Kundenrezensionen


4 Rezensionen
5 Sterne:
 (3)
4 Sterne:
 (1)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen der Hit, 20. April 2013
Von 
klaus "bresty" (Müllheim, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Anatomy of an Epidemic: Magic Bullets, Psychiatric Drugs, and the Astonishing Rise of Mental Illness in America (Taschenbuch)
ich arbeite nun seit vielen Jahren in der Psychiatrie, mir der Problematik der Neuroleptika und Antidepressiva immer bewusst, und hatte nicht selten den Verdacht, dass die angepriesenen Segnungen nicht mit der Realität überein stimmen.
Der Autor hat hier mal ganz tief in den Schubladen gewühlt, in denen die von den Pharmakonzernen ungeliebten Gegenstudien landen. Zusammen mit den Daten der Ärztekorruption ergibt dieses Buch echten Zündstoff: bitte übersetzten!!!!
Wenn Sie ein Patient sind: lesen! werden Sie Profi in der Argumentation, hier können Sie Wissen erlangen wann was und wie lange!!!! die Medikamente überhaupt Sinn machen. Bevor Sie jedoch auf den Gedanken kommen auf Seite 30 ihre Medikamente spontan abzusetzen: zu Ende lesen!!!!!
Als Behandler: lesen! sonst machen Sie Sich mitschuldig an der so verbreiteten Fehlbehandlung, vielleicht können Sie auch ein paar Sünden Ihrer Kollegen wieder gerade bügeln. Wenn Ihnen Freiheit von Seele und Geist ein Anliegen ist: hier bekommen Sie Munition um dafür zu kämpfen
Danke Robert Whitaker! Ich hoffe Sie leben noch! (lange)- es ist nicht selbstverständlich, wenn man sich mit einer solchen Macht einlässt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolut lesenswert!!, 12. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Anatomy of an Epidemic: Magic Bullets, Psychiatric Drugs, and the Astonishing Rise of Mental Illness in America (Taschenbuch)
In “Anatomy of an Epidemic“ geht Robert Whitaker der Frage nach, ob zwischen der extremen Zunahme der psychischen Krankheiten in den U.S.A. in den letzten fünfzig Jahren und der Ausbreitung der Psychopharmakotherapie im gleichen Zeitraum Zusammenhänge bestehen könnten.
Um die Motivation dieses Buch selbst zu lesen nicht zu reduzieren, möchte ich hier weder Whitakers Antwort vorwegnehmen, noch auf Details seiner Argumentation eingehen. Das eigene Lesen lohnt sich hier meiner Meinung nach wirklich! Zum einen wegen der intelligenten und sehr präzisen Art des Autors, sein Material zu präsentieren. Inhalt und Form machen die Lektüre für den Interessierten äußerst spannend, bewegend, sogar aufwühlend. Zum anderen, weil es sich bei diesem Buch um einen Meilenstein in der Psychiatriegeschichte handeln dürfte, womöglich gar einen künftigen Klassiker der Sachliteratur. Es ist nicht umsonst mit dem „IRE Book Award 2010“ in der Kategorie „bester investigativer Journalismus“ ausgezeichnet worden. Ich würde sogar so weit gehen, „Anatomy of an Epidemic“ als Pflichtlektüre für alle Psychiatrisch Tätigen zu bezeichnen. In diesem Zusammenhang ist es sehr bedauerlich, dass das Buch auch drei Jahre nach seinem Erscheinen noch immer nicht auf Deutsch vorliegt!

Während der Lektüre stellen sich, deutlich verstärkt durch die Ergebnisse der aktuellen Studie von Lex Wunderink, unter anderem diese Fragen: Wie konnte seitens der Psychiatrie über so viele Jahre eine "lebenslange Psychopharmakatherapie" propagiert, letztlich oft sogar mit Gewalt durchgesetzt werden, ohne eine einzige Langzeitstudie, die dieses Vorgehen gut begründet? Und warum setzt sich das Wissen, dass diese Praxis einer Mehrzahl von Patienten deutlich mehr geschadet, als genützt haben könnte, so langsam durch? Robert Whitaker gibt hierauf, explizit und implizit, wie ich finde ziemlich plausible Antworten.

Ich möchte derzeit nicht in der Haut eines "biologischen Psychiaters" stecken! Mit meinem Gewissen würde ich vielleicht noch zurecht kommen, da ich vermutlich zwar aus heutiger Sicht arg unkritisch, aber doch nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt hätte. Wie aber würde ich meinen Patienten begegnen? Würden sie mir jemals wieder irgend etwas glauben, mir vertrauen können?
Wie mögen sich erst die akademischen Psychiater, die Professoren und Chefärzte fühlen, die als Ausbilder, Forscher und Multiplikatoren eine weit größere Verantwortung für Behandlungsstandards tragen?

Wie wird es den Betroffenen gehen, die sich nie mit ihrer Medikation anfreunden konnten, aber aufgrund von Gewöhnungseffekten nicht einfach so sagen können "dann schleiche ich meine Medikation eben aus"?

„Der Pharmaindustrie" ist es mit diversen moralisch extrem fragwürdigen, z.T. im Wortsinn kriminellen Methoden gelungen, ihre Produkte im "psychiatrischen Markt" als das wesentliche und in der Praxis oft einzige Element der meisten Behandlungen zu platzieren (siehe hierzu u.a. Ben Goldacre). Die vielleicht folgenschwerste dieser Methoden ist die Unterschlagung unliebsamer Forschungsergebnisse in großem Stil. Vor allem diese hat dazu geführt, dass die von den Fachgesellschaften mit großem Aufwand erstellten Behandlungsleitlinien in weiten Teilen trügerisch sein dürften.
Hoffnung besteht insofern, als die Anreize für diesen und anderen Betrug heute dadurch, dass der Patentschutz für die geläufigsten Medikamente abgelaufen ist und sich kaum Neues „in der Pipeline“ befindet, wesentlich geringer sind.

Nun habe ich doch schon etwas verraten... Aber keine Sorge, dass Buch bietet noch viel mehr!

Ich hoffe inständig, dass "die Psychiatrie" die Chance, die sich durch das voraussichtliche Nachlassen der bisher so effektiven Marketinganstrengungen der Industrie ergibt, nutzt! Und nicht mit dem üblichen Mauern reagiert.
Nach dem Motto: Wir bräuchten aber mindestens noch fünf große, randomisierte, doppelblinde Langzeitstudien, bevor wir erwägen, unsere Praxis zu ändern. Nichts gegen solche Studien! Im Gegenteil, sie sind überfällig!
Aber da man über 50 Jahre ohne solchen Studien die Psychiatrie zu einem verlängerten Arm der Pharmaindustrie degradieren konnte, sollte es aufgrund weniger Studien möglich sein, sich vorsichtig aus dieser Ära zu befreien und zu einer differenzierteren Betrachtung der Dinge zu gelangen.

Jedenfalls braucht man nicht zehn Jahre zu warten, um zu endlich damit anzufangen, den Wunsch psychisch Kranker nach einem Leben ohne oder mit für heutige Verhältnisse wenig Medikation zu respektieren!!
Und von selbst diese Möglichkeit ernsthaft in Betracht zu ziehen!
Dass eine breite Einführung prinzipiell besserer Alternativen (Soteria, "open dialogue"...) allein schon deshalb Zeit braucht, weil diese fast aus dem Nichts aufgebaut werden müssten, ist klar.
Es ist jedoch allemal an der Zeit, wenigstens ernsthaft damit beginnen!

Nur Mut, ihr lieben Psychiater!!
Und: Danke Robert Whitaker!!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Grandios!, 23. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Anatomy of an Epidemic: Magic Bullets, Psychiatric Drugs, and the Astonishing Rise of Mental Illness in America (Taschenbuch)
Ein sehr gut und eindringlich geschriebenes Buch, gut und spannend zu lesen, leider gibt es bisher keine deutsche Übersetzung. Es gibt übrigens auch viele Psychiater und andere Fachleute, die mittlerweile aus mehr oder minder genau den in diesem Buch genannten Gründen das Erkrankungs- und Behandlungsmodell der traditionellen Psychiatrie ablehnen (z.B. Dr. Aderhold). Ich glaube gerne, dass die dargestellten Studien und Fakten in Wahrheit komplexer, also nicht ganz so schwarz-weiß sind, wie sie dargestellt werden, aber die dadurch aufgeworfenen Fragen bleiben trotzdem wichtig und ein lauter Weckruf unter uns Fachleuten dringend erforderlich. Bis heute arbeitet zumindest die deutsche Psychiatrie m. E. schrecklich einseitig medikamentenorientiert und ist zu wenig selbstkritisch. Psychiatern wird wenig Zeit gegeben, ein therapeutische Beziehung zu ihren Patienten zu entwickeln, sie werden oft zu reinen Verschreibern reduziert. Was wir den Betroffenen erzählen (z.B. in Psychoedukationsgruppen zu psychischen Störungen) ist peinlicherweise oft nicht mehr als platte Werbung für Psychopharmaka, mäßig wirksamen und langfristig oftmals äußerst gefährlichen Substanzen. Aus meiner eigenen Arbeit mit psychisch Kranken weiß ich genau, dass es nicht wenige "schreckliche" Verläufe gibt, die sich - betrachtet man es einmal so, was aber bislang anscheinend nur wenige tun - als Folge der jahrelangen "Behandlung" mit hochdosierten Psychopharmaka erklären lassen. Dafür, was einen die Medikamente insb. langfristig "kosten", "bringen" sie vielen Betroffenen einfach zu wenig. Es gibt andere Wege, wie man Menschen in extremen seelischen Krisen helfen kann, aber sie sind peinlicherweise wenig erforscht und wir können mit unserem bisherigen sehr vagen Kenntnisstand noch nicht allen helfen (und haben dafür weder adäquate Angebote, gut ausgebildetes Personal oder Gelder!). Warum ist das so?
Warum sind jahrzehntelang Millionen an Forschungsgeldern in die Entwicklung fragwürdiger Medikamente gesteckt worden anstatt parallel intensiv andere Therapieformen zu suchen? Warum sind Recoverygeschichten und generell die besondere Sichtweise, Erfahrungen und Weisheit der Betroffenen so wenig berücksichtigt worden? Warum hat man diese wichtige Forschung ausgerechnet den Pharmakonzernen überlassen, die sich ihre eigenen Erfolgsgeschichten gestrickt und sich dann diese Geschichten propagierende Psychiater "gekauft" haben? Warum vertrauen wir den meinungsmachenden und Fachbücher schreibenden Psychiatern, die von diesen Firmen sehr viel Geld bekommen, so blind, dass wir meinen ein paar Pillen wären die entscheidende Hilfe für komplexe seelische Probleme?
Gibt es die propagierten psychischen Krankheiten eigentlich wirklich als hauptsächlich genetisch determinierte Entitäten, die sich ohne Medikamente vermeintlich fast immer verschlechtern? Ich würde niemals mit meinem eigenen Verstand "russisch Roulette" spielen und anfangen, diese gefährlichen, das Gehirn verändernden Substanzen zu nehmen! Bist Du selbst aber erst einmal "Patient", wird das von Dir erwartet und Du giltst als "uneinsichtig" und "nicht compliant", wenn Du anderer Ansicht bist... Wehe, wehe, wenn Du mit oder ohne Medikamenten nicht schnell wieder gesund wirst, denn dann wanderst Du auch hier in Deutschland ganz schnell in ein Heim für psychisch Kranke und verlierst Deine Wohnung (und Deinen Job, Deine Freunde, Dein Geld, etc...). Hast Du erst einmal einen gesetzlichen Betreuer und kannst Dir in Deiner derzeitigen Krise nicht selbst helfen, kann es gut sein, dass Du in Wahrheit nicht mehr viel mitzureden hast, andere treffen dann wichtige Entscheidungen über Deine Zukunft...
Auch hier in Deutschland muss vieles anders werden, wenn wir auch für psychisch Kranke ein Rechtsstaat sein wollen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einsichten, gewonnen durch einen sehr belesenen Mediziner, 27. Januar 2013
Von 
Dr. Hermann Prossinger (Vienna, Austria) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Werk beschäftigt sich sehr mit den Symptomen, die man aus zeitgenössischen Quellen ermitteln kann. Damit werden viele abstruse Tehorien als absturs entlarvt. Die Kompetenz des Autors (ein klinischer Arzt) ist sehr hoch. Auffällig ist aber auch seine Sensibilität für die Literatur dieser Autoren. Die Bemerkungen, aus denen man das erlesen kann, sind auch sehr fein.
Schwierig ist es für viele Leser, nehme ich an, die technische (medizinische) Schilderung und die Verwenung der notwendigen Fachterminologie. Das kann das Lesen mühsam machen. Andererseits: ohne diese Fachterminologie und die fachliche Schilderung wäre das Werk viel weniger Wert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Anatomy of an Epidemic: Magic Bullets, Psychiatric Drugs, and the Astonishing Rise of Mental Illness in America
EUR 11,95
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen