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42 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach klasse, vorallem diese Ausgabe
Ich musste 1984 im Englisch-Unterricht lesen und ich war begeistert. Zum Glück habe ich diese Ausgabe des Romans erworben, denn hier findet man neben kurzen Zusammenfassungen der einzelnen Kapitel (natürlich auf englisch) auch Character Notes zu den verschiedenen Charakteren. Das ist sehr praktisch, wenn man mal ein Kapitel nicht ganz verstanden (oder nicht ganz...
Veröffentlicht am 19. Dezember 2006 von Fussel

versus
3.0 von 5 Sternen not a "prophecy" or a "warning"!
Get it straight, people: Orwell was writing about the time he lived in. Not the way the world would or might become, but the way it really was. It exagerrates in the extreme, of course, making _1984_ a kind of bleak satire.

It's a shame this is Orwell's most famous book, though, because in many ways it's his worst, with _Animal Farm_ being about as bad...
Am 16. Februar 1999 veröffentlicht


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42 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach klasse, vorallem diese Ausgabe, 19. Dezember 2006
Ich musste 1984 im Englisch-Unterricht lesen und ich war begeistert. Zum Glück habe ich diese Ausgabe des Romans erworben, denn hier findet man neben kurzen Zusammenfassungen der einzelnen Kapitel (natürlich auf englisch) auch Character Notes zu den verschiedenen Charakteren. Das ist sehr praktisch, wenn man mal ein Kapitel nicht ganz verstanden (oder nicht ganz für den Unterricht vorbereitet) hat.

Auch findet man hier Englisch-Englisch Erklärungen zu schwierigen Vokabeln und auch George Orwells Leben ist kurz chronologisch dargestellt, daneben sind die politschen Ereignisse zu dieser Zeit aufgelistet.

Alles in allem ein mehr als empfehlenswertes Buch, besonders für Schüler der Oberstufe.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen A grim warning, 23. Oktober 2006
Von 
Rezension bezieht sich auf: 1984 (Taschenbuch)
This is a story that, unfortunately, seems to be slowly coming true. Many science fiction titles are escapist literature that either imagine a very different world(s) from our own, or at the very least, hold out some hopeful message - in other words, the good guys usually manage to win. This is neither kind of book. And it is science fiction because the sinister use of technology is what allows Big Brother to invade everyone's privacy and dictate what the characters can do or say, with severe, nightmarish punishment for "disobedience." There have other novels that have seized upon this idea of an anti-utopia, but Orwell was one of the first to place it in a realistic future, and in a chilling this-is-all-too-possible way.

And the parallels with our modern world are especially profound, parallels that are obvious all around us. The growing number of surveillance cameras on street corners, the ironic (but deliberately) named Patriot Act in the U.S., the rise of political and religious intolerance in the world...all of it does not bode well for the future of our basic liberties. Orwell got in right back in 1948, and although he was primarily referring to the "red menace" of his era, the tactics used by suppressive governments are tempting for any government because of the control such tactics provide, liberties be damned. Your agenda- whatever it is- can more easily be achieved if you can identify your enemies early on and thwart their every move. The problem is, when your enemies are law-abiding citizens whose political (or religious) views don't match your own- and that's the only "crime"- you've stepped over the boundary of national security and entered the realm of repression. And to stop open criticism of these tactics, these governments (including the repressive one in 1984) invariable claim that the critics are "unpatriotic," "traitors," maybe even "terrorists." Sound familiar? Repressive governments have been using these tactics for centuries; only now, modern technology makes it a whole lot easier- and yes, unfortunately, a lot more tempting.

Of course we don't want real terrorists. The problem is, a "quick fix" of sweeping powers put into the hands of a relatively few like-minded individuals- with checks and balances muted if not totally brushed aside- can, will, and has lead to abuse of those powers, primarily for political and personal gains. That was the real message of 1984, and it's one we should never forget. And if the citizens of a repressive government either don't recognize the danger- or worse yet, vigorously defend it under some mistaken notion of being "patriotic" themselves, surrendering their own liberties in the process- that just makes it all the easier for the incumbents to remain in power, with little chance for genuine reform or change.

It's all there in this great book, 1984, which deserves to be widely read forever and amen.

-Mark Wakely, author of An Audience for Einstein
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "1984" - paradox und oft falsch interpretiert!, 31. März 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: 1984 (Taschenbuch)
Das bekannteste Werk (geschrieben 1948) neben "Farm der Tiere" von George Orwell (verstorben 1950) war auch sein letztes und damit sein Lebenswerk. Es gilt bis heute als einer der Paradelektüre bei Thematik "Unterdrückung der Gesellschaft durch ein totalitäres System" und das wohl zu Recht. Dabei hat Orwell nicht als erster den kritischen Gedanken an Politik, Staat oder gesellschaftliche Entwicklung diskutiert. So stellte Aldous Huxley 1932 das Buch "Schöne Neue Welt" fertig und bereits 1920 wurde ein Roman mit dem Titel "Wir" von Jewgenij Samjatin verfasst. Während ersteres heute immer noch in aller Munde ist und oft mit "1984" verglichen wird, ist das zweite Buch fast vollkommen untergegangen. Und das, obwohl offensichtlich eben dieses "Wir" einer der Grundlagen für George Orwells Roman gewesen ist. Denn während Huxley den Kapitalismus und den technischen Fortschritt kritisch beäugt, wurde Orwell - ebenso wie Samjatin - durch seine Erfahrungen mit dem Kommunismus stark beeinflusst. So ähneln sich die Geschichten sehr (und ich kann jedem 1984-Leser das Werk "Wir" nur empfehlen). Und genau an diesem Punkt wird Orwells Hintergedanke oft missverstanden oder falsch interpretiert: Wer kennt nicht den Ausdruck des "gläsernen Menschen" in unserer heutigen Zeit? Viele verbinden dieses mit dem Zitat "Big Brother is watching you" und kritisieren des Weiteren den technischen Fortschritt elektronischer Verfahren und computer-gestützter Anwendungen, d.h. die Informationstransparenz im modernen Zeitalter. Doch eben jenes ist das Paradoxe, denn Orwells Gesellschaft in 1984 ist über Güter- und Mengenknappheit definiert. Die Massen der Menschen werden dadurch beherrscht, dass Ihnen die Gedanken-Freiheit entzogen wird. Dieses geschieht über die Kontrolle der Lebensverhältnisse durch eine künstlich gehaltene Mangelsituation und eine damit entstehende Konzentration der Menschen auf die notwendigsten Bedürfnisse. Technischer Fortschritt wird nicht nur eingeschränkt, gar gestoppt. Orwell kritisiert somit im Grunde nicht eine mögliche Zukunft, sondern die damalige Vergangenheit, Orwells Gegenwart. Dieses Paradoxon findet sich in Kleinigkeiten: Beispielsweise ähnelt Der große Bruder" mit dem Schnauzer bildlich Stalin (1927 bis 1953 Diktator der Sowjetunion). Doch am deutlichsten wird es am Titel: 1984 - nicht mehr oder weniger das verdrehte Datum der Fertigstellung des Buches 1948! Doch Orwell geht viel weiter und schmückt das Buch mit vielen paradoxen Theorien: "Krieg ist Frieden - Freiheit ist Sklaverei - Unwissenheit ist Stärke". So wird eine in sich logische (aber doch wahnsinnige) Politikstruktur der Macht selbst letztendlich paradox: Die Partei setzt sich zum Ziel die komplette "Macht über Menschen. Über den Körper - aber vor allem über den Geist." So legt die Roman-Figur O'Brien aus Sicht der Partei klar dar: "In unserer Welt wird es keine Gefühle geben außer Angst, Wut, Triumph und Selbsterniedrigung...Es wird keine Kunst, keine Literatur, keine Wissenschaft geben...Es wird keine Neugier, keinen Lebensgenuss geben... immer wird es den Rausch der Macht geben, die ständig wächst und immer subtiler wird." An diesem Punkt werden Menschen zur leeren Hüllen zu leblosen Geschöpfen. Und sollte die Partei ihr Ziel erreichen, bliebe ihnen nur Macht über die Leblosigkeit, also leere Macht.

Die Faszination, die der Roman ausstrahlt und bis heute an die Leser überträgt, liegt in der Wahrnehmung, d.h. in der gefühlten Realität. Mit dem oben beschriebene Paradoxon des "gläsernen Menschen" - des Gefühls "Big Brother is watching you" - trifft Orwell den Nerv des Lesers. Trotz des oft nicht leichten Schreibstiles und dem langsamen Aufbau des ersten Drittel des Buches (1 Stern Abzug, da sich einige Leser sicherlich teils überwinden müssen, weiter zu lesen) schafft es die Geschichte, spätestens mit der dramatischen Darstellung im dritten Teil, unglaublich nahe zu gehen und realistisch zu wirken. Hierzu kommen viele kleine Motive, die sich im Laufe der Handlung ansammeln, und direkt oder indirekt auch in die moderne Zeit übertragbar sind.
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23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein sehr interessantes und zugleich schockierendes Buch, 9. März 2005
Rezension bezieht sich auf: 1984 (Taschenbuch)
In George Orwells science-fiction Roman geht es um eine futuristische totalitäre Welt, die in 3 große Staaten unterteilt ist: Oceania, Eastasia und Eurasia. Diese führen untereinander permanent Krieg. Winston Smith, die Hauptperson dieses Buches, wohnt in Oceania, genauer gesagt in London. Dort regiert "Ingsoc", dessen Oberhaupt sich Big Brother nennt. Die Bewohner leben in sehr ärmlichen Verhältnissen und werden Tag und Nacht von großen "Telescreens" überwacht. Dazu gibt es auch noch die "Thought police", die die gedanken der Menschen überwachen kann. Wer auch nur den geringsten Anschein macht, gegen die Partei und deren Dogma zu sein, wird zu 20 Jahren Arbeitslager oder mit dem Tod bestraft. Allerdings übt die Partei auch noch ganz andere Methoden aus...
Es gibt 3 Schichten von Menschen: "Inner und Outer Party members" und die sogenannten "proles", das Proletariat. Als "outer Party member" ist Winston dazu verpflichtet, für die Partei zu arbeiten. Seine Aufgabe ist es, die Vergangenheit zu Gunsten von Big Brother zu verändern... Insgeheim hat er die Partei und deren System durchschaut und verabscheut diese, doch er scheint mit seiner Meineung alleine zu sein...
Ein sehr beeindruckendes, aber auch deprimierendes Buch, wenn man bedenkt, dass es ähnliche politische Systeme gab oder gibt...
Dieses Buch ist wirklich ein Muss, auch wenn man wie ich eigentlich nichts mit Politik zu tun hat...
Sprachlich ist das Buch nicht sehr einfach, aber auch nicht so schwierig, sodass ein Schüler der 11. Klasse es durchaus lesen und verstehen könnte.
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beeindruckendes Hörspiel! Leider fehlen 8 Minuten..., 18. September 2003
Rezension bezieht sich auf: 1984: Hörspiel (Audio CD)
Ohne Frage ist diese Hörspielfassung von 1977 mit dem genialen Ernst Jacobi eine sehr beeindruckende Inszenierung! Leider hat man gegenüber der Radiofassung 8 Minuten "vaporisiert". 4 dramaturgisch starke Szenen sind hier nicht zu hören: 1) Winston trift Parsons und sie unterhalten sich über die Hasswoche, 2) Eine Televisor-Mitteilung über die Senkung der Kleiderpunkte, 3) Winston spricht mit Julia über seine Frau und die Partei, 4) Eine Kundgebung. Ich hoffe, daß nicht alle Radiohörspiele im "Wahrheitsministerium" bearbeitet werden für die CD-Veröffentlichung!
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein sehr interessantes und zugleich schockierendes Buch, 4. März 2005
In George Orwells science-fiction Roman geht es um eine futuristische totalitäre Welt, die in 3 große Staaten unterteilt ist: Oceania, Eastasia und Eurasia. Diese führen untereinander permanent Krieg. Winston Smith, die Hauptperson dieses Buches, wohnt in Oceania, genauer gesagt in London. Dort regiert "Ingsoc", dessen Oberhaupt sich Big Brother nennt. Die Bewohner leben in sehr ärmlichen Verhältnissen und werden Tag und Nacht von großen "Telescreens" überwacht. Dazu gibt es auch noch die "Thought police", die die gedanken der Menschen überwachen kann. Wer auch nur den geringsten Anschein macht, gegen die Partei und deren Dogma zu sein, wird zu 20 Jahren Arbeitslager oder mit dem Tod bestraft. Allerdings übt die Partei auch noch ganz andere Methoden aus...
Es gibt 3 Schichten von Menschen: "Inner und Outer Party members" und die sogenannten "proles", das Proletariat. Als "outer Party member" ist Winston dazu verpflichtet, für die Partei zu arbeiten. Seine Aufgabe ist es, die Vergangenheit zu Gunsten von Big Brother zu verändern... Insgeheim hat er die Partei und deren System durchschaut und verabscheut diese, doch er scheint mit seiner Meineung alleine zu sein...
Ein sehr beeindruckendes, aber auch deprimierendes Buch, wenn man bedenkt, dass es ähnliche politische Systeme gab oder gibt...
Dieses Buch ist wirklich ein Muss, auch wenn man wie ich eigentlich nichts mit Politik zu tun hat...
Sprachlich ist das Buch nicht sehr einfach, aber auch nicht so schwierig, sodass ein Schüler der 11. Klasse es durchaus lesen und verstehen könnte.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brandaktuell, 29. Januar 2010
Von 
Roman Nies (Helibrunna) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Neunzehnhundertvierundachtzig (Broschiert)
Es ist nun schon über ein halbes Jahrhundert her, seit George Orwell in "1984" ein Schreckensgemälde eines totalitären Regimes der Unterdrückung aller menschlichen Individualität und Freiheit und der vollständigen Überwachung aufgezeichnet hat. Im Grunde hat er nur abgeschrieben, denn diese Diktaturen des Schreckens gab es schon, Nazi-Deutschland, Sowjetunion, Mao-China, DDR , Nordkorea u.a. Eine bessere Zustandsbeschreibung in literarischer Form lässt sich nicht denken. Alles kalter Kaffee? Mit Nichten!
Orwell geht es nämlich darum vor den Mechanismen zu warnen, die zu solcher Versklavung des Menschen führen. Und diese Mechanismen sind immer noch im Gange, auch bei uns. Er möchte, dass jedermann ein Gespür dafür entwickelt, um Fehlentwicklungen rechtzeitig Einhalt gebieten zu können. Kein Wunder, dass dieses Buch in Diktaturen auf der Verbotsliste stand. Warum nur? Ein getroffener Hund bellt! Aber betroffen sind wir alle, denn gerade im fortschreitenden Medienzeitalter sind ja erst die idealen Voraussetzungen gegeben die vollkommene Einflussnahme und Kontrolle auf Menschen auszuüben. In heutigen totalitären Regimen ist es z.B. üblich bestimmte Websites zu sperren, so dass hier auch wieder nur bestimmte Informationsflüsse zugelassen sind. So bildet man Meinung. D.h. die Vorzüge der heutigen Vernetzungen der Informationswege, können auch jederzeit ins Negative umgekehrt werden. Man glaubt, das was die Mehrheit für richtig hält, weil es bequem ist.
Als Orwell 1984" schrieb, dachte er zwar an die Sowjetunion, jedoch haben seine Beobachtungen zur menschlichen Psyche universelle Gültigkeit. Was er beschreibt ist der Idealtypus einer totalitären Diktatur wie sie sich folgerichtig aus der Verirrung des menschlichen Selbstverwirklichungswillens, der oft genug Wunschdenken ist, das Paradies, könne auf Erden verordnet werden, von Gnaden menschlichen Vermögens zwangsläufig ergibt. Mit Prophetie hat das nichts zu tun, wenn man es so wie Orwell erkennt und beschreibt. Es entspricht der Selbsterkenntnis zu der jeder vernünftige Mensch kommen muss.
In 1984" herrscht wie in der Sowjetunion oder der DDR oder Kuba eine frappierende Mangelwirtschaft, die aber mit Hilfe der Macht der Propaganda geleugnet wird. Bei Orwell heißt das Wirtschaftsministerium daher auch Ministerium der Fülle". Das ist ein Kennzeichen totalitärer Systeme, dass sie auch Missbrauch der Sprache treiben, alles verdrehen, Regimegegner verleumden und wenn sie sie zu fassen kriegen, verschwinden lassen. Das alles zum angeblichen Wohl der Allgemeinheit. Jeder erkennt eigentlich den Irrsinn, aber alle ergeben sich in die Zwänge und machen das Spiel mit. Der Realitätssinn wird nicht mehr benötigt, er verkümmert immer mehr und die Umkehr zur Vernunft und zu tragfähigen Wertevorstellungen immer schwieriger. Warum wirft man mir vor, dass ich die Tür nicht aufgeschlossen habe?" fragt sich die KZ-Aufseherin, die vor Gericht steht, weil in dem verschlossenen Gebäude Häftlinge verbrannt sind. Ich habe doch keinen Befehl dazu gehabt!"
Zunächst unterwirft man sich der Lüge, bis man gewohnheitsmäßig mit ihr lebt. Wer erinnert sich nicht an die Propaganda der Nazis, die von unwertem Leben", Volksschädlingen" usw. sprach und einerseits die Vergötzung des Menschen durch das Herrenmenschentum und zugleich die Entwertung des Menschen durch die Rassenlehre auf die Spitze trieb. So ist das immer, Selbsterhöhung führt zum Fall und Untergang. Das ist immer das Gleiche, bei Ideologien, wonach der Mensch selbst vorgibt was gut und recht ist. Insoweit zieht Orwell nicht die letztlich notwendigen Schlussfolgerungen. Der Mensch findet eben nicht zur Wahrheit" in sich selbst. Kaum meint er sie gefunden zu haben, schon richtet sie sich wieder zerstörerisch gegen sich wie gerade in seinem Animal Farm" deutlich wird.
Orwell sagt in 1984" deutlich, was unrecht ist. Jedoch, woher sich die individuelle Freiheit und Selbstbestimmung des Menschen herleiten soll, wenn sie nicht natürlich gegeben sein können, dazu hat er nichts zu sagen. Es verliert sich irgendwo im Nebel humanistischer Weisheiten, die unter dem Verdacht stehen auch nur wieder als Reithelfer missbraucht werden zu können. Schon die Bibel warnte: Wehe denen, die Böses gut und Gutes bös nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen." Gut, aber wie lässt sich das Böse vermeiden?
Es wäre falsch mit dem Finger auf totalitäre Systeme zu zeigen und zu denken, dass das eines demokratischen Rechtsstaates alles nicht passieren kann. Orwell wusste um die Zerbrechlichkeit und Empfindlichkeit aller von Menschen angelegten Herrschaftsformen und Ordnungen, die ein oben und ein unten haben müssen. Er wusste, der so genannte freie Westen kann schnell in den Totalitarismus abgleiten. In Deutschland ging das ganz schnell und es ist ein Trugschluss anzunehmen, dass das anderswo anders wäre. Dass eine hoch stehende Kultur nicht davor schützt hat man am Beispiel der Deutschen gesehen. Und heute? Skeptiker entdecken auch in unserer Gesellschaft Ansätze zur Einschränkung von Freiheiten und des Informationsmissbrauchs, auch wenn dies meistens noch auf einer unterschwelligen Ebene abläuft. Wer sich etwa zu "christlich" äußert, wird neuerdings schnell als Fundamentalist gebrandmarkt oder sogar schon mit den Islamisten in einen Topf geworfen. Wegen dem heute geltenden Relativismus, der als einzige Wahrheit gelten lässt, dass es keine Verbindliche Wahrheit gibt, übersieht man, dass gerade Christen den Begriff der Wahrheit eng mit dem der individuellen Freiheit verknüpfen, während das im Islam, nicht der Fall ist, weil der Islam einen politischen Herrschaftsanspruch hat.
Jedenfalls macht Orwell klart, dass die Umkehrung der Werte mit der Umdrehung der Begriffe einhergeht. "Krieg ist Frieden" oder "gerechter Krieg" sind austauschbar. Und dieser Prozess fängt im Kleinen an, mit verbaler Hetze und endet im Holocaust im schlimmsten Fall. Zuerst wird man verbal ins Abseits gestellt, dann in aller Konsequenz. Der Marxismus-Leninismus besaß die Unverfrorenheit sich sogar als wissenschaftliche Erkenntnis zu bezeichnen. Wir lachen darüber. Aber wie sieht es bei uns aus? Bei uns gibt es eine weitgehend unkritische Wissenschaftsgläubigkeit. Heute wissen sogar die früheren Marxisten, dass die Marxisten sich irrten. Wir haben schon hundertfach gesehen, was geschieht, wenn der Mensch sich zum letzten Maßstab nimmt. Seine Selbsterlösungsprogramme sind zum Scheitern verurteilt. Irgendwann ist es auch mit der persönlichen Freiheit vorbei. Orwells Buch sollte uns eine Warnung sein. "1984" ist eines jener wenigen Bücher, dies jeder einmal gelesen haben sollte. Und es bewahrt seine Aktualität.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Hörspielfassung des Klassikers von George Orwell, 6. August 2003
Rezension bezieht sich auf: 1984: Hörspiel (Audio CD)
Auch wenn das Hörspiel schon fast 25 Jahre alt ist, hat es von seiner beklemmenden Wirkung nichts eingebüßt. Dem Hörer ist von Anfang an klar, dass der "Weltverbesserer" und somit "Parteischädling" Winston Smith mit seiner Such nach Freiheit und Menschlichkeit keinen Erfolg haben kann. Besonders gelungen, weil besonders schockierend, ist der zweite Teil des Hörspiels, in dem Smith im "Liebesministerium" lernt, den "Großen Bruder zu lieben".
Zwar muss man den Roman von George Orwell gelesen haben, um einige Details besser verstehen zu können, dieses Hörspiel erweckt jedoch den Roman auf gelungene Weise zum Leben.
Unterstützt wird dieser positive Gesamteindruck noch durch ein gelungenes Booklet, welches u.a. eine Biographie Orwells enthält.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geniales Hörspiel - LEIDER FEHLEN 8 MINUTEN, 9. September 2003
Rezension bezieht sich auf: 1984: Hörspiel (Audio CD)
Die Produktion von 1977 mit dem genialen Sprecher ERNST JACOBI als Winston Smith ist ein sehr ausdrucksstarkes Hörspiel! Leider fehlen bei dieser CD-Veröffentlichung 8 Minuten gegenüber der Radiofassung (lief zuletzt am 20./27.01.03 auf WDR 5/SpielArt). Es sind 4 dramaturgisch wichtige Szenen: 1) Parsons redet mit Winston über die Hasswoche und das eins seiner Kinder eine Marktfrau angezündet hat, da diese Kochwürste in das Plakat des Großen Bruder einwickelte. 2) Eine Televisor-Mitteilung über die Senkung der Kleiderpunkte. 3) Winston spricht mit Julia über seine Frau und die Partei. 4) Eine Kundgebung. Ich verstehe nicht warum diese Szenen vaporisiert wurden? Vielleicht wurde die Radiofassung im Wahrheitsministerium bearbeitet! Doppelplus ungut! Jedoch enthält die CD auch zwei Szenen (4 Minuten), die in der Radiofassung fehlen: 1) Ein kurzer Besuch von O'Brien in Winstons Zelle (CD 2/Track 1). 2) Eine Gefangener wird in Zimmer 101 gebracht (CD 2/Track 2). Ich habe mich für die Fassung aus dem Radio entschieden, da ich diese als eindrucksvoller empfinde!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beklemmende Vision einer totalitären Zukunft, 10. August 1999
Von Ein Kunde
In 1984, einem seiner größten Werke, verarbeitet Orwell verschiedene biographische und zeitgenössisch-historische Erfahrungen. Oft fühlt man sich auf beklemmende Weise an die Schilderungen aus Nazi-Deutschland oder der stalinistischen Sowjetunion erinnert. In der vom Jahr der Ersterscheinung in den 40ern aus gesehen nahen Zukunft, 1984, lebt der Held der Geschichte, Winston Smith, im totalitären Staat Oceania. Dieser wird von Big Brother, dem Parteiführer der allmächtigen INGSOC, regiert. In dieser Gesellschaft ist eigentlich alles verboten außer Parteiarbeit, Haß auf den Kriegsgegner und Liebe zu Big Brother. Winston arbeitet im Ministerium für Wahrheit, Minitrue, wo er Bücher und Zeitschriften der ständig wandelnden Parteidoktrin anpaßt. Die Geschichte beginnt, als Winston das schlimmste denkbare Verbrechen beginnt: Thoughtcrime, denn er beginnt ein Tagebuch mit feindlichen Gedanken über Big Brother zu schreiben. Bald schon ist er von einem dunkelhaarigen Mädchen, dem er immer in der Kantine begegnet, beunruhigt, in der er eine Agentin der Thought Police vermutet. Zu seinem Erstaunen steckt ihm dieses einen Liebesbrief zu. Die beiden beginnen eine Affäre, ein weiteres schweres Vergehen gegen Parteibestimmungen. Winston nimmt Kontakt auf zu O'Brian, einem bedeutenden Mitglied der Inneren Partei, der sich als Verschwörer gegen die Partei zu erkennen und Winston ein Buch von Goldstein, dem Staatsfeind Nr. 1, gibt. Nach einem romantischen Schäferstündchen mit dem dunkelhaarigen Mädchen, als Winston gerade in die Lektüre des Buches vertieft ist, passiert, worauf er insgeheim die ganze Zeit schon gewartet hat ... 1984 zu kennen, gehört heute zur Allgemeinbildung. Der Slogan „Big Brother is watching you" ist zur festen Redewendung im Englischen geworden. Wenn alle Allgemeinbildung so spannend und fesselnd wäre, wie dieses Buch, müßte niemand mehr zur Schule gehen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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Nineteen Eighty-four
Nineteen Eighty-four von George Orwell (Taschenbuch - 3. Juli 2008)
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