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75 von 80 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wahrer Patriotismus!
Die aktuelle Lage im Irak, das harte Auftreten des amerikanischen Präsidenten und der Erfolg von Michael Moores Film 'Bowling for Columbine' haben das Buch 'Stupid White Men' in kürzester Zeit in die Spitzen der Verkaufscharts katapultiert; und das, obwohl es für ein politisches Sachbuch schon als alter Schinken gelten müsste. Immerhin wurde das Buch...
Veröffentlicht am 25. März 2003 von Olaf Jaeger

versus
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Straker Anfang,schwaches Ende
Dieses Buch ist ein witziges und politisches Buch. Schonungslos nimmt Michael Moore die Bush-Regierung und ihre Hintermänner aufs Korn. Moore beschreibt plastisch und drastisch mit welcher Unverfrorenheit bei den letzten Präsidentschaftswahlen Stimmen gefälscht und manipuliert wurden, damit ausgerechnet dieser Präsident ins Amt kommt. Entlarvend sind...
Veröffentlicht am 4. Mai 2003 von dkupfer7


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75 von 80 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wahrer Patriotismus!, 25. März 2003
Die aktuelle Lage im Irak, das harte Auftreten des amerikanischen Präsidenten und der Erfolg von Michael Moores Film 'Bowling for Columbine' haben das Buch 'Stupid White Men' in kürzester Zeit in die Spitzen der Verkaufscharts katapultiert; und das, obwohl es für ein politisches Sachbuch schon als alter Schinken gelten müsste. Immerhin wurde das Buch vor dem 11.09.2001 geschrieben und kann also nicht auf die Auswirkungen der Terroranschläge eingehen, welche das Weltgeschehen so gründlich verändert haben. Trotzdem kann man 'Stupid White Men' eine gewisse Aktualität nicht absprechen.
Ich denke, dass Moore derzeit vielen Leuten einfach aus der Seele spricht. Äußert man sich als Europäer kritisch über die USA bzw. über deren Regierung, so wird einem knallhart das Wort 'Antiamerikanismus' um die Ohren geschlagen, meist noch mit dem Hinweis, man möge sich (vor allen Dingen als Deutscher) ersteinmal mit den Verfehlungen der eigenen Geschichte befassen. Mit Sprüchen wie 'Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns' wird man sehr schnell auf ein Abstellgleis abgeschoben, sollte man anderer Meinung sein. Damit man nun nicht völlig an seiner Weltanschauung verzweifeln muss, haben die Vereinigten Staaten von Amerika eine laute und rotzfreche Stimme mit dem Namen Michael Moore hervorgebracht.
Wichtig ist: Er ist US-Amerikaner. Seine Kritik kommt also nicht von außen. Er lebt in diesem Land und ist meiner Meinung nach ein echter Patriot! Ja, er liebt die USA. Es ist keine Liebe, die sich in Fahnenfetischismus und Absingen der Nationalhymne erschöpft. Moore möchte stolz auf sein Land sein, allerdings gestattet er sich keinen oberflächlichen Hurra-Patriotismus, sondern hinterfragt und kritisiert. Dies geschieht in einer recht aggressiven und ätzenden Art und Weise, die allerdings immer wieder seinen feinen Sinn für Humor durchscheinen lässt. Nicht umsonst versteht sich 'Stupid White Men' als eine Mischung aus Sachbuch und Satire.
Ich kann durchaus verstehen, wenn Moores polternde Polemik als unangenehm, unsachlich und unpatriotisch verstanden wird. Allerdings ist es gut zu wissen, dass es, entgegen dem weit verbreiteten Klischee, auch noch genügend Amerikaner gibt, die mit der Politik ihrer Regierung hart ins Gericht gehen und ihren Unmut darüber mutig äußern. Zugegeben, sollte man eine andere Meinung vertreten als Moore, wird man sich durch dieses Buch extrem auf den Schlips getreten fühlen. Gerade weil er so aggressiv schreibt, wird es Ihm wohl auch kaum gelingen, Leser mit anderer Meinung auf seine Seite zu ziehen. Es ist ein Buch, das sein Publikum mit Sicherheit spaltet: Man liebt es oder man hasst es!
Moore gelingt es auf sehr unterhaltsame Weise, das Hickhack der letzten Präsidentschaftswahlen und die beunruhigenden Verflechtungen zwischen vergebenen Ämtern, Aktienbesitz und Wirtschaftsinteressen sehr verständlich darzustellen. So ist es nicht verwunderlich, dass der Autor, wenn er vom Präsidenten spricht, diese Amtsbezeichnung grundsätzlich in Hochkommata setzt, um zu zeigen, dass er George Walker Bush des Wahlbetrugs bezichtigt. Er knüppelt aber nicht nur auf die Regierung ein, sondern versucht in einem verzweifelten Rundumschlag, diverse Mißstände der US-amerikanischen Gesellschaft (Rassismus, Bildungsnotstand, Umweltprobleme usw.) aufzuzeigen und anzuprangern. Seine Lösungsansätze gleiten dabei manchmal ins Absurde ab, was ihm allerdings zu verzeihen ist, denn immerhin sind die realen Hintergründe, die zu den aufgezeigten Zuständen geführt haben, oftmals noch viel absurder. Verzweiflung scheint Moores Hauptmotiv für dieses Buch gewesen zu sein. Oft beschleicht einen beim Lesen das Gefühl, dass er sich als Sehender unter Blinden fühlt, mit der Verpflichtung, diese auf den richtigen Weg zu führen. Mag sein, dass das sehr nach erhobenem Zeigefinger oder missionarischem Eifer aussieht, aber die Tatsachen und Argumente, die er dabei anbringt, wirken sehr überzeugend.
Wer dieses Buch sehr genau durchliest, wird übrigens auch Parallelen zum Zustand der deutschen Gesellschaft finden. Nicht, dass sich nun sämtliche amerikanische Verhältnisse 1:1 übertragen liessen, aber Moores Blick auf die USA kann durchaus dazu beitragen, auch die eigene Gesellschaft und Politik mit anderen Augen zu sehen.
Das Buch birgt, aufgrund seiner recht einseitigen Sichtweise, eine große Gefahr, Antiamerikanismus und Vorurteile zu schüren. Obwohl es recht locker und witzig geschrieben ist, sollte man sich die Mühe machen, es sehr sorgfältig zu lesen. Erst dann wird dem Leser trotz der ätzenden Kritik klar, dass es sich hier um ein absolut pro-amerikanisches Buch handelt, denn es will etwas verändern und eine Verbesserung der Lage herbeiführen - es versteht sich als ein grober (aber ernst gemeinter) Denkanstoß.
Ich habe mir übrigens überlegt, meiner Wertung ein bis zwei Sterne Abzug zu gönnen, da mir durchaus bewusst ist, dass das Buch in weiten Teilen eine sehr einseitige Perspektive und eine starke Vereinfachung von Tatsachen vermittelt. Andererseits hat mir Moores Werk so gut gefallen, das ich gar nicht umhin konnte, ihm volle fünf Sterne zu geben. Ich habe aber durchaus Verständnis für die Gegner von 'Stupid White Men', die sich wünschen, Amazon würde eine Null-Sterne-Wertung zulassen.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Polemik wie sie sein soll!, 24. Dezember 2003
Was soll man berichten über den selbsternannten Intimfeind des Bush-Clans? Ja, ja, ich weiß was all die oberintellektuellen, überkultivierten Bildungssnobs da draussen dazu sagen würden. Von wegen Moore sei ja selbst nicht besser als sein Wiedersacher, er verbreite schlechtrecherchierte Halbwahrheiten und würde damit auch noch im ganz großen Stile Abzockerei betreiben. Schlecht verdienen tut er bei seinen Veröffentlichungen - egal ob Film oder Buch - sicher nicht, aber mal ehrlich, ein kurzer Blick über den eigenen Tellerrand und man hat sich schnell vergewissert, dass doch eigentlich überall und mit allem Geld verdient wird. Wieso sollte da also gerade Michael Moore eine Ausnahme machen, wo er doch zumindest auf die richtigen Sachen aufmerksam macht?
Der Vorwurf der Manipulation mit erfundenen Scheinfakten und billiger Polemik wiegt da schon schwerer. In diesem Zusammenhand sei darauf hingewiesen, dass der gute Mike kein bildungsbürgerlicher Edelrebell ist, sondern ein einfacher Durchschnittsamerikaner, der über keine universitäre Bildung verfügt und nach eigenen Angaben einen Minivan fährt und gerne zu McDonals geht (letzteres glaubt man bei Betrachten des Covers auch aufs Wort). Was ist daran schlimm wenn einer wie er ins Rampenlicht tritt und seinem Ärger Luft macht? Wo Michael Moore draufsteht, ist eben auch Michael Moore drin. Was bedeutet, dass hier in ungeschminkter und direkter Art und Weise Stimmung gegen Bush und seine Hintermänner gemacht wird, wobei sich Moore - für uns Europäer vielleicht ein wenig überraschend und befremdlich - selbst als glühender Patriot versteht, der ja nur das beste für sein Land will. Sicher, wer mit der Thematik vertraut ist und eher auf wissenschaftlich angelegte Publikationen wert legt ist hier falsch, dies weiß man aber erstens vorher und zweitens sind Autoren vom rein akademischen Schlag wie z.B. der MIT-Professor Noam Chomsky - bei aller Brillianz seiner Veröffentlichungen - einfach nicht in der Lage die breite Öffentlichkeit wirksam zu erreichen.
Meiner Meinung nach aufgrund des hohen Unterhaltungsfaktors und der vielen humorvollen Einlagen eindeutig volle Punktzahl. Diese von Michael Moore selbst gelesene Hörbuchversion eignet sich übrigens ganz hervorragend für Leute, die ihr American English ein wenig aufmöbeln wollen.
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42 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen in diesen Zeiten der, 21. Januar 2003
Michael Moore ist der z.Zt. wohl "gefährlichste" amerikanische Autor und Filmemacher. Gefährlich für das konservative Establishment, das in Moore einen unglaublich schwer zu erledigenden Gegner vorfindet: nämlich keinen geschliffenen Intellektuellen im Professorenanzug, sondern einen engagierten Fast-Food-Konsumenten, der mit jedem Gramm seines Körpers den dekadenten Durchschnittsamerikaner repräsentiert. Er ist so durch und durch geprägt von dem Leben in den USA, daß er sich auf seinem Schlachtfeld besser zurechtfindet als seine Gegner.
Mindestens genauso empfehlenswert wie die Lektüre von "Stupid white men" ist der Besuch seines aktuellen Kinofilms "Bowling for Columbine", in dem Moore in gnadenlos treuherziger Satire den amerikanischen Waffenwahnsinn pointiert.
Es gibt interessante Reportagen über Moore in den gängigen Medien, z.B. einen guten Artikel in der ZEIT.
Beissender, Verfetteter, schonungsloser ist derzeit kein anderer Autor, und bislang konnte ihn noch keiner in den Griff kriegen.
Absolut empfehlenswerte Lektüre!
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54 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie wir intelligent handeln können, 2. März 2003
Es stimmt: Das Buch ist einseitig. Aber kann man dies Michael Moore wirklich übelnehmen? Bush sagt ja selbst, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt: entweder man ist für oder gegen Amerika. So einfach ist das in den USA (und, sein wir ehrlich, auch bei uns). Und natürlich ist Moore gegen Bush und der deutsche Leser ist schnell auf Moores Seite, wenn dieser so wunderbar eloquent gegen die amerikanische Junta, dessen Präsident wie in einer Bananenrepublik an die Macht gekommen sei, anschreibt. Schon trauern wir Bill Clinton nach und wünschen uns einen Präsidenten Al Gore, den eigentlichen Gewinner der Wahlen, der nur wegen unglaublicher Tricks des Bush-Clans nicht Präsident wurde. Nach unzähligen amerikanischen Ungeheuerlichkeiten kommt für Nicht-Fachleute der Materie der wirkliche Donnerschlag im hinteren Teil des Buchs: Die Demokraten seien natürlich auch gar nicht links sondern in Wirklichkeit nur eine Verlängerung der republikanischen Partei. Und Bill Clinton hätte in manch einem Bereich (z.B. in der Autoabgasverringerung) sogar rechtere Politik gemacht als seine republikanischen Vorgänger und seinem Nachfolger den Weg bereitet. Bush spräche nun nur offen aus, was Clinton, hinter viel Charme versteckt, genauso gemacht hätte. In Amerika reiche es also nunmehr völlig aus, so Moore, so zu tun, als ob man für die Armen sei. Danach handeln müsse man aber nicht, um als geachteter (demokratischer) Präsident von der Bühne abtreten zu können.
Und ist das wirklich alles wahr? Am Ende gibt es eine lange Quellenliste. Aber selbst, wenn nur ein Viertel der Fakten stimmte und selbst, wenn für Moores Meinungen jeweils Gegenargumente angeführt worden wären, das Buch ist erschütternd! Am liebsten möchte man weglaufen und es mit Proust halten: "... ich [tat], an Feigheit berteits ein Mann, was wir alle tun, wenn wir gross sind und Leiden und Ungerechtigkeiten mitansehen müssen: ich wollte nicht sehen..." Das aber gestattet uns Moore nicht. Er gibt unzählige Informationsquellen und zeigt Protestmöglichkeiten auf, er sagt, wir sollen Briefe und Emails schreiben, zur Wahl gehen und uns selbst zur Wahl stellen (das sei meist viel einfacher als man denkt). Und so bleiben wir nach der Lektüre nicht frustriert zurück sondern sind nicht zuletzt Dank Moores Humour aufgerüttelt, selbst zu handeln. Es ist paradox: die Befreiung vom Übel der Welt scheint hier schon in der Tat es anzugehen für jeden von uns auf wundersame Weise greifbar.
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63 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Traumhaft. Herzlichen Dank und "Hut ab" Herr Moore !!!!!, 20. März 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Stupid White Men (Taschenbuch)
Vorerst einmal möchte ich betonen, dass meine Rezension sich auf die englische Version des Buches bezieht, da ich nicht weiß, ob es zur deutschen Version Unterschiede gibt.
Dieses Buch ist einfach herrlich. Als ich es in die Hände bekommen habe, konnte ich es kaum mehr weglegen (war innerhalb von 2 Tagen damit fertig...). Michael Moore nimmt die Gesellschaft, und vor allem die Regierung des Landes der (angeblich) "unendlichen Freiheit", das Land in dem die Mehrzahl der, ich zitiere: "pathetisch dummen weißen Menschen (daher der Titel :-)) lebt", mal genau unter die Lupe, und sagt endlich mal, mit viel schwarzen Humor, was alles nicht stimmt.
Besonders für Europäer betrachte ich diese Lektüre fast als ein Muss, denn die Vorstellungen, die sehr viele von uns Europäern von den USA haben, stammen aus amerikanischen Selbstverherrlichungsfilmen, und hier bekommt man mal einen wirklichen, objektiven Insiderblick. So ist Moore kein Antiamerikaner, er bezeichnet sich gerade als amerikanischen Patriot, dessen Pflicht es ist, die Probleme und Misstände anzusprechen.

Zunächst einmal kritisiert Moore heftig die Präsidentschaftswahlen, den "Coup" (Wahlbetrug), wie er ihn bezeichnet. Er erklärt wie die Bush, sein Bruder der Gouverneur von Florida und die Richter des obersten Gerichtshofs, die Pappi ernannt hatte, die Wahl so manipuliert haben, dass es doch noch zum "happy ending" kam und Schorsch doch noch ins Weiße Haus einziehen durfte, obwohl er weniger Stimmen hatte.
So schreibt er einen offenen Brief an "Dear George" in dem er unter anderem, zugegebenermaßen zum Teil unter der Gürtelinie, dessen angeblichen Analphabetismus, seine früheren Alkoholprobleme, seine Wahlkampagne usw. mit angeblich fürsorglichen Absichten anspricht. Hinzu kommen noch ein paar "Hintergrundinformationen" über die Mitglieder von Bushs Regierung und die Sponsoren dessen Wahlkampagne, die man wissen sollte.
Danach spricht er, mit zum Teil derbem Humor, verschiedene Probleme an, wie das amerikanische Schulsystem, Schusswaffen, Rassismus, und verschiedene Konfliktfälle an.
Irgendwie könnte man Moore gar als Visionär betrachten (das Buch wurde noch vor dem 11.09.01 geschrieben, die Veröffentlichung hat sich dann allerdings stark hinausgezogen), denn jeder Kritikpunkt, den er an der Bushregierung äußert, wurde durch die Ereignisse der vergangenen Monate bestätigt. Man könnte fast meinen, Bush & Co. hätten das Buch gelesen und wollten den netten Herrn nicht als Märchenerzähler erscheinen lassen, also haben sie alles schön brav gemacht, wie es Moore befürchtet hat :-).
Dennoch finde ich gut, dass er nicht NUR, die Republikaner veräppelt, sondern auch die Demokraten, und besonders Bushs Vorbewohner im Weißen Haus, nicht verschont.
Durch seinen äußerst lockeren und humorvollen, ja zum Teil sogar lächerlichen Schreibstil, schafft es Moore, den Leser zu fesseln, und doch auf viele erschreckende Tatsachen aufmerksam zu machen. Gegner der Bushregierung und allgemein Antiamerikaner werden sich in ihrer Einstellung bestätigt fühlen, während allerdings auch überzeugte Amerikanophile mit Sicherheit ihre Ansichten etwas ändern werden (und das mit Recht).
Negativ fand ich, dass Moore nicht nur Sinnvolles, sondern leider auch so manchen Schwachsinn schreibt. So finde ich seine Lösungsvorschläge für die Konflikte dieser Welt zum Teil fast bedauernswert (z.B Zwangsbekehrungen für Protestanten in Nordirland; den Rat an schwarze Autofahrer, weiße Gummipuppen auf ihre Rückbänke zu stellen, um als Chauffeur zu gelten und so zu vermeiden, von rassistischen weißen Polizisten angehalten zu werden...). So sehr ich über diese Vorschläge beim erstmaligen Lesen gelacht habe, so sind die angesprochenen Probleme doch viel zu ernst, als dass man sie so lächerlich behandeln könnte. Denn zu diesen Fällen bietet Moore (so gut wie) keine ernsthaft umsetzbare Vorschläge. Deswegen nur 4 Sterne.
Aber trotzdem ist das Buch äußerst informativ, witzig, und dürfte selbst politisch nicht interessierte Menschen fesseln. Also mich als, nicht wirklich Antiamerikaner, sondern Amerikakritiker, hat das Buch einfach fasziniert und mich in meinem Gefühl bestätigt, dass wir es im "alten Europa" doch sehr sehr gut haben.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Verbaler Rundumschlag, 18. Juli 2003
Von 
Dr. Matthias Korner "brundisium" (Ratingen, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Stupid White Men (Taschenbuch)
Seit Wochen führt das 329 Seiten lange Buch die Bestsellerliste des Spiegel im Bereich Sachbuch an. Das ist nachvollziehbar. Aufgewühlt durch die intensive Debatte in Europa über das Für und Wider des 2. Irakkrieges haben viel Deutsche zu Michael Moores Mischung aus satirischer und ernster Auseinandersetzung mit den USA gegriffen. Da Kritik am Kurs der amerikanischen Regierung vornehmlich aus Europa erfolgte, reizt es, endlich einmal eine kritische Stimme aus den USA selbst zu hören. Diese Hoffnung wird nicht enttäuscht.
In 11 Kapiteln nebst Epilog feuert der Regisseur des Films "Bowling for Columbine" eine volle Breiseite der Kritik auf das von George Bush regierte Amerika ab. Da wird unter anderem der überaus merkwürdige Verlauf der amerikanischen Präsidentschaftswahlen vom 07.11.2000 angeprangert, George Bush nebst mangelnder Bildung seine früheren Alkohol- und Rauschgifteskapaden vorgeworfen, den USA ihre Arroganz und ihr andauernder Rassismus vorgeworfen, die Dummheit vieler Amerikaner in historisch - geographischem Kontext und ihr Desinteresse am Erlernen wenigstens einer Fremdsprache beklagt. Gleichzeitig fragt Moore aber auch nach den Ursachen vieler Mißstände wie etwa dem unzureichenden Schul-, Bildungs- und Erziehungssystem der USA und versucht eher ironisch, dem einen oder anderen amerikanischen Mitbürger mit einer Art Knigge und einer Liste unverzichtbarer geschichtlicher Basisdaten auf die Sprünge zu helfen. Sicher nicht ernst gemeint, wenngleich originell sind seine Lösungsvorschläge für die brennenden Konflikte in Nordirland und Palästina.
Die nicht immer sachliche Abrechnung mit dem amerikanischen Präsidenten und den "feinen patriotischen Säulen" seiner Regierung mag dazu beigetragen haben, daß Moore von Großteilen des konservativen US - amerikanischen Establishments als Politrabauke angesehen und entsprechend ausgegrenzt wird. Dabei wirft er keineswegs einseitig in "Stupid White Men" den Demokraten vor, als natürliche Opposition zur republikanischen Regierungspartei zu versagen. So habe auch die demokratische Partei nicht zur Schaffung einer gerechteren Welt oder einer gesünderen Umwelt beigetragen. Fakt ist, daß die USA als eines von wenigen Ländern bis heute weder die Vereinbarungen zur Schaffung eines internationalen Strafgerichtshofes noch das Kyoto - Protokoll zum Schutz der Umwelt unterzeichnet haben. Nachvollziehbar wirft Moore Bill Clinton, den er lediglich für eine eloquentere und strategisch/taktisch klüger handelnde Kopie Bushs hält, u.a. vor, unter grober Vernachlässigung grundlegender amerikanischer Umweltinteressen - sehr zum Nutzen von Uncle Sam's Autoindustrie - Geländewagen von sinnvollen Benzinverbrauchsauflagen befreit zu haben.
Leider wiederholt sich Moore ständig, was den Wahlbetrug in Florida anbelangt. Für ihn sind nicht nur die Republikaner verantwortlich, sondern auch das oberste amerikanische Bundesgericht, das eine Wahlnachzählung verhinderte, und natürlich sind auch die demokratischen Wähler schuld, die dem grünen Kandidaten Nader ihre Stimme gaben, wozu ihnen Moore auf zahlreichen Wahlveranstaltungen geraten hat. Letztendlich ruft Moore dazu auf : "Gebt mir die Schuld". Schade, daß der Autor das durchlebte Trauma mit der verlorenen Wahl noch nicht überstanden hat, denn die ständige Litanei hierüber und die zahlreichen Schuldbezichtigungen langweilen.
Michael Moore hat sich in seinem mitunter schnodderigen, naßforschen Stil höchst unterschiedlicher Themen angenommen, die allesamt unter die Haut gehen. Dafür braucht der Leser Geduld und Flexibilität. Vergegenwärtigt er sich, daß das Buch aus rein amerikanischer Sicht geschrieben wurde, also gerade europäische oder andere Sichtweisen gänzlich außer acht läßt, so gewährt es tiefe Einblicke in den amerikanischen way of policy und die Machtstrukturen in den USA, immer unterstellt, alles ist von Moore so sauber recherchiert wie in seinem Fundstellenverzeichnis im Anhang zitiert.
Gerade in Zeiten, in denen sich niemand der Reflektion über die allgegenwärtige einzige Supermacht entziehen kann, läßt sich "Stupid White Men" auch mit all seinen satirischen Ansätzen als überaus lesenswerte Lektüre empfehlen und sei es nur, um darüber nachzudenken, ob die USA wirklich so sind, wie Moore sie uns schildert. Als weniger ironische, sachliche Ergänzung - sicher auch für amerikanische Leser interessant - bietet sich das Buch von Mark Heertsgaard "Im Schatten des Sternenbanners" an, in dem sehr viel über die Sicht der restlichen Welt auf die USA zu erfahren ist.
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29 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Moore strikes back ..., 28. Februar 2003
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Stupid White Men (Taschenbuch)
Mittlerweile genießt Michael Moore auch hierzulande einen recht hohen Bekanntheitsgrad. Sein Film "Bowling for Columbine" geistert schon seit Monaten durch diverse Beliebtheitslisten und schlägt, genau wie sein aktuelles Buch, in die Kerbe des allgemeinen Antiamerikanismus, der sich bei uns im "Alten Europa" ;) derzeit wie ein Strohfeuer ausbreitet.
Moore ist Patriot und schämt sich gleichzeitig für sein Land, vor allem aber für seinen "Präsidenten" (warum Georgieboy keine echte Legitimation hat, wird sehr ausführlich beleuchtet). Auf seine persönliche, sarkastische, ja regelrecht zynische Art rechnet er mit dem aktuelle Regime gnadenlos ab. Dabei bedient er sich jedoch nicht nur irgendwelcher Stereotype und Behauptungen, sondern untermauert seine Argumentation mit handfesten Fakten und Zahlen, die er in einem offensichtlich sehr aufwendigen Prozess recherchiert hat. Gerade aufgrund dieser Informationsfülle, bietet das Buch auch nach der Lektüre eine gute Nachschlagemöglichkeit, um seinen "Munitionsvorrat" an Diskussionsargumenten jederzeit aufstocken zu können (am Stammtisch immer nützlich). Abgesehen vom sachlichen Gehalt des Buches findet man ununterbrochen Stellen, die einen durch ihre Dreistigkeit und bittersüße Ironie zum Lachen, oder zumindest Schmunzeln, bringen. Gedanken und Verdächtigungen die man schon immer hatte, wurden hier erfrischend und gekonnt formuliert, wie man es selbst nicht hätte besser sagen können.
Dies ist jedoch nur der Einstig in diese Sammlung von Essays (Kapitel weisen nur mäßige Querverbindungen auf). Im Verlauf seiner Schilderungen geht Moore auch auf Umweltschutz, Rassendiskriminierung und zwischenmenschliche Probleme ein, um dann jedoch noch die Kurve zurück zur amerikanischen Politiksystem zu kriegen. Als eine Art "roten Faden" findet man auch häufig autobiographische Züge, passend eingebunden in das jeweilige Thema. Brisante Fragen wie den Irakkonflikt oder die WTC-Katastrophe können leider nicht abgehandelt werden, da das Buch im Zeitraum davor verfasst wurde. Überhaupt werden außenpolitische Schweinereien der amerikanischen Regierung(en) im Großen und Ganzen eher außen vor gelassen - aus welchen Gründen auch immer. Minimaler Kritikpunkt: die (natürlich nicht ernst gemeinten) Lösungsvorschläge Moores, die im Gegensatz zum restlichen Inhalt etwas zu naiv bzw. plump wirken und nicht so recht in den sonstigen Kontext passen wollen. Im Zweifelsfall lieber drauf verzichten ... Ansonsten absolut köstlich!
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Straker Anfang,schwaches Ende, 4. Mai 2003
Rezension bezieht sich auf: Stupid White Men (Taschenbuch)
Dieses Buch ist ein witziges und politisches Buch. Schonungslos nimmt Michael Moore die Bush-Regierung und ihre Hintermänner aufs Korn. Moore beschreibt plastisch und drastisch mit welcher Unverfrorenheit bei den letzten Präsidentschaftswahlen Stimmen gefälscht und manipuliert wurden, damit ausgerechnet dieser Präsident ins Amt kommt. Entlarvend sind die Verflechtungen der Bush-Administration mit dem Finanzkapital. Geradezu grotesk wird es, wenn man erfährt dass ausgerechnet der Gesundheitsminister massive Gelder von der Tabakindustrie bekam.
Es mag verblüffen dass so ein Buch aus Amerika kommt - noch verblüffender ist allerdings die Tatsache, dass dieses Buch auch in Amerika auf der Bestsellerlisten steht.
Abgesehen vom finanzielle Vorteil hat Moore damit allerdings ein Dilemma. Der Titel Stupid White Men ist nicht ironisch sondern bitterernst gemeint. Moore sieht eine der Ursachen für die Politik der Bush-Regierung in der Blödheit der Amerikaner. Ein anderer Punkt ist die Blödheit der Bush-Regierung selber. Für letzteres führt Moore auch köstliche Beispiele an.
Zwar wird kein ernsthafter Mensch behaupten, dass Präsident Bush ein Genius ist, dennoch greift die Erklärung Moore's zu kurz. Wenn die Amis so doof sind, warum wird dann in den USA sein Buch so gut verkauft?
So einfach seine Erklärung für Ursachen sind, so einfach auch seine Tipps dagegen anzugehen: Briefe an die jeweiligen Abgeordneten schreiben, die Demokraten wählen, auch wenn sie nicht das gelbe vom Ei sind, mehr schwarze Mitbürger einstellen, sich selber zur Wahl stellen usw.
Und genau darin liegt die große Schwäche von Moore's Buch. Es beschreibt zwar witzig und anschaulich die Zustände, vermag aber wenig über die Ursachen zu sagen. Geradezu hilflos sind seine Gegen -Rezepte. Leider nimmt auch der Unterhaltungs -Wert in der zweiten Hälfte des Buches stark ab. Vielleicht sollte Moore einmal das Buch von Stefan Engel »Götterdämmerung über neuen Weltordnung« lesen. Dies ist zwar auch relativ verständlich geschrieben, aber keine so leichte Kost wie »stupid white men«. Beleuchtet aber dafür ökonomische und politische Hintergründe.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Politiksatire in seiner besten Form, 2. April 2003
Wer dieses Buch gelesen hat, weiß nun, was man unter dem Begriff Satire zu verstehen hat.
Michael Moore zeigt hier mit belegten Fakten, wie Goerge W. Bush die Macht erlangt hat, und dass er damit nicht einverstanden ist. Und das zeigt Michael Moore, indem er gnadenlos aufdeckt, berichtet'und auch verspottet.
Zudem gibt er (nicht nur ernst gemeinte) Tipps, wie man den Frieden auf der ganzen Welt erreichen könnte, oder wie man als Afro-Amerikaner leben sollte, ohne sofort verhaftet und verprügelt zu werden.
Ein Buch, wo man sich auf jeder Seite totlachen könnte.
Hier muss man sich einfach vor Michael Moore verbeugen. Ein Meisterwerk der Wahrheits-Satire.
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30 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Aktuelle politische Skandale zynisch präsentiert, 2. März 2003
Rezension bezieht sich auf: Stupid White Men (Taschenbuch)
Nachdem ich bereits Michael Moores Film "Bowling for Columbine" mit Begeisterung gesehen habe, war ich richtiggehend gespannt, was er in "Stupid white men" bieten würde. Neben der durchaus sehr kritischen Auseinandersetzung mit der Wahl von George W. Bush, den er immer nur >>President<< nennt (weil er nach Recherche von Michael Moore nie durch eine Mehrheit gewählt wurde), folgen Abstecher in die Grundfragen der amerikanischen Gesellschaft über den Umgang mit Schwarzen, der Wirtschaftskrise, Rebellion der Schüler gegen die Obrigkeiten usw.
Ich persönlich habe gerade wegen des Untertitels "Eine Abrechnung mit dem Amerika unter George W. Bush" eine ausschließlich politische Äußerung erwartet, und keine ganzheitliche Betrachtung der Nation, aber das tut der guten Unterhaltung über die „Stupid white men" keinen Abbruch. Die im Buch enthaltenen politisch geprägten Abschnitte waren es aber allemal wert gelesen zu werden. Nicht nur gegen Bush, sondern auch gegen die Demokraten wird gewettert. Sogar Moores Rolle im Wahlkampf als Unterstützer von Ralph Nader wird ausführlich vorgestellt. Aber das beste ist der brutale Humor, mit dem Michael Moore hier zu Werke geht. Er, als Amerikaner, spricht aus, was viele amerika-freundlich gesinnte Deutsche so nie sagen würden. Er legt nicht nur den Finger, sondern die ganze Hand in eine Wunde der Gesellschaft; einer Gesellschaft, die dringend an ihre Verantwortung und ihr Gewissen erinnert werden muß.
Fazit: Aktuelle politische Skandale gepaart mit einer schonungslos offenen Kritik an der amerikanischen Gesellschaft. Beißender Humor und immer wieder die Frage beim Leser: "Ist das tatsächlich die Realität in den USA?". Absolut lesenswert für jeden, der mal echte Kritik am mächtigsten Mann der Erde und seiner Nation lesen möchte.
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Stupid White Men: ...and Other Sorry Excuses for the State of the Nation!
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