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am 12. Mai 2009
THE WARDED MAN, in den UK als Painted Man vertrieben, gehört zu den besten High Fantasyromanen, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Glaubwürdige Charaktere, mit denen man so richtig mitfiebern kann, originelles Setting, tolle Handlung, spannende Actionszenen und tiefer gehende Themen lassen nichts zu wünschen übrig.

Tagsüber gehen die Menschen ihrer Arbeit nach, kümmern sich um ihre Familie, feiern und leben ihr Leben wie es sein sollte. Nachtsüber verbarrikadieren sie sich hinter ihren Mauern und Schutzzeichen. Denn des Nachts kommen die Dämonen aus der Erde und wer sich außerhalb der magischen Runenzeichen befindet, stirbt eines grässlichen Todes. Feuerdämonen, Felsdämonen, Holz- und Luftdämonen ' es gibt so viele von ihnen und die Menschen werden immer weniger.

Arlen sieht wie seine Mutter von Dämonen zerfleischt wird, während sein Vater vor Furcht bebend hinter den Runenzeichen kauert*. Als sein Vater nur wenige Tage darauf eine neue Braut findet, hält Arlen es nicht mehr zu Hause aus. Er bricht auf um nach Menschen zu suchen, die den Mut noch nicht aufgegeben haben und gegen die Dämonen kämpfen.

Als ich THE WARDED MAN gelesen habe, habe ich die Welt um mich herum vergessen. Nur mit Widerwillen bin ich den notwendigsten Aufgaben nachgegangen (Sandwiches sind eine tolle Erfindung, man kann lesen während man sie isst ;-)
Wahrscheinlich hat mir der Roman so gut gefallen, weil er mich auf verschiedenen Ebenen berührt hat und mir keine (gröberen) Schwächen aufgefallen sind.
Grundsätzlich sind Dämonen, die Menschen angreifen, nichts Neues. Aber Bretts Magiesystem, basierend auf magischen Runen und die Tatsache, dass die Menschheit dem Aussterben nah ist, ohne dass es irgendjemand bewusst wäre, machen für ein spannendes Setting.
Bretts Stil ist flüssig, anschaulich und sehr funktional. Er weiß genau, wo er das Messer ansetzen muss, um unnötige Szenen zu eliminieren. So spannt die Handlung einen Zeitraum von ca. 20 Jahren, von denen nur das Wichtigste und Interessanteste gezeigt wird. Das ist herrlich erfrischend, denn gerade High Fantasy neigt zu unnötigen Ausschweifungen.
Es gibt 3 Hauptcharaktere, von denen Arlen ganz klar der bedeutendste ist. Man begegnet ihm zum ersten Mal mit 11 Jahren, als die Erkenntnis, dass Furcht die Menschen lähmt, sein Leben auf den Kopf stellt. Sein Durst nach Vergeltung und seine Weigerung sich zum prophezeiten Erlöser hochstilisieren zu lassen, sind die Eckpfeiler der Handlung. Überhaupt sind Furcht, ihre verschiedenen Formen und wie Menschen damit umgehen zentrale Themen des Buches. Selbst Arlen ist nicht davor gefeit.
Ein weiterer Hauptcharakter ist die junge Dorfschönheit Leesha, die sich gegen die Ehe und für das Heilen entscheidet. Mit dieser Figur geht Brett ein großes Risiko ein - viele Autoren sind daran gescheitert und haben fade, eindimensionale Gutmenschen produziert. Nicht so Brett. Irgendwie schafft er aus Leesha einen faszinierenden Charakter zu machen und die Schwierigkeiten des Dorflebens ebenso packend darzustellen wie Hofintrigen oder den Kampf gegen die Dämonen.
Der dritte Hauptcharakter ist ein junger Musiker, der viele Schicksalsschläge einstecken musste. Arlen, Leesha und Rojer begegnen sich erst gegen Ende des Buches, nahe dem Höhepunkt. Ihr Zusammentreffen und was sich daraus entwickelt wird entscheidend für das weitere Geschick der Welt.

Von mir bekommt THE WARDED MAN nicht nur 5 Sterne, sondern auch eine uneingeschränkte Kaufempfehlung für alle High Fantasyfans. Ich kann es kaum erwarten endlich Desert Spear zu lesen.

* Situation vereinfacht dargestellt
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am 30. Juni 2012
Ich bin ein Typ der wirklich gerne Fantasy Bücher liest und finde es umso spannender, wenn eine Story sich über mehrere Bände zieht. Bevor ich mir das Buch zulegte habe ich mir ein paar Reviews durchgelesen (viele Gute waren dabei) und selbst eine Empfehlung eines Bekannten bekommen. Im Prinzip stand dem Lese Spaß also nichts mehr entgegen.

Leider musste ich im Laufe der Erzählung jedoch feststellen, dass das Buch mir überhaupt nicht zusagt. Und ich möchte ein bisschen resümieren, weshalb mir dieses Buch so missfällt. Ich sage hier auch ganz bewusst 'das Buch' und nicht die Geschichte, denn diese ist eigentlich von der Grundidee wirklich sehr interessant und spannend. Zuerst einmal gibt es auf der Coverrückseite eine ganz nette Einführung in die Geschichte, die Lust auf mehr macht.
Die ersten Seiten des Buches haben sich dann auch ganz gut gelesen und der Leser hat einen guten Eindruck über die Welt bekommen, in der 'the warded man' spielt. Peter Brett beschreibt sehr ausführlich, in welcher Umgebung der Hauptcharakter lebt und wie dieser mit seinen Bekannten und Freunden agiert. All das ist ein guter Anfang, um den Charakter erst einmal kennenzulernen. Als er dann durch den Dämonenangriff vertrieben wurde, dachte ich jedoch, der Anfang sei jetzt vorbei und die Geschichte kann jetzt richtig losgehen. Und genau hier setzt meine Kritik an, denn das ist meiner Meinung nach nicht passiert. Stattdessen wird ein zweiter und dritter Charakter präsentiert, wo ich das Gefühl bekam, ich fange jetzt nochmal ein neues Buch an zu lesen. Es hat mich auch gestört, dass die Hauptcharaktere so lange Zeit überhaupt nichts miteinander zu tun haben.
Schier endlose Seiten erzählt Peter Brett dann von Leesha und wie diese in ihrem Dorf lebt. Endlose Details werden einem präsentiert, viele Nebencharaktere dargestellt, die die Geschichte überhaupt nicht voranbringen. Ich denke der Leser hatte schon nach ca. 20 Seiten einen sehr guten Eindruck über Leesha bekommen, das hätte gereicht. Es fehlt an vielen Stellen des Buches eine Spannung, die den Leser bei Laune hält. Zu oft wird einfach nur über normale Alltagssituationen erzählt, ohne dass es für den Leser einen Mehrwert hat. Die einzige Spannung, welche über mehrere Kapitel aufrechterhalten wird, ist die Geschichte mit dem Steindämon. Das ist einfach zu wenig.
Die meisten Kapitel enden ohne Wendepunkt oder Spannungsaufbau. Und das finde ich total schade, denn die Hintergrundgeschichte hätte doch so viel mehr zu bieten. Ich habe mich auf jeden Fall sehr lange durch die Zeilen gequält und war schon bei der Überlegung aufzugeben. Da ich jedoch noch Hoffnung habe beim zweiten Teil, werde ich mich nochmal an diesem versuchen.
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am 26. März 2016
„Das Lied der Dunkelheit“ (Original The Painted Man) ist ein Erstlingswerk, doch eines, das um die Welt ging. Peter V. Brett hat damit etwas geschafft, von dem viele träumen, doch nur wenige es auch in die Tat umsetzen können. Mit seinem Demoncycle hat er sich einen Namen in der Fantasy gemacht und sich seinen Platz neben Patrick Rothfuss und anderen Größen verdient.

„Das Lied der Dunkelheit“ erzählt die Geschichte dreier junger Menschen, die den Kampf gegen die allnächtlich aus dem Horc aufsteigenden Dämonen aufnehmen wollen. Arlen flieht aus seinem Dorf, nachdem seine Mutter von Dämonen getötet wurde und sein Vater sich als zu ängstlich erwies, um sie zu retten. Sein Ziel ist die Stadt Fort Miln, um dort seinen Traum zu verwirklichen, Kurier zu werden und die Freiheit jenseits geschützter Mauern kennenzulernen. Selbst wenn es bedeutet, sich Nacht für Nacht den Dämonen zu stellen.

Leesha leidet unter ihrer tyrannischen Mutter Elona. Als auch noch ihrer Verlobter Gared im Dorf herumerzählt, er habe mit ihr noch vor ihrer Hochzeitsnach geschlafen, flieht sie zur alten Kräutersammlerin Bruna, wo sie Schutz und eine neue Zukunftsperspektive findet. Sie löst gegen den Willen ihrer Mutter ihr Verlöbnis und lässt sich stattdessen zur Kräutersammlerin ausbilden.

Rojer ist drei Jahre alt, als seine Familie von Dämonen überfallen wird. Der Gaukler Arrick rettet ihn, auch wenn für seine Familie jede Hilfe zu spät kommt. Arrick ist nun seine Familie und bildet ihn zum Jongleur und Musiker aus, um mit ihm gemeinsam aufzutreten.

Jeder von ihnen hat seine eigenen Motive, um den Kampf gegen die Dämonen aufzunehmen und die Menschheit aus ihrer Lethargie und Furcht zu reißen.

Die Geschichte ist solide erzählt, es wird viel Augenmerk auf die Charaktere und ihre Entwicklung gelegt. Zudem sind sie auch in der Lage, die Handlung zu tragen und voranzubringen. Jeder von ihnen hat seine eigenen Wünsche, Motive und Antriebe, mit denen man sich auch samt und sonders identifizieren kann. Brett baut dabei nicht immer auf die großen Dramen der Menschheit auf, sondern auf die des alltäglichen Lebens. Familie. junge Liebe und Freundschaften spielen dabei oft eine Rolle. Die erste Liebe Arlens mit Mery ist keineswegs eine Liebe voller rosaroter Romantik, sondern hat ihre Ecken und Kanten und muss eine harte Prüfung durchleben, als Arlen gegen dein Wunsch Merys an seinem Wunsch festhält, Kurier zu werden.

Bretts Geschichte gehört zu den wenigen, bei denen man wirklich mit den Charakteren mitfiebert und regelrechte Genugtuung verspürt, als Bruna Elona verprügelt, als diese ihre Tochter wieder unter ihre Knute zwingen und ihr sämtliche Chancen auf Selbstständigkeit verbauen will, nur um ihr eigenes Prestige zu steigern.

Elona ist ein wirklich hassenswerter Charakter, und überwiegend ist es Brett auch gelungen, das zum Leser zu transportieren. Lediglich zu Beginn drückt er dabei etwas zu stark auf, was zunächst störend wirkt.

Spannung kommt nie zu kurz, sei es, weil soeben ein Dämonenangriff erfolgt, sei es, weil die Charaktere soeben Entscheidungen für ihr Leben treffen müssen. Somit gibt es keinen Moment im Buch, der langatmig ist oder sich uninteressant liest.

Das Worldbuilding ist Brett ebenso gelungen. Er ist dabei konsequent und hat auch an die infrastrukturellen Folgen der allnächtlichen Dämonenangriffe gedacht. Lediglich wünscht man sich, mehr über die Dämonen zu erfahren. In Anbetracht dessen, dass die Menschheit jedoch seit dreihundert Jahren starr vor Angst die Hände in den Schoß legt und erst Arlens Entdeckungen auf seinen Reisen die Möglichkeit bieten, das Blatt zu wenden, wird man darauf noch warten müssen.

Brett bietet keine generische Fantasy sondern transportiert auch die eine oder andere Botschaft. So ist Arlen ein einsamer Kämpfer für die Menschheit, doch niemand folgt ihm. Die Meisten erklären ihn für verrückt, dass er es wagt, sich den Dämonen zu stellen. Es gibt viele, die ihm nicht einmal glauben, dass ein normaler Mensch einen Dämon töten könnte. Lieber verkriechen sich die Menschen in Bequemlichkeit und hoffen darauf, dass schon irgendwann ein Erlöser kommt und sie alle rettet.

Wer genau hinsieht, erkennt darin ein Bild unserer modernen Gesellschaft. Obgleich das Buch bereits 2009 erschien, ist das Thema doch noch immer aktuell und momentan aktueller denn je. Arlen lehnt ab, dass er der Erlöser genannt wird. Stattdessen wird er selbst aktiv und trifft damit eine klare Aussage: Wer etwas verändern will, muss selbst in Aktion treten.
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am 1. Februar 2011
Großartiges Buch, aber wer glaubt, dies sei die Fortsetzung von "The painted man" irrt. Es ist das selbe Buch mit anderem Titel. Ärgerlich. Gut, dass ich es einer (ebenfalls begeisterten) Freundin weitergeben konnte.
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am 2. Februar 2014
Ich muss leider leider sagen, das ich selten etwas schlechteres gelesen habe.
Die Idee hinter dem Buch finde ich gut. (siehe Beschreibung). Was schlecht ist, ist der eckige Schreibstil, welcher sich an den falschen Punkten ins Details verliebt, und anderes wegläßt.

Zum anderen stört mich der generelle Aufbau des Buches massiv. Es werden die Geschichten von 3 jungen Menschen aufgegriffen. Jeder hat eine Geschichte für sich. Erst ist Person 1 dran über 65 Seiten, dann Nummer 2 über 30, nummer 3 über 50 und wieder von vorne. Der Leser hat dabei natürlich seine Lieblingsfigur, und die andere Geschichten interessieren ihn weniger, wodurch das weiterlesen sehr schwer fällt. Mich verleitet das unglaublich zum überspringen, aber ich habe mich zusammengerissen.
Auch ist unter den Geschichten ein gewisser Zeitablauf festgesetzt. Doch der Autor passt 3 Mal nicht auf, und Dinge kommen im zeitlichen Verlauf einfach nicht hin. Wodurch die gesammte Geschichte unglaubwürdig wirkt!

Ich hatte mich auf ein Buch auf dem Niveu von Bent Weeks gefreut, da dieser Artikel immer bei der Suche nach ihm mit auftaucht. Aber es liegt Meilen darunter. Vielleicht sind die Folgebände besser, aber dieses ist einfach nicht gut.
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am 13. Dezember 2012
Nach dem Erscheinen von "The Warded Man"/"The Painted Man" habe ich auf vielen Blogs zum Thema eine begeisterte Rezension nach der anderen gelesen und das Buch dann doch nicht gekauft. Schon wieder so eine Coming-of-Age Geschichte, dachte ich und hatte keine Lust schon wieder einem pubertären Protagonisten auf seiner Suche nach dem magischen Dingsbums zu begleiten. Zu oft wird man als Fantasy-Fan enttäuscht und bekommt nur den x-ten Wheel of Time abklatsch vorgesetzt.

Nun ist mir mal wieder der Lesestoff ausgegangen und ich habe mich vom guten Preis überzeugen lassen. Volltreffer! Warum habe ich nur so lange gezögert?!

Peter V. Brett hat zwar tatsächlich eine Coming-of-Age Geschichte geschrieben, diese läuft jedoch vor einem Hintergrund ab, der es in sich hat. Fantastisches World-Building mit großartiger Charakterisierung bis in die kleinen Nebenrollen hinein ergeben ein wundervolles Gesamtbild.

Für ungeduldige ist dieser Beginn der Trilogie allerdings nichts. Brett lässt sich Zeit damit die Welt und seine Charaktere einzuführen und nimmt den Leser ersteinmal auf eine Reise durch seine Welt mit. Die Protagonisten werden nach und nach eingeführt und zunächst verlaufen die verschiedenen Handlungsstränge parallel. An Action mangelt es dabei aber nicht, die Corelings sind wirklich furchteinflössende Gegner und ich habe mich beim lesen oft gefragt, wie ich wohl reagieren würde wenn jede Nacht meine letzte sein könnte.

Im letzten Drittel beginnt der große Storybogen dann Gestalt anzunehmen und man kann langsam erahnen auf welche Reise der Autor den Leser in dieser Trilogie mitnehmen will. Ich bin nach diesem Debut bereit dem Autor bis in die tiefen des Core zu folgen und kann jedem Fan guter Fantasy nur empfehlen sich anzuschliessen!
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am 3. März 2013
Guter Start, aber die Geschichte verliert schnell ihren Reiz. Zwei Sterne gibt es für die Idee der Welt: Hier können die Menschen nur hinter Symbolen überleben. Jeder, der sich nach Sonnenuntergang außerhalb dieser teilweise sehr anfälligen Schutzräume befindet, wird von Dämonen zerfleischt. Das erzeugt vor allem am Anfang eine dichte, bedrohliche Stimmung und war eine mir neue Idee.

Leider verliert die Welt schnell ihre Schlüssigkeit. Anfangs scheint der Autor zu versuchen, Regeln aufzustellen. Leider scheint er auf halbem Wege die Lust dazu verloren zu haben, und die Dämonen können das, was die Dramatik gerade verlangt (z.B. werden am Anfang Informationen eingestreut, dass Winddämonen eine gewisse Strecke zum Landen und Abheben brauchen, später können sie plötzlich doch Punktlandungen machen). In dem Buch findet man außerdem den Fehler, den viele Fantasy-Autoren machen (und der den meisten Fantasy-Lesern egal zu sein scheint): Die Regeln für die Welt werden nicht konsequent zu Ende gedacht. Ein Beispiel ist die extrem hohe Anzahl der Dämonen, die in der Dämmerung aus der Erde kommen: Es wird mehrfach betont, dass sie auch Wild reißen. Aber angesichts der beschriebenen Dämonendichte dürfte es nach dreihundert Jahren kein einziges Insekt mehr außerhalb der geschützten Bereiche geben, denn egal wo die Helden sind, bei jeder Dämmerung materialisiert sich im Umkreis von meist wenigen Metern mindestens ein Dämon.

Auch fühlt es sich falsch an, dass die Menschen sich offenbar so wenig organisiert oder ausprobiert haben. Ständig ertappt man sich bei Gedanken, die anfangen mit „Warum hat noch nie jemand...“. Der Held findet z.B. im Laufe der Geschichte eine Waffe aus alten Zeiten, die die Dämonen töten kann, in einer verlassenen Stadt in der Wüste, die zwar schwer zu erreichen ist, aber von der Jahrhunderte viele wussten, wo sie liegt. Warum ist vorher keiner auf die Idee gekommen, dort mal hinzugehen? Weitere Beispiele: Eine andere Figur stellt fest, das man mit Geigenmusik die Dämonen manipulieren kann. Offenbar hat vorher niemand aus dem Fenster geguckt, wenn drinnen musiziert wurde. Wissen über Schutzzeichen wird in den Städten gehortet und nicht geteilt. Und mein Lieblingsaufreger: eine alte Heilerin hat eine Art Napalm, das eine bestimmte Dämonenart töten kann (in einer Welt, in der die Dämonen als unbesiegbar gelten) und teilt diese Information nicht, weil das böse männliche Geschlecht mit diesem Wissen Schaden über die Welt bringen würde – während die Menschheit schrumpft und auszusterben droht!!!

Peter V. Bretts Versuch einer Charakterisierung ist eine Stereotypensammlung. Die Nebenfiguren sind sehr einseitig dargestellt und dienen nur der ihnen zugeschrieben dramaturgischen Rolle. Der Junge, mit dem die weibliche Hauptfigur anfangs verlobt war, entpuppt sich natürlich als notgeiler Lügner, damit die Heldin ohne größeren inneren Konflikt ihre Karriere als Heilerin einschlagen kann. Auch ihre Mutter ist geradezu lächerlich fies. Die Kindheitsfreundinnen der Heldin wollen alle nur schnell heiraten und Kinder bekommen. Ähnlich ist es mit dem männlichen Helden: Seine Jugendfreundin denkt nur ans heiraten, sein Vater ist feige und macht leere Versprechungen, sein Runen-Lehrmeister ist ein uneigennütziger Gutmensch, Herrscher sind grundsätzlich korrupt und nur an kleinen Intrigen und Geld interessiert... Alles Schwarzweiß. Man hat nie das Gefühl, die Nebenrollen hätten eigene Gefühle, Motive, Wünsche. Sie sind nur platte Klischees, an denen sich zeigt, wie toll im Vergleich die Helden sind. Das bewirkt, dass auch die Welt sich eher leblos anfühlt.

Viel mehr Tiefe haben die Helden leider auch nicht. Sie sind Klischees, die man aus tausend anderen mittelmäßigen Fantasyromanen kennt. Sie sind gutaussehend, unglaublich talentiert, sind im Vergleich zu den Nebenfiguren moralisch unfehlbar und bewältigen bereits als Kinder Aufgaben, die für die meisten Erwachsenen unmöglich wären (z.B. auf sich gestellt in der dämonenverseuchten Wildnis überleben, innerhalb einer Woche so viel übers Heilen lernen wie ältere Mädchen in Jahren...).

Und das schlimmste: fast alles dreht sich auf primitivste Weise ums andere Geschlecht. Zwar scheint die Gesellschaft durch die starke Dezimierung durch Dämonen viel Wert auf Reproduktion zu legen (Ehe und frühe Schwangerschaften werden als erstrebenswert angesehen). Es scheint aber, als müssten sich die Helden durchgehend vor zudringlichen potentiellen Partnern schützen. Die Helden wiederum betonen ständig, dass es wichtigeres gibt als Ehe und Sex, das aber wird so oft untergebracht, dass sie eben doch an nichts anderes zu denken scheinen. Zum Sex kommt es aber den größten Teil des Buches nicht, es wird nur ständig darüber geredet. Und wenn die weibliche Hauptperson, eine gestandene Heilerin Ende zwanzig, anfängt zu weinen, wenn sie auf ihre Jungfräulichkeit angesprochen wird, ist das einfach nur noch skurril. Das ist Prüderie bei gleichzeitiger Überhöhung des Sex-Themas, „Twilight“ im Fantasy-Gewand mit altbekannter bigotter Sexualmoral.

Spätestens, wenn die männliche und die weibliche Hauptfigur in der Sekunde übereinander herfallen, wenn sie das erste Mal alleine sind, nimmt diese Sex-Zentrierung lächerliche Züge an. Erstens kennen sich beide erst ca. zwei Tage. Zweitens ist es angesichts vorheriger Entwicklungen komplett „out of character“ (die Heldin wurde erst wenige Tage vorher durch eine Gruppenvergewaltigung entjungfert und der Held hatte bis dato seine Libido seinen Zielen immer untergeordnet). Drittens vergessen beide komplett die Regeln ihrer eigenen Welt und werden beim Sex fast von einem Dämonen gefressen, weil sie sich ohne Schutzzeichen kurz vor Sonnenaufgang im Wald wälzen.

Fazit:
Zwei Sterne gibt es für die spannende Welt, die Brett entworfen hat: Dämonen, die Nachts Menschen jagen und die nur durch Schutzzeichen abgehalten werden können. Aber spätestens nach der Hälfte des Buches wird deutlich, dass die Charaktere nicht über Klischees hinausgehen und die Welt bekommt immer größere Logik-Lücken. Schade, denn der Anfang der Geschichte und die Grundidee ist vielversprechend. Aber der Hype um dieses Buch ist mir unverständlich.
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am 29. März 2013
Eins der besten Bücher, die ich je gelesen habe. Spannend von der ersten Seite an, und was mir vor allem wichtig ist: logische Storyführung, also keine unrealistischen Zufälle und unglaubwürdiges Personenverhalten, um den Verlauf der Geschichte dorthin zu biegen, wo der Autor sie hinhaben möchte.

Sehr zu empfehlen!
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am 14. April 2013
Rich characters in exciting world-environments. The story gains momentum and then keeps up a steady pace. Recommendable for those who love to get to know various characters as much as get involved in their actions and adventures.
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am 11. März 2013
Die Charaktäre im Buch sind toll beschreiben, die Handlung entwickelt sich langsam, aber wird immer besser. Von mir eine klare Kaufempfehlung!
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