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4.0 von 5 Sternen Der Kalte Krieg im Zeitraffer, 16. Januar 2011
Von 
J. Rupp (Frankfurt a. M. Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Cold War: A New History (Taschenbuch)
Mit diesem Buch legt der amerikanische Historiker John Lewis Gaddis einen guten Überblick über die Geschichte des Kalten Krieges vor. Es soll der Generation, die den Ost-West-Konflikt nicht mehr bewusst erlebt hat, als eine Einführung in die Thematik dienen. Der Autor bringt für eine solche Arbeit die besten Voraussetzungen mit, hat er doch in den letzten Jahrzehnten selbst einen wesentlichen Beitrag zur Erforschung des Kalten Krieges geleistet. Hier bietet er nun dem interessierten Leser eine knappe Gesamtdarstellung an, die trotz ihrer relativen Kürze nicht ins Oberflächliche abgleitet.

Der Zeitraum zwischen der zweiten Hälfte der vierziger Jahre und der ersten Hälfte der sechziger Jahre bildet den inhaltlichen Schwerpunkt seiner Analyse. Gaddis lässt hierbei keinen Zweifel daran aufkommen, dass er Josef Stalin für den Hauptverantwortlichen am Ausbruch des Kalten Krieges hält. Überhaupt betont er immer wieder die große Bedeutung von Persönlichkeiten bei der Entwicklung des Ost-West-Konflikts. Im Gegensatz zu Stalin werden Politiker wie Truman, Eisenhower, Reagan oder Gorbatschow positiv bewertet.
Dass der Kalte Krieg nicht zu einem heißen Krieg zwischen den beiden Supermächten eskalierte, verdankte sich laut Gaddis der deutlichen Relativierung der konventionellen militärischen Macht durch die nukleare Abschreckung. Als wesentliche Ursachen für den weitgehend friedlichen Untergang der kommunistischen Diktaturen verweist er auf deren stetig zunehmende ideologische, politische, soziale und ökonomische Abnutzung. Zudem kam es zu einer immer weiteren Verbreitung von demokratischen Ideen und Anschauungen, denen die Staaten des Ostblocks schließlich nichts mehr entgegen zu setzen hatten.

Bei der Fülle des Materials ist es nicht überraschend, dass sich der Autor auf zentrale Aspekte konzentrieren muss. Dazu gehören vor allem die bilateralen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion. Deren wichtigste Mit- und Gegenspieler, also beispielsweise China oder Frankreich, werden ebenfalls berücksichtigt. Andere Weltregionen, wie der afrikanische Kontinent, erscheinen demgegenüber nur am Rande seiner Ausführungen.
Dennoch ist die Argumentation von Gaddis stets nachvollziehbar, auch wenn man nicht jedes der vorgetragenen Argumente für völlig überzeugend hält. Es lohnt sich, sein Buch zu lesen.

Jürgen Rupp
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5.0 von 5 Sternen Ausgezeichnet, 27. März 2010
Rezension bezieht sich auf: The Cold War (Taschenbuch)
Politik wird von Personen getragen, und sie sind es, die in diesem Buch im Mittelpunkt stehen. Im Kontext der historischen Ereignisse insbesondere des frühen 20. Jahrhunderts entwirft der Autor ein umfassendes Bild der weltpolitischen Lage nach dem Zweiten Weltkrieg, wobei durch die Fokussierung auf die Persönlichkeiten anstatt der blanken zeitgeschichtlichen Tatsachen die Darstellung besondere Lebendigkeit erfährt.
Von Roosevelt, Churchill und Stalin und der Etablierung der jeweiligen Einflusssphären bis zu Papst Johannes Paul II. und seinem Beitrag zur politischen Wende in Polen und letztlich Helmut Kohl als Wiedervereinigungskanzler wird der Bogen gespannt. Und dies auf sehr ausgewogene Weise, was durchaus an der Betrachtung Richard Nixons abzulesen ist, der weder an der Sowjetunion oder am internationalen Kommunismus scheiterte, sondern vielmehr an der amerikanischen Verfassung, wobei Nixon letztlich schmerzhaft erkennen musste, dass auf Basis einer freien Demokratie auch ein US-Präsident nicht über dem Gesetz stehen kann.
Beeindruckend ist, auf welche nahezu absurde Weise die Supermächte durch lokale Machthaber und vergleichsweise Kleinstaaten wiederholt in Konfrontationspositionen manövriert wurden, um der verqueren Logik des Kalten Krieges folgend gegenüber dem Gegner keine Schwäche zu zeigen. Dass dabei die Welt als ganze über Jahrzehnte hinweg unter der Androhung des MAD-Prinzips (Mutual Assured Destruction) als Geisel gehalten wurde, ist ebenso aufrüttelnd wie erschreckend, vor allem vor dem Hintergrund, dass die Sowjetunion noch 1983 einen Überraschungsangriff durch die USA für absolut möglich, wenn nicht sogar für unmittelbar bevorstehend gehalten hat.
Insgesamt ein ausgezeichnetes Werk!
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The Cold War: A New History
The Cold War: A New History von John Lewis Gaddis (Taschenbuch - 26. Dezember 2006)
EUR 12,30
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