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am 8. Januar 2014
Gottschalls Hauptthese ist, dass wir gar nicht anders können, als uns Geschichten zuzuwenden. Egal ob Werbung, Wissenschaft, die eigene Biografie und natürlich die Unterhaltung durch Bücher, Filme, Videospiele usw. – wir erliegen stets der Sinnstiftung durch Geschichten. Wir lernen das Leben durch Geschichten.
Geschichten funktionieren – ähnlich wie Sprache – nach einer universalen Grammatik. Modernere Versuche des 20. Jahrhunderts, dies aufzulösen (praktisch den Roman neuzuerfinden wie bei Proust oder Joyce’ „Finnegan’s Wake“ sind auf lange Sicht fehlgeschlagen.
Die Universalgrammatik des Storytellings arbeitet mit Helden, ihrem Scheitern, ihrem Wiederauferstehen, mit Antagonisten und Gewalt. Jede Story, selbst wenn sie Unmoralisches beschreibt, trägt eine Moral in sich. (Rein amoralische Werke würden so gut wie nie konsumiert. Ausnahme bilden Videospiele wie Grand Auto Theft). Dass alle Geschichten einander ähneln, ist aber kein Problem. G. vergleicht dies mit dem menschlichen Gesicht: Der Aufbau ist immer derselbe. Aber es sind die kleinen Unterschiede, die jedes einzelne interessant machen.
Schon Kinder beginnen früh damit, Geschichten theatral zu improvisieren.
Gewalt: Das Gemaule über übermäßige Gewalt in heutigen Geschichten ist unangemessen. Große Geschichten haben immer das Problem und die Darstellung von Gewalt im Gepäck gehabt (Bibel, Grimms Märchen, Volkslegenden). Ähnlich wie Keith Johnstone es in „Improvisation und Theater“ beschreibt: Im richtigen Leben wollen wir natürlich nicht, dass der Kinderwagen die Treppe runterrollt, in „Panzerkreuzer Potemkin“ brauchen wir das im Grunde.
G. sammelt ein paar neuere Theorien zum Thema Träume, ohne eine zu favorisieren; aber allen gemein ist, dass wir entweder Geschichten Träumen oder zumindest die Träume zu Geschichten machen. Die Verrücktheit und Zusammenhanglosigkeit mancher Trauminhalte sei eher die Ausnahme von der Regel der doch sonst recht konsistenten Träume.
(Träumer, Paranoide, Esoteriker, Verschwörungstheoretiker und Künstler (!) konstruieren durch Storytelling einen Überschuss an Sinn.)
Auch in der eigenen Biografie und in persönlichen Erinnerungen basteln wir uns Sinn zusammen, indem wir dem Ganzen einen Sinn geben. Was nicht passt, wird passend gemacht. Das geht so weit, dass wir glauben, bestimmte Dinge erlebt zu haben.
Etwas nervig: Die Geschichtchen zu Beginn jedes Kapitels und eine gewisse Weitschweifigkeit. Statt 200 Seiten hätten sicherlich auch 35 gereicht.
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