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Kundenrezensionen

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am 23. September 2014
It is not bad, in parts fun to read, some interesting ideas, but it is one of those books lacking a tight narrative. The book has a good start but at some point (two-thirds of the way through) my interest just waned and had to struggle through to the end just to see how it would end. I repeat it is not bad (the very end by the way being quite interesting after all), but it does need some serious polishing to go on my all-favourite list of books. I had the feeling the author could not really decide what kind of style he should choose or what ideas he wanted to develop. Is it going to be a serious (if perhaps satirical) critique of the (godless?) superficial American way of life? Is it meant to be a weird-funny Terry Pratchett (Disc World) kind of book? Is it about the nature of belief and devotion (and sacrifice) in shaping reality (what we believe to be true, is true in its consequences)? Towards the end we are even faced with a small piece of 'crime noir'. In summary it is comparable to the music of a garage band - good music but not quite professional. Given that I do like Neil Gaiman children stories, I might be tempted to try another book. rcml
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TOP 500 REZENSENTam 21. Juli 2002
American Gods ist das zweite Buch, das ich vom Autor Neil Gaiman gelesen habe. Das erste war: „Don't Panic", eine Biografie über Douglas Adams. Dort überzeugte er mich durch eine gründliche Recherche, eine außergewöhnliche Beobachtungsgabe und einen amüsanten, guten Schreibstil.
Nachdem er mit American Gods (628 Seiten) seinen bisher längsten Roman veröffentlicht hat, wollte ich mich überzeugen, ob er im Bereich Fiktion die gleichen Qualitäten besitzt. Außerdem gab es für dieses Buch eine Gefallen-oder-Geld-zurück-Garantie vom Verleger: "As good as Stephen King or your money back." Ich konnte also nichts falsch machen... :)
Schon nach wenigen Seiten wusste ich, die Geldzurückgarantie werde ich nicht brauchen. Gaiman hat einen herrlichen Schreibstil mit Gedankensprüngen, die fast schon Douglas Adams würdig sind. Die Geschichte entspricht wohl dem "üblichen" Mystery-Fantasy-Genre von Gaiman:
Shadows Frau kommt zwei Tage vor seiner Entlassung aus dem Gefängnis bei einem Autounfall ums Leben. Ein seltsamer Mann, Wednesday, der alles über Shadow weiß, bietet ihm einen Job als seinen Beschützer an. Shadows Lage zwingt ihn, den Job anzunehmen. Von da an geschehen lauter skurrile Dinge. Nach und nach wird klar, dass Shadow es mit Göttern, Halbgöttern und Fabelwesen zu tun haben muss. Etwas unheimliches steht bevor. Nur was? Das bleibt dem Leser lange Zeit verborgen. Denn Shadow wirkt apathisch. Er interessiert sich nicht für die Hintergründe und Zusammenhänge der Aktionen, in die ihn Wednesday immer wieder bringt. Er versucht noch nicht einmal herauszufinden, wer dieser absonderliche, unheimliche Wednesday überhaupt ist, sondern folgt ihm bedingungslos. Dabei scheint sich Shadow noch nicht einmal über die merkwürdigen Vorkommnisse zu wundern.
Das treibt den Spannungsbogen im Mittelteil des Buches in die Knie. Nach einer kurzweiligen und originellen Einleitung, dröppelt die Geschichte vor sich hin. Trotz des sarkastischen Humors, Gaimans einzigartigen Einfallsreichtums und meisterhaften Umgang mit der Sprache in den einzelnen Episoden, zieht sich die Hauptgeschichte in die Länge. Das Buch ist meiner Meinung nach zu lang geraten. Zu lange bleibt Shadow (und damit der Leser) ahnungslos und kann die Zusammenhänge nicht erkennen.
Gaiman nimmt sich die Zeit, um eine neue, surreale Welt inmitten von Amerika zu schaffen. Dabei führt uns Gaiman unsere heutigen Werte und unseren Wertewandel auf amüsante Weise vor Augen.
Auf den letzten ca. 100 Seiten geht es dann endlich zur Sache. Endlich kommt die Mystery-Geschichte voll in Fahrt und die Fäden laufen zusammen. Jetzt, wenn man beginnt die Zusammenhänge zu erahnen und Theorien entwickeln kann, steigt auch wieder die Spannung auf höchstes Niveau, die sich bis zum überraschenden Ende konstant steigert.
Fazit: Über weite Strecken ist die Story zwar nicht besonders spannend, doch Gaimans Fantasie und Schreibstil machen manche inhaltlichen Schwächen im Mittelteil wett.
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am 15. Januar 2002
Gaiman legt hier seinen bislang umfangreichsten Roman vor - und es war natürlich spannend, ob er, der bislang eher (exzellente!)Kurzgeschichten und kurze Romane geschrieben hat, seine Stärken auch in der großen Form zeigen würde. Natürlich: die Sandman-Saga war vom Umfang auch schon mehr als episch angelegt.
Also diesmal ein großer Roman. Das Genre ist, wie nicht anders zu erwarten war, (Dark) Fantasy. Und eines ist dem Leser ziemlich bald klar: eine derartig innovative, phantasievolle, unkonventionelle Stimme wie die Gaimans hat das Genre schon sehr lange nicht mehr hervorgebracht.
Der Roman ist erfrischend klischee-arm. Während z.B. Tad Williams in Otherland nur altbekannte Muster des Fantasy-Romans aneinander reiht, gelingt es Gaiman, aus den engen Grenzen der Fantasy auszubrechen und eine absolut eigenständige Gegen-Welt zu entwerfen, die ihre Wurzeln jedoch fest in unserem Alltag hat.
Einige der Motive und Themen des Romans sind zutiefst verstörend und beschäftigen den Leser noch lange nachdem er das Buch geschlossen hat. Obwohl es ein Buch über Amerika ist, regt es zur Beschäftigung mit europäischen Mythologien an. Gaiman gibt sich hier nicht mit einem oberflächlichen Niveau zufrieden, sondern greift tief hinein in die Welt der Mythen. Wichtiger aber noch ist ihm die Frage, was uns diese Mythen heute noch zu sagen haben. Und was die Sprache Gaimans angeht: die ist über jeden Zweifel erhaben (wenn irgend wie möglich, im englichen Original lesen!)
Fazit: Das Buch, das Tad Williams immer schon gerne geschrieben hätte. Spannend, klug ... und sogar ein bißchen weise.
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am 8. Oktober 2015
Neil Gaiman gehört zu meinen absoluten Lieblingen, weil seine Geschichten einfach immer etwas Besonderes sind, das ich so vorher noch nie gelesen habe. Doch sein laut Goodreads meistgelesenes Buch "American Gods" habe ich jahrelang ignoriert. Ich hatte es zwar schon vor längerer Zeit erworben, aber es hat nie laut nach mir gerufen. Der Klappentext klang interessant, aber mehr auch nicht. Tatsächlich ist das Buch natürlich viel mehr als nur interessant, es hatte zwar zwischendurch einige Längen, aber selbst dann war es unglaublich facettenreich und spannend.

Zu Beginn von "American Gods" ist der Protagonist Shadow noch im Gefängnis und büßt seine letzten Tage ab. Er freut sich unglaublich darauf, seine Frau Laura nach drei Jahren wiederzusehen, doch genau da fangen seine Probleme und Schicksalsschläge schon an: Ein paar Tage vor seiner offiziellen Entlassung erreicht ihn die Nachricht, dass Laura einen tödlichen Autounfall hatte. Er darf früher gehen, um bei der Beerdigung dabei sein zu können. Auf dem Flug dorthin sitzt er neben einem alten Mann, der sich als Mr. Wednesday vorstellt und komischerweise alles über Shadows Leben weiß. Dieser ist natürlich irritiert, als Wednesday ihm auch noch einen Job anbietet, und flieht vor ihm. Doch natürlich . . . Wednesday findet ihn sofort wieder. Und hier geht’s los mit den kreativsten phantastischen Elementen aus Gaimans Feder.

Dieses Buch hat die Atmosphäre eines Roadtrips, ohne dass ich mir lange Zeit klar darüber war, wohin es denn überhaupt gehen soll. Und das war auch vollkommen egal, denn „Der Weg ist das Ziel“ passt einfach haargenau auf diese Geschichte, die so voller Facetten, Details und natürlich fast unglaublicher und krasser Ereignisse ist. Shadow trifft hier auf die ungeheuerlichsten Personen und Orte, wovon natürlich alles charakterisiert und somit doch irgendwie greifbar wird. Einige Längen entstehen dadurch, dass manche Details einfach tiefer als nötig beschrieben werden. Die schiere Größe hat es mir über lange Strecken fast unmöglich gemacht zu beurteilen, was hier wichtiger ist als anderes oder wo überhaupt irgendwelche Zusammenhänge sind. Doch immerhin, Gaimans traumhafter Schreibstil lässt sich in jedem Satz erkennen.

In "American Gods" geht es selbstverständlich tatsächlich um Götter. Was passiert mit all den Göttern der vielen verschiedenen Menschen, die nach Amerika gewandert sind, die zunächst noch fest an sie geglaubt haben, aber in diesem neuen und riesigen Land so viel anderes vorgefunden haben? Neil Gaiman kritisiert die Gesellschaft in den USA, manchmal klischeehaft, aber immer mit seiner eigenen besonderen Würze und den außergewöhnlichsten übernatürlichen Elementen. Er schafft es dabei immer wieder, dass ich beim Lesen gleichzeitig „Was zum …!?“ dachte, ihm die Beschreibungen und Ereignisse aber trotzdem genau so abnahm.
"American Gods" ist damit ein Buch, das Geduld fordert und in das man sich einfach fallen lassen sollte, egal was kommt. Neil Gaiman fasst es in diesem Roman selbst ziemlich gut zusammen:

"Fiction allows us to slide into these other heads, these other places, and look out through other eyes. And then in the tale we stop before we die, or we die vicariously and unharmed, and in the world beyond the tale we turn the page or close the book, and we resume our lives."
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am 18. März 2005
Das erste, was ich von Neil Gaiman in die Finger bekam, war die Kurzgeschichte "Babycakes". Auf nur ein paar Seiten entfaltete er eine wahrhaftige Vision, die den Namen Horror verdiente, in seiner ursprünglichen Bedeutung. Fortan las ich alles, was ich von Gaiman vor die Netzhaut kriegen konnte.
"American Gods" nun ist etwas länger als "Babycakes". Was jeoch auch hier wieder zu Tage tritt, ist Gaimans fast unheimliches Talent dafür, den Leser unmerklich zu einem Teil der Geschichte werden zu lassen. Ihm gelingt es meisterlich, wie schon in "Neverwhere" eine neue Welt erstehen zu lassen. Er breitet vor unseren staunenden Augen eine Nebenwelt der urbanen und ruralen amerikanischen Sagen- und Götterwelt aus, die zu beschreiben ich hier gar nicht erst versuche.
Wo ich anfangs noch über den Namen des Protagonisten ("Shadow") schmunzelte, merkte ich bald, dass ich längst wusste, warum dieser Mann "Shadow" ist, weit bevor das im Buch explizit thematisiert wird. Und das trifft auf viele Gegebenheiten im Buch zu.
Gaimans Stil ist nie bemüht oder effekthascherisch. Der Autor scheint sich gar keine Gedanken über Struktur und Erzählstrategien gemacht zu haben. Er erzählt einfach. Es scheint so, als habe Gaiman die Geschichte ganz einfach heruntergeschrieben. Leicht, manchmal etwas schwelgerisch, immer detailliert und oft einfach nur atemberaubend.
Wenn etwas so leicht wirkt, dann war es meist sehr schwer! In diesem Fall hiesse das, dass Gaiman sich beim Schreiben von "American Gods" das Herz herausgerissen haben müsste.
Glücklicherweise hat er das nicht getan. So können wir uns alle auf "Anansi Boys" freuen, den Folgeroman.
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am 20. November 2002
Es ist diese elegante Verquickung von Roadtrip, Göttersage und Mystik, verbunden mit einem ganz neuen Blickwinkel auf das nordische Götterpantheon, die Amercan Gods so einzigartig macht.
Bei diesem Buch hat sich der Autor wieder selbst übertroffen! Die Geschichte, die anfangs noch so ziellos erscheint, gewinnt schnell an Fahrt, und der Leser möchte
nicht mehr aussteigen. Besonders hervor zu heben sind die unheimlich vielen cleveren Ideen, mit denen er schon bekannt geglaubten Sagenfiguren neues Leben einhaucht und sie so perfekt in die heutige Zeit transferiert!
Dieses Buch kann man einfach nicht mehr aus der Hand legen! Wer auf abgefahrene, neu interpretierte Götter und Sagen steht,dem sei gesagt: Zugreifen!!!
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am 25. Januar 2016
Wie in der Überschrift schon gesagt, bei diesem Buch ist tatsächlich der Weg das Ziel. Der alles überspannende Hauptplot ist tatsächlich überschaubar und teilweise auch gut versteckt.
Gerade bei diesem Buch kann ich nachvollziehen, dass das nicht Jedem gefällt. Zu abgedreht, zu langweilig, beides.
Worum geht es also (Klappentext express)? Shadow, unser Held (ok, Hauptcharakter) wird aus dem Gefängnis entlassen. Seine Frau ist zwei Tage vor seiner Entlassung bei einem Autounfall gestorben, zusammen mit seinem Kumpel, der ihm einen Job in Aussicht gestellt hatte nach der Zeit im Knast.
Ein etwas älterer, kräftiger Mann bietet ihm dann einen Job an. Mr. Wednesday. Wie sich das für ein Road-Movie gehört mag Shadow seinen Auftraggeber nicht, aber er hat auch keine große Wahl und die Bezahlung ist gut. Shadow soll ihn begleiten, fahren und im Zweifel auch beschützen. Mr. Wednesday will viele Leute besuchen, quer durch das Land, weil er Verbündete braucht.
Shadow (und der Leser) bekommen schon recht schnell mit, dass Mr. Wednesday ein alter Gott sein könnte. Genau wie die ganzen Personen, die sie besuchen, es wohl auch irgendwie sind.

Unter dieser Prämisse entsteht ein Buch wie einer der ruhigeren Tarantino Filme. "Inglorious Basterds" passt zum Vergleich, aber "Pulp Fiction" (ohne Action Szenen) noch besser, wegen des amerikanischen Settings.
Aber wo das Kino Grenzen in der Tiefe hat, nutzt Gaiman das Medium Buch. Er erschafft im Kopf des Lesers amerikanische Kleinstädte, Drive-Ins und Motels, die jeder Horrorfilm oder Stephen King Roman gerne als Kulisse hätte, um sie zu zerlegen.
Und die passenden Charaktere dazu. Shadow ist der ruhige Pol, um den sich alles dreht, aber langsam. Darum herum entsteht ein Feuerwerk an Personen, das einfach nur fesselt und Spaß macht. Was langweilig sein kann, wenn man es nicht mag, ist einfach nur genial, wenn man es mag.
Die Dialoge sind gefeilt, jeder Ort wie eine Kulisse aus großen amerikanischen Filmen. Man lernt so tatsächlich auch die USA aus Sicht des Autors kennen. Eindeutig verliebt in die Verschrobenheiten die nur einem Außenstehenden auffallen, aber auch distanziert genug, um dieses düstere Amerika seines Romans glaubwürdig zu machen, das so dicht an dem echten existiert.
Und es geht immer um die Frage: Was passiert mit alten Göttern, wenn der Glaube der Menschen sie mitnimmt, auch über den großen Teich? Und was passiert, wenn die Menschen sie vergessen und nicht mehr an sie glauben?

Nebenbei erfährt man in Rückblenenden auch viele spannende Dinge über verschiedene Mythologien des alten Europa oder Afrika, die Entstehung Haitis, Voodoo, ...

Wie gsagt, der Hauptplot und seine Nebenplots sind ok, einer der Nebenplots eher noch geiler als die große Geschichte. Aber im Prinzip geht es darum, Spaß an dem Weg dahin zu haben. Wer eher in Schablonen wie "Die Guten, das sind wir ..." denkt, wird an dem Buch nicht viel Freude haben.

Was gibt es noch?
Für die Nörgler, Vorher-Aufhörer und Querleser: Alle Geschichten und Rückblenden klären sich in dem Buch am Ende auf und wieso sie erzählt wurden.
Zu abgehoben: Totale Ansichtssache. Wer im "Tatort" seinen Horizont hat, ja, da würde ich das Buch auch nicht lesen. Außer die, die "Im Schmerz geboren" geil finden, denen sei es ans Herz gelegt. Ein langes Buch, ein unheimliches Lesevergnügen.
Ein Einwurf noch: Ich habe mal in einem anderen Buch gelesen, einige Autoren ersetzen erst am Ende ihrer Arbeit x, y, und z durch Namen von Figuren. Was für ein Unsinn. Namen haben Macht! Was hier an Anagrammen, Andeutungen und auch Lautschrift bei den Namen der Charaktere gefahren wird ist einfach nur grandios.
Und am Ende ist dann jedes Detail wichtig. Wirklich jedes.

"I know it's crooked, but it's the only game in town."
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Das Besondere an Gaimans Werken ist, dass sie nicht wirklich von dieser Welt sind. Seine Geschichten spielen in einer Zwischenwelt - einem Traumzustand zwischen Mythos und Wirklichkeit, in dem Dinge möglich sind, die rational absurd erscheinen und die nicht auf ersten Blick in einer "logischen Reihenfolge" stehen.
Deswegen, so bemerkte ich, wirken Gaimans Geschichten auf neue Leser oft verwirrend oder schlicht sinnlos. Eine Freund, der "American Gods" las, drückte es zu Anfang der Lektüre so aus, dass er überhaupt keinen "roten Faden" entdecken könne. Doch schließlich "packte" es auch ihn und er sagte dann, dies sei eins der Bücher, die ihn wirklich nachhaltig beeindruckt hätten.
Ein bisschen zum Inhalt:
Shadow (ein sprechender Name) wird vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen, da seine Frau bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Er fragt, wozu er jetzt überhaupt noch frei herumlaufen will, denn er hat nichts mehr: keine Frau, die er über alles liebte, keinen Job, kein Geld, keine Familie, keine engen Freunde. Er macht sich auf eine Reise ohne Ziel, dabei begegnet er dem Dumbledore-haften Wednesday, der von sich behauptet (zu Recht, wie man später weiß) der Gott Wodan zu sein und der ihn als Bodyguard anstellt. Shadow prügelt sich für Wednesday u.a. mit irischen Kobolden und Streetkids-Gottheiten. Zugleich steigt Shadows Frau aus dem Grab und macht sich auf die Suche nach ihm, denn sie muss ihm etwas Wichtiges sagen (eine bizarre Cathy/Heathcliff Variante, die aber funktioniert). Shadow lernt noch andere Gottheiten kennen, zum Beispiel Thot = Mr Ibis, der als Bestatter arbeitet und einen rustikalen Slavengott, der sich als Schlachter durchschlägt.
Zwischen den Abschnitten dieser Haupthandlung streut Gaiman Rückblicke ein, in denen er beschreibt, wie die alten Götter nach Amerika kamen: der Glaube und die überlieferten Mythen der Einwanderer brachten sie mit. Auch hier kann man fragen, was soll das? Was das soll: Gaiman zeigt, wie unsere Vorstellung Gestalten hervorbringt, die so real werden, dass man am Ende "weiß", wie sie in bestimmten Situationen agieren, wie ihr Charakter ist - weil sie ein Teil von uns selbst sind.
Am Ende des Romans muss sich daher Wodans Mythos vollziehen, wobei Shadow die zentrale Rolle übernimmt und sich selbst zu einer Art Gott macht.
Natürlich bleibt das Buch am Ende doch irgendwie rätselhaft, aber gerade das sollte gute phantastische Literatur ausmachen: dass nicht alles unbedingt "geklärt" werden muss. Denn auch ein Traum ist zwar deutbar, kann aber nicht mit realen Ereignissen gleichgesetzt werden.

Etwas Hilfe gibt Gaiman schließlich in der Novelle "Monarch of the Glen" in seiner Geschichtensammlung "Fragile Things": hier erklärt er das sich Wiederholende des Mythos (das "Ungeheuer" wird immer wieder besiegt und lebt doch immer wieder, um wieder besiegt zu werden) und gibt einen Hinweis darauf, wer Shadow wirklich ist.
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TOP 1000 REZENSENTam 3. Januar 2003
Zufällig stieß ich auf dieses Buch - der Autor war mir bisher unbekannt. Und ich bin sehr froh, daß ich das Buch las ! Ein neuer, unverbrauchter Autor, der nicht à la Stephen King oder Dean Koontz ein Buch nach dem anderern herunterreißt.
Es ist unmöglich, das Genre zuzuordnen: Ist es nun ein Horror oder ein Fantasy Roman ? Von allem das beste, würde ich sagen !
Man merkt, daß der Autor gründlich recherchiert hat in der Götter- und Sagenwelt, sei es nun die nordische oder die ägyptische oder afrikanische.
Außerdem kann ich nur dem zustimmen, was er auf den ersten Seiten schon schreibt: Amerika wurde viel früher besiedelt bzw. besucht, als es uns die Betonköpfe von Archäologen glauben machen wollen: Die alten Ägypter, Chinesen, Japaner und wahrscheinlich noch viele weitere Seevölker waren schon vor tausenden von Jahren in Amerika und trieben Handel (wie z.B. Kokain und Nikotinreste in äyptischen Mumien beweisen.)
Gut recherchiert, spannend erzählt ist das Buch keine Seite zu lang. Sicherlich herrscht eine düstere, melancholische Grundhaltung vor, aber trotzdem ist die Geschichte originell und ein Genuß zu lesen.
Endlich mal wieder ein neuer, etwas anderer Roman !
Unbedingt lesen !
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am 21. Juli 2002
Was Sie schon immer über Götter wissen wollten... erfahren Sie bei Gaiman natürlich auch nicht. Es ist durchaus hilfreich, schon vorher einiges über die diversen Götterfamilien aller in den USA versammelten Völkerschaften zu wissen, um nicht ständig im Dunklen zu tappen. Dunkel genug ist die Geschichte ohnehin. Sie ist Gaiman-typisch liebevoll erzählt. Jede Nebenfigur bekommt ihre eigene, erwartungsgemäß tragische Geschichte. Die meisten der fast 600 Seiten sind kurzweilig bis spannend, so um die 50 hätte ich gern herausgekürzt. Sie wirkten als sparsam beschriftete Comic-Seiten in meiner Vorstellung besser als in der Textform. Überhaupt hat man zuweilen das Gefühl, die Vorlage für einen Comiczeichner zu lesen (eventuell ein Vorurteil durch zu viel Sandman...).
Wer Sandman und Neverwhere mag, wird sehr wahrscheinlich auch dieses Buch mögen. Wer wissen möchte, wie der Amerikanische Traum auf uralte Gottheiten wirkt, wird eine originelle Welt hinter der normalen Welt finden. Im Zweifelsfall lieber nach Island auswandern...
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