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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Horror des latent Realen
Wer an einer leicht verdaulichen, linear erzählten Geschichte interessiert ist, sollte "Oryx and Crake" nicht lesen. Wer sich gerne mit fiktionalen Charakteren identifiziert und sich vor dem zu Bett gehen eine Lektüre wünscht, die einem mit Platitüden und einfachen Weisheiten für ein besseres Leben versorgt, sollte "Oryx and Crake" auch nicht...
Veröffentlicht am 4. März 2005 von Michael Dienstbier

versus
1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Spannend und gut geschrieben, aber letztlich zu technokratisch und wegen Mängeln in den Figuren unberührend
Vorab eine ganz kurze Inhaltsangabe, die überspringen möge, wer sich die Spannung erhalten möchte: Crake, ein Genie, hat die Gattung der Homo Sapiens wegen der von Ihnen ausgehenden allseits bekannten Gefahren - Klimawandel, Überbevölkerung, Ressourcenraubbau - bis auf seinen guten, naiven Freund "Snowmann", den klassischen Max Mustermann,...
Vor 4 Monaten von Nino Molitor veröffentlicht


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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Horror des latent Realen, 4. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Oryx and Crake (Taschenbuch)
Wer an einer leicht verdaulichen, linear erzählten Geschichte interessiert ist, sollte "Oryx and Crake" nicht lesen. Wer sich gerne mit fiktionalen Charakteren identifiziert und sich vor dem zu Bett gehen eine Lektüre wünscht, die einem mit Platitüden und einfachen Weisheiten für ein besseres Leben versorgt, sollte "Oryx and Crake" auch nicht lesen.
Der Roman beginnt nach der Apokalypse. Jimmy, der letzte (?) "echte" Mensch, fristet sein Dasein auf einem Baum lebend, um sich vor menschenfressenden pigoons und wolvogs zu schützen. Nebenbei widmet er sein Leben dem Schutz der "Children of Crake", einem Haufen genmanipulierter Wesen, denen alle sie zu Menschen machenden Wesensmerkmale ausgeschaltet worden sind und die daher die geistige Reife von Primaten besitzen. Die Fragen sind natürlich: Wie kam es zu dieser Apokalypse, wer ist verantwortlich dafür, was hat Jimmy damit zu tun, wer sind Oryyx and Crake? Die Antworten werden in immer wieder eingefügten Rückblenden geliefert, so dass sich langsam ein Bild des ganzen Grauens zusammenfügt. Präsentiert wird eine Welt, in der Mord, Vergewaltigung, Pädophilie und absolute Kontrolle a la Big Brother zum Alltag gehören und ethisch-moralische Maßstäbe, die heute (noch) unser Gemeinwesen bestimmen, nicht mehr existent sind. Atwood's Buch ist eine Dystopie, die dadurch besticht, dass sämtliche Einzelelemente, die zur fiktionalen Katastrophe führen, in unserer Gesellschaft schon längst wiederzufinden sind. Es fehlt nur noch ein Größenwahnsinniger, der die Kontrolle über die schon bestehenden Institutionen übernimmt und seinen Vorstellungen freien Lauf lässt. Kandidaten gibt es da wohl genug...
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tuff Stuff, 1. November 2003
Rezension bezieht sich auf: Oryx and Crake (Gebundene Ausgabe)
Oryx and Crake, Margaret Atwood's second dystopian novel describes 'life after man' in the late twentyfirst century. The protagonist, the ambiguous Jimmy / Snowman, is the last of his (and our) kind. Paradoxically, Snowman's feeling of isolation is heightened by the confrontation with a new, genetically altered race of humans - the Crakers - designed for survival in natural surroundings by the inclusion of strange animal features into their genetic pattern.
A looting expedition in search of food takes Snowman from his new home, a tree platform on the sea shore, back to his old place of residence, a gene-company compound. Retracing his steps, he gradually reveals a sequence of disastrous events, which are closely connected with his childhood-friend, the mysterious Crake, and Oryx, the woman both Snowman and Crake were in love with.
The spooky effect is heightened by the many similarities between our world and that of the novel. Margaret Atwood has merely prolonged contemporary tendencies like gene-manipulation, the over-exploitation of natural resources, terrorism and violence in the media. Even the weird luminous green rabbits are, according to Atwood, already in existence today!
In spite of the grave topic of the novel, Atwood manages to keep her brilliant gallows humour. Snowman's cynical comments on the situation and his strange encounters with the naive Crakers are sometimes hilariously funny. This, and the nightmare aesthetics, draw you into the text and keep you spellbound right to the end. But be warned: this tough stuff really opens your eyes!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Düstere Zukunft oder "Schöne neue Welt"?, 30. April 2008
Von 
Keera - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Oryx und Crake (Taschenbuch)
Die Erde gegen Ende dieses Jahrhunderts: Alle unsere heutigen Katastrophenphantasien sind wahr geworden. Die Küstenstädte sind im Meer versunken, die Wüsten haben sich ausgedehnt, es gibt Schweine,, auf denen menschliche Organe gezüchtet werden und menschliche Embryonen werden als Ersatzteillager aufbewahrt. Von einem der letzten Überlebenden des Homo sapiens sapiens bekommt der Leser von Oryx und Crake" erzählt, wie es durch die wohldurchdachte Tat eines genialen Wissenschaftlers (Crake) zur wohl endgültigen Ausrottung unserer menschlichen Art gekommen ist. Zugleich lernen wir eine neue, im Labor gezüchtete Menschenart kennen, die so angelegt wurde, dass sie im Einklang mit der Natur leben kann. Somit erscheint wenigstens der Planet Erde gerettet.
Margaret Atwood erzählt uns diese Geschichte durch den Mund von Schneemensch", dem Freund des genialen Wissenschaftlers, der nach dem Sterben unserer Menschenrasse zum Tutor für die neuen Menschen" wird. Schneemensch ist von seinen Erlebnissen und dem Leben auf dem verwüsteten Planeten tief gezeichnet und gebrochen. Sein Nachsinnen über den Freund, seine große Liebe Oryx und über den Verlauf der Ereignisse um ihn herum nimmt gefangen und ruft beim Leser viele weitere Fragen hervor:
Wie weit gibt es eigentlich schon die ,Macht der Konzerne'?" Welche Macht haben Wissenschaft und Technik?" Leben wir eigentlich jetzt schon in einer Art ,Plebsland'?"
Und dann , am Ende des Buches, bleiben viele weitere Fragen offen, deren Beantwortung Atwood dem Leser selbst überlässt;
Ist Homo sapiens sapiens wirklich am Ende?" Wird Schneemensch seinen Auftrag erfüllen und die anderen Überlebenden, die er findet, töten? Oder kann er sich mit ihnen zusammentun?" Wie werden sich die ,Neuen Menschen entwickeln? Eines scheint schon jetzt klar - es läuft mit ihnen nicht so, wie Crake es sich vorgestellt hat. Religionsbildung, erste Ansätze von Führungsverhalten, das sind schon zwei Verhaltensweisen, die eigentlich nicht vorkommen sollten."
Man bekommt Lust, die Geschichte von Atwood weiter zu spinnen, zumindest im eigenen Kopf.
Insgesamt ein tolles Buch über eine durchaus vorstellbare Zukunft. Und bei allem Pessimismus und aller Weltuntergangsstimmung im Buch - ich glaube nicht, wie die Kritik der Frankfurter Rundschau" auf dem hinteren Buchdeckel behauptet, dass in dieser Zukunft keine Geschichten erzählt werden.
Wenn ich mir die Neuen Menschen" ansehe, bin ich ganz zuversichtlich. Sie werden erzählen: Die Geschichte von Oryx und Crake, von Schneemensch und von ihrem eigenen Auszug aus dem Labor in die Gegend, die Schneemensch Heimat" nannte.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ...und das Ende der Welt, wie Jimmy sie kannte...., 25. Oktober 2006
Von 
Yvonne Schröder "chichy" (Frankfurt/Main) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Oryx and Crake (Taschenbuch)
Margaret Atwood entwirft hier einen dystopischen Roman, der bereits erschreckende Parallelen unserer Gesellschaft abbildet. Die Wissenschaft, v.a. gentechnische Innovationen (insbesondere lebensverlängernde, als auch verjüngende Maßnahmen) dominieren die Gesellschaft und sind schlussendlich verantwortlich für deren Untergang. Einzig Jimmy (alias Snowman), der Freund des Gentechnikers, der für die Virusepidemie verantwortlich zeichnet, überlebt diese Katastrophe, um die künstlich geschaffenen Humanhybriden zu beschützen. Und während er versucht, dem Hungertod zu entgehen, versucht er sich in Rückblicken an die Geschehnisse bzw. die Zeichen zu erinnern, die zu seiner aktuellen Situation führten.

Zentrale Themen des Buches sind Umweltverschmutzung, Konsumwahn, die auf Kapitalismus zurückzuführende Zwei-Klassen-Gesellschaft (komplette Auflösung der Mittelschicht) und vor allem die ausufernde, alles (insbesondere die Gesellschaft) dominierende Gentechnologie. Doch Atwoods Kritik geht noch weiter: in einer von Technik und somit von Zahlen dominierten Welt bleibt kein Platz mehr für Schriftsteller - Snowman als der letzte seiner Art mit Liebe zur Sprache, Semantik und Neologismen; smart, charmant und intelligent, jedoch nicht mathematisch begabt und deshalb nutzlos (dumm) für dieses Gesellschaftssystem, ist umgeben von Analphabeten bzw. literarisch Ungebildeten, die sein Talent weder sehen noch zu schätzen wissen. Diese Kritik setzt Atwood konsequent fort, da Snowman nach der Katastrophe nur von den Crakern umgeben ist, die weder lesen, noch schreiben können - der Schriftsteller somit als aussterbende Spezies dargestellt wird.

Die Leküre von Oryx and Crake hat mir vom Sprachstil (insbesondere ihre Neologismen und Snowmans mindstyle) sehr gut gefallen, sieht man von manch inhaltlichen Schwächen: knappe Beschreibung Oryxs (der Geliebten Jimmys & Crakes) und dem zu kurzen Schluss ab. Dass die von ihr formulierten Fragen unbeantwortet bleiben, ist vielleicht so gewollt, zumindest hat sie bei mir damit das Ziel erreicht, nachhaltig ihre Kritik zu reflektieren.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faszinierend, erschreckend ---- lesenswert, 22. März 2008
Von 
Peter Schneider (Region Stuttgart, Baden-Württemberg Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Oryx und Crake (Taschenbuch)
Die Autorin beschreibt in ihrem Roman Oryx und Crake eine nicht allzu ferne Zukunft. Erschreckend und faszinierend daran ist, wie nah wir tatsächlich diesen "Dingen" sind. Es ist keine weit entfernte Science Fiction mehr. Klar es gibt aktuell noch keine Komplexe und es gibt kein davon getrenntes Plebsland. Aber viele Dinge entwickeln sich in diese Richtung.
Ich würde den Atwood Roman auf eine Stufe mit George Orwells "1984" stellen wollen. Dessen Vision hat sich zwar nicht erfüllt, aber auch "1984" hält uns allen einen Spiegel vor.
Kritische Bücher wie "Ory und Crake" das ist das was wir immer wieder brauchen. Was ist denn sonst der Sinn von Büchern? Wenn nicht die Auseinandersetzung? Oryx und Crake regt zum Nachdenken an. Oryx und Crake macht auch etwas Angst. Dies ist aber gut, um den Blick "geschärft" zu halten, um beispielsweise sehen zu können, was die GENTECHNIKER uns für tollen Fortschritt verkaufen wollen. Und Oryx und Crake hält auch etwas den Spiegel vor und man stelt sich die Frage, wo steht man denn selbst "in diesem Spiel". Wo ist die eigene Position?
Oryx und Crake ist ausgesprochen "gesellschaftskritisch". Oryx und Crake ist ein Buch, das man (frau auch) gelesen haben sollte.
5 Punkte. Ganz klar. Auch deswegen, weil es der Autorin gelingt, die verschiedenen Handlungszeiten (aktuelle handlung, Rückblicke) geschickt zu verweben und zu verbinden.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Weltuntergangsroman, 9. August 2007
Von 
Tom Kadi (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Oryx und Crake (Taschenbuch)
In der Science Fiction gibt es zahlreiche Subgenres wie die Zeitreiseerzählung, die Sternensaga oder auch den Weltuntergangsroman. Oryx und Crake" gehört in die letztgenannte Schublade. Einige Klischees sind hier unumgänglich: Der Weltuntergangsroman befasst sich mit den jeweils herrschenden kollektiven Ängsten. Die Katastrophe ist deshalb meist von Menschen gemacht. In den Geschichten der 50ger und 60ger Jahren hat ein Atomkrieg die Erde verwüstet und verstrahlt, merkwürdige Mutationen hervorgerufen und den wenigen Menschen das Überleben schwer gemacht (z.B. Robert Merle Malville). In der Gegenwart - und so auch in Atwoods Roman - ist es die den Menschen außer Kontrolle geratene zivile Technik, die in der Gentechnologie, Pharmaindustrie und durch Klimaveränderungen die Menschheit nahezu zum Aussterben gebracht hat. Nur nahezu - denn hier greift die zweite unvermeidliche Ingredienz: Die Robinsonidee - mindestens ein Mensch hat überlebt. In der Regel stellt er im Laufe des Romans - so auch hier - fest, dass es noch andere Artgenossen gibt, die auf der unwirtlich gewordenen Welt dahinvegetieren. Mit einem hoffnungsvollen Zurück zur Natur und jetzt geht es weiter für die Menschheit" hat man dann den Standardschluß. Einem solchen verschließt sich Atwood. Ihre Hauptperson reagiert verstört auf das Treffen mit weiteren Menschen. Soll er sich Ihnen anschließen, soll er sie töten, soll er sie ihrem Schicksal überlassen? Dieser offene Schluss liegt daran, dass die Verfasserin als weitere Zutat noch den größenwahnsinnigen Wissenschaftler beigemischt hat, der den Untergang der Menschheit bewusst herbeiführt, um Platz für eine von ihm geschaffene, neue friedliche menschenähnliche Spezies zu schaffen. Der Wissenschaftler überlebt den Weltuntergang nicht, wohl aber sein bester Freund - Schneemann", wie er sich nach der Katastrophe nennt -, der sich verantwortlich für des Überleben der neuen Rasse fühlt.

Die Geschichte wird aus der Sicht Schneemanns erzählt, der halb verhungert um sein Überleben kämpft und sich immer wieder in Rückblenden an die Zeit vor dem Weltende erinnert. Dabei ist die Erzählweise nicht frei von Redundanzen. Auch scheint es wohl unvermeidlich, dass die Gestalten des Science Fiction Romans immer ein wenig wie mit dem Vorschlaghammer gemeißelt daherkommen - will heißen, sie sind auf wenige manchmal wenig glaubhafte Charakterzüge reduziert. Dies fällt insbesondere bei der weiblichen Hauptfigur Oryx auf, die scheinbar unbeschadet durch eine wahre Hölle von Verschleppung und Kinderprostitution gegangen ist. Auf der anderen Seite ist M. Atwood aber doch eine so gute und routinierte Erzählerin, dass der Leser sie gern und mit interessierter Spannung auf ihrer Reise in eine gar nicht so ferne und sehr dunkle Zukunft begleitet.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen As a species we’re doomed by hope, then?, 31. Dezember 2013
Von 
callisto (Freiburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Oryx and Crake (Taschenbuch)
Oryx und Crake ist der erste Band der Mad Addam Trilogie, der bereits 2003 erschien.
Der erste Band erzählt die Geschichte von Jimmy (Snowman). Jimmy ist das einzige Kind zweier Genetiker, die für einen Konzern arbeiten, der maßgeschneiderte Tiere für Xenographs (Transplantationen von tierischen Organen (vorzugsweise Schwein) in Menschen). Die Gesellschaft ist zweigeteilt, entweder man gehört zu einem der Konzerne und lebt auf deren (Staats-)Gebiet mit allen Annehmlichkeiten, oder man gehört nicht dazu und lebt in den Pleeblands vom Abfall der Konzern Compouds. Die Konzerne bekriegen sich gegenseitig mit Biowaffen und so die Produktentwicklungen der anderen auszubremsen oder zu vernichten, ohne Rücksicht auf die Folgen für Mensch und Umwelt, es geht nur um den Profit. Jimmies Mutter leidet unter dieser Welt und verschwindet eines Tages, um sich Umweltaktivisten anzuschließen. Jimmy bleibt bei seinem Vater und wird den Rest seines Lebens überwacht, falls er doch weiß, wo seine Mutter ist.
Jimmies bester Freund ist Cracke, ein genialer junger Mann, der anders als Jimmy auf eine der Eliteunis für Genetik kommt, während Jimmy Werbefachmann wird. Die beiden jungen Männer halten Zeit ihres Studiums Kontakt zueinander, denn Cracke hat etwas Besonderes mit Jimmy vor.

Oryx und Crake spielt auf zwei Zeitebenen und erzählt insgesamt 3 Geschichten. Zum einen beschreibt eine nicht allzu ferne Zukunft. Die Konzerne haben die Macht übernommen und die Territorien und das Kapital unter sich aufgeteilt, nachdem die Polkappen geschmolzen waren und die Staaten Bankrott gegangen waren. Gebiete, die sie nicht beanspruchen verwahrlosen. Sie picken sich die Intelligenz heraus, der Rest kann verrecken, das ist ihnen egal, genau wie der Planet an sich. Das Klima ist schon im Eimer, es ist meist einfach nur heiß und schwül und daher hat man einfach neue Spezies geschaffen, die mit dem neuen Klima klar kommen, der Rest stirbt halt aus, das ist Evolution. Die Angestellten der Konzerne sind eher Gefangene und Sklaven als freie Menschen, sie haben ein bequemes Leben gegen eine permanente Überwachung eingetauscht.
„ Jimmy’s mother said that didn’t change the fact that she felt like a prisoner. Jimmy’s father said she didn’t understand the reality of the situation. Didn’t she want to be safe, didn’t she want her son to be safe? […] According to Jimmy’s mother their phones and e-mail were bugged, and the sturdy, laconic HelthWyzer housecleaners that came twice a week – always in pairs – were spies. Jimmy’s father said she was getting paranoid, and anyway they had nothing to hide, so why worry about it?”

Die zweite Zeitebene, jene der eigentlichen Handlung, denn die zweite Zeitebene sind letztendlich nur Jimmies Erinnerungen, während er entweder auf die Crackers aufpasst oder etwas zu Essen sucht, spielt einige Monate nach dem Ende der ersten Zeitebene. Während sich Jimmy also daran erinnert, was damals passierte, erlebt man parallel als Leser die Folgen dessen, was Crake getan hat: Die Menschheit ausgerottet, mit einem synthetischen hämorrhagischen Virus.
In diese beiden Haupterzählebenen ist noch eine dritte eingebettet: Die Lebensgeschichte von Oryx, eines asiatischen Mädchens, das sowohl Jimmy als auch Crake lieben.

2003 mag diese Vision möglicherweise pessimistisch erschienen sein. Permanente Überwachung und eine Welt, in der sich alles nur um Profit dreht. Heute jedoch klingen Sätze wie diese leider nur allzu überzeugend und leider auch logisch:
“The best diseases, from a business point of view,” said Crake, “would be those that cause lingering illnesses. Ideally – that is, for maximum profit – the patient should either get well or die just before all of his or her money runs out. It’s a fine calculation.”
Und wenn es keine lukrativen Krankheiten mehr gibt, dass erschafft man eben welche:
“But once you’ve got a hostile bioform started in the pleeb population, the way people slosh around out there it more or less runs itself. Naturally they develop the antidotes at the same time as they’re customizing the bugs, but they hold those in reserve, they practise the economics of scarcity, so they’re guaranteed high profits.”

Heutzutage, Hand auf’s Herz, das trauen wir den Konzernen 10 Jahre später alles durchaus zu, sie haben schon mehr als eine Krankheit erfunden, die man eigentlich entweder nicht als Krankheit ansehen sollte bzw. die nicht behandlungsbedürftig ist (ADHS, z. Bsp. nannte man früher halt Zappelphilipp und das war OK).

Atwoods Bild der Menschheit ist leider auch nicht sonderlich positiv, und damit wohl leider nur zu realistisch „Human society, they claimed, was a sort of monster, its main by-products being corpses and rubble. It never learned, it made the same cretinous mistakes over and over, trading short-term gain for long-term pain. It was like a giant slug eating its way relentlessly through all the other bioforms on the planet, grinding up life on earth and s******** it out the backside in the form of pieces of manufactured and soon-to-be-obsolete plastic junk.”

Man merkt streckenweise jedoch schon, dass die Autorin nicht ganz sattelfest ist, in Sachen Biologie: Proteonom statt Proteom. Auch ist sie noch der Meinung, dass es reicht, einen Computer physikalisch zu zerstören, um seine Spuren zu verwischen, als wenn E-Mails nicht schon 2003 auf externen Servern gespeichert gewesen wären. Auch die Genetik und das manipulieren von Genen und Spezies stellt sie sich ein wenig zu einfach vor. Zudem fragt man sich erneut, warum fragen amerikanische Autoren keine Muttersprachler, wenn sie deutsche Sätze einbauen?! „Du musz dein Leben andern“ – Ein Satz und gleich zwei Fehler (wenn man dein nicht als Anrede sieht, dann währen es drei Fehler in 5 Worten).

Fazit: Oryx und Crake ist ein vielschichtiges Buch einer komplexen Welt. MaddAddam klingt nur manchmal an. Im ersten Band betreibt er hauptsächlich ein Onlinespiel namens EXTINCTATHON (Adam named the living animals, MaddAddam names the dead ones), wer Adam war und ist, erfährt man erst im dritten Band.
Man kann auch zuerst Band 2 lesen und dann Band 1, da die ersten beiden Bände parallel verlaufen und erst Band 3 die Geschichte weiter erzählt.
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You could tell a lot about a person from their fridge magnets, not that he’d thought much about them at the time.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen As a species we’re doomed by hope, then?, 31. Dezember 2013
Von 
callisto (Freiburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Oryx und Crake (Taschenbuch)
Oryx und Crake ist der erste Band der Mad Addam Trilogie, der bereits 2003 erschien.
Der erste Band erzählt die Geschichte von Jimmy (Snowman). Jimmy ist das einzige Kind zweier Genetiker, die für einen Konzern arbeiten, der maßgeschneiderte Tiere für Xenographs (Transplantationen von tierischen Organen (vorzugsweise Schwein) in Menschen). Die Gesellschaft ist zweigeteilt, entweder man gehört zu einem der Konzerne und lebt auf deren (Staats-)Gebiet mit allen Annehmlichkeiten, oder man gehört nicht dazu und lebt in den Pleeblands vom Abfall der Konzern Compouds. Die Konzerne bekriegen sich gegenseitig mit Biowaffen und so die Produktentwicklungen der anderen auszubremsen oder zu vernichten, ohne Rücksicht auf die Folgen für Mensch und Umwelt, es geht nur um den Profit. Jimmies Mutter leidet unter dieser Welt und verschwindet eines Tages, um sich Umweltaktivisten anzuschließen. Jimmy bleibt bei seinem Vater und wird den Rest seines Lebens überwacht, falls er doch weiß, wo seine Mutter ist.
Jimmies bester Freund ist Cracke, ein genialer junger Mann, der anders als Jimmy auf eine der Eliteunis für Genetik kommt, während Jimmy Werbefachmann wird. Die beiden jungen Männer halten Zeit ihres Studiums Kontakt zueinander, denn Cracke hat etwas Besonderes mit Jimmy vor.

Oryx und Crake spielt auf zwei Zeitebenen und erzählt insgesamt 3 Geschichten. Zum einen beschreibt eine nicht allzu ferne Zukunft. Die Konzerne haben die Macht übernommen und die Territorien und das Kapital unter sich aufgeteilt, nachdem die Polkappen geschmolzen waren und die Staaten Bankrott gegangen waren. Gebiete, die sie nicht beanspruchen verwahrlosen. Sie picken sich die Intelligenz heraus, der Rest kann verrecken, das ist ihnen egal, genau wie der Planet an sich. Das Klima ist schon im Eimer, es ist meist einfach nur heiß und schwül und daher hat man einfach neue Spezies geschaffen, die mit dem neuen Klima klar kommen, der Rest stirbt halt aus, das ist Evolution. Die Angestellten der Konzerne sind eher Gefangene und Sklaven als freie Menschen, sie haben ein bequemes Leben gegen eine permanente Überwachung eingetauscht.
„ Jimmy’s mother said that didn’t change the fact that she felt like a prisoner. Jimmy’s father said she didn’t understand the reality of the situation. Didn’t she want to be safe, didn’t she want her son to be safe? […] According to Jimmy’s mother their phones and e-mail were bugged, and the sturdy, laconic HelthWyzer housecleaners that came twice a week – always in pairs – were spies. Jimmy’s father said she was getting paranoid, and anyway they had nothing to hide, so why worry about it?”

Die zweite Zeitebene, jene der eigentlichen Handlung, denn die zweite Zeitebene sind letztendlich nur Jimmies Erinnerungen, während er entweder auf die Crackers aufpasst oder etwas zu Essen sucht, spielt einige Monate nach dem Ende der ersten Zeitebene. Während sich Jimmy also daran erinnert, was damals passierte, erlebt man parallel als Leser die Folgen dessen, was Crake getan hat: Die Menschheit ausgerottet, mit einem synthetischen hämorrhagischen Virus.
In diese beiden Haupterzählebenen ist noch eine dritte eingebettet: Die Lebensgeschichte von Oryx, eines asiatischen Mädchens, das sowohl Jimmy als auch Crake lieben.

2003 mag diese Vision möglicherweise pessimistisch erschienen sein. Permanente Überwachung und eine Welt, in der sich alles nur um Profit dreht. Heute jedoch klingen Sätze wie diese leider nur allzu überzeugend und leider auch logisch:
“The best diseases, from a business point of view,” said Crake, “would be those that cause lingering illnesses. Ideally – that is, for maximum profit – the patient should either get well or die just before all of his or her money runs out. It’s a fine calculation.”
Und wenn es keine lukrativen Krankheiten mehr gibt, dass erschafft man eben welche:
“But once you’ve got a hostile bioform started in the pleeb population, the way people slosh around out there it more or less runs itself. Naturally they develop the antidotes at the same time as they’re customizing the bugs, but they hold those in reserve, they practise the economics of scarcity, so they’re guaranteed high profits.”

Heutzutage, Hand auf’s Herz, das trauen wir den Konzernen 10 Jahre später alles durchaus zu, sie haben schon mehr als eine Krankheit erfunden, die man eigentlich entweder nicht als Krankheit ansehen sollte bzw. die nicht behandlungsbedürftig ist (ADHS, z. Bsp. nannte man früher halt Zappelphilipp und das war OK).

Atwoods Bild der Menschheit ist leider auch nicht sonderlich positiv, und damit wohl leider nur zu realistisch „Human society, they claimed, was a sort of monster, its main by-products being corpses and rubble. It never learned, it made the same cretinous mistakes over and over, trading short-term gain for long-term pain. It was like a giant slug eating its way relentlessly through all the other bioforms on the planet, grinding up life on earth and s******** it out the backside in the form of pieces of manufactured and soon-to-be-obsolete plastic junk.”

Man merkt streckenweise jedoch schon, dass die Autorin nicht ganz sattelfest ist, in Sachen Biologie: Proteonom statt Proteom. Auch ist sie noch der Meinung, dass es reicht, einen Computer physikalisch zu zerstören, um seine Spuren zu verwischen, als wenn E-Mails nicht schon 2003 auf externen Servern gespeichert gewesen wären. Auch die Genetik und das manipulieren von Genen und Spezies stellt sie sich ein wenig zu einfach vor. Zudem fragt man sich erneut, warum fragen amerikanische Autoren keine Muttersprachler, wenn sie deutsche Sätze einbauen?! „Du musz dein Leben andern“ – Ein Satz und gleich zwei Fehler (wenn man dein nicht als Anrede sieht, dann währen es drei Fehler in 5 Worten).

Fazit: Oryx und Crake ist ein vielschichtiges Buch einer komplexen Welt. MaddAddam klingt nur manchmal an. Im ersten Band betreibt er hauptsächlich ein Onlinespiel namens EXTINCTATHON (Adam named the living animals, MaddAddam names the dead ones), wer Adam war und ist, erfährt man erst im dritten Band.
Man kann auch zuerst Band 2 lesen und dann Band 1, da die ersten beiden Bände parallel verlaufen und erst Band 3 die Geschichte weiter erzählt.
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5.0 von 5 Sternen Ho can that be …, 11. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Oryx and Crake (Gebundene Ausgabe)
… dass ich es irgendwie über all die Jahre geschafft habe, einen Bogen um die Autorin Margaret Atwood zu machen? Und was für ein Fehler es war, meine Güte!
„Oryx und Crake“ – eine Zusammenfassung des Inhaltes würde wahrscheinlich zu viel verraten. Kurzum, es ist das intensivste, packendste, bewegendste Buch, das ich in den letzten Jahren gelesen habe. Kaum zu fassen, was für eine gute Autorin hier am Werk war, ein Buch, das sich einer Genrezuordnung – trotz dystopischer Zukunftsaussichten – letztendlich entzieht. Gekonnt inszeniert, in eleganten Rückblenden erzählt, niemals abschweifend, jedes Kapitel punktgenau, niemals pathetisch, niemals kitschig. Dunkel, erschreckend, sensibel und extrem glaubwürdig. Mit den besten Charakterstudien, die es in der zeitgenössischen Literatur zu erfahren gibt sowie den glaubwürdigsten zwischenmenschlichen Beziehungen und Abgründen. 9,5 von 10 Punkten für dieses Meisterwerk.
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5.0 von 5 Sternen Grandiose Zukunftsvision, 22. August 2004
Rezension bezieht sich auf: Oryx and Crake (Taschenbuch)
Wie schon bei "The Blind Assassin" hat mich auch hier der Erzählstil von Margaret Atwood sofort gefangengenommen - die Geschichte von Snowman, dem vielleicht letzten Überlebenden der menschlichen Rasse, wird erweitert um Rückblenden, in denen er sich an sein früheres Leben erinnert. In der heilen Welt von Compounds, riesigen Konzerngeländen, in denen die intelligenten Forscher und ihre Familien leben und ständig neue Produkte entwickeln (kopflose Hühner für die Fleischproduktion, genmanipulierte Schweine als Organersatzteillager etc) wächst er auf und lernt Crake kennen - einen genialen Geist, der in nicht unerheblichen Maße für Snwomans missliche Lage verantwortlich sein wird.
Trotz der unübersehbaren Science Fistion (oder auch nicht??) Elemente ist "Oryx & Crake" kein Buch, dass man einfach liest und wieder vergisst - es regt zum Nachdenken an, ist immer nachvollziehbar und wirkt in keiner Sekunde überzogen.
Gerade die Treffsicherheit, mit der Margaret Atwood die heutigen Entwicklungen betrachtet und weiterspinnt, lassen einem oftmals eine eisige Hand übers Rückgrat streichen.
Uneingeschränkt empfehlenswert.
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Oryx and Crake
Oryx and Crake von Margaret Atwood (Taschenbuch - 29. August 2013)
EUR 10,20
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