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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Detailreiche Zustandsbeschreibung, 27. August 2009
Kinder-Rezension
Wer verstehen möchte, was sich derzeit in Afrika südlich der Sahara abspielt, muß dieses Buch lesen.
Das ist nicht einfach, die Detailfülle erdrückt den Leser manchmal, aber wie soll man einen komplizieren Sachverhalt anders erklären, will man nicht auf die leider sonst oft anzutreffenden Stereotype zurückgreifen?
Prunier zeigt Zusammenhänge auf, die in den Nachrichtensendungen oft untergehen oder verkürzt dargestellt werden, ohne auf billige Verschwörungstheorien zurück zu greifen. Er erkärt, welchen Einfluß die schwierige Kolonialvergangenheit hat, aber auch, welche Fehler danach gemacht wurden, von den ehemaligen Kolonialmächten, den Supermächten - und von den Afrikanern selbst.
Einfache Erklärungen sind seine Sache nicht.
Genau das macht das Buch so lesenswert, auch wenns anstrengend ist.
Es lohnt sich.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Selbsteinschätzung gefragt ..., 6. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Africa's World War: Congo, the Rwandan Genocide, and the Making of a Continental Catastrophe (Taschenbuch)
Vorab: Das Buch ist unglaublich faktendicht. Monsieur Prunier gönnt seinen Lesern keinerlei Pause, es geht Schlag auf Schlag, es wird mit so vielen Namen und Volksgruppen um sich geworfen, dass einem bisweilen der Kopf raucht, auch wenn man, wie ich, schon selbst Arbeiten zum Kongokrieg verfasst hat und insofern nicht ganz unbedarft an die Lektüre herangeht. Wenn Sie jemandem eine Strandlektüre zum Kongokrieg schenken wollen, greifen Sie z.B. auf das sehr interessante, auch neue Eindrücke vermittelnde und überaus kundig geschriebene Buch von Jason Stearns (Dancing in the Glory of Monsters: The Collapse of the Congo and the Great War of Africa) zurück. Hinsichtlich der Hintergründe erfährt man dort allerdings bei Weitem nicht das, was Prunier auftischt. Prunier holt aus - tief in die zentralafrikanische Geschichte, ganz besonders den Zusammenhang zum Völkermord in Darfur (auch ein weiterer Forschungsschwerpunkt von Prunier) stellt er heraus, indem er diesen detailliert beschreibt und die Dynamiken in dessen Gefolge in den subsaharischen Gebieten präzise nachzeichnet, wodurch eine Art Bogen durch die zentralafrikanische Geschichte zustande kommt. Die Beschreibung des Kongokrieges ist dann ungemein detailliert und illustrativ - präzise wird, in allerdings nicht immer nachvollziehbarer Gliederung, auch auf kleine Einzelheiten eingegangen. Ich kenne kein Werk zum Kongokrieg, das in diesem Punkt so detailliert ist. Die Sache hat nur eben den Haken, dass sie kompliziert ist. Prunier macht die Sache für jemanden ohne Afrika-Kenntnisse zugegeben stellenweise auch nicht so ganz einfach, indem er bei vielen genannten Städten und Politikern schlicht schon voraussetzt, dass der Leser weiß, welchem Land/Volk/... sie zuzuordnen sind.

Pruniers Wälzer ist indes kein wissenschaftliches Werk im modernen Sinne; anders als beispielsweise bei Ngolet (Crisis in the Congo: The Rise and Fall of Laurent Kabila) oder dem (dafür m.M.n. aber etwas konfusen und hinsichtlich des Zusammenhangs zwischen Titel und Inhalt grenzwertigen) Buch von Reyntjens (The Great African War: Congo and Regional Geopolitics, 1996-2006) ist hier häufig keine "Methodik" in dem Sinne erkennbar, dass für jede zentrale Aussagen Quellen genannt werden würden o.Ä.; Prunier berichtet stattdessen viel von Gesprächen, von Augenzeugenberichtent etc., auch seriöse Quellen werden angezweifelt, bewertet usw. usf. - wenn Sie eine wissenschaftliche Arbeit so verfassen wie das Prunier hier teilweise tut, wird Ihr Dozenz Sie Ihnen wohl wieder zurückgeben. Das führt dazu, dass man entweder glauben kann, was Prunier hier sagt, oder es eben bleiben lässt. Für denjenigen, der aus dem Buch zitieren will, ist das mitunter nicht so einfach. Aber das Ganze ist schlicht dem Problem geschuldet, dass die Quellen, auf man sich oft sonst so beruft, in einem völlig unübersichtlichen und medial ohnehin kaum beachteten Konflikt wie dem in der DRK schlichtweg ein unzureichendes Bild vermitteln (da weiß ich, wovon ich spreche ...). Hier spricht jedenfalls jemand, der die Situation und ihre geschichtliche Einbettung bestens kennt (im Gegensatz teilweise zum Beispiel zum Werk von Dominic Johnsons Kongo: Kriege, Korruption und die Kunst des Überlebens, in dem über weite Strecken bemüht bildhaft beschrieben wird, wie schlimm der Krieg war/ist, bei Fragen des Kontexts aber oftmals erklärungsrelevante Komplexitäten - sagen wir mal - "umschifft" werden), sie auch darstellt, aber dabei auch auf persönlichen Erfahrungsschatz zurückgreift (persönliche Interviews, oft auch mit namhaften politischen Akteuren).

Das alles macht das Buch weitgehend einzigartig, daher auch fünf Sterne. Man sollte als Leser nur vorher wissen, was man will.
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Africa's World War: Congo, the Rwandan Genocide, and the Making of a Continental Catastrophe
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