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4,8 von 5 Sternen
Habibi
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20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Wow! Was für ein Buch! Schon allein als Objekt ist das schwarzweiße Buch von Craig Thompson beeindruckend. Das fast 700 Seiten dicke Comic ist ein richtiger Wälzer geworden, und das Hardcover ist mit Goldapplikationen bedruckt. Hut ab vor dem Reprodukt-Verlag, der diese Graphic Novel auf Deutsch publiziert.
Wie schon in seinem sensationellen (stark autobiografischen) Vorgängerband Blankets erzählt Thompson auch in Habibi eine zu Herzen gehende und bewegende Lebens- und Liebesgeschichte. Diesmal ist die Geschichte jedoch nicht im Hier und Jetzt angesiedelt, sondern in einer orientalischen Wüstenlandschaft.

Zum Inhalt: Die Geschichte beginnt mit der hübschen Dodola, die schon als Kind mit einem Schriftenmaler zwangsverheiratet wird. Er vermittelt ihr ein Gefühl für Schrift und religiöse islamische Schriften, und lehrt sie zu lesen und zu schreiben. Doch hält diese Ehe nicht lang, denn Dodola wird von Schurken entführt und ihr Mann kurzerhand ermordet. Während das Mädchen als Sklavin verkauft werden soll, rettet sie dem einige Jahre jüngeren Zam das Leben - und flieht mit ihm mitten in die Wüste. Um zu überleben, prostituiert sie sich bei vorbeiziehenden Karawanen und tauscht ihren Körper gegen Nahrung. Zam weiß von dem Treiben nichts und ist dafür zuständig aus einer nahen Quelle Wasser zu holen. So vergehen die Jahre - bis die beiden auseinander gerissen werden und eine ebenso jahrelange Suche nacheinander beginnen...

Craig Thompson, dessen Blankets für mich zu meinen persönlichen Top-10-Comics ever zählt, hat zeichnerisch und erzählerisch noch einen draufgelegt. Nahezu sechs Jahre hat der schon jung an Arthritis erkrankte Zeichner auf Habibi verwandt und eine Erzählung und ein zeichnerisches Werk geschaffen, das mich beim Lesen zwei Tage lang komplett in seinen Bann gezogen hat. Mit islamischen Schriftzeichen geht Thompson künstlerisch hochansprechend um, schmückt mit ihnen einzelne ganzseitige Panels oder gestaltet typografische Figuren und Tiere mit ihnen. Sein Pinselstrich erinnert mich mitunter stark an Will Eisner, ohne diesen zu imitieren.

Volle fünf Sterne für dieses hervorragende Comic-Buch. Aufmachung (inklusive Lesebändchen) und Inhalt haben mich komplett begeistert. Nicht nur für Comic-Fans eine absolute Kaufempfehlung.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 20. September 2011
If the term 'magnum opus' would not have been coined by now, well ... Craig Thompson's Habibi certainly would be a good reason to come up with it now.

Thompson's latest novel is impressive on many levels. There is of course the sheer quantity: Seven years of meticulous research, sketching, drawing ... 672 pages of beautifully rendered, stunningly detailed ink opulence. The books weighs heavy on every shelf and makes even its predecessor "Blankets" pale in comparison. But that's not the point: what Thompson's whips up in Habibi is much more than a graphic novel, a term that sort sounds like comic's dead-serious but unpresentable cousin anyway. This ... well, it's a master piece. There, I said it.

From its gold-embossed cover to it's beautifully rendered ornaments the books seems flawless. This is of course because Thompson's drawing style - concise yet specific, detailed but still very energetic - makes every single panel so real, so astonishingly believable that you can practically smell the fumes & dust of an oriental bazar. Everything is in motion, everybody displayed has emotion, it feels like a world of its own ... strange (for me as a Central European at least), yet very very familiar. THIS is what the author spend weeks in the Orient and endless brushpens & sketchbooks for: translating the Islamic world into pictures. Pictures that are able to actually grasp what life in this world is like. And he succeeds.

But Habibi has much more to offer that beautiful portraits of the Orient: Thompson's story of Dodola and Zam plays with religious imagery much like Blankets did: Thompson gives his readers insight into the fascinating art & culture in and behind the Quran and the people who live by it. And whereas Blankets always portrayed its Christian imagery and the miracles depicted in the Bible with a lot of question marks, Thompson's approaches the Quran via its fascinating stories ... and the people who tell these stories.

Another aspect that plays right into that is Thompson's sudden display of (Arabian!) typographic skills beyond words. It would be really hard to describe how he interweaves typography, imagery, story & emotion into one narrative of epic proportions ... and it would be hard to pick out another author / artist who is able to write, draw and conceive such complex, yet perceptive & sensitive imagery. Besides the usual rectangular panels telling the story, there is always a rich, more or less abstract depiction of the story BEHIND the story next to it. This begins with super-detailed ornaments slowly morphing into letters and ends with nearly surrealistic depictions of Quran suras.

So ... that's very nice. BUT: does the story live up to all that? In short: yes, it does. It's poignant, it's emotional, it's thrilling ... and it has its laughs. Again, Thompson's tells his story in varying time frames, creating a structure that lets his narrative live up to the beautiful artwork telling it. And then there is of course Thompson and his love for the characters, which are deep, complex yet comprehensible human beings the reader can easily connect to, because the author approaches them from such a deeply rooted emotionally charged basis that one simply has to love, loathe and feel with them.

All in all this makes Habibi one of the most important graphic novels so far ... on my shelf anyway, but in general. Thompson manages to give insight into a strange world he depicts and describes so well that one could believe that he was there, lived that, and never was that skinny, Christian white boy from Michigan ... it's as convincing as Blankets was (which in fact was at least semi-autobiographical) and that tells a lot about Thompson as a storyteller.

You like graphic novels? Real graphic novels, not just book-versions of the next superhero comic on the shelf, but actual illustrated literature for the thinking man and woman?
Buy this book ... it's brilliant.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Das erste, was einem bei diesem Buch auffällt, ist die opulente Gestaltung. Ein tolles Hardcover mit Prägung, feste Klebebindung, dickem Papier und sattem Schwarzweißdruck macht schon auf den ersten Blick ordentlich was her. Leider sind solche Gestaltungstricks oft genug Fassade für schwachen Inhalt (siehe Alan Moores The League of Extraordinary Gentlemen. Black Dossier: The Black Dossier (League of Extraordinary Gentlemen)); hier allerdings findet sich passend zum prächtigen Äußeren auch ein entsprechend prächtiger Inhalt.

Die Geschichte um Dodola und Zam, ihrem "Habibi", ist eine tragische, voller Verletzungen, Zerstörung und Hoffnungslosigkeit. Direkt das erste Erlebnis, das der Leser mit Dodola erlebt, ist die Vergewaltigung, die sie als verkauftes Kind mit ihrem Ehemann durchmachen muss; dieser folgen viele weitere im Laufe der Geschichte. Prostitution, Sklaverei und Demütigungen werden ihr Alltag, dem sie nur durch ihren Freund Zam für gewisse Zeit entkommen kann. Doch selbst dieser Hoffnungsschimmer währt nicht lange, und Zam selbst hat dann auch seine Last am Leben zu tragen...

Grausig, wie stellenweise die Brutalität der sie umgebenden Menschen dargestellt wird; grausig, wie die Umweltverschmutzung einer verantwortungslosen Gesellschaft alles in den Abgrund zieht, während die gehobene Schicht in Prunk und Völlerei lebt. Umrahmt wird das ganze durch die Vergleiche mit alten arabischen Texten, dem Koran, alchemistischen Ideen, religiösen und mystizistischen Erzählungen, die ich äußerst intellektuell anregend fand und einen gelungenen Gegenklang zur emotionalen Erbarmungslosigkeit der Haupterzählung bieten, die ansonsten unerträglich wäre. So muss man als Leser neben einem dicken Fell auch die Bereitschaft für eine rationale Auseinandersetzung mit einem wirklich nicht als einfach zu bezeichnenden Inhalt mitbringen.

All das ist kein leichter Stoff, keine wirklich angenehme Unterhaltung. Für mich ist die ganze Geschichte aber bei "Habibi" zweitrangig, denn sie tritt hinter der unglaublichen gestalterischen Lust, die auf jeder Seite des dicken Bands spür- und sichtbar ist, weit zurück. Eigentlich jede einzelne Seite wartet mit ungewöhnlicher Panelgestaltung und überraschenden Details auf: großartig, wie die arabischen Buchstaben kalligrafisch über die Panels fließen, wie die äußerst detaillierten Muster das Auge hypnotisieren, wie die Haupterzählung und die alchemistischen Beschreibungen ineinander passen ohne auch nur fühlbaren Übergang. Begeisternd, wie manche Seiten voller abstrakter Einzeldetails ein rundes Gesamtes ergeben, dessen Zauber man sich nur schwer entziehen kann. Dabei sind selbst die krassen Szenen dieses Buchs nie plakativ oder sensationslüstern, und intime Momente, in denen die Charaktere ihre Seele offenbaren, rühren allein durch die dezente und einfühlsame Erzählung der Zeichnung.

Ein wirklich ungemein beeindruckendes Buch.
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am 15. April 2013
Die Graphic Novel „Habibi“ von Craig Thompson entführt den Leser in die Geschichte um das Mädchen Dodola, die in ihrem Kindesalter zwangsverheiratet wird. In ihrem neuen Leben als „Ehefrau“ findet sie sich nur schwer zurecht und scheint alleine aus dem Erlernen des Lesens und Schreibens Freude zu schöpfen. Eines Tages wird ihr Ehemann ermordet und das kleine Mädchen gelangt in die Hände von korrupten Menschenhändlern. Als ihr ein Schicksal als Sklavin droht, findet sie den jungen Zam, flüchtet kurzerhand mit ihm in die Wüste und rettet somit nicht nur ihr eigenes Leben. Im ständigen Überlebenskampf beginnt Dodola sich zu prostituieren und sorgt somit für volle Mägen. Die Bande zwischen Zam und dem Mädchen verknüpfen sich immer stärker doch eines Tages wird ihre Zweisamkeit schmerzhaft auseinandergerissen was mit Trauer und einer jahrelangen Suche nach dem jeweils anderen einhergeht...

Die Geschichte um Dodola und Zam ist dermaßen vielgestaltig und voller Eindrücke, dass ein einmaliges Lesen der Graphic Novel wahrscheinlich nicht ausreichend ist. Das Besondere an dem Roman ist nicht nur die Gestaltung in Form eines Comics mit ganz bezaubernden und detailverliebten Darstellungen, sondern auch die Problematiken, die in dem Werk aufgegriffen werden. Dabei geht es nicht nur um die Frage der Menschlichkeit, um Sklaverei, Prostitution, sondern auch um den Islam und das Christentum, eingebettet in die Kalligraphie arabischer Schriftzeichen. Ein Werk, was nur schwer mit Worten zu beschreiben ist und sich letztlich jeder Rezipient nur durch das Lesen einen Eindruck verschaffen kann.
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. Oktober 2011
Nachdem die erste gelesene Rezension des Buches im Magazin "Der Spiegel" noch eine ziemliche Entäuschung versprach, stand ich hier doch länger vor der Entscheidung. Der Kauf des Buches hat sich jedoch absoult gelohnt. Aufmachung, Zeichenstil und Bildgestaltung sind nahezu perfekt. Die Story trägt zugegebenermaßen nicht 700 Seiten, aber bei welcher Grahic Novel ist das schon der Fall? Vielmehr interessiert doch den Leser die künstlerische Aufarbeitung des Zeichners, und daher kommt auch keine Langeweile beim Lesen auf. Der erwähnte Bericht im Spiegel stammt aber wohl von genau der anderen Sorte von Leser.
Wirklich erstaunlich ist allerdings der Preis. Wo neue Asterix- oder Tim und Struppi-Alben mit 9 oder 10 Euro bepreist sind, wird für Habibi fast zwei Kilo Buch mit 700 Seiten in hochwertigem Einband 15 Euro verlangt - und damit auch mehr als 20 Euro weniger als für die Neuausgabe der deutschen Übersetzung. Das englische Original stellt dabei keinerlei Probleme an einen deutschen Leser (und zur Not schlägt man bei Leo nach, dass veil der Schleier ist). Fazit: Sehr empfehlenswert - kaufen!
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am 3. September 2014
Da ich mich vom Hörensagen für graphic novels interessierte, bestellte ich mir 3 Bücher um in die Materie einzusteigen. Eines davon war Habibi.
Ich habe das Buch an einem Tag gefressen und bin mir sicher, dass ich es noch sehr oft zur Hand nehmen werde. Ich werde wohl noch ein wenig Zeit brauchen um das Buch zu verarbeiten, da wirklich viele Reize und Emotionen auf mich einströmten, während ich mich durch die wundervollen und teilweise schockierenden Zeichnungen arbeitete.
Absolut mitreißend und empfehlenswert!

PS: Ich habe die englische Version gekauft, da sie deutlich günstiger war. Die Sprache ist gut verständlich und nicht zu anspruchsvoll, weswegen ich diese Entscheidung in keinster Weise bereute.
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am 15. Januar 2013
Zuallererst: Ich kenne diesen Autor und seine anderen Werke nicht und bin auch sonst keine besonderer Comicfan.
Die englische Originalversion von Habibi habe ich als Geschenk gekauft.
Der erste, der das Buch "gelesen" hat war jedoch ich! Wunderschöne und hochwertige Aufmachung und eine Geschichte, die mich von der ersten bis zu letzten Seite fasziniert hat. Die Illustrationen sind ausdrucksstark, sehr fantasievoll und mitunter unglaublich aufwendig.
Ein nicht gerade preisgünstiges Gesamtkunstwerk, welches aber jeden Cent wert ist.
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am 8. Dezember 2013
Offensichtlich mit viel Empathie und Engagement des Autors geschrieben.

(Gut auch, dass mal ein arabischer Gelehrter genannt wird, auch wenn dieser was Naturwissenschaften angeht, nur vergleichbare Märchen erzählt hat wie der ebenfalls genannte Aristoteles. Märchen, die beim Zuhörer Eindruck hinterlassen aber nichts mit der Wahrheit zu tun haben, und sogar das Betreiben von echter Wissenschaft jahrhundertelang behindert haben. Aber keine Angst: darum geht es in dem Buch nicht. ...hier ging es um den Zugang von Frauen zu Wissen)
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am 19. November 2014
Dieses Comic hat sich schon nach wenigen Seiten einen Platz in meinem Herzen verdient. Von den Zeichnungen her großartig. Zudem wirft es einen wundervollen Blick auf die Arabische Typografie, beleuchtet Religions und Gesellschaftspolitische Fragen und erzählt ganz nebenbei auch noch eine wunderschöne Liebesgeschichte. Vor allem aber will das Buch nie zu viel, der Autor schafft es wirklich die Themen so gut zu verpacken das man nie das Gefühl hat erdrückt zu werden, bei einem solch umfangreichen Werk schon beeindruckend!
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am 16. Februar 2012
Wer 'Blankets' gemocht hat, wird dies hier lieben! Dieses Comic hat mich absolut mitgerissen. Die Tiefe der Geschichte, die Thompson hier kreiiert ist einmalig. Brutal, ehrlich und mit viel Gefühl erzählt er von den 'basic instincts' des Menschen, die unser Schicksal bestimmen. Die Geschichte wurzelt zudem im tiefen Glauben an den einen Gott, an die ewige Verknüpfung der Natur mit uns. Atemberaubend schöner Comic, der auch zum Denken anregt! UNBEDINGT LESEN!!!
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