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5.0 von 5 Sternen Lukrez und Epikur revisited
Dieses gut geschriebene Buch hat gerade in den Vereinigten Staaten das Werk von Lukrez "De rerum natura" De rerum natura /Welt aus Atomen: Lat. /Dt. in breiten Kreisen sehr populär gemacht. Lukrez führt darin vor allem die Philosophie des Epikur in sehr kunstvoller Weise aus. So erklärt sich auch der Titel "Swerve", der eine englische Übersetzung des...
Veröffentlicht am 4. Januar 2012 von Caliban

versus
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen gut aber nicht sehr gut
Greenblatt kommt der Verdienst zu, die Geschichte einer Poesie und einer antiken Lebenshaltung mit der gesellschaftlich-politischen Geschichte Europas verknüpft zu haben. In diesem Sinne leistet er eine Art Wiederentdeckung der Wiederentdeckung der Lukrez'schen Ideen, denn was vorher vielleicht nur für Akademiker interessant war, dafür begeistert sich nun...
Vor 19 Monaten von Ripleyu veröffentlicht


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39 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lukrez und Epikur revisited, 4. Januar 2012
Von 
Caliban (Süddeutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieses gut geschriebene Buch hat gerade in den Vereinigten Staaten das Werk von Lukrez "De rerum natura" De rerum natura /Welt aus Atomen: Lat. /Dt. in breiten Kreisen sehr populär gemacht. Lukrez führt darin vor allem die Philosophie des Epikur in sehr kunstvoller Weise aus. So erklärt sich auch der Titel "Swerve", der eine englische Übersetzung des zentralen Begriffs der Lehren Epikur darstellt, des clinamen (Ablenkung):

Nach Epikur müssen nämlich sämtliche Atome im All der gleichen Fließrichtung (von "oben nach unten") folgen und könnten sich nie zu Materie zusammenfinden, wenn sie nicht durch einen Zufall von ihrer Bahn abgelenkt würden und aufeinanderprallten. Dieser Zufall ist für Epiker und Lukrez bekanntlich die naturwissenschaftliche Grundlage menschlicher Freiheit. Das vorliegende Buch erzählt sehr anschaulich, wie der Autor selbst als Student durch eine Billigausgabe auf Lukrez aufmerksam wurde, wie aber auch der Humanist Poggio im 15. Jahrhundert eine der letzten erhaltenen Lukrezmanuskripte in einer klösterlichen Bibliothek aufspürte, herausgab und übersetzte. Jeder Lateinschüler mit fortgerücktem Wissen weiß gerade die Übersetzungsleistung zu schätzen; denn "de rerum natura" zählt zu den schwierigsten Texten überhaupt.

Im vorliegenden Werk wird dann im Grunde die Lehre Epikurs aus der Sicht des Lukrez dargestellt. Dies versteht sich bereits aus dem Umstand, dass die Lehren Epikurs bekanntlich in keiner geschlossenen Originalschrift auf uns gekommen ist, sondern nur aus Fragmenten bekannt sind, durch Lukrez und diverse Schüler bzw. auch Gegner (vgl. etwa Cicero De finibus bonorum et malorum /Über das höchste Gut und das grösste Übel: Lat. /Dt. wiedergegeben wurden.

Dem Epikur-Kenner werden hier keine großen Neuigkeiten offenbart; wer sich aber in den geistesgeschichtlichen Hintergrund einarbeiten möchte, findet eine spannend erzählte und gut lesbare Darstellung. Beim Lesen wird verständlich, warum dieses Gedankengut gerade jetzt in den USA so populär ist: Ging es noch bis vor 3 oder 4 Jahren in dieser Gesellschaft darum, möglichst rasch Reichtum zu erwerben und ihn effektvoll zur Schau zu stellen, hat die bittere Krise einen Sinneswandel erzwungen. Die Überlegung Epikurs, sich mit äußerlichen Dingen nur soweit zu belasten wie es für das Überleben notwendig ist, ansonsten aber sein Glück nicht in äußerlichem Erfolg, sondern im Verborgenen, am besten in der Gesellschaft von Freunden, zu suchen, ist ein Konzept, dass Menschen zu allen Zeiten zum Nachdenken bringt. Selbstverständlich wird vorliegend auch die Auseinandersetzung mit der Bedeutung der Todesfurcht und der Möglichkeit ihrer Überwindung geschildert, wobei Lukrez stärker im Vordergrund steht als Epikur.

Wer sich ernsthafter und über das vorliegende Werk hinaus interessiert - denn dieses bleibt bei aller stilistischen Könnerschaft des Verf. doch stark der Ebene des Lebensratgebers verhaftet - dem empfehle ich - Französischkenntnisse vorausgesetzt - den außergewöhnlich gelungenen Band aus der französischen Pléiade-Kollektion "Les Epicuriens", herausgegeben von Daniel Delattre (zu beziehen über Amazon.fr). Hier findet sich eine hervorragende Einleitung in die Philosophie Epikurs durch den Herausgeber und eine umfangreiche Sammlung aller bekannten antiken Quellen zur Lehre des Epikur. Auf den Leser wartet eine seltene Ansammlung bemerkenswerter Beiträge der griechischen und römischen Philosophen zu den Bedingungen menschlicher Existenz.

Aber auch dieses Werk bildet einen schönen Anfang!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen gut aber nicht sehr gut, 19. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: The Swerve: How the World Became Modern (Taschenbuch)
Greenblatt kommt der Verdienst zu, die Geschichte einer Poesie und einer antiken Lebenshaltung mit der gesellschaftlich-politischen Geschichte Europas verknüpft zu haben. In diesem Sinne leistet er eine Art Wiederentdeckung der Wiederentdeckung der Lukrez'schen Ideen, denn was vorher vielleicht nur für Akademiker interessant war, dafür begeistert sich nun ein breites Publikum. Wie sonst sollen zahlreiche Leser heute Zugang zu dem Lukrez'schen Werk finden? Denn: Wer einmal versucht hat, es zu lesen, wird schnell merken, dass sich "De Rerum Naturae" dem heutigem Sprachgebrauch nur sehr schwer erschließt. Man benötigt für 2 Zeilen 5 Minuten. Also habe ich davon profitiert, dass mir der Autor Greenblatt gezeigt hat, wo es schön ist und dass es sich lohnen könnte, Zeit für das Lesen von Lukrez zu investieren. Aber er hat das leider zum Teil, das heißt: im zweiten Teil des Buches, selbstgenügsam und ausschweifend getan, teils langweilig und langatmig - und das empfand ich als weniger schön.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Life on this earth is all that human beings have" (193)., 2. November 2012
Von 
Michael Dienstbier "Privatrezensent ohne fina... (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Kann Literatur den Lauf der Weltgeschichte verändern? Ist Literatur lediglich eine Reflexion des jeweiligen kulturellen Kontexts oder sind Texte aktiv an der Konstruktion des Kontextes beteiligt? Stephen Greenblatt, einer der Hauptvertreter des New Historicism, hat da eine ganz klare Meinung. Er ist der Ansicht, dass Text und Kontext in ständiger Kommunikation miteinander stehen und sich in einem gegenseitigen Wechselspiel weiterentwickeln. Diesen Ansatz hat Greenblatt meisterhaft in Shakespearean Negotiations praktiziert, wo er aufzeigt, wie Shakespeares Texte mit dem Kontext des elisabethanischen Zeitalters kommunizieren. In "The Swerve" nun stellt Greenblatt die gewagte These auf, dass die Ürsprünge der Renaissance in einem antiken Gedichtzyklus zu finden sind, welcher zu Beginn des 15. Jahrhunderts von einem reisenden Mönch wiederentdeckt worden ist.

Die Geschichte der Renaissance beginnt damit im Jahr 1417, als der Mönch Poggio in einem nahe Fulda gelegenen Kloster auf das Gedicht De rerum natura von Lukrez stößt. Der Inhalt ist nichts weniger als revolutionär. Als Anhänger Epikurs hatte Lukrez die Lehre seines Vorbildes ganz verinnerlicht: "If you can hold on to and repeat to yourself the simplest fact of existence - atoms and void and nothing else, atoms and void and nothing else, atoms and vois and nothing else - your life will change" (75). Der Mensch allein im Nichts ohne sinnstiftende metaphysische Instanzen; es verwundert nicht, dass die frühen Christen die Epikurer sowie deren Schriften der Vergessenheit anheim gestellt haben. Auch verwundert es nicht, dass das Wiederauftauchen Lukrez im 15. Jahthundert vom christlichen Diskurs als Frontalangriff auf das müh- und gewaltsam erkämpfte Wahrheitsmonopol angesehen werden musste. Doch zunächst nur für einige wenige wurde es zu einem wahren Erweckungserlebnis mit weitreichenden Folgen.

Was steht nun Ungeheuerliches in "De rerum natura"? Wir bestehen alle aus Kleinstpartikeln (Atome), außer denen nichts existiert. Es gibt keinen Schöpfer und kein Jenseits. Es gibt zwar eine seele, die aber zusammen mit dem Körper stirbt. Organisierte Religionen sind abergläubischer Blödsinn und das höchste Ziel eines menschlichen Lebens stellt das Erreichen der größtmöglichen Menge an Vergnügen dar (vgl. 185-199).

"The Swerve" fasziniert auf vielen Ebenen. Zum einen liefert die Darstellung eine präzise Einführung in die Kernelemente der epikurischen Philosophie. Zum anderen gelingt Greenblatt eine höchst anschauliche Rekonstruktion der spätmittelalterlichen Gesellschaft zu Beginn des 15. Jahrhunderts. Des Weiteren verfolgt der Leser gespannt den Lebensweg Poggios, der es vom passionierten Textsammler bis an den Hof des Papstes schafft. Und letzlich stellt "The Swerve" die These auf, dass ein Text für eine der gewaltigsten Kulturrevolutionen der Menschheitgeschichte verantwortlich ist. Greenblatt beweist hier wieder einmal, ob man dieser These nun zustimmt oder nicht, dass er einer der bedeutendsten Literatur- und Kulturtheoretiker der Gegenwart ist.
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5.0 von 5 Sternen History at its best, 7. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: The Swerve: How the World Became Modern (Taschenbuch)
In his foreword, Stephen Greenblatt writes that the discovery of a lost book seldom changes anything in history, let alone the way people think, and yet his work is a tale of change, of discovery, of death and destruction caused - perhaps not directly - by the discovery of a single, believed-lost book written in the centuries before Christianity began forcing its way into every corner of the world. It is the tale of the search for a work unknown and the people, carefully brought to life in Greenblatt's descriptions, after many centuries, who risked their lives to bring an ancient idea back to life, back into the public arena.

The Swerve is a masterful creation of both fact and - necessary - speculative invention as he rebuilds times and places we have all heard of but which, but for remains and ruins left over today, are long since mere history. He brings life to dust, to fragments of knowledge, to books many people today will never read, let alone have ever heard of. At the time, though, when the books were written and in the years after they were rediscovered, copied, circulated, they formed the basis for beliefs and understanding which many take for granted today.

Unlike other writers, Greenblatt's vivid invention of events which might have happened do not seem either extreme or far-fetched. He mixes historical facts with conjecture in such a way that the reader is able to picture the scene, able to conjure up images of reactions, of a light sparking in the mind's of those long since dead. He shows us an almost unintentional movement formed by a loose band of people with similar interests - the reading and learning from ancient Latin and Greek texts - which became a world-wide inspiration and lead, slowly but surely, to the Enlightenment.

Not that one single book was capable of bringing such major changes to the world as the Enlightenment did, but this one text was an integral part of the whole, and its effects may be seen, experienced, learned from to this day. For the beginner in philosophy, for the reader who is interested in learning about the search for knowledge, the passage of history and the influences of major - political and religious - powers in the world, an excellent start and highly recommended.
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5.0 von 5 Sternen Greenblatt does it again, 12. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
I knew Greenblatt from his book about Shakespeare (also, by the way, wonderful to read). The Swerve also makes for a great read. Further, it is a real treat for History buffs. If you are interested in why we live and think the way we do today (and if you alread worked your way through various philosophical books), you will like this book. Though knowledge-packed, it still reads like a novel.
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5.0 von 5 Sternen Eine spannende Geschichtsstunde!, 10. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Swerve: How the World Became Modern (Taschenbuch)
Ein gut geschriebenes Buch, spannende und zum Nachdenken anregend! Der Autor hat es geschafft, zum Leben zu erwecken eine eher unbekannte, aber sehr wichtiges Ereignis: die Wiederentdeckung der antiken Bildung und Philosophie.
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3 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Wende besonderer Art, 22. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
(The Swerve: How the World Became Modern) By Greenblatt, Stephen (Author) Hardcover on (09 , 2011)
Ein sehr lesenswertes Buch. Greenblatt stellt seine Theorie sehr schön geschlossen und interessant vor. Viele bemerkenswerte Details und umfangreiche Literatur runden die Darstellung ab.
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Stark überbewertet !, 1. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Swerve: How the World Became Modern (Taschenbuch)
Der Titel lässt viel mehr erwarten als das Buch einlöst. Immerhin regt es an, Fragen zu stellen und nach eigenen Antworten zu suchen.
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The Swerve: How the World Became Modern
The Swerve: How the World Became Modern von Stephen Greenblatt (Taschenbuch - 4. September 2012)
EUR 10,10
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