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49 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Epische Fantasy von ihrer schönsten Seite
"Dawn was coming. The Waystone Inn lay in silence, and it was a silence of three parts..."

Nach 3 Jahren des Wartens gibt es endlich eine Rückkehr in das Gasthaus und ein Wiedersehen mit seinem unscheinbaren, rothaarigen Wirt, der dem Chronisten den zweiten Teil der Geschichten um Kvote schildert. Das erste Drittel der Handlung spielt wieder an der...
Veröffentlicht am 15. März 2011 von javelinx

versus
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gemischt
Den erste Teil der Königsmörder-Triologie (Der Name des Windes) fand ich überaus mitreissend, toll geschrieben (und übersetzt) sowie originell.
Wie viele Andere hier habe ich also die Fortsetzung kaum erwarten können. Eine Meinung zu "the wise man's fear" kann ich kaum ohne vermutliche Spoiler schreiben. Daher hier zunächst eine kurze...
Vor 23 Monaten von Amazon Customer veröffentlicht


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49 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Epische Fantasy von ihrer schönsten Seite, 15. März 2011
Von 
javelinx - Alle meine Rezensionen ansehen
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Verifizierter Kauf(Was ist das?)
"Dawn was coming. The Waystone Inn lay in silence, and it was a silence of three parts..."

Nach 3 Jahren des Wartens gibt es endlich eine Rückkehr in das Gasthaus und ein Wiedersehen mit seinem unscheinbaren, rothaarigen Wirt, der dem Chronisten den zweiten Teil der Geschichten um Kvote schildert. Das erste Drittel der Handlung spielt wieder an der Universität, danach nimmt Kvote eine Auszeit und macht sich auf, einen reichen Gönner zu suchen, den er an der Universität wegen seiner fortlaufenden Fehde mit dem adligen Ambrose nicht finden kann. Was ihm dabei widerfährt, macht den größten Teil des restlichen Buches aus.

Die Handlung knüpft an THE NAME OF THE WIND an und wirkt, als sei auch innerhalb der Chronologie der Geschichte kaum ein Tag vergangen. Kvote ist immer noch klamm und leiht sich Geld bei Devi aus, er verfolgt seine Studien und musikalischen Interessen und versucht, Denna näherzukommen, ohne dasselbe Schicksal zu erleiden wie ihre zahlreichen verflossenen Verehrer. Wider besseren Wissens kann er es sich immer noch nicht verkneifen, Ambrose seine Gemeinheiten heimzuzahlen und diesen dabei immer weiter anzustacheln - bis er eine Auszeit an der Universität nehmen muß und sich zu einem bisher unbekannten Gönner aufmacht.

Als Leser wird man in die Handlung förmlich hineingesogen und bekommt das Gefühl, als würde man mit Kvote an einem Tisch in der Wirtschaft sitzen. Auch wenn auf den ersten Blick nicht viel passiert, ist die Geschichte ein purer Genuß zu lesen - wie aus einem Guß, in wunderschöner Sprache, detailreich und manchmal geradezu poetisch.
Im Gegensatz zu vielen anderen epischen Fantasyzyklen gibt es nur einen Handlungsstrang um die Hauptfigur, verteilt auf zwei Erzählebenen, die zwischen der Rahmenhandlung im Waystone Inn und Kvotes Erlebnissen hin- und herwechseln, unterbrochen von Geschichten und Erzählungen, was manchmal ein wenig an die "Geschichten aus Tausendundeiner Nacht" erinnert.
Überraschenderweise werden einige Ereignisse, auf die man neugierig wäre, nicht weiter ausgeführt - so gibt es eine Gerichtsverhandlung und einen Schiffbruch, die nur gestreift werden; dafür nimmt die Handlung an Fahrt auf, als Kvote die Universität hinter sich läßt und nach Vintas zu seinem neuen Gönner reist. Dieser Teil gestaltet sich wie eine klassische Queste und zeigt Kvote von einer neuen Seite, wie er sich in einer neuen Umgebung mit unbekannten Fallstricken zurechtfindet und an seinen Aufgaben - klassischerweise drei - wächst und reift. Wie er den Söldner Tempi aus der Reserve lockt und wie er in dessen kriegerisch geprägten Kultur besteht, gehört zu den Höhepunkten des Buches und läßt einen Gedanken an Schlaf oder andere Nebensächlichkeiten völlig vergessen.
Die fast 1000 Seiten des Buches lesen sich flüssig und ohne Einbrüche, wer allerdings schnelle Action oder abschließende Antworten auf einige Fragen um Denna, Bast oder wie aus Kvote Kote wurde erwartet, wird vielleicht enttäuscht sein. Dafür gibt es reichlich Entschädigung durch den wunderbar poetischen Schreibstil, die geradlinige Erzählweise, und eine sich entwickelnde und doch weiter Rätsel aufgebende Hauptfigur in einer Geschichte, die auch nach dem Lesen noch nachklingt. Diesen Genuß sollte man sich, wenn man Fantasy mag, nicht entgehen lassen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gemischt, 21. August 2012
Den erste Teil der Königsmörder-Triologie (Der Name des Windes) fand ich überaus mitreissend, toll geschrieben (und übersetzt) sowie originell.
Wie viele Andere hier habe ich also die Fortsetzung kaum erwarten können. Eine Meinung zu "the wise man's fear" kann ich kaum ohne vermutliche Spoiler schreiben. Daher hier zunächst eine kurze Meinung, dann mögen alle, die nichts veraten haben möchten, bitte aufhören zu lesen - auch, wenn ich der Meinung bin, dem Lesespass nichts wegzunehmen.

Der zweite Teil ist - für sich alleine genommen - langweilig. Wer den ersten Teil nicht gelesen hat wird dieses Buch nicht lesen wollen. Als Fortsetzung ist es akzeptabel. Die Sprache (ich habe das englische Original gelesen) ist leicht verständlich, dabei aber sehr gut. Originell ist die Fortsetzung nicht, aber sie enttäuscht auch nicht das Herz eines Fantasielesers. Mitreissend ist die Fortsetzung immer mal wieder.

Jetzt geht es los mit möglichen Spoliern (Namen aus dem Gedächtnis genannt .. ich bitte um Entschuldigung, wenn ich mich falsch erinnere)...

Das Buch gliedert sich lose in fünf Teile:
1. Die Universität
Der übliche knatsch: Liebschaft mit Diana, Kumpelschaft mit Diversen, Feindschaft mit Ambrose.
Einige Figuren werden deutlich vertieft. Derart viele Seiten sind dafür jedoch nicht wirklich notwendig. Es wird getrunken, gesungen, Streiche gespielt und ein wenig auch Weichen gestellt - dies jedoch nur am Rande. Macht Spass zu lesen - aber nur, weil gut geschrieben und man (=ich) den ersten Teil kennt.
2. Kvote macht sich auf einen Sponsor zu finden.
Spannend, aber ein klein wenig Übertrieben. Kvote ist ja selber der Erzähler. Und Bescheidenheit ist das Letzte was er sich vorwerfen lassen müßte. Gerade aber in Hinblick auf die weitere Geschichte wird es hier eher spannend.
3. Fantasie.
Ah ja. Einige andere haben es vorher ausführlich geschrieben. Etwa 90 Seiten lang wird Kvote von Frau Erotica herself in die Liebe eingeführt. Sehr unerotisch. Positiv gesagt: zurückhaltend. Negativ gesagt: langweilig. Anscheinend lernt Kvote ausserdem den Schlimmsten aller Schlimmen kennen (einen Baum). Das kommt aber nicht rüber. Vielmehr ist der Autor hier komplett überfordert. Möglicher Weise wird sich dies im dritten Teil ändern, aber dieser ist ja aktuell noch nicht zu lesen und so ist dieser gesamte Teil samt Höhepunkt (?) recht peinlich.
Von hier aus geht es kurz zurück in die reale Welt (es wird wieder interessanter), dann aber zu den Adem bei denen Kvote ein mal mehr in die Lehre geht. Ich musste dabei immer an Star Wars ("Die Macht") und Tai-Chi denken. Die Philiosophie die Rothfuss hier zu erschaffen sucht ist altbekannt und überall dort, wo sich der Autor um Originalität bemüht, mit einer Tendenz zur Ärgerlichkeit.
4. Kvote kehrt zurück zu seinem Sponsor (also zu 2.).
Jezt beginnt 3. Sinn zu machen ohne besser zu werden. Aber, kaum hat "4." begonnen hat mir das Buch wieder gefallen.
5. Zusammenknüpfen loser Enden.

Was Rothfuss im Zusammenhang zu Frauen schreibt ist einfach nur peinlich.
Die Adem-Mädels sind unglaubwürdig (Sie glauben, man benötigt keinen Mann um Kinder zu bekommen - Frage von Kvote: ja habt ihr denn mal länger keinen Sex? Antwort: nein. Frage vom Leser: Bisexualität? Homosexualität? Diese Themen bringt der Autor derart provokant auf den Tisch - in dem er sie ignoriert - dass es mir schwer fällt das hier auszulassen).
Was ist mit Schwangerschaft? Kämpfen in der Schwangerschaft? Die Kämpfe werden als recht unzimperlich geschildert. Kvote bekommt z.B. häufig (sehr ausführlich geschildert) eins in seine Kronjuwelen. Andererseits sind bei den Adem aber die Frauen die besseren Kämpfer.
Ferner sind die Adem Kontrollfreaks. Ausdrücke von Gefühlen im Gesicht sind "babarisch". Warum aber ist dann ausgerechnet Sex für die Adem so natürlich? Ist nicht gerade diese Beschäftigung ganz besonders mit Kontrollverlus (=Barbarei, lt Adem) verbunden? Der Autor bemüht sich hier, aber vergeblich und ganz daneben.

Die Liebesgeschichte mit Diana empfinde ich als unerträglich. Sie wurde von ihrer Seite her nicht motiviert und *sie* benimmt sich derart blöde, dass es mir vollkommen unverständlich ist, wie (selbst so ein Depp wie) Kvote ihr hinterherlaufen kann. Diese "Liebesgeschichte" ist schlimmer als pubertär. (Dass ich Kvote herabwürdige ist nicht negativ zu sehen. Er ist ein Unsympath, aber das macht für mich viel von der Geschichte aus)

Alles in allem hat mir der erste Teil derart gut gefallen, das ich dem zweiten Teil statt nur Einem, ganze drei Sterne gebe.
Das Buch ist immer mal wieder sehr gut geschrieben aber ausserordentlich miserabel lektoriert worden.
Diese 1100 Seiten auf 500 Seiten und ich wäre (möglicher Weise) begeistert.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen The desire for knowledge shapes a man, 25. März 2011
Von 
callisto (Freiburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Drei Dinge fürchtet ein Weiser Mann: Das Meer bei Sturm, die mondlose Nacht und die Wut eines Gentleman.

Kvothes Zwist mit Ambrose nicht derartige Auswüchse an, die beide Kontrahenten dazu zwingen, diese vorerst zu verlassen, damit Gras über die Angelegenheit wachsen kann. Kvothe reist ans Ende der bekannten Gebiete und tritt dazu in den Dienst des Mear, lernt Kämpfen bei dem Adem und jagt wie gehabt Dennas Schatten und die Chandrian.

Hier nun die lange erwartete Fortsetzung von Der Name des Windes: Die Königsmörder-Chronik. Erster Tag. Wie im ersten Band auch, wird die Fortsetzung auf zwei Ebenen erzählt. Da wäre zum einen der ältere Kvothe, der unter dem Namen Kote eine Gaststätte betreibt und seine Lebensgeschichte dem Chronisten diktiert. In diesem Handlungsstrang wird immer mehr ein großer Konflikt angedeutet, an welchem der junge Kvothe wohl einige Schuld mit trägt, doch noch bleibt dieser große Krieg im Schatten. Zum anderen ist da die, von ihm erzählte Lebensgeschichte, des erst siebzehnjährigen Kvothe.
Der zweite Band beginnt, wie der erste endete. Kvothe studiert an der Universität und kämpft mit seinen nicht vorhandenen finanziellen Mitteln. Es gibt abgedrehte Kurse bei Elodin und natürlich das Problem mit Ambrose, das sich immer weiter auswächst, so dass Kvothe dazu gezwungen wird den Wind jagen zu gehen, und so letztendlich mehr lernt, als er an der Universität je lernen könnte. In diesem Band beginnt die Legendenbildung, teils von Kvorthe selbst initiiert, teils tatsächlich verdient.

Dieser Band erzählt etwa ein Jahr aus Kvothes Leben. Einerseits passiert nicht viel, andererseits doch. Es ist schwer zu beschreiben. Patrick Rotfuss Art zu schreiben ist poetisch und fesselnd, er näht mit Mondlicht und Schatten einen Umhang. Man versinkt in der Geschichte, da die Handlungen in großer Detailtreue beschrieben werden und dazwischen poetische Erzählungen eingewoben werden, deren wahre Bedeutung einem erst mit Fortschreiten der Geschichte immer mehr bewusst wird, denn jede Geschichte hat mehr als eine Wahrheit. Teils sind ganze Abschnitte in Versen oder mit Versmaß geschrieben, so dass ich den Übersetzer wahrlich nicht beneide, der das ins Deutsche übersetzen muss(te). Der Autor erschafft neue, fremde Kulturen und deren komplizierte (Hof-)Rituale, die faszinierend neu und auch innovativ sind, wie das komplizierte System des Ringtauschs am Hof des Maer mit seinen eisernen, silbernen und goldenen Ringen und die teils asiatisch, teils doch noch fremder anmutende Welt der Ademre.
Daneben ist der Autor ein Meister des feinen, hintergründigen Humors und einige der Aktionen, die Kvothe ausheckt, erinnern schwer an Die Lügen des Locke Lamora.

Fazit: Intelligente und poetische High Fantasy vom feinsten
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Warten hat sich gelohnt., 16. März 2011
Die Geschichte setzt sich mit der Ausbildung des jungen Protagonisten fort und kommt nicht wirklich Inhaltlich voran, auch die lange Wartezeit auf das Buch kann bemängelt werden.
Allerdings muss ich gestehen, dass ich gerne noch mehr gehört und gelesen hätte und es mich in keinster Weise stört, dass der junge Kvothe nicht sofort überirdische Kräfte entwickelt und die Bösewichte tötet. Die Geschichte nimmt ihren Lauf in kleineren überraschenderen Wendungen und ist nicht geradlinig wie man es von zweitklassigen Fantasyromanen kennt (Held bekommt Kräfte und obsigt mit einigen Schwierigkeiten über das Böse).
Ich hoffe nur, dass der Autor nicht im dritten Band alles zu Ende schreibt und sämtlichen Inhalt versucht in ein einziges Buch zu zwängen.
Ich finde es gerade gut, dass Rothfuss der Geschichte Raum und Zeit gibt sich zu entfalten und war enttäuscht zu lesen, wie ein gewisser Teil der Reise aus dem Buch gekürzt wurde um den Fluss des Romans zu wahren.
Sprachlich ist die Geschichte wie im ersten Teil sehr gut bis genial. Der Spannungsbogen, bzw. vielmehr die gelungene Mitnahme in die Welt Kvothes bleibt meiner Meinung nach durchgehend erhalten und ich freue mich schon auf den nächsten Teil (der hoffentlich weniger Zeit braucht als dieser Teil).
Das Warten hat sich gelohnt, denn bisher sind "The Kingkiller Chronicles" meine absolute Fantasy Lieblingssaga.
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24 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen 3 - 3,5 Sterne: Wunderschöne Sprache, enttäuschende Handlung, 22. April 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Wise Man's Fear: The Kingkiller Chronicle 2 (Taschenbuch)
Ich habe sehr lange auf die Veröffentlichung von THE WISE MAN'S FEAR hingefiebert und nach dem grandiosen THE NAME OF THE WIND waren meine Erwartungen entsprechend groß. Leider muss ich aber sagen, dass mich der zweite Band der KINGKILLER CHRONICLES insgesamt eher enttäuscht hat.
Mein großes Problem mit THE WISE MAN'S FEAR ist die Handlung, die sich für mich sehr ziellos angefühlt hat und mehr oder weniger im Sande verläuft.

*** Vorsicht, leichte SPOILER enthalten ***

Zunächst war ich noch recht guter Dinge. Kvothe verbringt ungefähr die ersten 300 Seiten des Romans auf der Universität und feilt an seiner Ausbildung. Obwohl er keine wirklich neuen Erkenntnisse gewinnt, konnte mich Rothfuss bei der Stange halten. Danach begibt sich Kvothe auf große Fahrt und mit der Spannung geht steil bergab. Für sich gesehen sind Kvothes Reiseerlebnisse vielleicht nicht uninteressant, sie sind im Grunde aber vollkommen belanglos. Kvothes Geschichte wird durch sie so gut wie gar nicht weitergebracht und einige der Episoden erscheinen mir schlicht und einfach sinnlos, vor allem da sie teilweise doch sehr in die Länge gezogen werden. Gestört hat mich auch, dass die Handlung im Grunde überhaupt keinen roten Faden hat. Ein Reiseerlebnis wird an das nächste gehängt und das war's dann auch schon. Am Ende von THE WISE MAN'S FEAR steht Kvothe genau da, wo er am Ende von THE NAME OF THE WIND gestanden hat: Er hat keine nennenswerten neuen Fähigkeiten für den Kampf gegen die Chandrian gewonnen, er weiß immer noch so gut wie gar nichts über seine Feinde und wie er sich ihnen entgegenstellen soll, er ist immer noch Universitätsstudent und seine Beziehung zu Denna hat sich auch nicht weiterentwickelt.

*** SPOILER Ende ***

Ich frage mich, wie Patrick Rothfuss seine Geschichte im dritten Band zu einem würdigen Ende bringen will, ohne die Handlung nicht vollkommen zu überstürzen. Mittlerweile habe ich den Verdacht, dass die KINGKILLER CHRONICLES in einer Trilogie nicht abgeschlossen werden können, und dass es einen vierten Band geben wird.
Aber es ist bei weitem nicht alles ist schlecht an THE WISE MAN'S FEAR. Patrick Rothfuss bedient sich nach wie vor einer wunderschönen Sprache, die stellenweise fast lyrisch anmutet. Das Lesen wird so zum Hochgenuss und die knapp 1.000 Seiten haben sich trotz der schwachen Handlung so praktisch von selbst gelesen. Auch die Figuren des Romans können mich immer noch überzeugen. Kvothe ist mir mittlerweile sehr ans Herz gewachsen und auch die Nebenfiguren, allen voran Kvothes Mitstudenten, gefallen mir. Im Laufe der Handlung macht unser Held außerdem einige neue Bekanntschaften, die mir auch gut gefallen haben. Am wenigsten sagt mir Denna zu, die mich aber auch schon in THE NAME OF THE WIND gestört hat. Das Klischee von der Hure mit dem Herz aus Gold gefällt mir gar nicht und ich finde einfach, dass sie überhaupt nichts zur Geschichte beiträgt. Aber das ist reine Geschmackssache.

Alles in allem gesehen hat mir THE WISE MAN'S FEAR nicht schlecht gefallen. Der Roman hat seine schönen Seiten und ist sehr stimmungsvoll geschrieben. Ich wünschte, ich könnte eine bessere Bewertung abgeben, aber leider ist die Handlung dazu einfach zu schwach. Ich hoffe, dass Patrick Rothfuss im dritten Band wieder richtig auftrumpfen und seine Stärken voll ausspielen kann.
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4.0 von 5 Sternen Gefiel mir noch besser als der erste Teil, 25. Juli 2014
Der Autor verstand es bereits im ersten Teil meisterhaft, in einer bildhaften, poetischen Sprache die Lebensgeschichte eines hochbegabten jungen Mannes zu erzählen, der durch den grausamen und mysteriösen Tod seiner Eltern gezwungen ist, sich unter widrigen emotionalen, finanziellen und sozialen Bedingungen eine Existenz aufzubauen und dabei gleichzeitig die Suche nach den Mördern seiner Eltern voranzutreiben. Die Zweiteilung der Geschichte in kurze Episoden im erzählerischen Hier und Jetzt, die außerhalb der eigentlichen Geschichte angesiedelt sind und in denen der legendäre und bereits in die Jahre gekommene Held sich eine Tarnexistenz als Wirt in einem Gasthaus zugelegt hat (ohne dass man bereits erfährt, was der Grund dafür ist) und der eigentlichen Erzählung in Form einer chronologischen Lebensgeschichte, welche vom Protagonisten einem vorbeiziehenden Schreiber diktiert wird (im Sinne von Memoiren), sind ein gelungenes Stilmittel, da sich zum einen eine schöne Geschichten-Erzähl-Lagerfeuer-Romantik-Atmosphäre aufbaut und man als Leser zum anderen gleich doppelt gehooked wird: Wie ist es zu der Situation im Gasthaus gekommen und was wird hier weiter passieren? Wie geht die eigentliche Geschichte voran? Allerdings sind bezüglich der zweiten Frage nicht alle meine Erwartungen erfüllt worden.
Jeder, der klassische Sword-and-Sorcery-Fantasy mit starkem Helden, gewaltigen Schlachten und unheimlichen Kreaturen erwartet, sollte seine Erwartungen korrigieren. Wer brutale Action a la Abercrombie erwartet, wird sicher enttäuscht, wenn auch die Eingangssequenz mit dem Tod der Eltern anderes suggeriert. Im Grunde geht es im gesamten ersten Band um das erste Studienjahr des Helden an der Universität. Klar, es ist eine Universität, in der man zum Magier ausgebildet wird, aber schlussendlich sind die sehr schön geschilderten seelischen Nöte des Helden die gleichen, die auch gut in ein Jugendbuch passen würden: Erste Liebe, Mobbing, finanzielle Engpässe. Das Ganze in einer Detailverliebtheit, die recht äquivalent zu den Harry Potter - Romanen von Rowling anmutet. Vielleicht empfinden manche Leser diesen Vergleich als Frevel, aber ich fühlte mich mehr als einmal daran erinnert. Aber während Harry Potter vielleicht vorrangig für Kinder und Jugendliche geschrieben wurde, richtet sich Rothfuss zumindest im ersten Band an den Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Für mich war es - ich muss es gestehen - trotz der schönen Sprache und der genauen und treffenden Beobachtungen des Lebens eine Spur zu langweilig.
Umso überraschter war ich vom zweiten Band, in welchem im Vergleich zum ersten Teil unheimlich viel passiert. Verstehen Sie mich nicht falsch, es ist noch immer kein Abercrombie und es gibt sehr behäbige Stellen, aber die Schauplätze und Personen wechseln, der Held verlässt die Universität und kommt auf der Welt herum und auch die Action hält allmählich Einzug. Wenn es in dem Tempo weitergeht, werde ich bis zum Lebensende vielleicht doch den Abschluss des Werkes erleben. :-) Sehr schön nach wie vor der realistische Ansatz: Unser Held ist kein Superheld. Wir nehmen Anteil an seinen Zweifeln und Nöten, mit der Traumfrau läuft es nach wie vor nicht so richtig rund und auch Anerkennung für seine Leistungen ist meist rar gesäht. Wie im richtigen Leben halt. Man kommt nicht umhin, sich zu fragen, wie viel autobiographisches hier von Rothfuss verarbeitet wird. Ich möchte nicht spoilern, deswegen keine Details. Ich bin aber der Überzeugung, dass gerade Lesern wie mir, denen zwar der Stil Rothfuss' gefällt, denen aber der Auflösungsgrad im ersten Teil ein wenig zu hoch war, sich mit dem zweiten Teil leichter tun werden. Freunde knalliger Fantasy-Action werden auch mit diesem Buch wenig Freude haben.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 1000 Seiten geballte Klasse, 10. März 2013
Ich habe im Laufe meines noch jungen Lebens viel Fantasy gelesen, beginnend mit deutschen Autoren à la Heitz und Hennen und ihren deutschsprachigen Werken über deutsche Übersetzungen von Paolini, Goodkind oder Trudi Canavan und letztlich die Originale von zB Martin und Sanderson. Jetzt bin ich bei Rothfuss angekommen und kann guten Gewissens sagen, dass seine Geschichte das Beste ist, was ich jemals gelesen hab. War The Name of the Wind schon großartig, macht die Fortsetzung noch einmal einen ganzen Schritt nach vorne. Als besonders empfinde ich die Intensität und die Glaubwürdigkeit, mit die Geschichte vorgetragen wird. Obwohl Rothfuss nicht viel Zeit darauf verschwendet, die Fantasywelt im Detail zu beschreiben, wirkt alles in sich geschlossen. Wichtig finde ich im Sinne der Intensität auch, dass die Geschichte in der ersten Person erzählt wird. Nichts anderes würde ihr gerecht. Obwohl Kvothes Reise in die Fae doch einen kleinen Beigeschmack von Märchen hat, fällt es nicht schwer, diese Magie in Einklang zu bringen mit dem Rest der sonst eher unmagischen Welt. Näher als so kann ich keinem Kritikpunkt an der Geschichte kommen.
Der Protagonist ist zudem sicherlich der charismatischste Charakter, den ich in Fantasy (und Literatur allgemein) bisher gesehen habe.

Keiner der von mir bisher gelesenen Autoren kann die selbe Poesie in seinem Schreiben vorweisen wie Rothfuss, nicht geht mir so flüssig durch den Kopf wie diese Geschichte. Ich halte es für essentiell, dass sich die Träumerei, die Fantasy in der Gedankenwelt induziert, auch in der Sprache verwoben wird, denn dies steigert den Effekt signifikant. Meisterhaft paart Rothfuss dies mit einer Story in der Schwebe zwischen Sage und Biografie. Wer auf große Action wert legt, sollte sich dieses Buch trotzdem kaufen, um zu sehen, dass es auch ohne (bzw. mit wenig) geht. Die Geschichte hat allles: Hass, Liebe, Mysterien, entlegene Orte und einen coolen Hauptcharakter.

Schon als ich die erste Seite des Vorgängers aufschlug, war mir klar, dass dies das Buch ist, dass ich mir in meinem Kopf immer gewünscht habe. Genau das Werk, dass ich selbst schreiben würde, hätte ich das Talent, so fühlt es sich an. So tauchte ich sofort ein, das Buch passte wie ein Handschuh.

The Wise Man's Fear wegzulegen, fällt mir unglaublich schwer, ich muss mich sehr zurückhalten, um nicht in 2 Tagen damit fertig zu sein. Jedes Mal schmerzt das Wissen, dass es bald zu Ende geht und es Jahre dauern kann, bis der letzte Band erscheint. Ein Buch, das solch ein starkes Gefühl von Verlust erzeugen kann, verdient jede Ehre.

Danke, Patrick Rothfuss.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zweischneidig, 6. Mai 2012
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Einerseits muss man Rothfuss ein Kompliment machen: die Sprache ist gewohnt brilliant, lyrisch ohne zu langweilen und zieht den Leser mit in die von Autor geschaffene Welt, man möchte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Längen in der Handlung empfindet man dadurch gar nicht als solche.

-Spoiler ahead-

Aber....und leider gibt es ein dickes Aber: nach etwa der Hälfte des Buches fängt die Handlung an abzudriften ins Unglaubwürdige. Der Held trifft zufällig irgendwo auf dem riesigen Kontinent seine Flamme ("Hure mit goldenem Herz" - Hallo Klischee) und mutiert mehr und mehr zum Superheld ohne nennenswerte Schwächen, auf den alle Frauen fliegen. Spätestens bei der Begegnung mit der männerverschlingenden Fee, bei der sich unser Held auf Anhieb als perfekter Lover erweist fängt die Sache an abzudriften.

- Spoiler Ende-

Im Ergebnis daher knapp vier Sterne - bis zu der Feengeschichte ein phantastischer Lesegenuss, leider reisst es den Leser durch diese Übertreibungen aus der bis dahin wunderbar geschaffenen Welt und Kvothe droht zum "Gary Stu" zu mutieren.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Was lange währt..., 17. November 2011
Von 
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Was lange währt...

muss deshalb leider nicht gut werden. Nun erhöht langes Warten mitunter die Erwartungshaltung, insbesondere in Fällen wie diesem, wo ein richtig gutes erstes Buch einer angekündigten Trilogie die Messlatte für die Nachfolger umso höher legt.
Band Zwei macht dort weiter wo der Erste aufhörte und das ist Teil des Problems. Wir finden uns mit Kvothe wieder an der Universität, mit den schon bekannten Geldproblemen, Dennas verschwinden und wieder auftauchen, Intrigen mit Ambrose, werkeln an Erfindungen und studieren von magischen und anderen Künsten. Das klingt nicht nur wie Band 1, das ist Band 1 und zieht sich doch arg in die Länge. Alles wird im Detail erzählt und ein Fortschritt in der Haupthandlung ist nicht erkennbar.
Zum Glück muss Kvothe Alleskönner dann doch mal die Uni verlassen um in fernen Ländern andere Abenteuer als an der Universität zu bestehen. Höfische Intrige, Räuberjagd, Kampftraining und Philosophie in einer ihm fremden Kultur, sowie der realen Begegnung mit einer sagenhaften Elfe und die Rückkehr zu heimischen Universität bilden den Handlungsstrang. In dem Denna auftaucht und wieder verschwindet und auftaucht und...
Das alles ist in einer schönen Sprache durchaus interessant erzählt, aber leider doch arg in die Länge gezogen. Die fremde Kultur mag für Kvothe ja exotisch sein, aber dem Leser wird vieles bekannt vorkommen, sofern er die gängigsten Asienklischees kennt.
Kvothes anstrengende Beziehung zu Denna findet hier neue, unglaubwürdige Höhepunkte. Nachdem unser Held erwachsener geworden ist, zumindest wenn es um sexuelle Erfahrungen geht, ist das in seinem Verhalten Denna gegenüber nicht erkennbar. Insbesondere wenn man bedenkt was die Beiden alles für einander tun, ist weder sein noch ihr Verhalten in den geschilderten Episoden nachvollziehbar. Unerfüllte, tragische Liebe mag ja ein schönes Motiv sein, aber hier wird dem Muster der Erzählung aus Band 1 nichts Nennenswertes hinzugefügt. Kurzum, es fängt an zu nerven.
Überhaupt sollte man meinen das Rothfuss die Episoden aus Kvothes Leben die er hier in epischer Länge ausbreitet als maßgeblich für die Entwicklung seiner Hauptfigur ansieht. Weshalb Kleinigkeiten wie Schiffbruch und ausgeraubt werden in drei Nebensätzen abgehandelt werden. Das man am Ende des Buches, das ja eine Art von Entwicklungsroman ist, das Gefühl hat der Held benimmt sich nicht anders als am Anfang oder in Band 1, ist enttäuschend. Entwicklung wird hier nur behauptet, aber nicht wirklich durch handeln erkennbar. Die einzige Entwicklung ist der Erwerb neuer Fähigkeiten Kvothes, der Jüngling der schon vieles kann, kann nun noch mehr. Das mag zum Teil der Form der Ich Erzählung geschuldet sein, aber diese Erklärung macht das Ergebnis auch nicht überzeugender.
Wie bereits von anderen geschrieben ist kaum erkennbar wie die Geschichte in einem dritten Band zu einem befriedigenden Ende geführt werden kann. Wenn Rothfuss sein Erzähltempo beibehält dürfte Kvothe einige Jahre lang nichts Erzählenswertes erlebt haben.
Ich hoffe das im Folgeband wider etwas von der Frische des ersten Bandes zurückkehrt. Auch der war nicht ohne Längen, aber in der ausufernden Form von Band Zwei sollte es nicht weiter gehen. Entweder ausführlich erzählt und originell, oder wenn schon konventionell, dann bitte knapper. Weniger ist eben manchmal doch mehr.
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50 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gary Stu is on the run!, 10. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: The Wise Man's Fear: The Kingkiller Chronicle 2 (Taschenbuch)
Kvothe ist zurück! Nach mehr als drei langen Jahren hat es Patrick Rothfuss endlich geschafft den langersehnten Nachfolger des Bestsellers 'Name of the wind' fertig zu stellen, der angeblich bereits vor drei Jahren kurz vor der Fertigstellung stand. Das vorliegende Endwerk lässt erahnen warum der Autor letztendlich so lange gebraucht hat. Auf die Gefahr hin, dass dies ein Totalverriss wird sei gesagt, dass ich unabhängig der nächsten Zeilen auch einiges gutes im vorliegenden Buch gefunden habe. Genauer gesagt kann Rothfuss tatsächlich sehr flüssige Prosa schreiben und hat einige wirkliche hübsche Ideen im vorliegenden Buch zu Fabelwesen, Magie und Kampfkunst. Abseits dessen ist das Buch dennoch ein Beispiel für nahezu alles, was mich an der derzeitigen Umsetzung von Fantasyromanen stört. Zuerst einmal muss erwähnt: An sich passiert im vorliegenden Buch nicht allzu viel! Wir haben tausend Seiten voller Nichtigkeiten und kleiner Ereignisse, die teilweise sehr schön und ausführlich beschrieben sind, welche den Helden allerdings im Gesamtverlauf der Geschichte nur sehr begrenzt weiterbringen. Kvote lernt im vorliegenden Buch ganz banal ausgedrückt einige wichtige Dinge: Wie man eine Reise unbeschadet übersteht, wie man andere Menschen durch die Gegend scheucht, wie man guten Sexualverkehr hat und vor allem wie man andere Leuten gezielt zusammenschlägt. Nebenbei hat er eine ausufernde romantische Geschichte mit einem Charakter bei der sich bei mir im Hintergrund die Intros diverser Daily Soaps abspielten. Das wars dann aber auch. Kvote der angeblich legendäre Held verfängt sich in diesem Band in vielen Episoden, die mit einer Ausnahme für seinen späteren Ruf auch keine große Bedeutung haben. Angeblich sollte die vorliegende Reihe eine Triologie werden, aber ich rieche im Hintergrund schon Band vier und Band fünf, mindestens! Ebenso muss hier auch gesagt werden: Ein Haufen nachfolgender chronologischer Ereignisse ersetzt keine Handlung! Das Buch wirkt mitunter wie eine Mischung aus Reiseführer und Kurzgeschichtensammlung, als eine flüssige fiktionale Biographie. Auch nach drei Jahren Bearbeitungszeit ergeben die Einzelteile kein vollkommen rundes Gesamtbild. Natürlich hat sich der Autor redlich bemüht, dabei blieb es aber offensichtlich.

Ein weiteres großes Problem ist die Charakterisierung von Kvote. Mit einem Satz: Kvote kann alles und ist ein lebender Gott! Nach dem vorliegenden Werk gibt es nicht mehr viel, wo Kvote nicht alle lebenden Personen in seiner Welt übertroffen hat oder es zumindest könnte, so er mehr Zeit hätte. Besonders auffallend ist in diesem Zusammenhang die allgemeine Faszination aller weiblichen Charaktere mit Kvothe, die ihn diesem Buch am liebsten reihenweise flach legen würde und dies auch großenteils tun. Hier habe ich den dunklen Gedanken, dass Kvothe stellvertretend für das Wunschdenken des Autors steht, der dank seinem Aussehen, dass unglücklicherweise an einen Waldschrat erinnert, vermutlich keine derartige Ausbeute in an Frauen in seiner Teenagerzeit hatte.

Mir ist natürlich bewusst, dass ein Hauptcharakter eine gewisse Faszination und Anziehungskraft braucht. Mir ist auch bewusst, dass sich viele Leser indirekt beim Lesen eines Werkes mit dem Hauptcharakter identifizieren und sich dadurch aus der Banalität ihres realen Alltags als Durchschnittsperson befreien. Aber es gibt Grenzen wie weit ein Autor gehen sollte und hier sind sie definitiv weit überschritten. Außer dem Gott-im-Wachstum Kvote bleiben dadurch nämlich nahezu alle Personen relativ blass. Elodin sorgt nach wie vor für einige skurrile Szenen, aber ansonsten ist weit und breit kaum etwas zu sehen, mit einer Ausnahme: Denna! Die romantischen Szenen von Denna und Kvothe gehören mit zum Suboptimalsten, was ich in meiner langen Laufbahn als Fantasyleser vorgefunden habe.

Alles in allem bin ich mir natürlich bewusst, dass meine Rezension nicht viel bewirken wird. Rothfuss hat mit dem vorliegenden Werk ein Buch vorgelegt, was alle Elemente eines Bestsellers enthält und wird einen riesigen Erfolg haben, der sicherlich auch mit den nachfolgenden Bänden drei, vier, fünf bis n sicherlich kaum geringer wird. Was für mich bleibt nach diesem Werk ist in erster Linie Enttäuschung, dass Rothfuss nach dem durchaus vielversprechenden Debüt diesen Weg gegangen ist.
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The Wise Man's Fear: The Kingkiller Chronicle 2
The Wise Man's Fear: The Kingkiller Chronicle 2 von Patrick Rothfuss (Taschenbuch - 15. September 2011)
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