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27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Galaktische Antikriegsgroteske
"Billy Pilgrim has come unstuck in time" - er hat sich von der Zeit gelöst. Das ganze ist passiert, als er im Dezember 1944 in Deutschland buchstäblich vom Himmel gefallen ist - als 22jähriger Ersatzmann für einen gefallenen Militärmusiker. Seitdem irrt er zufällig durch Raum und Zeit seines Lebens, immer mit Herzklopfen, wo er wohl als...
Veröffentlicht am 2. Oktober 2007 von Wirtshausberater

versus
1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Klassiker der amerikanischen Literatur
Der 1969 veröffentlichte Roman „Slaughterhouse-5“ von Kurt Vonnegut ist längst ein Klassiker der nordamerikanischen Literatur. Das hat mindestens zwei Gründe. Einmal gehört der Roman zu den wichtigsten Werken der modernen Antikriegsliteratur (in Deutschland etwa Heinrich Böll oder Wolfgang Borchert). Das Buch beschreibt in einem seiner...
Vor 5 Monaten von Wolfgang Haberl veröffentlicht


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27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Galaktische Antikriegsgroteske, 2. Oktober 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Slaughterhouse-Five (Taschenbuch)
"Billy Pilgrim has come unstuck in time" - er hat sich von der Zeit gelöst. Das ganze ist passiert, als er im Dezember 1944 in Deutschland buchstäblich vom Himmel gefallen ist - als 22jähriger Ersatzmann für einen gefallenen Militärmusiker. Seitdem irrt er zufällig durch Raum und Zeit seines Lebens, immer mit Herzklopfen, wo er wohl als nächstes landen wird.

Billy findet nicht mal sein Regiment, das längst von der letzten deutschen Offensive zersprengt worden ist. Stattdessen mäandert er unbewaffnet und in lächerlicher Uniform hinter den Linien herum. Als ihn der 18jährige Roland Weary zum Soldaten trimmen will, werden beide von der Wehrmacht verhaftet. In dem Gefangenenlager, in das man Billy bringt, kann niemand recht was mit ihm anfangen, weil er weder Rang, noch Einheit zuzuordnen ist. Dafür erlebt er einen bizarren Morphium-Trip in einem Lazarett, bevor er auf Umwegen im Keller des Schlachthofs Nummer fünf ("Slauterhouse five") den Großangriff auf Dresden erlebt: Eine blühende Stadt wird in eine Mondlandschaft aus glühenden Trümmern und leblosem Menschenfleisch verwandelt.

Eine weitere prägende Station in Billys Lebens ist die Entführung durch Außerirdische auf den Planeten Tralfamadore im Jahr 1967, wo er als lebendiges Exponat in einem Zoo landet. Auf der Erde zurück lehrt er die tralfamadorische Philosophie, nach der man keinen Einfluss auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft habe. Damit wird er berühmt und es kann ihm nichts mehr etwas anhaben - nicht mal seine eigene Ermordung.

Der Roman erzählt den Krieg als Abfolge völlig abstruser Situationen, in denen Tragik und Komik so fest aneinanderzukleben scheinen wie zwei offene Sekundenkleberflaschen. Kurt Vonneguts Anti-Kriegshaltung zeigt sich noch mehr in der bizarren außerirdischen Philosophie, die nur als sarkastische Aufforderung, das Gehirn abzuschalten verstanden werden kann: Krieg lässt sich nur durch Zynismus bewältigen oder noch besser, indem man völlig den Verstand verliert.

Vonnegut braucht ganze 210 Seiten, um mit einem Duktus aus messerscharfen, bösen Metaphern und chorusartig wiederholter lakonischer Kommentierung des Schrecklichen ("So it goes") einen Mikrokosmos der Selbstverständlichkeit zu schaffen, der genauso abstrus ist wie der Krieg selbst. Nie zuvor wurde man so unangestrengt vom Pazifismus überzeugt.

"Slaughterhouse Five" war u.a. wegen der Darstellung fluchender amerikanischer Soldaten und eines lächerlichen Jesus in den USA teilweise verboten - eine Auszeichnung, die mehr Wert ist als mancher Literaturpreis. Vonnegut hat als GI den Angriff auf Dresden selbst erlebt und zwanzig Jahre gebraucht, um diese Romanform dafür zu finden. Bei den Fakten, z.B. der Anzahl der Toten, hat er sich auf die Darstellung David Irvings gestützt, von der man heute weiß, dass sie deutlich übertrieben war. Vor einem halben Jahr starb Vonnegut 85zigjährig an den Folgen eines Sturzes.

"Slaughterhouse five" würde ich zu den zehn besten und klügsten Büchern zählen, die ich je gelesen habe - und das ist eher eine Untertreibung.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Traumatische Kriegserlebnisse in utopischer Verpackung, 1. Oktober 2004
Rezension bezieht sich auf: Slaughterhouse-Five (Taschenbuch)
Kurt Vonnegut, 1922 in Indianapolis als Sohn einer deutschstämmigen Familie geboren, tritt 1943 in die US-Armee ein und gerät 1944 in deutsche Kriegsgefangenschaft. Zusammen mit anderen Kriegsgefangenen wird er nach Dresden gebracht. Er ist einer der wenigen, die den apokalyptischen Feuersturm von Dresden im Jahre 1945 überleben sollten. Seine traumatischen Kriegserlebnisse verarbeitet Vonnegut auf ungewöhnliche Weise in seinem Roman 'Slaughterhouse 5', erstmals erschienen im Jahre 1969.
'Slaughterhouse 5' ist dennoch keine Autobiographie, auch wenn die autobiographischen Elemente des Romans nur allzu offensichtlich sind. Protagonist des Romans ist Billy Pilgrim, ein Optiker, der für die USA als Soldat in den 2. Weltkrieg zieht. Vonneguts Erzählweise durchbricht bewußt jegliche chronologische Konvention. Tatsachenbericht und Fiktion wechseln einander ab. Der Autor schafft es, ohne moralisch erhobenen Zeigefinger eine deutliche Anti-Kriegs-Botschaft zu vermitteln. Darüber hinaus gelingt es ihm - auf einzigartige Weise - den Leser zu unterhalten. Denn trotz der Schilderung grausamster Kriegserlebnisse hat dieses Buch auch seine satirischen Momente. Das mag wie ein Widerspruch klingen. Wer Vonnegut gelesen hat, weiß aber genau, wovon ich rede.
Der Roman 'Slaughterhouse 5' wird oft dem Genre der Science Fiction zugeordnet. Vonnegut hat bereits mehrfach Einwände dagegen geäußert. Tatsache ist, dass sich dieser Roman nicht in eine Schublade zwängen lässt. Der ungewöhnliche Erzählstil mag für den Leser vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig sein. Doch hat einen die Geschichte erst einmal in ihren Bann gezogen, so läßt sie einen bis zum Schluss und darüber hinaus nicht mehr los.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Something to think about., 27. Februar 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Slaughterhouse-Five (Taschenbuch)
"God grant me the serenity to accept the tings I cannot change, courage to change the things I can, and wisdom always to tell the difference."
For someone who's not into science fiction or war novels I was absolutely gob struck by Vonnegut's genius. This is not only a book about the atrocious firebombing of Dresden, it's a story about all of us - our past, our present and our future all packaged in the life of the anti-hero Billy Pilgrim who jets through time from one moment to the next and learns from the Tralfamadorians to see life four dimensionally, i.e. to see life as moments to which we can return to any time. Vonnegut's book presents a clear anti-war message and also a message for each of us earthlings to appreciate the pleasurable moments in our lives so that we have enough to return to once these moments which make up our lives are completed. If this is not reason enough to read this book then read it because it's screamingly funny - believe it or not.
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14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Wahrnehmung läuft Amok, 2. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Slaughterhouse-Five (Taschenbuch)
Ein komisches Anti-Kriegsbuch, eine Science-Fiction-Parodie, die ausschließlich in der Gegenwart spielt (oder besser: in den Gegenwarten...) -- Vonnegut zieht in "Slaughterhouse Five" alle Register literarischer Klischees durch den Kakao und verkehrt sie in ihr Gegenteil.
Vordergründig geht es um Kriegserlebnisse, die der Erzähler der Rahmenhandlung, Yon Yonson, nicht verarbeiten kann -- er erlebte die Bombardierung Dresdens als Kriegsgefangener. In dem Roman, den er schließlich schreibt, geht es um die Geschichte von Billy Pilgrim, der ebenfalls als Kriegsgefangener die Bombenangriffe auf Dresden erlebte -- und überlebte. Und eigentlich geht es darum, wie man die Welt, die Geschichte der Menschheit, das Wesen des Menschen sehen soll. Nicht umsonst ist der Protagonist Billy Pilgrim ein Optiker, der in einem nachgerade grotesken Optiker-Milieu lebt mit dem berufsbedingten Auftrag, das Sehvermögen der Menschheit zu korrigieren. Man fragt sich nun, auf welcher Norm diese Korrekturen definitionsgemäß beruhen müssen -- und ob es diese Norm überhaupt gibt, geben kann. Genau dies ist nämlich der Punkt, der Billys Erkenntnisse deutlich in Frage stellt.
Doch was hat es mit diesem Billy Pilgrim auf sich? Er erinnert an einen modernen Narren in Christo -- schon die abenteuerliche Kostümierung, in der er Krieg und Gefangenschaft erlebt, ist alles andere als soldatisch. So war ein Hofnarr aus früheren Zeiten gekleidet, der als einziger seinem König die Wahrheit sagen durfte. Doch da in der 2. Hälfte des 20. Jahrhundert keine Hofnarren mehr vorgesehen sind, erklärt man ihn irgendwann für verrückt. Die anderen Figuren im Roman hingegen bleiben Typen, seltsam farblos, egal wie lebhaft und ergreifend sie geschildert sein mögen. Auf mich wirkte der Roman daher auch wie die Romanfassung einer modernen commedia dell'arte -- komisch, grotesk und grausam zugleich; ein Narrentanz, der eine grauenhafte Geschichte mit den Mitteln der Komik erzählt.
Prägend in Billys Biographie war der Bombenangriff auf Dresden -- so scheint es. Aber in seiner Kurzbiographie zu Beginn von Kapitel 2 kommt der nicht vor: Man erfährt hier lediglich von seiner Gefangennahme durch die Deutschen und seiner ehrenhaften Entlassung aus der Armee -- und von einem Nervenzusammenbruch, mit dem es eine eigene Bewandtnis hat: Billy Pilgrim hat seinen Namen nicht umsonst, er ist tatsächlich eine Art Pilger -- aber seine Pilgerfahrt führt ihn nicht durch den Raum, sondern durch die Zeit. Ein Raumschiff aus Tralfamadore hat ihn einmal in eine Zivilisation entführt, die in vier Dimensionen lebt, die also auch die Zeit "sieht". Chronologisch scheinende Abläufe sind für sie punktuell darstellbar und wiederholbar -- aber nicht zu ändern. Alles ist, wie es ist, ein für allemal. Man kennt die Zukunft, die keine Zukunft mehr ist. "So it goes" -- "So kann's gehen", dieser Satz zieht sich als resignatives Leitmotiv durch den Roman. Billy lernt von den Tralfamadoriern diese Wahrnehmung der Welt und nutzt sie fortan, um sich assoziativ durch die Zeit(en) zu bewegen -- oder aber, um vor den eigenen Erinnerungen zu fliehen, oder auch, um sie nochmals zu durchleben: Die Klotür in seiner Wohnung führt in zu den Latrinen im Gefangenenlager von 1944, und der Rückweg führt wieder ins Schlafzimmer von 1953... Zusätzlich sind diese Zeitreisen verschränkt mit den Groschenromanen eines erfolglosen Science-Fiction-Autors, und diese Verflechtung der Handlungsstränge lässt den Leser bis zuletzt im Ungewissen: Spricht der für verrückt erklärte Billy die Wahrheit, oder sind seine Zeitreisen assoziative Bewusstseinsströme, beeinflusst durch die Phantasie eines drittklassigen Schriftstellers? Oder, allgemeiner: Nach welchem Maßstab beurteilt Billy, welche Korrekturgläser zur Wahrnehmung der Wirklichkeit er der Menschheit verpassen will? Gibt es diesem Maßstab überhaupt?
Die Romanhandlung, in deren Zentrum die Erlebnisse von Billy Pilgrim während des Krieges stehen, ist also nicht chronologisch geordnet -- denn in Billys Wahrnehmung gibt es keine Chronologie, alles ist immerwährende Gegenwart. "Slaughterhouse Five" schildert eine Art stream of conscious, Komisches und Grausames steht gleichberechtigt nebeneinander, die Sinnlosigkeit (und Unvermeidbarkeit, wie Billy meint) des Krieges wird gerade dadurch drastisch vorgeführt.
Ob Kriege tatsächlich ein unabänderliches Übel der Menschheit sind, egal wie viele Existenzen durch sie direkt oder indirekt zerstört werden -- diese Frage lässt Vonneguts Roman offen.
"Slaughterhouse Five" ist ein außergewöhnlich geistreiches Buch über den Sinn oder Unsinn des Lebens, ein faszinierendes Gedankenexperiment, ein bestürzend authentischer Bericht über die Auswirkungen des Krieges auf den Menschen, der zeigt, wie nahe Komik und Grauen beieinander liegen können.
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leiden und Tod, 24. Juni 2005
Von 
Michael Dienstbier "Privatrezensent ohne fina... (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Slaughterhouse-Five (Taschenbuch)
"Slaughterhouse-Five or The Children's Crusade" ist nicht nur ein Buch über den allierten Bombenangriff auf Dresden am 13. Februar 1945, bei dem 130.000 Menschen ums Leben kamen, sondern auch eine Abhandlung über den Irrsinn des Krieges sowie über die Nicht-Beschreibbarkeit der menschlichen Existenz überhaupt.
Der Roman beginnt mit der Vorgeschichte des Romans. Der Erzähler, dessen biographische Daten exakt mit denen des Autors Kurt Vonnegut übereinstimmen, beschreibt seinen persönlichen Kampf mit dem Verfassen des Buches: das Aufsuchen alter Weggefährten, das Schreiben hunderter von Manuskriptseiten, die Wahl des Untertitels "The Children's Crusade" usw.
Erst nach dieser meta-narrativen Einführung beginnt die "eigentliche" Handlung des Romans. Den Plot kann eigentlich in einem Satz zusammengefasst werden: der amerikanische Soldat Billy Pilgrim gerät 1944 in deutsche Kriegsgefangenschaft und wird als Zwangsarbeiter nach Dresden geschickt, wo er den Bombenangriff der Allierten mit- und überlebt, da die Gefangenen in einem unterirdischen Schlachthof untergebracht sind.
Eigentlicher Hauptdarsteller des Romans ist jedoch die irre Erzählweise. Die Zeitebenen wechseln permanent und fließend zwischen den Jahren 1944 und 1972. So, zum Beispiel, wenn Billy in den fünfziger Jahren aufs Klo gehen will und sich plötzlich auf den Latrinen des Gefangenenlagers 1944 wiederfindet und sich kurz darauf, nach Erledigung seines Geschäfts, wieder zu seiner Frau ins gemeinsane Ehebett legt.
Der Irsinn der Erzählweise spiegelt den Irsinn des Erzählten wieder. Wie soll man den Schrecken des Krieges und das massenhafte Sterben von Soldaten und Zivilisten darstellen? Viele Autoren der Postmoderne haben diese Frage beantwortet, indem sie ihre Geschichten so erzählen, wie sie den Krieg betrachten: unlinear, verwirrend und nur mit pechschwarzem Humor zu ertragen (Joseph Hellers "Catch 22" und Jonathan Safran Foers "Everything is illuminated").
Was sämtliche Zeitebenen verbindet ist der leitmotivisch verwendete Ausspruch "So it goes" immer wenn es um Leid, Sterben und Tod geht. Ob es sich um den Tod eines Hundes, eines Soldaten, eines Zivilisten oder von 5 Millionen Zivilisten handelt, immer wieder taucht das lapidare "So it goes" auf. Dies zu interpretieren ist schwierig. Drückt sich hierin die Lebensverachtung, Todessehnsucht, Verzweiflung oder der Zynismus des Erzählers aus? Dies zu bewerten obliegt dem Leser selbst.
Fazit: beeindruckende Erzählung über Krieg und Tod, die, trotz der ständig wechselnden Zeitebenen, relativ einfach zu lesen ist.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen A brilliant book, 23. Oktober 2006
Von 
This is a very funny novel that- in retrospect- breaks your heart; it's the blackest black humor you will ever read.

It must have taken great courage for Vonnegut- as talented as he is- to take the Allied bombing of Dresden Germany during WWII and make it the main stage for this theater of the absurd tale, particularly since he witnessed firsthand what happened to Dresden. Fail, and you risk being pummeled by the critics for trivializing a horrific, nearly unimaginable event. (For those who don't know, Dresden wasn't "just" bombed; it was turned into a raging firestorm, with hurricane-force winds dragging thousands of victims into the flames to be cremated, and depleting the oxygen in the underground shelters, leaving thousands more asphyxiated.) But Vonnegut didn't fail; he succeeded brilliantly in conveying the absurdity of war by not embellishing events, the tone of the book remarkably matter-of-fact as his main character- Billy Pilgrim- jumps through time and space, gaining a unique perspective on the follies of mankind.

The name of his main character is especially telling of Vonnegut's intentions. Perhaps the most famous Billy in literature is Melville's Billy Budd, an innocent soul whose fate is an unjust death that suggests life is predetermined. And Pilgrim brings to mind John Bunyan's Pilgrim's Progress, an allegorical tale of the escape from the City of Destruction (Dresden) to the Celestial City of enlightenment (the home world of the superior Tralfamadorians, who explain human existence to Billy.)

Perhaps by writing Slaughterhouse Five, Vonnegut gained some measure of catharsis, found a way to deal with his memories of Dresden and its aftermath. Like many veterans whose refuse to discuss their war experiences, a more direct, "realistic" approach to the firebombing might have been too painful. By taking an indirect approach, however, he was able to open a door that otherwise would have remained locked. That's fortunate for us, since Slaughterhouse Five rises above the historical account of that terrible event to address the larger issue of what it means to be human in a world where what humans do doesn't always make sense.

This is an insightful, important book, and one of Vonnegut's best.

-Mark Wakely, author of An Audience for Einstein
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Wahrnehmung läuft Amok, 26. Oktober 2008
Ein komisches Anti-Kriegsbuch, eine Science-Fiction-Parodie, die ausschließlich in der Gegenwart spielt (oder besser: in den Gegenwarten...) -- Vonnegut zieht in "Slaughterhouse Five" alle Register literarischer Klischees durch den Kakao und verkehrt sie in ihr Gegenteil.
Vordergründig geht es um Kriegserlebnisse, die der Erzähler der Rahmenhandlung, Yon Yonson, nicht verarbeiten kann -- er erlebte die Bombardierung Dresdens als Kriegsgefangener. In dem Roman, den er schließlich schreibt, geht es um die Geschichte von Billy Pilgrim, der ebenfalls als Kriegsgefangener die Bombenangriffe auf Dresden erlebte -- und überlebte. Und eigentlich geht es darum, wie man die Welt, die Geschichte der Menschheit, das Wesen des Menschen sehen soll. Nicht umsonst ist der Protagonist Billy Pilgrim ein Optiker, der in einem nachgerade grotesken Optiker-Milieu lebt mit dem berufsbedingten Auftrag, das Sehvermögen der Menschheit zu korrigieren. Man fragt sich nun, auf welcher Norm diese Korrekturen definitionsgemäß beruhen müssen -- und ob es diese Norm überhaupt gibt, geben kann. Genau dies ist nämlich der Punkt, der Billys Erkenntnisse deutlich in Frage stellt.
Doch was hat es mit diesem Billy Pilgrim auf sich? Er erinnert an einen modernen Narren in Christo -- schon die abenteuerliche Kostümierung, in der er Krieg und Gefangenschaft erlebt, ist alles andere als soldatisch. So war ein Hofnarr aus früheren Zeiten gekleidet, der als einziger seinem König die Wahrheit sagen durfte. Doch da in der 2. Hälfte des 20. Jahrhundert keine Hofnarren mehr vorgesehen sind, erklärt man ihn irgendwann für verrückt. Die anderen Figuren im Roman hingegen bleiben Typen, seltsam farblos, egal wie lebhaft und ergreifend sie geschildert sein mögen. Auf mich wirkte der Roman daher auch wie die Romanfassung einer modernen commedia dell'arte -- komisch, grotesk und grausam zugleich; ein Narrentanz, der eine grauenhafte Geschichte mit den Mitteln der Komik erzählt.

Prägend in Billys Biographie war der Bombenangriff auf Dresden -- so scheint es. Aber in seiner Kurzbiographie zu Beginn von Kapitel 2 kommt der nicht vor: Man erfährt hier lediglich von seiner Gefangennahme durch die Deutschen und seiner ehrenhaften Entlassung aus der Armee -- und von einem Nervenzusammenbruch, mit dem es eine eigene Bewandtnis hat: Billy Pilgrim hat seinen Namen nicht umsonst, er ist tatsächlich eine Art Pilger -- aber seine Pilgerfahrt führt ihn nicht durch den Raum, sondern durch die Zeit. Ein Raumschiff aus Tralfamadore hat ihn einmal in eine Zivilisation entführt, die in vier Dimensionen lebt, die also auch die Zeit "sieht". Chronologisch scheinende Abläufe sind für sie punktuell darstellbar und wiederholbar -- aber nicht zu ändern. Alles ist, wie es ist, ein für allemal. Man kennt die Zukunft, die keine Zukunft mehr ist. "So it goes" -- "So kann's gehen", dieser Satz zieht sich als resignatives Leitmotiv durch den Roman. Billy lernt von den Tralfamadoriern diese Art der Wahrnehmung und nutzt sie fortan, um sich assoziativ durch die Zeit(en) zu bewegen -- oder aber, um vor den eigenen Erinnerungen zu fliehen, oder auch, um sie nochmals zu durchleben: Die Klotür in seiner Wohnung führt in zu den Latrinen im Gefangenenlager von 1944, und der Rückweg führt wieder ins Schlafzimmer von 1953... Zusätzlich sind diese Zeitreisen verschränkt mit den Groschenromanen eines erfolglosen Science-Fiction-Autors, und diese Verflechtung der Handlungsstränge lässt den Leser bis zuletzt im Ungewissen: Spricht der für verrückt erklärte Billy die Wahrheit, oder sind seine Zeitreisen assoziative Bewusstseinsströme, beeinflusst durch die Phantasie eines drittklassigen Schriftstellers? Oder, allgemeiner: Nach welchem Maßstab beurteilt Billy, welche Korrekturgläser zur Wahrnehmung der Wirklichkeit er der Menschheit verpassen will? Gibt es diesem Maßstab überhaupt?

Die Romanhandlung, in deren Zentrum die Erlebnisse von Billy Pilgrim während des Krieges stehen, ist also nicht chronologisch geordnet -- denn in Billys Wahrnehmung gibt es keine Chronologie, alles ist immerwährende Gegenwart. "Slaughterhouse Five" schildert eine Art stream of consciousness, Komisches und Grausames steht gleichberechtigt nebeneinander, die Sinnlosigkeit (und Unvermeidbarkeit, wie Billy meint) des Krieges wird gerade dadurch drastisch vorgeführt.
Ob Kriege tatsächlich ein unabänderliches Übel der Menschheit sind, egal wie viele Existenzen durch sie direkt oder indirekt zerstört werden -- diese Frage lässt Vonneguts Roman offen.

"Slaughterhouse Five" ist ein außergewöhnlich geistreiches Buch über den Sinn oder Unsinn des Lebens, ein faszinierendes Gedankenexperiment, ein bestürzend authentischer Bericht über die Auswirkungen des Krieges auf den Menschen, der zeigt, wie nahe Komik und Grauen beieinander liegen können.
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5.0 von 5 Sternen Fascinating, thought provoking, 3. August 2014
Von 
Oliver Schmidt (Kampala, Uganda) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
I have only read 2 books of Vonnegut so far, but it seems his characters are the special 'kick' of his writing. In this one, he presents us with American WW2-veterans who witnessed the destruction of Dresden in Feb. 1945. It is one of the war crimes that was hardly ever given much public attention; one of the reasons might be that it would always sound like 'tallying', which for good reason is frowned upon in Germany. Vonnegut, through some marvellous, surprising, and also confusing (he has studied his Brecht, apparently) literary tricks. The reader finds her/himself forced to think about the terror of war regardless of one's politics, and about the meaning of live regardless of one's chosen self-image. A very fine read, though somewhat sobering.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Retrospektive oder Introspektive oder beides?, 12. Juli 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Slaughterhouse-Five (Taschenbuch)
Wenn mich jemand nach dem besten Science-Fiction Buch aller Zeiten fragen würde, käme ich bestimmt nicht auf Vonneguts „Slaughterhouse Five". Das liegt aber eindeutig nicht an dem Werk sondern allein an der Tatsache, dass ich meine Schwierigkeiten hätte, es eindeutig als Science-Fiction einzuordnen. Es ist definitiv kein Science-Fiction im Stil von Orson Scott Cards "Ender's Game". Die einzigen Science-Fiction Aspekte in diesem Buch wären vielleicht die Zeitreise und die kurze Episode mit der Alien Entführung. Allein die Tatsache, dass die „Zeitreisen" ausschließlich im Zeitraum seines Lebens stattfinden, könnte einen auch stutzig machen und zur Überlegung führen, dass es wirklich vielleicht die Erinnerungen eines im Sterben liegenden Mannes seien.
Slaughterhouse Five ist eine Geschichte über den Krieg - und was er aus Menschen macht. Auf der anderen Seite ist es eine humorvolle Betrachtung eines Lebens, welches sich selbst nicht ganz so ernst nimmt.
Wer ein knallhartes Science-Fiction Buch erwartet, wird sicherlich enttäuscht werden, wer aber die feinfühlige, philosophische Seite des Genres zu schätzen weiß, sollte unbedingt zugreifen!
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vonnegut's Best, 18. April 2003
Ich habe schon viele Vonneguts gelesen, aber Slaughterhouse Five ist mit Abstand das Beste (danach kommt Mother Night). Die Nebentitel dieser Ausgabe The Children's Crusade oder A Duty-Dance with Death sind irrefuehrend und tauchen auf frueheren Ausgaben nicht auf.
Vonnegut beschreibt den Untergang Dresdens durch alliierte Bombardments aus der Perspektive eines kriegsgefangenen amerikanischen Sodaten. Das Buch ist voller Satire und gespikt mit menschlichen Irrwitz, was in rafinierter Weise den Zugang zum Thema ermoeglicht. Dies ist kein Anti-Kriegsbuch, ist kein Science Fiction, keine Satire, es moralisiert nicht, es macht den kriegerischen Schrecken nicht verdaulicher und doch ein bisschen von all dem. Es ist eine hingebungsvoll in schwarzen Humor eingekleidete Geschichte, die unsere persoenlichen Verrueckheiten mit dem ganz alltaeglichen gesellschaftlichen Irrsinn verzwirbelt. Nachhaltig beeindruckend.
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Slaughterhouse-Five
Slaughterhouse-Five von Kurt Vonnegut (Taschenbuch - 3. November 1991)
EUR 6,00
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