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am 13. Februar 2005
Robert A. Segals Abriss der Geschichte der westlichen Theorien über Mythen (u. v. a. Tylor, Campbell, Raglan, Eliade, Vidal-Naquet) ist teilweise sehr knapp ausgefallen (dementsprechend ist der Titel sprechenderweise "Myth - A Very Short Introduction"), andererseits fand ich darin viele stimulierende Gedanken. Segal definiert Mythos sehr grundlegend als ein Geschichte (story) über etwas Bedeutsames (significant), deren Hauptfiguren Persönlichkeiten sind, göttlich, menschlich oder sogar tierisch.
Er stellt berechtigterweise bei der Besprechung der unterschiedlichsten Theorien immer wieder die Frage, warum Mythen heute noch wichtige Bestandteile unserer Kultur sind, obwohl viele Theoretiker (insbesondere der viele andere Theoretiker inspirierende Pionier Tylor 1832-1917) die Mythen der vorwissenschaftlichen Ära zugeordnet haben. Insbesondere vertrat Tylor nicht nur die Ansicht, dass nur Primitive Mythen haben, sondern sogar, dass moderne Menschen nur wissenschaftlich denken.
Gut fand ich, dass neben Segals Interpretationen auch immer die Theoretiker selbst in absatzlangen Zitaten zu Wort kommen. Segal betrachtet, wie im Laufe der Zeit seit den bahnbrechenden Arbeiten Tylors die Theoretiker ihre Theorien immer weiter ausgebaut und an die menschliche Psyche angepasst haben. Je nach Ausgangspunkt des Theoretikers werden verschiedene Bereiche der menschlichen Kultur in Verbindung mit dem Mythos betrachtet: Wissenschaft, Philosophie, Religion, Ritual, Literatur; Psychologie, Strukturalismus, Gesellschaft.
Segals Antwort auf die Frage 'Was gewinnen wir modernen Menschen aus der Rezeption eines Mythos ?' ist die Hypothese 'Der Mythos befähigt den erwachsenen Menschen mit einer nahezu undurchschaubaren Welt zurecht zu kommen, so wie ein Teddybär als Sicherheitsobjekt einem Kind hilft, die unbekannte fremde Welt zu erforschen.'. In dieser Interpretation werden auch Mythen, die als absolute Wahrheiten auftreten, wie z.B. Ideologien, eher zu Führern (guides) durch die erlebte Welt als dass sie als Beschreibungen (depictions) der tatsächlichen Welt begriffen werden können.
Am Ende beschreibt Segal wie das Publikum Filmstars und andere Berühmtheiten als "Götter" mit tönernen Füssen erlebt. Der Film-Genuss ersetzt die reale Welt dann durch eine imaginäre, wobei der Rezipient während des Film-Genusses seinen Realitätssinn abschaltet. Dadurch bringen Filme die Götter (= Film-Persönlichkeiten) und die Mythen zurück in die Welt, und zwar ohne dabei die wissenschaftliche Weltsicht zu stören. Meiner Meinung nach kann man diese Gedanken direkt vom Film auf die Belletristik übertragen.
Fazit: als Einstieg sehr gut geeignet. Man kann anhand der besprochenen Theorien diejenigen Werke finden, in denen man sich tiefer gehender informieren möchte. Ausserdem empfinde ich Segals moderne Interpretation des Mythos als gut nachvollziehbar.
Ich war nahe daran, nur vier Punkte zu geben, da mir dieser Einstieg als zu knapp gehalten erscheint. Ausserdem denke ich, dass Segals Hypothese, dass der Mythos dem modernen Menschen als Leitfaden dient, sich in der Welt zurecht zu finden, stärker ausgebaut werden müsste. Da ich aber mit der Darstellung insgesamt sehr zufrieden war und der Autor ausdrücklich nur eine sehr kurze Einführung schrieb, halte ich fünf Sterne doch für gerechtfertigt.
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