Krugman es zum "wichtigsten Wirtschaftsbuch des Jahres - und vielleicht des Jahrzehnts" erklärt, verwundert nicht, dass es von vielen seiner eher wirtschaftsliberalen Kollegen – zumal in den USA – so positiv aufgenommen wurde, schon.

Das Buch ist ein Wälzer, der mit einer Fülle von Statistiken die Entwicklung von Wirtschaftskraft und Vermögenskonzentration von der Antike bis in die Gegenwart illustriert. Als Kernthese kristallisiert sich dabei heraus, dass die Kapitalerträge kontinuierlich und signifikant das Wirtschaftswachstum überstiegen. Erst im 20. Jahrhundert schien es diesbezüglich eine Trendwende zu geben, da die Wirtschaft - nach weltweiten Krisen und Kriegen - einen enormen Aufschwung erlebte sowie Kapitalerträge und Erbschaften massiv besteuert wurden. So entstand in den Ländern des Westens eine starke Mittelschicht. Doch in den 1970er Jahren ließ das Wachstum nach. Die neoliberale Wende, so der Autor, sei dann mit einer drastischen Reduzierung der Besteuerung von Kapitalerträgen und Vermögen einher gegangen. Die forcierte Globalisierung nach dem Fall des Ostblocks verlieh einer solchen Politik noch mehr Vorschub.

In den vergangenen drei Jahrhunderten sei die Weltwirtschaft inflationsbereinigt pro Jahr im Schnitt um gut 1,5 Prozent gewachsen. Dies verdanke sich zur einen Hälfte dem Bevölkerungswachstum, zur anderen der Produktivitätssteigerung durch technischen Fortschritt. Das Wachstum der Vermögen liegt kontinuierlich bei im Schnitt etwa vier Prozent vor Abzug der Steuern. Für Immobilien und Grundstücke, so Piketty, läge sie meist bei etwas über drei Prozent, für Finanzprodukte sogar bei sechs - sieben Prozent. Die hohen Kapitalerträge erzielt v.a. derjenige, der entsprechend breit gewinnbringend anlegen kann. Mit 50.000 Euro werde man kaum dauerhaft fünf Prozent Return erreichen.

Besonders in den USA konnte sich die beschriebene Dynamik in den letzten Jahrzehnten weitgehend ungebremst entfalten. In den Jahren von 1945 - 1970 entfielen auf die reichsten zehn Prozent der Amerikaner dreißig Prozent des Gesamteinkommens, 2007 war es schon fast die Hälfte. Anders als man vermuten könnte, hat die Finanzkrise die Einkommens- und Vermögensspreizung noch vergrößert. Das Gros der Bevölkerung hat rund zwölf Prozent weniger zur Verfügung als vor der Krise. Das reichste Prozent hingegen verbucht noch einmal einen Einkommenszuwachs von elf Prozent.

In den USA besitzt das „obere“ eine Prozent rund vierzig Prozent des Vermögens; ebenso die in der Vermögensrangordnung folgenden neun Prozent. Etwa acht Prozent des Gesamtvermögens entfallen auf das folgende Zehntel; die ärmeren achtzig Prozent besitzen hingegen nur nur etwa zwölf Prozent. Allein die sechs Erben des Supermarktimperiums Wal-Mart kontrollierten 2011 ein Vermögen von fast 70 Milliarden Dollar. Das ist so viel, wie die gesamten unteren dreißig Prozent der US-Gesellschaft an Vermögen besitzen.

Soviel zu den Verhältnissen im von deutschen Medien so gern als unsozial gescholtenen Amerika. Doch soviel anders sind die Zahlen auch hierzulande nicht. Auf die reichsten zehn Prozent entfallen rund sechzig Prozent des Gesamtvermögens; auf die reichsten zwanzig Prozent bezogen sind es achtzig Prozent. Die „unteren“ achtzig Prozent besitzen folglich nur zwanzig Prozent.

Natürlich, so der Autor, sei Kapitalakkumulation zunächst einmal nichts Schlechtes. Im Gegenteil – diese sei die Grundlage einer sich ständig erweiternden Produktionsbasis, des technischen Fortschritts, steigender Produktivität. Eine zu rigorose Umverteilung liefe deshalb auf ökonomischen Selbstmord hinaus. Piketty plädiert für eine progressive Vermögensteuer, die Kapital von einem relativ hohen Level an umso mehr besteuert, je reicher jemand ist. Vermögensaufbau solle hingegen begünstigt, sprich nicht nur untere, sondern auch mittlere Einkommensklassen steuerlich entlastet werden.

Eine solche progressive Vermögensteuer, so Piketty, entspräche einer zivilisierte Form der Inflation. Die übliche Inflation sei eher eine regressive Vermögensteuer; entlaste verschuldete Staaten, vernichte aber privaten Wohlstand, besonders den der einfachen Sparer. Immobilieneigentümer hingegen, verlören bspw. gar nichts. Eine gerechte und maßvolle Umverteilung könne bspw. so erfolgen: Vermögen unter 200.000 Euro bleiben steuerfrei, bei 500.000 - eine Million Euro wird ein Prozent erhoben, darüber zwei Prozent.

Natürlich bedürfte es hier auch internationaler Regelungen, denn in einer globalisierten Welt verflüchtigt sich das Kapital bekanntlich schnell, wenn es sich irgendwo zu „unwohl fühlt“. Sich innerhalb der EU zu einigen, so Piketty, wäre ein erster Schritt: „Wir brauchen eine Fiskalunion, aber die Europäer sollten nicht alle Steuern und staatlichen Ausgaben zusammenlegen. Dennoch sollten wir die Steuerpolitik, die grenzübergreifende Geschäfte betrifft, eng koordinieren. Es ist sehr schwierig, sich darauf zu einigen, welche Unternehmensgewinne von der Körperschaftsteuer eigentlich betroffen sein sollen - wir haben gerade 17 verschiedene Regeln dazu in der Euro-Zone. Als Konsequenz finden multinationale Konzerne immer einen Weg, weniger Steuern zu zahlen als die kleineren Firmen, indem sie ihre Gewinne verschieben und geringe Unterschiede in den Steuergesetzen ausspielen.“

Piketty sieht in der Ungleichverteilung eine enorme Gefahr für die Demokratie. Wenn sich in den Händen einzelner Leute oder auch nichtstaatlicher Institutionen ein Reichtum befindet, der das BSP ganzer Staaten übersteigt, wird es für Regierungen immer schwerer, die Interessen solcher Wirtschaftsakteure zu übergehen. Dass Superreiche schon heute über ihre Beteiligung in Finanzkonglomeraten erheblichen politischen Einfluss ausüben, steht außer Frage. Aber sie machen längst mit von ihnen finanzierten NGOs auch Weltpolitik – finanzieren Umstürze und in gewissem Umfang Nationbuilding – bisher in einer Art und Weise, die vielerlei Hinsicht durchaus lobenswert ist, doch nichts desto trotz in keiner Weise demokratisch legitimiert. Natürlich wird mit einer hohen Konzentration von Reichtum auch die Gefahr von Korruption in großem Maßstab virulent, ebenso wie die Möglichkeiten der Beeinflussung der öffentlichen Meinung durch Eigentümerschaft im Bereich der Medien. Ganz allgemein büßt ein politisches System, dass eine so ungleiche Verteilung der Güter dieser Welt befördert, und die keinerlei Wertschöpfung erbringenden Geschäftsaktivitäten im Rahmen einer immer stärker aufgeblähten Finanzindustrie mehr belohnt als ehrliche, engagierte Leistung, in den Augen vieler Menschen seine moralische Legitimität ein. Sie steigen innerlich aus und identifizieren sich nicht mehr mit dem Ganzen – für jede Demokratie ein unguter Trend. Und natürlich wird irgendwann am Horizont auch die Gefahr sozialrevolutionärer Erhebungen herauf dämmern.

Im internationalen Kontext - im hinteren Teil des Buches nimmt der Autor Bezug darauf - bekommt die Akkumulation von Reichtum noch einmal in anderer Weise ein ganz besonderes politisches Gewicht. Wenn nationale Politik in autoritär regierten Ländern die Anhäufung großer Vermögen noch zusätzlich begünstigt oder gar unter staatlicher Ägide in Form gigantischer Fonds betreibt, siehe etwa Qatar oder China, könnte daraus eine erhebliche Herausforderung für die Länder des Westens erwachsen. „Wird China die Welt besitzen?“, fragt der Autor gar. Schon jetzt reguliert die kommunistische Regierung Auslandsinvestitionen ebenso wie die Wechselkurse. Rein theoretisch, so Piketty, könnte sie auch Sparquoten durchsetzen. So ergäbe sich ein gewaltiges Potenzial, sich in die Schlüsselbereiche der westlichen Wirtschaft einzukaufen. Für sehr wahrscheinlich hält er ein solches Szenario allerdings nicht. Wenn er die EU-Bürger damit tröstet, dass sie letztlich immer noch ungleich vermögender seien als die Chinesen, überzeugt das freilich nicht. Die Lohn- und Preisniveaus werden sich – zumal in den Städten - in Zukunft mehr und mehr angleichen, und somit auch der Immobilienwert, der sich in der Gegenüberstellung des Autors - 70 Bio. EU-Vermögen - 3 Bio. auf chinesischer Seite, verbirgt.

Ob mit staatlich verordneter Umverteilung allein die im Buch geschilderte Problematik in den Griff zu bekommen ist, erscheint fraglich. Will man das Problem an der Wurzel packen, kommt man nicht umhin, die Grundprämissen ökonomischen Denkens, die inzwischen weltweit an den wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten vermittelt werden, zu hinterfragen. Wenn der heiße Kern aller Wirtschaftsdynamik im freien Spiel der auf eigennützige Gewinnmaximierung gerichteten Marktakteure gesehen wird, darf man sich nicht wundern, wenn sich mehr und mehr Vermögen in den Händen derjenigen konzentriert, die dieses Spiel am besten beherrschen. Hier muss ein Umdenken stattfinden, denn der heiße Kern jeder positiven gesellschaftlichen Dynamik ist das Engagement verantwortlicher, mit möglichst hohem ethisch-moralischem Anspruch agierender Menschen. Für alle Bereiche der Gesellschaft setzen wird auch ganz selbstverständlich am Gemeinwohl orientierte Standards. Ausgerechnet den Bereich von vielleicht zentralster Bedeutung – die Ökonomie – glauben wir, ungestraft davon ausnehmen zu können. Mehr noch, wir kultivieren geradezu Verantwortungslosigkeit, indem ein primär wertorientiertes Agieren in der Wirtschaft als Ausdruck von Naivität und Inkompetenz angesehen wird.

J. Stiglitz, Nobelpreisträger und ehem. Chefvolkswirt der Weltbank, bringt es auf den Punkt, wenn er in seinem Buch "Im freien Fall" schreibt: "..wir haben eine Gesellschaft geschaffen, in der der Materialismus über moralische Bindungen obsiegte, in der das Wachstum, das wir erreicht haben, weder ökologisch nachhaltig noch langfristig gesellschaftlich tragfähig ist, in der wir nicht als Gemeinschaft handeln, um unsere gemeinsamen Bedürfnisse zu befriedigen - unter anderem weil ein radikaler Individualismus und Marktfundamentalismus jeglichen Gemeinschaftssinn unterhöhlt, zu einer rücksichtslosen Ausbeutung unvorsichtiger und ungeschützter Menschen und zu einer stetig wachsenden sozialen Spaltung geführt haben. […] Noch ist es nicht zu spät, um diese Spaltungen zu überwinden."

„Die Wirtschaftswissenschaft“, so Stiglitz an anderer Stelle, „hat diesem mangelnden moralischen Verantwortungsbewusstsein unabsichtlich Vorschub geleistet. Eine unbedarfte Lektüre von Adam Smith könnte einen zu der Annahme verleiten, er habe die Marktteilnehmer der Bürde ethischer Reflexion enthoben. Schließlich führe die Verfolgung eigennütziger Interessen wie von unsichtbarer Hand zum Gemeinwohl; man müsse mithin nichts weiter tun - sollte nichts weiter tun -, als konsequent seine eigennützigen Ziele zu verfolgen. Und die Akteure im Finanzsektor haben scheinbar genau dies getan. Die Verfolgung eigennütziger Interessen - Gier - beförderte nun aber gerade nicht das Gemeinwohl“. Sein Fazit: "Wenn die Vereinigten Staaten [und nicht nur diese] ihre Wirtschaft erfolgreich reformieren wollen, müssen sie möglicherweise mit einer Reform der Wirtschaftswissenschaften beginnen."
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69 von 76 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen A Brief Summary and Review, 26. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Capital in the Twenty-First Century (Gebundene Ausgabe)
*A full summary of this book is available here: An Executive Summary of Thomas Piketty's 'Capital in the Twenty-First Century'

The main argument: The unequal distribution of wealth in the developed world has become a significant issue in recent years. Indeed, the data indicate that in the past 30 years the incomes of the wealthiest have surged into the stratosphere (and the higher up in the income hierarchy one is, the greater the increase has been), while the incomes of the large majority have stagnated. This has led to a level of inequality in wealth in the developed world not seen since the eve of the Great Depression. This much is without dispute.

Where there is dispute is in trying to explain just why the rise in inequality has taken place (and whether, and to what degree, it will continue in the future); and, even more importantly, whether it is justified. These questions are not merely academic, for the way in which we answer them informs public debate as well as policy measures—and also influences more violent reactions. Indeed, we need look no further than the recent Occupy Movement to see that the issue of increasing inequality is not only pressing, but potentially incendiary.

Given the import and the polarizing nature of the issue of inequality, it is all the more crucial that we begin by way of shedding as much light on the situation as possible. This is the impetus behind Thomas Piketty’s new book Capital in the Twenty-First Century.

One of Piketty’s main concerns in the book is to put the issue of inequality in its broader historical context. Specifically, the author traces how inequality has evolved from the agrarian societies of the 18th and early 19th centuries; through the Industrial Revolution and up to the First World War; throughout the interwar years; and into the second half of the twentieth century (and up to the first part of the twenty-first).

With this broad historical context we are able to see much more clearly the causes of inequality. As we might expect, what we find is that inequality is influenced by a host of societal factors—including economic, political, social and cultural factors. However, what we also find is that inequality is influenced by a broader set of factors associated with how capital works in capitalist societies (and market economies more generally).

Specifically, we find that capital (and the wealth it generates) tends to accumulate faster than the rate of economic growth in capitalist societies. What this means is that capital tends to become an increasingly prevalent and influential factor in these societies (at least up to a point). What’s more, wealth not only tends to accumulate, but to become more and more concentrated at the top (mainly because those with more capital are able to earn a higher rate of return on their capital investments). For these reasons, capitalism on its own tends to produce a relatively high degree of inequality.

The natural tendency of capital to accumulate and to become ever more concentrated largely explains the high degree of inequality that was witnessed in the developed world in the early part of the twentieth century. This inequality was largely dashed, however, in the interwar years. The reason for this is that the major events of the first half of the twentieth century (including the two world wars, and the Great Depression) thwarted capital’s natural tendency to accumulate, and also destroyed large stocks of wealth. The end result was that by the time World War II was over, inequality in the developed world had reached an all-time low.

After the Second World War, the natural tendency of capital to accumulate resumed. However, various political and economic measures (including progressive taxation, rent control, increasing minimum wages, and expanded social programs) worked to redistribute this growing capital, thus preventing inequality from growing as quickly as it would have otherwise.

In the 1980s, though, the developed countries did an about-face, and began eliminating many of the measures that had prevented inequality from rising according to its natural tendency. The consequence was that inequality reasserted itself in a major way, such that it is nearly as extreme today as it was on the run up to the Great Depression. Furthermore, the historical evidence indicates that capital will likely continue to accumulate and become ever more concentrated, such that we will witness an even greater level of inequality moving forward.

As far as justifying the growing inequality that we are currently seeing, Piketty raises serious doubts as to whether it may rightly be considered fair. What’s more, as inequality continues to grow, it is increasingly likely that large parts of the population will also come to see it as unfair and unjustified—thereby increasing the likelihood of political opposition.

For Piketty, the best and fairest solution to these problems would be to steepen the progressive taxation applied to the wealthiest individuals. The problem, though, is that in a world of financial globalization (where there is a high degree of competition for capital—as witnessed by tax havens), it is extremely difficult to apply the appropriate tax scheme without the cooperation and coordinated efforts of the international community—and this is simply not something that is easy to achieve.

The alternative, however, is much more troubling for it is likely that it will involve reverting to protectionism and nationalism—and this is really in no one’s interest.

This book is an absolute tour-de-force. The broad time-frame that Piketty explores, and the enormous body of data that he brings together, makes this study extremely comprehensive (no one will even think of accusing Piketty of cherry picking the data). Also, the reader is struck by how dispassionately Piketty analyzes the evidence he brings to the table. Indeed, while the author does have a position on inequality, one never receives the impression that this is corrupting his analysis (I consider myself to be a pragmatist politically, and often find that writers on both the left and the right massage the truth, but that was never the case here). Finally, it should be said that the book is very long, and just as dense, with the author often delving into extreme detail, so be prepared for a challenge. A must read for anyone with a serious interest in economics. A full summary of the book is available here: An Executive Summary of Thomas Piketty's 'Capital in the Twenty-First Century'
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Serious economic work based on exhaustive research and a long period of trend observation, 26. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Capital in the Twenty-First Century (Gebundene Ausgabe)
‘Capital in the Twenty-First Century’ written by Thomas Piketty who is a Professor at the Paris School of Economics is a well-made evaluation of trends in the world economy until the 21st century. This is a translation of a book that was last year originally published in French, which I read on the original, but in English is much more understandable and therefore more accessible to a wider group of readers what with its quality certainly deserves.

The Piketty’s book is quite extensive, so take some solid amount of time for its nearly 700 pages that will definitely not disappoint you, but do not expect to read them as some light novel. ‘Capital in the Twenty-First Century’ is divided into four major units – ‘Income and Capital’, ‘The Dynamics of the Capital/Income Ratio’, ‘The Structure of Inequality’ and ‘Regulating Capital in the Twenty-First century’- and as good add-on that is for such a book mandatory supplement, the author at the end of the text added Index, his notes, contents in detail and list of book tables and illustrations.

At the very beginning Thomas Piketty raises significant questions which answer why he decided to write his book – “…But what do we really know about the distribution of wealth over the long term? Do the dynamics of private capital accumulation inevitably lead to the concentration of wealth in ever fewer hands, as Karl Marx believed in the nineteenth century? Or do the balancing forces of growth, competition, and technological progress lead in later stages of development to reduced inequality and greater harmony among the classes, as Simon Kuznets thought in the twentieth century? What do we really know… and what lessons can we derive from that knowledge for the century now under way?”

The author sincerely admits that his answers are not perfect and fully complete, but they are based on much more extensive historical and comparative research than were available to economists and researchers, covering three centuries and numerous countries, starting from the United States, providing a new framework that enables a better understanding of economy hidden mechanisms.

And although it might seem that this book is intended only to economic experts, due to its informativeness and clarity, ‘Capital in the Twenty-First Century’ will intrigue also general audience interested in economic developments and long term distribution of income and wealth.

After reading Piketty’s book the reader will, however, be clear that the author comes from Europe because his views are quite different from the American conservative ones, but we must not forget that a work based on such amount of data and the long period of trend observation no one has written before.

Therefore ‘Capital in the Twenty-First Century’ can certainly be considered credible and recommendable to read.
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein sehr interessantes und wichtiges Buch, das jedoch viele Fragen offen lässt, 3. Juni 2014
Von 
Lulu "Penny" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Capital in the Twenty-First Century (Gebundene Ausgabe)
Pikettys Buch legt in seinem Buch mit vielen Belegen dar, dass es historisch gesehen in marktwirtschaftlichen Gesellschaften immer wieder zu einer Zunahme von ökonomischer Ungleichheit gekommen ist. Dieser Prozess findet - wie er darlegt - auch momentan statt. Dazwischen gab es allerdings auch beträchtliche Einbrüche in der Entwicklung, zum Beispiel durch Kriege/Katastrophen, bei denen regelmäßig viel Vermögen vernichtet wird. Aber auch große Migrationswellen wie z. B. die Besiedlung der USA hatten zunächst einen gegenläufigen Trend. Denn wer vor Jahrhunderten in den Wilden Westen zog, verfügte im Allgemeinen über keine großen mitnehmbaren Besitztümer.

Grundsätzlich und auf lange Sicht gilt aber gemäß Piketty der Ungleichheitstrend, und zwar aufgrund der beiden folgenden ökonomischen Zusammenhänge:

1. r > g (return on capital > economic groth rate)
2. ß = Capital/Income (Vermögen/Einkommen)

Der erste Zusammenhang besagt, dass die Kapitalrendite (durch Verzinsung, Börsengewinne, Immobilienwertgewinne etc.) fast immer größer ist als die ökonomische Wachstumsrate, hinter der sich die durchschnittlichen Einkommenszuwächse (durch Arbeitsleistung) pro Person in einer Gesellschaft verbergen. Anders gesagt: Kapitalverzinsung bringt in Hinblick Wohlstandsmehrung mehr als arbeiten gehen. Piketty begründet die Relation in seinem Buch sehr eingehend. Schlimmer noch: Wer über besonders viel Kapital (Vermögen) verfügt, kann im Allgemeinen höhere Kapitalrenditen erzielen. Dies begründet Piketty ebenfalls sehr eingehend, ich denke aber, dass sich dies auch so erschließt.

Der ß-Wert aus dem zweiten Zusammenhang liegt in den meisten Industrienationen zwischen 5 und 6, ab 7 wird er gemäß Piketty kritisch. Aufgrund des ersten Zusammenhangs (r > g) kommt es fast zwangsläufig zu einer schleichenden Zunahme des ß-Wertes, bis irgendwann kritische Werte erzielt werden. Was dann passiert (Kriege, Revolutionen, Protektionismus, Rückkehr zu einem 'Patrimonial Capitalismn', der von Familiendynastien beherrscht wird, ...), ist im Grunde unverhersehbar. Piketty warnt vor einigen denkbaren zukünftigen Entwicklungen.

Sein Hauptvorschlag zur Abwendung/Umkehrung der Entwicklung ist Umverteilung (von vermögend hin zu unvermögend), und zwar durch stärkere Besteuerung großer Vermögen. Dazu nennt er einige konkrete Zahlen.

In diese Richtung ist schon oft gedacht worden, auch, ob es nicht vielleicht Sinn machen könnte, das maximale Vermögen (und ggf. auch das Jahreseinkommen) eines einzelnen Menschen nach oben hin zu beschränken (siehe z. B. Die Gemeinwohl-Ökonomie für ein beliebiges Beispiel). Ähnliches hat es in der Geschichte der Menschheit in anderen Kontexten schon gegeben. Beispielsweise besaßen frühere Herrscher oftmals nicht nur unvorstellbare Reichtümer, sondern auch Harems mit mehreren Tausend Frauen (eine andere Form des Vermögens). Es war vor allem das Christentum, das dem einen Riegel vorschob (ein Mann kann zu einer Zeit nur eine Frau heiraten). Auch hierbei handelt es sich primär um eine Maßnahme, um übertriebene Ungleichheiten zu vermeiden und für mehr Fairness und Chancengleichheit zu sorgen.

Vielleicht ist etwas Vergleichbares auch bei Kapitalvermögen erforderlich. Denn der allgemeine Ungleichheitstrend wurde auch von anderen herausgearbeitet, z. B. mittels einer simulierten "Zuckerwelt", wie sie in Eric D. Beinhockers Die Entstehung des Wohlstands. Wie Evolution die Wirtschaft antreibt dargestellt wird. Obwohl die Zuckerwelt extrem einfach ist, man die vielen Feinheiten der modernen Ökonomie inklusive r > g darin nicht kennt und die beteiligten Akteure eigentlich allesamt nur einfache Roboter sind, ergab sich jedes Mal die folgende Entwicklung (Beinhocker, S. 110):

"Zu Beginn der Simulation ist Zuckerwelt eine ziemlich egalitäre Gesellschaft; die Reichtumsverteilung beschreibt eine weiche Glockenkure mit einem breiten Mittelfeld und nur wenigen sehr reichen oder sehr armen Akteuren. Zudem ist der Abstand zwischen dem reichsten und ärmsten Akteur noch vergleichsweise gering. Mit der Zeit verändert sich die Kurve jedoch drastisch. Während der durchschnittliche Reichtum im Zuge der Konzentration der Akteure auf die beiden Zuckerberge zunimmt, verliert die Kurve ihr symmetrisches Aussehen: Nun gibt es einige wenige superreiche Akteure, gefolgt von einem langen Schweif von Oberschicht-Yuppies, einer schrumpfenden Mittelschicht und einer großen, wachsenden Unterschicht armer Akteure. (Man beachte die Verschiebung der Achsenproportionen: Während zu Beginn der höchste Kontostand nur 30 Wohlstandseinheiten beträgt, verfügt der reichste Akteur in der letzten Momentaufnahme über 270 Einheiten)."

Mir scheint deshalb einiges dafür zu sprechen, dass sich hinter dem generellen Trend zu zunehmend ungleichen Wohlstandsverteilungen noch viel fundamentalere Mechanismen verbergen als sie Piketty ausgemacht haben will.

Auch lässt sich die gleiche Entwicklung in vielen anderen Prozessen beobachten, in denen es um die Verteilung knapper Ressourcen geht, z. B. bei der Verteilung der Ressource "öffentliche Aufmerksamkeit". Medien laden gerne Prominente ein (oder berichten über sie), weil sie davon selbst profitieren können. Im Endeffekt führt das zu einer immer stärkeren Konzentration auf wenige Personen, ganz so wie es bei den Vermögen ist. Alle anderen dürfen sich dann auf eine Selbstdarstellung in Foren oder den sozialen Medien beschränken oder darauf hoffen, auch einmal bei DSDS oder anderen Gladiatorenspielen ins Rampenlicht zu geraten.

Im Volksmund lautet das Prinzip bekanntermaßen: "Der Teufel sch..ßt immer auf den größten Haufen."

Beim Lesen von Pikettys Buch fragte ich mich ständig, ob das Buch nur von akademischem Interesse ist oder ob tatsächlich ein Interesse an weniger Ungleichheit besteht und wer ein solches Interesse besitzen könnte. Mir ist niemand eingefallen.

Denn interessanterweise nennt Piketty einige andere Mechanismen (neben Krieg, Katastrophen etc.), die einer Ungleichheitszunahme entgegenwirken könnten. Sie kommen primär aus dem Bereich der Demografie. So heißt es auf S. 83:

"To take an extreme example, in a world in which each couple has ten children, it is clearly better as a general rule not to count too much on inherited wealth, because the family wealth will be divided by ten with each new generation. In such a society, the overall influence of inherited wealth would be strongly dimished, and most people would be more realistic to rely on their own labor and savings."

Allgemeiner ausgedrückt: Eine positive Korrelation zwischen Vermögen bzw. Einkommen und Anzahl an Nachkommen kann einer zunehmenden Ungleichheitsverteilung entgegenwirken. So löst übrigens die Natur das Problem. Man nennt das Prinzip, wer hätte es gedacht, die natürliche Selektion gemäß Charles Darwin.

Doch gibt es irgendwen, der an einer solchen positiven Korrelation interessiert ist? Die Vermögenden definitiv nicht, und die Linken auch nicht. Für sie wäre das schlimmer Sozialdarwinismus. Siehe den öffentlichen Tanz, den man um entsprechende Mahnungen Thilo Sarrazins gemacht hat. Tatsächlich lebt man ganz gut von der Ungleichheit: Je mehr Ungleichheit herrscht und je mehr Kinder in der Armut geboren werden, desto mehr Wählerstimmen können gewonnen werden und desto besser geht es dem eigenen Geldbeutel.

Die Religionen? Fehlanzeige aus den gleichen Gründen. Warum ist Empfängnisverhütung für Katholiken selbst in extremer Armut noch immer nicht erlaubt? Weil ohne Verhütung mehr verzweifelte Gläubige geboren werden, deren einzige Hoffnung ihr Glaube ist. Der Nebeneffekt einer solchen Strategie ist: Eine Zunahme der ökonomischen Ungleichheit.

Der Feminismus? Alice Schwarzer bezeichnet in Die Antwort (S. 45) das Gebären und Aufziehen von Kindern durch Frauen als "Brachliegen einsetzbarer Kräfte". Auch hier vertritt man also primär die folgende Strategie: Wer etwas kann (und somit in der Lage ist, ein Einkommen zu generieren), sollte primär arbeiten gehen. Die Nachwuchsarbeit ist demgegenüber nachgelagert. Bedauerlicherweise führt genau das zu einer zunehmenden Ungleichheit, wie Piketty begründet.

Piketty nennt noch einen weiteren demografischen Mechanismus, und zwar die Immigration (S. 83f.):

"The same would be true in a society where the population is constantly replenished by immigration from other countries, as was the case in America. Assuming that most immigrants arrive without much wealth, the amount of wealth passed down from previous generations is inherently fairly limited in comparison with new wealth accumulated through savings. Demographic growth via immigration has other consequences, however, especially in regard to inequality between immigrants und natives as well as within each group."

Mit anderen Worten: Das Ersetzen von eigenem Nachwuchs durch Immigranten führt zu stärkerer ökonomischer Ungleichheit.

Was passiert jedoch, wenn Immigranten und eigene Nachkommen zusammengenommen die vorherige Generation nicht ersetzen können und es zu einer Stagnation oder gar Schrumpfung der Bevölkerungsgröße kommt. Auch hierauf weiß Piketty eine Antwort (84):

"Conversely, a stagnant or, worse, decreasing population increases the influence of capital accumulated in previous generations. The same is true of economic stagnation."

Kurz: All das (schrumpfende Bevölkerungszahlen, ökonomische Stagnation) erhöht die ökonomische Ungleichheit.

Abschließend noch eine Anmerkung zu Pikettys Umverteilungsvorschlag. Unabhängig von der Frage, ob er sinnvoll und machbar ist (Piketty weist selbst darauf hin, dass er einer globalen Welt nur schwer durchzusetzen sein dürfte), ist er nicht auf alles anwendbar. Nicht alle Ungleichheiten beziehen sich auf Geld. Beispielsweise fehlt vielen Menschen bereits ein ausreichender Zugang zu sauberem Trinkwasser. Mit der Umverteilung beziehungsweise Umleitung von Amazonas- oder Rhein-Wasser lässt sich das Problem leider nicht lösen, mit Empfängnisverhütung zum Teil aber schon. Man beachte in diesem Zusammenhang: Auch der wirtschaftliche Aufschwung Chinas ist maßgeblich auf die dortige Ein-Kind-Politik zurückzuführen. Wikipedia merkt dazu an: "Hungersnöte, Naturkatastrophen und Kriege hielten jahrhundertelang die Zunahme der chinesischen Bevölkerung in Grenzen. Erst nach 1949 begann ein explosionsartiges Bevölkerungswachstum. Um dem entgegenzuwirken, wurde 1979/1980 die Ein-Kind-Politik eingeführt, um Hungersnöte zu verhindern und einen wirtschaftlichen Fortschritt zu ermöglichen, nachdem schon vorher versucht worden war, die Zahl der Geburten auf zwei pro Familie zu begrenzen."
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine seriöse Analyse der wachsenden Ungleichheit, 14. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Capital in the Twenty-First Century (Gebundene Ausgabe)
Was am Buch besticht, ist, dass versucht wird, die dargelegten Thesen anhand möglichst breiter Daten darzulegen. Der Autor verwendet hierzu vor Allem auf Steuerdaten der Finanzämter, welche über den gesamten verfügbaren Zeitraum untersucht werden. Dies ermöglicht erstmals Untersuchungen über längere Zeiträume. Anhand der ausgewerteten Daten wird eine seriöse Analyse der wachsenden Ungleichheit im Einkommen vorgenommen, die insofern höchst interessant ist, da das Augenmerk auf Fakten gelenkt wird, die mit der derzeit herrschenden Meinung nur bedingt vereinbar sind. Die Angriffe auf das Buch (u.A. seitens Chris Giles in der Financial Times), welche die wachsende Ungleichheit leugnen bzw. schönreden und rechtfertigen, obgleich die Daten – vor allem seit den 80er-Jahren des vergangenen Jahrhundert – dies offensichtlich belegen und auch unter einer historischen Perspektive durchaus schlüssig sind, scheint somit abgegriffen und stumpf. Die Kritiken scheinen somit eher einer verstaubten ideologischen Diskussion (die an die Zeit des Kalten Kriegs erinnert) anzuhaften als einem effektiven wissenschaftlichen Diskurs.
Die Tatsache, dass das Buch sich an eine breitere Leserschaft und nicht allein an die Fachwelt richtet und der Autor sich somit bemüht, das Verständnis dieser breiten Leserschaft zu erleichtern, um einen politischen Dialog zu den aufgeworfenen Themen anzukurbeln, kann keineswegs ein Hinweis für mangelnde epistemologische Stimmigkeit des Buchs angesehen werden, sondern vielmehr als eine Stäke des Buchs. Diese der kontinentalen Wissenschaft oft fremde Klarheit steht voll in der angelsächsischen Tradition der Wissenschaft, in der sich die Autoren lobenswerterweise auch um Einfachheit und Verständlichkeit bemühen und nicht auf die kryptische Sprache weniger Initiierter zurückgreifen. Das Buch hat somit auch eine gewisse literarische Qualität und ist auch sprachlich ansprechend.
Zusammenfassend kann somit gesagt werden, dass das Buch schon allein wegen seiner Originalität absolut zu empfehlen ist. Ich persönlich habe es bereits als Geschenk weitergegeben.
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13 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Great book, real science you can't miss it., 6. Mai 2014
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Economics lost itself many decades ago by trying to emulate hard science, the fact of the matter is that Economics is part of the Social Sciences; it can't be an exact science because human behaviors and activities do not respond to specific laws of nature and the complexity of human interactions make it impossible to predict in time and space dimensions. Thomas Piketty uses the old and always meaningful time series to analyze and understand the evolution of capital in the last 200 years. The results are simple and I would say intuitive for the vast majority of us (the People) who saw the terrible erosion of our economic wealth in the last 40 years. These are hardcore conclusions, not one single pundit from the oligarch side has been able to undermine Piketty's research because it is what it is; the hard, solid, genuine reality. Instead, they resort to name calling; he's a Marxist (which he is not) and other names. Piketty approach is neutral and let the reader decides for her/himself. However it does take too much of a genius to connect the causality of wealth concentration and the level of corruptions in our societies and the probable direction our children and other generations will have to walk the walk. The book is a translation from French, I read the original version and the English one, the translation is very good and translate very well the nuance of the French text.

On a personal note, I feel a sense of vindication as Piketty's results fit very well into my study of the evolution of part time employment that I published in 1986. As we move along with the completion of the deindustrialization of our economies the gap between the rich and the rest will continue to widen, opportunities will continue to be a mirage for most of us and the promise of happiness will vanish along with it. For the People their only power resides in the ownership of their labor; in short, a system that denies labor is a system that denies freedom and democracy. We are already back to the days of the industrial revolution; slave labor, child labor, inhuman working conditions are all here, not physically in our Western economies but in all the production satellites the oligarch have been creating over the last 50 years (with the help of all American political regimes). China and the like are now the sweat factories that produces cheap product for us, and the big guys are hoping that in return, they will be able to sell their junk to them. Easy to trade the People for the trillions a few ones would get. People from Western economies are paying the bill directly and of course indirectly as well with the problems related to the de-urbanization of what use to be thriving communities, the reduction of social programs, pensions, etc. Just think about the amount of pollution that we are creating by moving goods from one side of the planet to the other extremity. Completely sick!

OOOPs! Enough said! That was supposed to be a review of Thomas Piketty brilliant and human work. If you are into democracy, preserving the environment, the right of the People by the People for the People you ought to read the book, it's not technical at all, you learn a lot of macro economics stuff, historical facts and data, it is clear, direct to the point and above all HONEST not BS stuff from corrupt Ivy League self grandiose like Harvard, Yale, Chicago, etc.
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5.0 von 5 Sternen Nicht nur für Akademiker interessant!, 19. Oktober 2014
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Rezension bezieht sich auf: Capital in the Twenty-First Century (Gebundene Ausgabe)
Das Buch behandelt sehr wissenschaftlich eine Vielzahl von Subthemen rund um die ungleiche Verteilung von Kapital. Sehr sehr lesenswert. Das Niveau ist natürlich sehr hoch, aber der Autor hat sich Mühe gegeben, die Sachverhalte möglichst anschaulich darzustellen. Für jeden Politik und Ökonomie-Interessierten ein Muss!
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5.0 von 5 Sternen Probably the book of the decade, 9. November 2014
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Rezension bezieht sich auf: Capital in the Twenty-First Century (Gebundene Ausgabe)
What a volume.

What a content.

There is one formula i apply in daily life and business: R must be greater than G.

Where this for stands, please read the book.

And it may help you to thrive in this era of stagnation, transformation
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grundlegendes Werk mit neuen Erkenntnissen, 14. Juli 2014
Von 
Oliver Völckers (Berlin, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Capital in the Twenty-First Century (Gebundene Ausgabe)
Der französische Volkswirtschafts-Professor hat langfristige Statistiken über die Eigentumsverteilung untersucht und daraus eine Theorie über die Verschiebung des Reichtums entwickelt. Seine Herangehensweise ist durchgehend empirisch (beobachtend) und nicht theoretisch. D.h. Thomas Piketty hat keine Erklärung über die Funktionsweise des Kapitals, sondern betrachtet, wie es sich verändert. Dabei geht er sehr gründlich vor, seine Zahlen gehen zurück bis zur Französischen Revolution. Dabei weist der Autor ausdrücklich darauf hin, dass es über das Eigentum der Reichen immer nur eingeschränkte Angaben gibt, weil Steuern unzureichend erhoben werden oder sich der Staat gar nicht dafür interessiert. Das gilt besonders für die Zeit vor dem 1. Weltkrieg.

Pikettys Forschungen zeigen, dass es zwar zwischen 1918 und 1980 eine Phase des Abbaus extremer Ungleichverteilung gegeben hatte. Ansonsten tendiert die kapitalistische Wirtschaft dazu, dass der Kapitalbesitz eine größere Rendite abwirft als die Wirtschaft insgesamt wächst, d.h. Kapital würde sich stärker vermehren als es Lohnsteigerungen gibt. Dadurch würde sich der ohnehin schon ungleich verteilte Reichtum noch stärker konzentrieren.

Das reichste Promille der Gesellschaft besitzt heute rund 20% des gesamten Reichtums, das reichste Prozent ungefähr die Hälfte und das reichste Zehntel besitzt zwischen 80 und 90% des gesamten Reichtums (Seite 438). Diese Ungleichheit wird sich, so Piketty, in den nächsten Jahrzehnten noch erheblich verschärfen, wenn es keinen massiven politischen Eingriff gibt. Der Grund dafür liegt u.a. darin, dass insbesondere die Superreichen nicht nur ihre Interessen besser vertreten, sondern auch ihr Eigentum besser verwalten und dadurch profitabler anlegen können: Wer eine Milliarde besitzt, hat andere Möglichkeiten zur Investition und Steueroptimierung als ein schlichter Millionär. Umgekehrt kann ein Kleinsparer nicht nur kaum Steuern vermeiden, sondern ihm stehen auch weniger lukrative Anlagemöglichkeiten zur Verfügung.

Übrigens ist es laut Piketty eher unwichtig, ob die gigantischen Vermögen in der Hand von Einzelpersonen wie Warren Buffet oder Bill Gates liegen oder von Stiftungen wie etwa der Harvard University verwaltet werden: Das Kapital wächst um so stärker, je größer es ist. Auch geringe Verschiebungen von 1% pro Jahr wirken sich über längere Jahrzehnte dramatisch aus. Die Schieflage in der Gesellschaft wird so immer krasser und droht die Demokratie zu destabilisieren. Das einzige Gegenmittel sieht Piketty
a) in einer steuerlichen Erfassung der großen Einkommen und
b) in einer zahlenmäßig mit z.B. 1% zwar gering erscheinenden, langfristig aber massiven Steuer auf Kapitaleinkommen
Nur durch das Gegengewicht einer solchen Kapitalsteuer könnte die tickende Zeitbombe der relativen Massenverarmung entschärft werden. Der Autor räumt jedoch ein, dass die Chancen, bei den Reichen Gehör zu finden, gering sind. Er tritt auf wie jemand, der Ludwig XIV. erklären möchte, auf etwas Prunk zu verzichten, um die Armen nicht zu erzürnen.

Piketty unterscheidet jedoch nicht nur zwischen Beziehern von Kapitalrendite und Löhnen, sondern auch zwischen armen und reichen Staaten. Er stellt spannende Fragen, so ist etwa in der Volksrepublik China der Anteil der staatlichen Steuern und Verwaltung viel geringer als in den USA. Dennoch ist der chinesische Staat handlungsfähig und kann investieren, während andere, vermeintliche reichere Industrieländern total verschuldet sind und keine Kontrolle über Investitionen haben. Piketty zeigt, dass ärmere Staaten insbesondere in Entwicklungsländern oftmals nur Ressourcen für den Unterdrückungsapparat zur Verfügung haben, gerade weil sie so arm sind. Während Europa und die USA im 20. Jahrhundert massiv in ihre Infrastruktur investiert haben, was zu ihrem heutigen Reichtum geführt hat, verweigern sie mit ihrer Politik anderen Ländern die gleichen Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Entwicklung. Der Aufbau eines funktionierenden Steuersystems und die Erfassung großer Einkommen wäre eine Voraussetzung für die Entwicklung von Ländern wie Brasilien, Indien oder Russland.

Auch wenn sich Piketty mit dem Titel seines Buches an Karl Marx anlehnt, baut sein Buch nicht darauf auf. Er bestätigt Marx nicht und widerlegt ihn auch nicht, sondern ignoriert ihn weitgehend. Nach eigener Aussage hat Piketty Marx’ „Kapital" gar nicht gelesen. Mit der zentralen These von Marx, dass nämlich die Ware Arbeitskraft mehr produziert als sie kostet, setzt er sich überhaupt nicht auseinander. Nach Marx werden Arbeiter nach dem Marktpreis bezahlt, eben dies sei das Problem, das zur Aneignung des Mehrprodukts durch die Kapitalbesitzer führe. Damit setzte sich Marx von moralischen Kritikern des Kapitalismus ab, die Ausbeutung als Unterbezahlung durch fiese Charaktere deuteten. Thomas Piketty dagegen stellt überhaupt keine Theorie auf, wie etwa der Preis einer Ware entsteht. Er interpretiert nur Statistiken. Das ist eine Schwäche, aber auch eine Stärke, denn seine Beobachtungen lassen sich kaum widerlegen.

Es gibt noch mehr an Piketty zu kritisieren: So interpretiert er ein konstantes Bruttosozialprodukt und eine konstante Bevölkerungszahl als Stagnation, mit daraus resultierenden Schwierigkeiten etwa für die Versorgung von Rentnern. Doch in einem reichen Industrieland wie Deutschland bedeutet die ganz normale jährliche Produktion bereits eine ständige Steigerung des Reichtums. Wir leben ja nicht von der Hand in den Mund, sondern schaffen Werte. Abgesehen davon verbergen sich selbst hinter konstanten Zahlen u.U. massive Veränderungen: Ein gleichbleibender Fleischkonsum oder Stromverbrauch ist heute keineswegs Ausdruck der Unfähigkeit, mehr herzustellen. Sondern Biofleisch, Vegetarismus oder energiesparende Maschinen sind im Gegenteil Ausdruck des Reichtums einer Gesellschaft. Auch hinter gleich bleibenden Preisen können sich massive qualitative Verschiebungen verbergen: Ein neuer VW Golf oder ein neues iPhone kosten womöglich dasselbe wie das Vorgängermodell, werden aber vom Hersteller mit ganz anderen Schnickschnack ausgestattet wie Einparkautomatik oder Fingerabdruck-Erkennung. Die technische Revolution der Mikroelektronik, die noch nie dagewesene Möglichkeiten schafft, worauf Autoren wie Ray Kurzweil hinweisen, kommt bei Piketty nicht vor.

Der Autor führt die von ihm beobachtete Abnahme des Ungleichgewichts von 1918-1980 auf die beiden Weltkriege und den darauf folgenden Wiederaufbau und Wirtschaftsaufschwung zurück. Stattdessen wäre es auch möglich, dass die Oktoberrevolution und die Herausforderung durch die angeblich sozialistische Staatswirtschaft die Eliten in den westlichen Ländern zu Kompromissen gezwungen hat. Sind nach dem Untergang des Ostblocks vielleicht alle Hemmungen gefallen, weil das westlich-kapitalistische System keiner Konkurrenz mehr ausgesetzt war? Diese These wäre für mich plausibler als Kriege, die als Gleichmacher wirken sollen.

Insgesamt ist das Buch eine Pflichtlektüre für alle volkswirtschaftlich Interessierten. Auch wer Pikettys Schlussfolgerungen nicht teilt, kann seine Untersuchungen kaum ignorieren. Politisch steckt hier eine Menge Sprengstoff. Gut, dass das Werk ab Oktober 2014 auch in einer deutschen Übersetzung erhältlich sein soll.
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5.0 von 5 Sternen Sehr zu empfehlen, 5. November 2014
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Rezension bezieht sich auf: Capital in the Twenty-First Century (Gebundene Ausgabe)
Sehr ausführlich und gut nachvollziehbar beschreibt Piketty äußerst aktuelle und interessante Thesen zur Dynamik der Verteilung von Einkommen in unserer kapitalistischen Welt.
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Capital in the Twenty-First Century
Capital in the Twenty-First Century von Thomas Piketty (Gebundene Ausgabe - 18. März 2014)
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