Kundenrezensionen

1
4,0 von 5 Sternen
5 Sterne
0
4 Sterne
1
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
0
Minimum Wages
Format: TaschenbuchÄndern
Preis:21,43 €+Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. August 2010
Dieses Buch bietet einen Überblick über volkswirtschaftliche Studien zum Thema Mindestlohn.

Nach einer Einführung in das Thema wird die Geschichte des Mindestlohns dargestellt. Daran schließt sich eine Diskussion zahlreicher Studien zu den Auswirkungen an. Dazu werden u. a. Theorien des Arbeitsmarktes (z. B. wettbewerblich oder monopsonistisch) dargestellt und die vorhandenen Daten interpretiert. Ein besonders wichtiger Punkt ist dabei die Qualität der Studien, was besonders die zu Grunde liegenden Daten betrifft. Studien, die sich nur auf einen kurzen Zeitraum und eine kleine Gruppen von Betroffenen beziehen, kommen häufig zu falschen Ergebnissen. Die meisten der berücksichtigten Studien stammen aus den USA, Großbritannien oder Kanada. Bezüglich der Auswirkungen auf die Beschäftigung werden auch die Erfahrungen in anderen OECD-Ländern (insbesondere Frankreich und Spanien) diskutiert. Untersuchungen aus Entwicklungsländern sind teilweise problematisch.

Man kann die Ergebnisse wie folgt zusammen fassen:

(1) BESCHÄFTIGUNG -> sinkt bei niedrig qualifizierten Arbeitnehmern (z. B. Jugendlichen)
(2) LOHNUNGLEICHHEIT -> sinkt (aber nur, wenn man die durch den Mindestlohn entlassenen Arbeitnehmer ignoriert)
(3) EINKOMMENSVERTEILUNG -> wird in den USA nicht zu Gunsten armer Haushalte verbessert (einige Studien deuten eher eine Verschlechterung an); die Einkommen werden lediglich innerhalb der Gruppe der armen Haushalte umverteilt
(4) QUALIFIKATION
(a) Ausbildung -> wird nicht verbessert, aber möglicher Weise auch nicht verschlechtert
(b) Schulbesuch -> sinkt in USA
(c) langfristig -> niedrigere Qualifikation in der Jugend senkt den als Erwachsener erzielten Lohn
(5) PREISE -> steigen (praktisch volle Umwälzung der Lohnerhöhung auf die Kunden)

Wie man sieht, gibt es praktisch keine Argumente für die Einführung von Mindestlöhnen; sie schaden ja gerade den armen Haushalten. Das Argument, Mindestlöhne würden über eine höhere Nachfrage die Beschäftigung fördern, ist auch falsch. Warum werden Mindestlöhne dann überhaupt eingeführt? In den USA zeigen Untersuchungen, dass die Wähler den Armen helfen wollen. Die Motivation der Interessengruppen ist jedoch eine andere. Die Nordstaaten nutzen Mindestlöhne, um die billigere Konkurrenz aus den Südstaaten auszuschalten. Gewerkschaften sind für Mindestlöhne, weil diese für gewerkschaftlich organisierte Arbeitnehmer zu höheren Löhnen führen, während die Konkurrenz aus niedrig Qualifizierten auf Grund von Entlassungen zurück geht.

Als Alternative zu Mindestlöhnen bietet sich die negative Einkommensteuer (Bürgergeld) an. Diese ist vergleichsweise zielgenau und hilft besonders allein erziehenden Müttern. Eine Abschaffung der Mindestlöhne würde die Löhne nicht ins Bodenlose fallen lassen.

Mir hat das Buch gut gefallen. Die Ergebnisse entsprechen dem, was man von einem freien Arbeitsmarkt erwarten würde. Es gibt keine Hinweise darauf, dass der Arbeitsmarkt monopsonistisch (mit Übermacht der Arbeitgeber) organisiert ist. Vielmehr gibt es für die Einführung von Mindestlöhnen nur politische bzw. protektionistische Gründe. Bei stark regulierten Arbeitsmärkten (Spanien, Frankreich, Deutschland) sind die Beschäftigungseffekte von Mindestlöhnen klein, weil sie praktisch unterbunden werden. Die Beschäftigungseffekte sind der bekannten Metastudie Neumark, Wascher: "Minimum Wages and Employment"entnommen.
11 KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
     
 
Kunden, die diesen Artikel angesehen haben, haben auch angesehen
Myth and Measurement: The New Economics of the Minimum Wage
Myth and Measurement: The New Economics of the Minimum Wage von David Card (Gebundene Ausgabe - April 1995)

Makroökonomik Und Neue Makroökonomik (Springer-Lehrbuch) (German Edition)
Makroökonomik Und Neue Makroökonomik (Springer-Lehrbuch) (German Edition) von Bernhard Felderer (Taschenbuch - 1. April 2005)
EUR 22,99