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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Sith-Zombies, 10. Januar 2011
Von 
Mario Pf. (Oberösterreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Star Wars: Red Harvest (Gebundene Ausgabe)
RED HARVEST scheitert an fehlender Sith-Atmosphäre, einer Unzahl unnützer Handlungsstränge und einem Mangel an Charakteren mit denen man sich identifizieren könnte. Die zunächst als Protagonisten angedeuteten Sith-Schüler entpuppen sich als billiges Frischfleisch und selbst jene die sich zunächst etwas von der Masse abzuheben scheinen sind nur Opfer, einen blutigen Macht- und Überlebenskampf um Shuttle, Verstecke oder dergleichen wollen sich die Teenager jedenfalls nicht liefern. Man würde es auch kaum bemerken wenn die Sith-Akademie eine Militärschule oder eine Art Hogwarts wäre, man müsste nur die Kulisse umändern. Wenigstens die tragische Romanze bleibt einem erspart. Und der "Jedi-Heldin", die im Grunde kaum Heldenmut beweist, hilft der wohl von Joe Schreiber als Wille der Macht konstruierte Zufall oft genug aus, dass die unbewaffnete und nur unzureichend für Kampfeinsätze Ausgebildete lange genug überleben kann. Einige Spannungsmomente sind zwar vorhanden, aber viel zu selten und Schreiber unternimmt wenig, um diese Spannung weiter auszubauen und aufrecht zu erhalten. Wie denn auch, wenn er zunächst einmal von Charakter zu Charakter springt. Beim eher bescheidenen Umfang des Werks hätte es sich vielleicht bezahlt gemacht die Zahl der Protagonisten wie in DEATH TROOPERS möglichst nach unten zu schrauben.

~~~ Detailfassung ~~~

3654 Jahre vor der Schlacht um Yavin. Odacer-Austin. Als Sith-Schüler Wim Nickter nach einer erniedrigenden Niederlage gegen Star-Student Rance Lussk spurlos verschwunden ist brodelt die Gerüchteküche. Treibt Akademieleiter Darth Scabrous in seinem Turm dunkle Sith Alchemie-Experimente mit den verschwundenen Studenten? Jura Ostrogoth soll es herausfinden, doch der Sith-Schüler handelt nicht ganz aus freien Stücken. Sein Kollege Scopique zwingt ihn einfach dazu, schließlich hat er ein sehr belastendes Video gegen Jura in der Hand. Das erste was Jura erfährt, die letzten beiden Besucher Darth Scabrous Labors sind wie vom Erdboden verschluckt und nun bringt ein weiterer Kopfgeldjäger eine Jedi in das Laboratorium des Sith Lords...

Es gibt im Star Wars-Universum wohl kaum einen düstereren und von Gewalt wie allen Spielarten der dunklen Seite geprägten Ort wie eine Sith-Akademie. Die fast perfekte Kulisse für einen Horrorroman über einen größenwahnsinnigen Sith Lord und dessen skrupelloser Experimente. Fehlte in DEATH TROOPERS eine Erklärung dafür welchen Zweck das Virus erfüllen sollte und woher es stammt, während zugleich keine Spur von Machtsensitivität zu finden war, versucht RED HARVEST nun mit all dem aufzutrumpfen.

Sith, Jedi und Zombies - ein vielversprechender Mix?
Theoretisch auf jeden Fall. Doch Schreiber weiß auch in seinem DEATH TROOPERS-Prequel das zahlreiche Fragen ausräumen sollte nicht mit den "Star Wars"-Elementen seiner Geschichte umzugehen. Was in DEATH TROOPERS an Kritikpunkten nicht so schwer ins Gewicht fiel, wirkt sich nun katastrophal auf das Prequel aus, auch weil man vielleicht wegen des Anfängercharakters seines Star Wars Erstlings Milde walten ließ. Schon in DEATH TROOPERS erwies es sich als etwas störend dass Schreiber den rauhen Gefängnisalltag an Bord der Purge auf einige narrative Anmerkungen und Aur Myss beschränkte. Nun scheitert Schreiber daran das Umfeld der Sith-Akademie glaubhaft zu inszenieren. Anstatt eines Haufens mordlüsterner, machtbewusster und entsprechend gefährlicher backstabber findet man eine Gruppe Teenager vor, unter denen sich nicht mehr unsympathische Brutalos finden als in einem beliebigen anderen Internat. Dass diese Jugendlichen Sith sein sollen erfährt man zunächst nur durch Erzähler Joe Schreiber der ihnen dieses Prädikat samt dunkler Gewänder eben umgehängt hat. Bei allem Respekt gegenüber Vermenschlichung der Bösen, etwas mehr Sith und weniger Teenager Horrortrip hätte dem Roman gut getan. So hätte Schreiber nur wenig ändern müssen um aus der Sith-Akademie eine Art härteres Hogwarts zu machen oder ähnliches. Ein Vorbild hätten die Darth Bane-Romane sein können, um der dunklen Seite in RED HARVEST mehr Kontur zu geben, der erste Sith-mäßige Verrat findet sich erst lange nachdem die Seuche wirklich ausgebrochen ist.

--- Die Charakterzeichnung ---

Eine andere nun deutlicher zu Tage tretende Schwäche des Prequels gegenüber seinem Vorgänger ist auch Schreibers mangelnde Bereitschaft seinen Charakteren so etwas wie Tiefe zu verleihen, denn auch RED HARVEST hat wieder eine unterdurchschnittliche Seitenzahl und nutzt diese zunächst um eine Menge Nebenhandlungen zu eröffnen und Charaktere einzuführen, die dann alle relativ schnell über die Klinge springen müssen und nur mit bestimmten Prädikaten wie "Top-Student" Rance Lussk, Underdog Wim Nickter, Streberin Kindra oder der ehrgeizige doch aufgrund seiner Körpergröße stets unterschätze Mnah Ra'at versehen werden. Vergleichsweise hat sich Schreiber mit der naiv-jugendlichen Ärztin Zahara Cody, dem brutalen Wärter Jareth Sartoris und den Gebrüdern Longo noch für jeden seiner Protagonisten eine Hintergrundgeschichte ausgedacht. Dem stehen die Sith-Schüler völlig farblos gegenüber. Sie erhalten nur rudimentäre Charakterzüge und auch Sith Lord Darth Scabrous bleibt zunächst eine mehr schattenhafte Gestalt. Gerade die für Red Harvests Verhältnisse besser ausgearbeiteten Sith-Charaktere müssen allerdings viel zu früh von der Bühne abtreten.

--- Die Helden ---

Unklarheit herrscht zunächst wer denn die Protagonisten des Romans sein sollen. Die Sith-Schüler? Oder doch das entführte Jedi-Mädchen und sein etwas später eingeführte ihr heldenhaft zu Hilfe eilender Jedi-Bruder? Die Entscheidung fällt schlussendlich für die Jedi aus, als diese völlig unverhoffte Hilfe von einem starken Alien-Beschützer erhält. Doch auch Mechaniker Pergus Frode soll schlussendlich als so etwas wie ein Held hervortreten. Während sich Hestizo Trace, die Jedi mit dem grünen Daumen, aufgrund ihrer Machtbindung zur für Darth Scabrous Pläne unersetzlichen Murakami Orchidee in der Gewalt eines Kopfgeldjägers wiederfindet und nachdem Ausbruch der Seuche auf Odacer-Faustin zunächst durch Telepathie mit der Orchidee in Kontakt steht, auch wenn diese zum Teil jenes Serums geworden ist, durch das sich die Plage verbreitet, und so die ersten Schwierigkeiten überlebt dient ihr Bruder rein dazu den Part des selbstlosen Retters zu erfüllen, ein Horrorfilmklischee wird wahr. Überraschungen sollte man keine großen erwarten, denn RED HARVEST folgt sogar noch mehr als DEATH TROOPERS klischeehaften Entwicklungen.

--- Das Böse ---

Bliebe noch das Mastermind Darth Scabrous, um Joe Schreibers Ehre in Hinsicht auf die Charakterzeichnung zu retten. Doch so sehr man sich danach sehnt und immer wieder ein Fitzelchen Spannung hingeworfen bekommt, die Enthüllung von Scabrous Plänen und Taten erweisen sich dann doch als unbefriedigend. Das liegt zunächst einmal daran dass Schreiber diese Enthüllungen sehr konstruiert ständig hinauszieht und sie dann doch nicht so aufregend zu vermitteln vermag. Scabrous selbst reduziert er auf die Rolle des Alchemisten der Unsterblichkeit erlangen wollte und sich mit Hilfe einer Blutpumpe zunächst davor bewahrt der Infektion zu erliegen. Dieses Element eines "Halbzombies" der dank seiner Machtfähigkeiten ein überlegenes Wesen darstellt wäre durchaus spannend gewesen, wie auch in dem Moment als Rance Lussk entdeckt dass die Infektion ihm sogar für einen Sith noch übermenschliche Fähigkeiten und vor allem Möglichkeiten eröffnet hat und er nur dann zum hirnlosen Zombie degeneriert wenn er wirklich stirbt. Doch solche Moment wo wirklich diese Bösartigkeit und Machtgier eines wahren Sith durchscheint sind viel zu selten. Schreibers Sith sind einfach zu brav und wer erwartet, dass der Ausbruch der Krise zu manch ehrgeizigen Plänen führt sich lästiger Konkurrenten zu entledigen und die Gelegenheit wie auch immer für sich zu nutzen, wird weitgehend enttäuscht. Entsprechende Vorfälle konzentrieren sich vor allem auf den Hauptteil und sind sehr selten.

Zwar ist Scabrous noch am ehesten "der Böse" doch die Rolle der dunklen Bedrohung geht eindeutig an den von der schwarzen Orchidee geschaffenen Zombie-Virus. RED HARVEST enthüllt nun endlich dass dieser nämlich durch eine Korrumpierung der Midichlorianer funktioniert und die Zombies durch so etwas wie ein gemeinsames Hive-Bewusstsein nicht länger auf ihre natürlichen Sinne angewiesen sind. Gewisse Widersprüche zu DEATH TROOPERS wie in Hinsicht auf das Vorhandensein von Lebenszeichen und wie diese Kreaturen zu töten sind haben sich wohl auch ergeben (einmal reichen Sith-Blitze dann erweisen sich auch abgetrennte Köpfe noch als wehrhaft). RED HARVEST ist sogar in sich widersprüchlich wenn infizierte wie Lussk oder Darth Scabrous zunächst bei vollem Bewusstsein sind und erkennen dass nur der Tod sie in willenlose Zombies verwandelt, während manche ihre Sith-Kollegen schon durch einen einfachen Biss zu degenerieren beginnen.

--- Die Handlungsstränge ---

Waren die Handlungsstränge um Sartoris, Zahara Cody und die Longo-Brüder in DEATH TROOPERS noch überschaubar überschlägt sich RED HARVEST zunächst mit der Einführung einer Vielzahl von Charakteren, die ohnehin viel zu früh über die Klinge springen werden und manch einer der als einer der Hauptcharaktere im Dramatis Personae angeführt ist überlebt nicht einmal die ersten 100 Seiten und man kann auch nicht sagen, wenigstens hat er gelebt. Dafür wird ein gemeiner Scopique nicht einmal in diesem angeführt, überlebt aber wesentlich länger als so mancher seiner Mitschüler. Ein ähnliches Negativbeispiel an zu vielen Handlungssträngen und zu wenig Raum für die Charaktere und deren Nebenhandlungen sich zu entfalten ist der in der gleichen Ära angesiedelte Webcomic THREAT OF PEACE. Nur wurden die Handlungsstränge in THREAT OF PEACE nicht oft derart schnell und brutal abgewürgt, nachdem Schreiber die entsprechenden Charaktere gerade erst eingeführt hat. Diese Praxis wird durch die Kürze des Buchs fast unerträglich, denn viele Charaktere sterben so wie sie gelebt haben, als irgendwelche bedeutungslose No-Names.

Konstant bleibt trotz aller Nebenhandlungen der Handlungsstrang um Darth Scabrous, der sich trotz Hestizo Trace Flucht an die Fersen der jungen Jedi geheftet hat. Hestizo wiederum flüchtet zunächst mit Hilfe ihrer "Black Orchid" erfolgreich aus Scabrous Alchemistenturm und erhält schließlich im Kopfgeldjäger Tulkh einen unerwarteten Verbündeten. Und auch der heldenhafte Retter Rojo Trace, dessen "I have a very special set of skills..."-Zitat Schreiber aus dem Liam Neeson-Film 96 Hours kopiert hat, verfolgt konsequent und erfolgreich die Spuren nach Odacer-Faustin um seine Schwester aus den Klauen der Sith zu retten. Die zahlreichen Sith-Schüler unterdessen dürfen hie und da schaurige Entdeckungen machen, bis sich eine Gruppe von vier Schülern und ihrem Combat Master zusammenfindet, nur um anschließend gleich wieder dezimiert zu werden.

--- Red Harvest und The Old Republic ---

War es in DEATH TROOPERS der Galaktische Bürgerkrieg vor dessen Kulisse sich Leben und Sterben auf Purge und Vector abspielten, ist es in RED HARVEST nun der Kalte Krieg des Sith-Imperiums gegen die Republik. Das überraschende, RED HARVEST prahlt nicht mit einem The Old Republic-Logo und hat auch sonst sehr wenig überzeugende Verbindungen zu dieser neuen Ära aufzuweisen. Zwar erfährt man aus dem Roman dass die Ereignisse 3654 Jahre vor Episode IV und nach der Plünderung Coruscants spielen, doch der Vertrag von Coruscant und seine Implikationen, die etwa in Sean Williams FATAL ALLIANCE oder dem Webcomic THREAT OF PEACE eine Rolle spielen sind ohne Belang. Generell ist von der Atmosphäre des "Kalten Krieges" zwischen Imperium und Republik kaum etwas zu spüren, nur kurz tritt etwa auf Geonosis ein Offizier der Republik in Erscheinung, der mit Rojo Trace die Bergung eines abgestürzten imperialen Kreuzers organisieren soll. Dass Geonosis zu diesem Zeitpunkt ein galaktischer Treffpunkt für Gladiatorenkämpfe sein soll, wie manche der The Old Republic-Geschichtsvideos vermuten ließen, bleibt unerwähnt und spielt auch keine Rolle.

Wer The Old Republic wegen seiner oft sehr wenig kreativ wirkenden Anleihen aus der klassischen und Prequel-Trilogie kritisierte, sowie der häufigen Verwendung möglichst bekannter Planeten wie Hoth, Alderaan oder Geonosis, deren Geschichte damit teilweise neu geschrieben wurde, könnte sich bei RED HARVEST insofern wohl fühlen weil all das, bis auf Geonosis und der Feststellung dass auf Endor ein geheimes Biolabor der Republik existiert, keine Rolle spielt. Wer sich allerdings etwas mehr Querverweise und Verbindungen wünscht wird enttäuscht, RED HARVEST könnte genauso gut zu Zeiten des jungen Darth Banes spielen, denn selbst von geborenen Sith ist keine Spur, bis auf wenige Ausnahmen tummeln sich fast ausschließlich (männliche) Menschen in der Sith-Akademie und diesen beigestellt sind auch kaum Personal (ein Neti-Bibliothekar und ein Wartungstechniker der als Pilot fungiert, sowie ein HK-Droide) oder gar Sith-Soldaten. Dennoch wie schon bei DEATH TROOPERS und STAR WARS GALAXIES könnte es auch im Fall von RED HARVEST eine kleine Würdigung des Werks im Rahmen von THE OLD REPUBLIC geben, ob als Sidequest, Dialog oder gar Level wird sich wohl noch zeigen müssen. Wie auch immer, der Bezug zur Ära des Galaktischen Kalten Krieges dürfte wohl ausschließlich aus Marketinggründen gewählt worden sein, um TOR entsprechend zu bewerben, auch weil man mit diesem Projekt hofft weit mehr als die üblichen Verdächtigen unter den Fans anzusprechen.

--- Red Harvest und mögliche Auswirkungen ---

Schon Joe Schreibers DEATH TROOPERS war für den Durchschnitt der Star Wars Romane relativ kurz und nur formal in das Expanded Universe eingebunden. Worüber ich für meinen Teil bei Schreibers Debüt noch hinweggesehen habe wird nun allerdings zum Problem, denn entgegen der Erwartungen Schreiber würde auf die gewisse Unruhe der US-Fanbase wegen der nur ziemlich formal wirkenden Star Wars-Kulisse reagieren hat er sich als unwillens erwiesen auf diese Kritik zu reagieren. Es verwundert auch nicht dass Schreibers Death Troopers-Prequel nun mit zwei sehr günstigen peer reviews der Autoren von VICTORIAN UNDEAD (Sherlock Holmes vs. Zombies) und PRIDE AND PREJUDICE AND ZOMBIES (Stolz und Vorteil und Zombies), sowie des Verweises auf den New York Times Bestseller DEATH TROOPERS schmücken darf. Schreibers erster Star Wars-Roman genoss wohl auch deshalb großes Lob, weil er seinen Lesern nur geringste Vorkenntnisse des EU abverlangte (außer den Filmen musste man de facto nichts kennen) wodurch es einen weit größeren Leserkreis ansprechen konnte als die übliche Lektüre, vor allem die zahllosen Romantrilogien und -reihen. Für die einen ein Segen, für die anderen ein Graus. Wie auch immer, Schreibers Star Wars-Romane kommen Lucas Licensing sehr gelegen, sie sprechen weit mehr an als den harten Kern der Fans (die sich da etwas vernachlässigt fühlen dürfen) und sind werbewirksam. Als DEATH TROOPERS etwa erschien wurde umgehend ein eigener Zombie-Level im damaligen Star Wars MMO Galaxies eingerichtet. Dass RED HARVEST nun gleich in der Ära von Lucas neuestem Projekt THE OLD REPUBLIC angesiedelt ist überrascht jedenfalls nicht mehr und lässt erwarten dass man ähnlich wie bei DEATH TROOPERS auch RED HARVEST ingame ein Denkmal setzen könnte. Die Hintertür zu einem solchen Level hat Schreiber jedenfalls sperrangelweit offen gelassen.

An RED HARVEST zeigt sich wieder einmal wie gut es Lucas Licensing versteht seine Produkte zu inszenieren (5 Leseproben schon im Voraus) und dass der harte Kern der Fans sich schlicht und einfach damit abfinden muss dass das EU eben auf Kommerz ausgerichtet ist und das heißt es wird immer wieder Projekte geben die eben den großen Kreis der Fans ansprechen oder gar neue und alte "Käufer" wiederanzulocken. Dafür gibt es auch immer wieder Projekte denen nicht mehr alle Fans und sogar Autoren folgen können, weil sie zu intensive Vorkenntnisse voraussetzen. Ein Problem das im deutschsrpachigen Raum noch mehr zum Tragen kommt, weil hierzulande gar viele der alten "klassischen" Romane und Comics, sowie neueres Material größtenteils längst vergriffen ist. War schon die "Prequel"-Generation mit dem EU vor 1999 nicht allzu vertraut, wird es die "The Clone Wars"-Generation noch weniger sein. Dass also eine Trendwende in Richtung einer Vernachlässigung von Kontinuität und Kanon zu Gunsten einer leichteren Einbeziehung der neuen Fans einsetzt und uns mehr Romane wie RED HARVEST oder DEATH TROOPERS mit nur aufgesetzten Star Wars-Elementen bescheren wird ist angesichts dieser pseudodemographischen Entwicklungen nicht mal so unwahrscheinlich. Da der Trend in der Filmbranche von Sequels und Prequels zudem auf Remakes und Relaunches umzuschwingen scheint passt auch THE CLONE WARS Tendenz ins Bild, die Klonkriege, welche in der Wartezeit zwischen Episode II und III mit zahllosen Comics, Romanen und Games behandelt wurden, jetzt schlicht neu zu schreiben - Horrorvisionen eines Hardcore-Fans.

Fazit:
Die Idee wäre vielversprechend gewesen: Sith, Zombies und zwischendrin eine Jedi die um ihr Überleben kämpfen muss. Die Umsetzung hat sich allerdings mit einem schweren Defizit an entsprechender Atmosphäre, zu vielen unwichtigen Handlungssträngen und bestenfalls rudimentär ausgearbeiteten Charakteren herumzuschlagen.
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Star Wars: Red Harvest
Star Wars: Red Harvest von Joe Schreiber (Gebundene Ausgabe - 28. Dezember 2010)
EUR 22,99
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