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101
4,5 von 5 Sternen
One Day
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28 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. September 2011
Es ist der englische Begriff "bittersweet", der meiner Meinung nach die Stimmung dieses Romans am besten trifft. Klar, David Nicholls beschreibt seine Szenen auch witzig-intelligent, erwischt den Zeitgeist hervorragend, dabei glücklicherweise jede Aufdringlichkeit vermeidend, und lässt seinen Leser hautnah zwei Jahrzehnte britischer Kultur (allein das ist schon eine enorme Leistung, mal so nebenbei) miterleben, ohne auch nur einen Moment von der Nähe zu seinen griffigen Charakteren zu lassen. Aber da ist ganz eindeutig eine schwer melancholische, eben bittersüße Note, die über den Worten schwebt und mir dann nach Beenden des Romans auch sehr nachgehangen hat.
Letzteres ist natürlich ein deutliches Pro für dieses Buch, denn nur die belanglosen sind schnell abgehakt. Diese Nachwirkung hat mich auch überrascht (nicht nur, weil ich eigentlich "nur" einen romantisch-witzigen Liebesroman erwartet hatte), denn während des Lesens hatte ich nicht gemerkt, wie sehr mir Nicholls' Protagonisten unter die Haut gegangen waren. Sind sie aber. Ihre Träume, Erwartungen, Enttäuschungen, Unzulänglichkeiten, Sehnsüchte. Ihre Glücksmomente und ihr Versagen, all das so unglaublich menschlich und niemals schwarzweiß.
Ich bin etwas zu jung, um mich mit der zeitlichen Einbettung des Romans 100% identifizieren zu können, aber mit Mitte 30 genau richtig alt, um diesen schmalen Grad zwischen dem, was man werden und erreichen wollte, und dem, was Wirklichkeit ist, teils schmerzhaft, teils humorvoll nachempfinden zu können. Autsch;-)
Also, insgesamt ein nachdenklicher, ehrlicher, sehr tragikomischer und schon auch britischer Roman über das Erwachsenwerden.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. März 2012
One day - Ein Tag im Leben zweier Menschen, die unterschiedlicher nicht sein können will man meinen. Ihre unterschiedlichen Charaktere, ihre verschiedenen Interessen, ihre unterschiedlichen Pläne für die Zukunft. Das Buch beginnt im Jahr 1988 mit Dexter und Emma, am Abend ihrer Highschool Graduation. Und bereits am Anfang wird klar, welche unterschiedlichen Vorstellungen diese beiden Hauptdarsteller von ihrem Leben haben. Dexter als Frauenheld will mit jeder ins Bett, die nicht bei drei auf dem Baum ist und Emma ist eher eine graue Maus, durchaus gebildet und intelligent mit einem guten Abschluss, jedoch - das merkt man schnell - eigentlich nicht Dexters Beuteschema.

Im Folgenden erzählt Nicholls die Geschichten dieser beiden Menschen immer am gleichen Tag, dem 15. Juli. Immer im darauffolgenden Jahr. Und im Jahr danach. Und danach. Durch diese Erzählweise bekommt man immer mit, was im letzten Jahr passiert ist und wie sich diese jungen Menschen entwickeln und ihr Leben sich ergibt.

Nicholls schafft es, dass sich der Leser mit den Protagonisten anfreundet. Mir sind diese beiden Menschen sehr nah gegangen, ihre Leistungen, Schicksale, Erlebnisse habe ich miterlebt. Die große Stärke des Buchs ist m. E., dass man sich als Leser immer wieder in die Lage von Emma und Dex hineinversetzt und überlegt "Wie würde ich handeln?".

20 Jahre lang erlebt man also das Leben zweier Personen hautnah mit. Geschichten, die wirklich wahr sein könnten. Die wirklich passiert sein können. 20 Jahre lang begleitet man die Menschen durch all ihre Höhen und Tiefen. Und kann dabei das Buch nicht weglegen. Im Zeitraffer werden Leben erzählt und man möchte immer wissen, was passiert in der Zwischenzeit. Wie steht's um die beiden Heute in einem Jahr? Und diese Spannung schafft Nicholls sehr gut aufzubauen und auch immer wieder aufrecht zu erhalten.

Wer das Buch noch nicht gelesen hat, sei jetzt vor Spoilern gewarnt. :)

Das Ende des Buchs ist eine weitere Stärke von One Day. Nachdem man die beiden nun so lange im ihrem Leben begleitet hat, stellt Nicholls jetzt die Frage, wie das Leben nach dem überraschenden Tod des Partners weitergeht. Der Tod trifft den Leser genauso unvermittelt wie jeden anderen Charakter des Buchs. Und man wird mit so vielen Dingen gleichzeitig konfrontiert. Wie geht's weiter? Ohne den Partner? Was soll aus dem Leben werden? Aber auch die subtile Warnung an alle, wie schnell das Leben vorbei sein kann. Die Phrase "Lebe jeden Tag als wäre es Dein letzter", so abgedroschen sie ist, wird dadurch ganz nah, fühlbar und, ja, schön! Und hier liegt einfach eine weitere, absolute Stärke des Buchs. Nicholls behandelt in Zeitsprüngen und Rückblicken, wie Dex mit Ems Tod umgeht, wie er sein Leben weiterlebt, kurz davor ist, an all dem kaputt zu gehen. Wie er sich immer wieder an Sie erinnert. Und es ist das erste und letzte Mal im Buch, dass an einem anderen Tag erzählt wird, nämlich am 16. Juli. Jetzt bekommt der Leser erst eine Ahnung davon, was nach der Abschlussnacht passiert ist und wie Dex und Em es schafften, weiter in Kontakt zu bleiben, wie Em Dex' Eltern kennenlernte, und wie sie sich auf unbestimmte Zeit verabschiedeten.

Mir ist das Buch sehr nah gegangen, es wirkt nach und ich habe das ein oder andere Mal Schlucken müssen. Es hat mich sehr nachdenklich gemacht und inspiriert mich, manche Themen für mein Leben wieder aufzugreifen und darüber nachzudenken. Wie möchte ich mein Leben leben? Wie werde ich glücklich? Was möchte ich erreichen? Es sind große Fragen, die Nicholls in einer schönen Geschichte behandelt und es dennoch schafft, mit Witz und Wortgewandtheit nie langweilig zu werden einen subtilen Humor, teils auch zwischen den Zeilen, zu versprühen. Ich habe das Buch in englischer Sprache gelesen. Leicht verständlich, einfache und klare Sprache. Wirklich toll.

Für dieses Buch bleibt mir kein Stern, den ich nicht vergeben möchte. 5 Sterne sind absolut angebracht und das Buch ist in jedem Fall empfehlenswert! Es ist kein klassischer Liebesroman - es ist mehr! Bittersüß, wie auch ein anderer Rezensent bereits schrieb, ist eine perfekte Stimmungsbeschreibung des Buchs.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Em and Dex... Dex and Em...
Sie begegnen sich an einem 15. Juli, werden enge Freunde. Dieses Buch beschreibt immer wieder den 15. Juli eines Jahres. Was macht Emma gerade, was Dexter? Was ist in deren Leben im vergangenen Jahr passiert? Wo stehen sie gerade?
Sie mögen sich, finden aber irgendwie nicht zusammen, obwohl beide interessiert scheinen bzw. deren Freundschaft/Bekanntschaft etwas besonderes zu sein scheint. Eigentlich ist klar: die beiden gehören zusammen, aber ...
Ein wenig erinnerte mich dieses Buch von der Geschichte her an "Rosie Dunne" - eines meiner Lieblings-Bücher.
Dies hier hat mich aber bei weitem nicht so gefesselt. Die Geschichte ist ja nicht schlecht, aber manchmal zwischendurch fragte ich mich, worauf der Auto hinaus will. What's the point?
Mir fehlten auch etwas Spannung. Die Geschichte plätschert Jahr für Jahr so dahin. Klar, der Leser wird informiert, was in beider Leben in einem Jahr mal wieder so passiert ist, aber gepackt hat mich das nicht, offen gestanden. Vielleicht fehlte etwas Tiefe?
Der Schock kommt dann ohne Vorwarnung auf den letzten 50 Seiten.. Aber insgesamt machte das das Buch auch nicht besser. Ich war mehrfach versucht, es nicht fertig zu lesen. Ich habe es dennoch zu Ende gelesen, weil ich dem Buch trotz allem einen gewissen Reiz nicht absprechen kann.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. August 2011
I adored this book. It's funny and smart and so utterly heartbreaking.

Nicholls is brilliant at making characters come to life: we see them walk and hear them talk, smell their perfume and shaving cream, feel their needs, wants, their sorrow. We want to hug them, shout at them, sometimes even knock them over their heads. We KNOW them, would recognize them in a crowd. The authenticity blew me away.

I loved the dialogue. I was a happy fly on the wall listening in on all the characters' great conversations. The dialogue is head-on, not just the witticisms of the main characters, Dexter and Emma, but the smaller characters, from Dexter's tired, beautiful mother to Emma's sad sack boyfriend, Ian, the principal in Emma's school, Dexter's bubbly girlfriend Suki -- they all came to life in dialogue.

Nicholls did a great job, too, at allowing us to see and understand how we can start out one way, but end up a whole other person once life gets a hold of us. Tracing the lives of Dexter and Emma on one day in July, for twenty years, was a clever choice. In any case, it was a pleasure watching Emma and Dexter grow and mature.

This is a must read for everyone who enjoys intelligent entertainment, who likes a great love story, and who is delighted by real characters in real situations.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. Dezember 2011
A lot has been said and written a bout this book, so there is little to add. However, it lived up to the hype. The author did a great job of creating distinctive and very believable characters with voices that resonate very well with reality. The way the story is written reminds me of the the thriller Triple Agent Double Cross. The plot in this story is brilliant and the setting makes it even more appealing. There are tons of lessons in this book. In short, this mesmerizing story attests to the creative mind of the author.
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35 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. Juni 2011
This novel evolves around two central themes, (1) two young people trying to figure out what to do with their lives, and (2) the romantic tension between a 'good girl' and a 'bad boy' character. The story is very well-written and really draws you into the lives of the main characters, Emma and Dexter. Unfortunately, however, this makes it all the more depressing when they both keep failing at almost everything they try, both in their professional lives and in love. All in all, this book just left me feeling sad, and I would definitely not recommend it to anyone looking for something uplifting!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. Oktober 2014
Vorbemerkung: Diese Rezension ist Teil meiner Reihe gelesen&geschätzt, in der ich jeden Donnerstag ein Buch rezensiere. Mehr davon auf meinem Blog.

Meistens rezensiere ich ja englisch-sprachige theologische Literatur. Das liegt natürlich daran, dass ich solche Literatur am meisten lese, aber auch, dass mein Blog sich vornehmlich um Fragen der Spiritualität und unserer Reise Richtung Herrlichkeit dreht.
Ich lese eigentlich auch immer Romane und andere Literatur. Nur sind die wenigsten davon so umstritten oder berühren mich so tief, dass ich sie unbedingt an dieser Stelle rezensieren müsste. Aber hin und wieder begegne ich einem Roman, der mich gefangen nimmt. Das kann ganz unterschiedliche Gründe haben. Er kann spannend sein, sodass ich ihn nicht mehr weglegen kann. Oder die Geschichte erinnert mich an irgendetwas in meinem Leben. Oder ich fiebere mit den Charakteren mit, weil sie mir so schnell an das Herz wachsen.
Mit David Nicholls Überraschungserfolg 'One Day' war es alles das.
Allerdings erst beim zweiten Lesen.
Als ich One Day zum ersten Mal zu lesen begann, hatte ich das Gefühl, es sei nur ein weiterer britischer Roman, den ich nicht wirklich verstand. Wo kam dieser Hype um das Buch her? Ja, die Erzählweise war interessant, aber irgendetwas fehlte mir.
Es dauerte einige Monate, dass ich bei meiner Reise nach Indien in einem gelangweilten, etwas einsamen Moment wieder zu One Day griff, in der Hoffnung nach Abwechslung.
Und dieses Mal war es Emma Morley, die Protagonistin, (und ihr Zusammenspiel mit Dexter Mayhew) die mich in ihren Bann zog.
Und tatsächlich ist es diese Protagonistin gewesen, in der ich sowohl eine ergreifende Atmosphäre gefunden habe als auch den Dreh- und Angelpunkt der Erzählweise, die so neu ist, so erfrischend anders als man es kennt.

Die erfrischende Erzählweise
Obwohl das Buch chronologisch die Geschichte von Emma Morley und Dexter Mayhew erzählt und der Frage auf den Grund geht, ob die Beiden noch zueinander finden oder nicht, hat sich Nicholls für diesen Roman etwas spannendes ausgedacht. Als die Beiden sich zum ersten Mal begegnen, ist es der 15. Juli 1989 und sie kommen gerade von der Absolvierungsfeier ihrer Universität. Vorher hatten sie kein Wort miteinander gewechselt (wenn auch Emma ein wenig für Dexter schwärmte). Heute treffen sie sich und versacken bei Emma zuhause für einen One Night Stand, aus dem am Ende nichts wird, weil sie die ganze Nacht miteinander reden. Von diesem Tag an erzählt der Roman die Geschichte von Emma und Dexter immer am 15. Juli des kommenden Jahres, 20 Jahre lang. Jedes Kapitel ist dabei der 15. Juli eines neuen Jahres. In diesem Sinne sind die Kapitel immer Momentaufnahmen der Beziehung der Beiden, mit ihren Höhen und Tiefen und man bekommt einen kurzen Einblick darein, was in diesen Leben passiert, ob und wie sie noch miteinander verbunden sind.
Diese Erzählweise könnte schnell in einen ewigen Kreislauf von Günther-Jauch-gleichen Jahresrückblicken verfallen, in denen vollkommen unnatürlich die beiden Protagonisten in Dialogform sich auf dem Laufenden halten, was im letzten Jahr bei ihnen passiert ist und wieso sie wo gerade stehen. Doch Nicholls gelingt es auf gerade spielerische Weise, dass genau das nicht passiert. In dem Buch liest sich jedes Kapitel wie ein Tag, den man mit einem alten Freund verbringt. Man bringt sich dabei nicht unbedingt auf den neuen Stand, selbst wenn man sich lange nicht gesehen hat, sondern es ist einfach wie immer. Und alleine durch die Interaktion miteinander, durch die veränderten Charaktereigenschaften erkennt man, was im Leben des Anderen passiert ist, man leidet ein wenig mit ihm oder freut sich, und wenn man sich verabschiedet weiß man nicht, für wie lange. Nur kann man sicher sein, dass es beim nächsten Treffen wieder genauso sein wird.

Die ergreifende Atmosphäre
Was vielleicht noch mehr anziehender an dem Roman ist die Atmosphäre, die sich zwischen Emma und Dexter entfaltet und bis zum Schluss kein wirkliches Ventil findet. Es wird fast wie ein Strudel, in den man hineingezogen wird, wobei diese Metapher eigentlich viel zu negativ ist.
Man hat nämlich nicht den Eindruck, dass die Beziehung der beiden ein katastrophales Ende nehmen würde; aber genauso wenig findet man wirklich Optimismus, dass sie zueinander finden. Und gerade daraus wird eine Spannung geboren, die den Leser abholt und nicht wieder loslässt. Es ist eine Spannung, der aus der universalen Frage nach Liebe und Annahme geboren wird und aus der Sympathie, die man für die beiden Protagonisten empfindet.
Es ist das Lernen müssen, dass man ohne einander nicht leben kann, aber genau das lernen muss. Das Beginnen wertzuschätzen, was man an dem Anderen hat, und zu wissen, dass er existiert und dass er auch weiterhin existieren wird, nur eben vielleicht ohne mich. Und das ist auch gut so, weil es genau diese Unabhängigkeit ist, in der man aneinander wächst.
Gleichzeitig ist der Roman ein Gesellschaftsportrait. Die Sicht auf die Gesellschaft ist nicht kulturpessimistisch, aber auch nicht von einem blinden Optimismus beseelt. Nicholls wirkt eher wie ein liebevoller Kritiker seiner (und der etwas jüngeren) Generation, mit ihren Schwächen und ihren Stärken. Er zeigt dabei auf, welche Probleme hausgemacht sind, welche man vermeiden könnte, und aus welchen man vielleicht einen Ausweg finden könnte. Gerade diese Dimension am Roman hat mich in seiner liebevollen und dezent kritischen Art sehr begeistert. Zu oft fungiert die Literatur als ein Lobeshymnus an das gerade Gängige, oder als Fundamentalkritiker an das, was vor fünf Minuten noch der Ausweg aus der Misere war. Nicholls ist anders. Durch die Figuren, die er erschafft, und die Situationen, in die er seine Figuren hineinlaufen lässt, wirkt er wie ein Beobachter, der nicht kritisieren will, aber helfen. Man kann ihm mehr Lebensweisheit unterstellen als es sein durchschnittlicher Leser hat, und wahrscheinlich liegt gerade darin die Faszination des Romans.

Was den Roman ausmacht.
Nicholls zeigt in diesem Roman ein unheimlich amüsierendes Gespür dafür, surreale Situationen zu benutzen, um seine Geschichte weiterzuspinnen.
Da ist zum Beispiel (und ich nehme hier nicht den Lesespaß vorweg! Kommt bloß nicht auf den Gedanken!) das dauerhaft unausgesprochene 'Ich liebe dich' zwischen Emma und Dexter. Dadurch, dass Nicholls einen introspektiven Erzähler einnimmt, wissen wir um die Gedanken und Gefühlswelt von Dex und Em, und man fragt sich wirklich, was sie es endlich sagen.
Und dann kommt endlich der Punkt, an dem es einer zum Anderen sagt, in einem der deprimierendsten und traurigsten Kapitel des Buches, mit dem Zusatz: „I just don't like you anymore.‟
Was genauso frustrierend, wie traurig und genial ist.
Nachdem ich dieses Ventil endlich erreicht hatte in dem Buch, musste ich das Kapitel noch einmal lesen, nur um die Atmosphäre noch einmal zu erleben und zu verstehen, was diesen Satz endlich herausgekitzelt hat und wie dieser Satz („I love you‟), der zu den schönsten der poetischen Sprache gehört, so furchtbar schief gehen konnte.
Wie konnte aus einem Picknick bei Sonnenuntergang ein Autounfall werden (emotional gesprochen?)
Es ist diese Art zu erzählen, die den Roman ausmacht und die mich in den Bann geschlagen hat.
Fünf Jahre hat sich der Autor danach genommen, zum Teil aus Angst, zum Teil weil er es einfach konnte, um seinen nächsten Roman zu schreiben. „Us‟ ist vor einem Monat auf dem Markt erschienen und seit ein paar Tagen auch in Deutschland auf englisch zu erhalten (die Übersetzung gibt es schon etwas länger).
Es gibt schon Rezensionen, die davon sprechen, Nicholls hätte One Day noch einmal übertroffen. Aber ich zweifele noch. Nicht, weil ich Nicholls als Autor nicht alles zutrauen würde. Sondern vor allem, weil ich gerade nichts wüsste, was man an One Day steigern könnte. Näheres dazu, wenn ich das neue Buch gelesen habe.
---
Für One Day gilt: Wer es noch nicht gelesen hat, sollte sich eine Woche Urlaub nehmen und in der Geschichte versenken.

God Bless,
Restless Evangelical
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 500 REZENSENTam 5. Oktober 2011
David Nicholls ist mit"Zwei an einem Tag"eine wunderschöne Liebesgeschichte gelungen, die sehr berührend, aber völlig kitschfrei gestaltet ist.Nach dem Lesen dieses Buches wünscht man jedem Pärchen, eine solch wundervolle Liebesgeschichte erleben zu dürfen.

Am 15.Juli 1988 lernen Dexter und Emma sich nach ihrem Schulabschluss kennen und verbringen,beschwipst von der Abschlussfeier, eine Nacht zusammen.Sie spüren die gegenseitige Anziehung, kennen sich aber nicht gut genug und sind auch zu jung , um zu diesen Gefühlen zu stehen. Sie tauschen ihre Adressen und Telefonnummern aus und versprechen in Kontakt zu bleiben.

In diesem Buch darf der Leser nun die Geschichte von Dexter und Emma über 20 Jahre miterleben. Immer am 15 Juli eines Jahres, wird das Leben von Dexter und Emma erzählt.Ihre unterschiedlichen Lebenswege und Erfahrungen, die sie in der Zeit machen und die doch so ganz anders laufen, als sie es sich vorgestellt haben.Und immer wieder treffen die beiden aufeinander, fühlen sich zutieftst verbunden , scheuen sich aber immer,den letzten Schritt zu tun, eine Beziehung miteinander einzugehen, vielleicht aus Angst den Zauber zu zerstören ?

Bezaubernd und leichtfüßig erzählt David Nicholls seine Geschichte, die oftmals sehr berührend, aber niemals kitschig daherkommt. Die Charaktere der beiden Hauptprotagonisten werden sehr überzeugend beschrieben, sodass man ihre Entwicklung, die sie im Laufe der Zeit machen, als Leser sehr gut nachvollziehen kann.

Diese Liebesgeschichte ist eine der schönsten,die ich jemals gelesen habe und man schließt dieses Buch mit einem tiefen Seufzer und dem Gefühl eines fantastischen Leseerlebnisses.
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25 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. August 2009
Emma und Dexter treffen sich am Tag ihres Studienabschlusses. Sie verbringen eine relativ unschuldige Nacht miteinander. Wie sich ihre Leben danach entwickeln, zeigen die folgenden Kapitel, die immer den 15.Juli eines Jahres beschreiben. Emma und Dexter werden Freunde, und mehr? Werden sie sich nach 20 Jahren noch kennen?

"One Day" beschreibt die Geschichte vom "wie wir waren" und "wie wir sind". Wie sehr sich Menschen im Laufe der Zeit auseinander entwickeln und sich dennoch nie aus den Augen verlieren.

Ein Genuss, man fiebert mit, lacht und weint. Selten fühlte man sich Romanfiguren so nahe.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. April 2011
one word came to my mind after a few hundred pages "depressing" really maybe I am too young but what
a sad perspective on life and hopes for the future. It's well written and the characters are lets say well
developed but it is sometimes too long! and boring and not very creative. I do not want to spoil the end here...but I just thought "what? This is it?" I guess the first part is ok but it just doesn't get any better...I don't know
I just read books that are a lot better in dealing with what this book is about life and a lovestory. So I hope this can be helpful...just go on buy a another, better book. (sorry)
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