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31 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brillant
Jonathan Safran Foer ist gerade Mitte 20 und hat mit seinem Erstling bereits ein Meisterwerk abgeliefert. So einfach ist das. An Komplexität kaum zu toppen, erzählt Illuminated die Geschichte von Jonathan Safran Foer, der mit einem vergilbten Photo in der Hand durch die Ukraine reist, um eine Frau namens Augustine aus dem Dorf Trachimbrod zu finden, die einst...
Veröffentlicht am 6. Januar 2007 von Hans Dirk Schellnack

versus
24 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut, aber ÃberschÃtzt
Glaubt man den Zitaten auf dem BuchrÃcken und vielen Rezensionen, haben wir es hier mal wieder mit einem umwerfenden Meisterwerk eines jungen Autors zu tun, Ãhnlich dem Erstling von Dave Eggers, der sich gleich selbst als "herzzerreissendes Werk von umwerfender GenialitÃt" anpries. Das Buch ist auch wirklich nicht schlecht. Es hat viele ausgesprochen komische Passagen...
Veröffentlicht am 30. Juni 2003 von Schattenmann


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31 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brillant, 6. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Everything is Illuminated (Taschenbuch)
Jonathan Safran Foer ist gerade Mitte 20 und hat mit seinem Erstling bereits ein Meisterwerk abgeliefert. So einfach ist das. An Komplexität kaum zu toppen, erzählt Illuminated die Geschichte von Jonathan Safran Foer, der mit einem vergilbten Photo in der Hand durch die Ukraine reist, um eine Frau namens Augustine aus dem Dorf Trachimbrod zu finden, die einst seinem Großvater Safran das Leben rettete. Begleitet wird er dabei von Alex Perchov, seinem «Übersetzer» aus Odessa, der natürlich gar kein Übersetzer ist und ein wunderbar falsches Pidgin-Englisch spricht und schreibt, Alex’ leicht geisteskranken und zu Wutattacken neigenden Großvater, der ein dunkles Geheimnis verbirgt, und dem Blindenhund Sammy Davis Junior, Junior, der allerdings kein Blindenhund ist, weil er aus einem Heim für geisteskranke Hunde kommt, was sich aber trifft, weil der Großvater zwar behauptet, er sei blind, es aber gar nicht ist – was sich auch wieder trifft, denn sonst wäre er wirklich eine denkbar schlechte Wahl als Busfahrer von Heritage Touring.

Illuminated ist erzählt in Form von Briefen von Alex an Jonathan und Alex Bericht über die Reise, gekontert von Jonathans fiktiver Historie von Trachimbrod und seiner Familie, die ihrerseits ein wilder Stil-Mix aus oft absurden Materialien und Exkursionen ist, wie etwa die Auszüge aus den Book of Dreams oder dem Book of Antecedents. Die Sache wird nicht weniger komplex dadurch, daß Alex in seinen Briefen auf Briefe von Jonathan reagiert, die wir nie sehen, und in seinem Bericht über die Reise nach Trachimbrod auch noch lügt und ausschmückt, daß sich die Balken biegen… wobei es Foer nahezu durchgehend gelingt, den Gag mit Perchovs gebrochenem Englisch weitgehend un-nervig durchzuhalten. Hier und da gibt es offensichtlich auf Gag gestrickte Stilblüten, aber größtenteils gewöhnt man sich an Alex Stil und kann dem seltsamen Englisch oft eine zusätzliche Sprachebene abgewinnen.

In der Familiengeschichte von Trachimbrod, die sich von 1791 bis 1942 streckt, webt Foer ein dichtes, poetisches Band aus Ereignissen, von denen ein Viertel schon für drei John-Irving-Bücher gerreicht hätte. Das jüdische Shtetl ist ein Ort mythischer und seltsamer Skurrilitäten, die sich zu einer wunderbaren Historie verdichten, die schließlich alle Zeitgrenzen überschreitet, so daß das aus dem Fluß Brod «geborene» gleichnamige Mädchen Brod (eine Ur-ur-ur-ur-ur-ur-ur-ur-Großmutter von Safran Foer) an einer Stelle in die Zukunft schaut und ihre Nachfahren in einem Buch blättern sieht, eben dem Book of Antecedents, in dem alle noch so unwichtigen Ereignisse der Stadt festgehalten sind (auch, ganz nebenbei, daß eben in dieses Buch geschrieben wird), wo auch von Brods erster Vergewaltigung 1804 zu lesen ist, eine Stelle, die wir später im Buch dann noch einmal ganz lesen, wenn Brods Nachfahren behandelt werden, die wir aber in Brods Geschichte nahezu überspringen. So puzzleartig verlaufen weite Teile des Buches, Fragmente, die erst in der Gesamtansicht ein Bild ergeben. So wissen wir schon, wie Jonathans Großvater überlebt hat, bevor wir wissen, wie der Untergang des Dorfes an sich überhaupt vonstatten ging. Mit unglaublicher Lässigkeit, und zudem völlig unpeinlich, reiht Foer Absurdität an Absurdität, wie etwa die Geschichte von Brod und Dem Kolker, dem eine Metallsäge im Kopf steckenbleibt, die ihn zwar nicht tötet, aber zu einem cholerischen Tourette-Kandidaten macht, so daß Brod und er schließlich getrennt schlafen und nur durch ein Loch in der Holzwand verkehren und sprechen.., oder die Geschichte von Jonathan Großvater, Safran, der mit Zähnen auf die Welt kommt, deshalb nicht brustgefüttert wird, weswegen sein Arm verkümmert, weswegen er zum Entjungferer und Witwentröster von Trachimbrod wird, der mit nahezu allemn Frauen des Dorfes geschlafen hat, aber erst ganz am Schluß die wahre Liebe findet. Selbst die furchtbare Vernichtung des Dorfes durch die Nazis gewinnt bei Foer eine Skurrilität, die aber zugleich einiges über das hilflose Abwarten und Verharren des jüdischen Volkes gegenüber der faschistischen Bedrohung im 3. Reich aussagt.

Alex Teil der Geschichte ist kaum weniger komplex, wenn auch zunächst linearer angelegt. In einem grandios zerstümmelten Englisch, das witzig ist, zugleich aber durch das Spiel mit der Doppeldeutigkeit von Wortinhalten auch viel Spielraum für unerwartete Tiefe und emotionale Wucht birgt, erzählt Alex nicht nur die Geschichte seiner Reise mit dem «Helden» Jon-fer, sondern auch von seinem Traum Amerika, von seinem kleinen Bruder Little Igor, von seinem Vater und eben von seinem Großvater. Auf dieser Ebene entfaltet sich eine stille, fast indirekt erzählte Geschichte von Erwachsenwerden Und Ichfindung, die per se schon das Buch lesenswert macht.

Dieser vielschichtige, moebiusartig ineinander verwobene Mix ist, obwohl reich an Motiven, Themen, Ideen, Metaphern und Ebenen, nie wirklich unzugänglich, aufgesetzt oder schwierig. Statt dessen gelingt es Foer, seine ausufernde Geschichte leicht und humorvoll zu erzählen. Und das, obwohl er einen ungehueren Mut zum schriftstellerischen Experiment beweist, nicht nur in der dreifaltigen aber hochsynergetischen Metastruktur des Buches, sondern auch in erzählerischen Details, wie etwa am Ende der Trachimbrod-Schleife, das über eine Doppelseite fast nur aus Auslassungspunkten besteht, oder in dem wunderbar traurig-doppelbödigen Ende, das in einem zentralen Motiv des Buches «I will» endet.

Man darf dieses Buch nicht in die Hand nehmen, wenn man keine Freude an surrealem Schreiben hat, an Geschichten, die keinen tieferen Sinn haben, in denen unmögliche Dinge zur Norm werden, die hypnotisch lässig das Unmögliche Seite um Seite fast koinzidental erzählen. Man darf es nicht lesen, wenn man etwas gegen moderne schriftstellerische Spielereien hat, die weit entfernt sind von der Sparsamkeit einer Amy Hempel, sondern eine fast kindliche Freude am Spiel mit Zeitstrukturen, Erzähltechniken, Sprachmißhandlungen und vor allem… Fiktion. Foer lügt in der Lüge, die fiktionale Erzählung eines fiktionalen Foer wird gekontert von den Lügen in Lügen in Lügen von Alex, in denen sich schließlich die Lebenslügen seines Großvaters entblättern. Und so weiter. Dieses Buch ist das präzise Gegenteil von der Hemingwayschen reduzierten Sachlichkeit und Realität, die gerade literarisch oft de rigeur ist, man sollte es nur lesen, wenn man bereit ist für einen mitunter wilden Ritt durch die Möglichkeiten des Schreibens, der niemals Angst vor Peinlichkeiten hat.

Insgesamt ein hochumstrittenes, aus meiner Sicht grandioses Meisterwerk von einem Buch, sinnvoll und sinnlos zugleich, witzig und traurig, eine endlose komplexe Schleife aus halben Teilen – nahezu alles in diesem Buch ist fragmentiert, getielt, halbiert, gedrittelt–, die zueinanderstreben, ohne sich je ganz zu berühren, eine Geschichte von unerfüllten Sehnsüchten, der Suche nach Liebe und Glück, aber so hochfragil komponiert – dabei komplett unübersetzbar und unverfilmbar (beides natürlich trotzdem passiert) –, daß man das Buch, eigentlich mehrfach lesen sollte, um die Tiefe dieses Labyrinths weiter zu erforschen. Foers Nachfolger Extremely loud & incredibly close, der sich ebenfalls nach einem Juwel anhört, ist bereits bestellt, aber bisher ist Illuminated mal ganz definitiv mein Lieblingsbuch des Jahres 2006.
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33 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Catch 23, 6. März 2005
Von 
Michael Dienstbier "Privatrezensent ohne fina... (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Everything is Illuminated (Taschenbuch)
Kann Literatur wirklichen Horror adequat repräsentieren? Kann ein Buch die Ursachen und Konsequenzen einer Lebenslüge in ihrem ganzen Ausmaß darstellen? Ja, es funktioniert. "Everthing is illuminated" erzielt diese Wirkung nicht durch einen moralisch-triefenden Betroffenheitsstil, sondern durch pechschwarzen Humor und ständig wechselnde Zeit- und Erzählperspektiven, die langsam, ganz langsam die finale Tragödie offenbaren. Die Geschichte spielt hauptsächtlich in einem kleinen ukrainischen Dorf zu drei unterschiedlichen Zeitpunkten (1791-1804; 1941-1944; 1997-1998). Zusätzlich dazu wird die Handlung von drei verschiedenen Erzählern dargestellt. Da dies zu Beginn der Kapitel nicht immer extra erwähnt wird, muss der Leser höllisch aufpassen, um sich nach 100 Seiten nicht zu wundern, warum denn auf einmal der (vermutete) Erzähler über sich selber in der dritten Person berichtet. Dennoch sollte sich niemand abschrecken lassen diesen Roman zu lesen. Seit Heller's "Catch 22" gab es kein Buch in welchem Horror und Humor so nahe zusammen liegen wie bei "Everthing is illuminated". Ständig muss sich der politisch korrekte Leser frage, ob sein (ihr) erneueter Lachanfall, ob der tragischen Thematik, denn überhaupt zu rechtfertigen sei. Der Aufbau des Romans ist schlicht beeindruckend. Nach und nach verbindet Foer die unzusammenhängenden Zeitebenen der Erzählung, bis sich auf den letzten Seiten das ganze Bild endgültig zusammenfügt. Es bleibt zu hoffen, dass der Debütroman von Foer keine Eintagsfliege bleibt, sondern vielmehr der Beginn einer langen Karriere markiert.
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24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen humorvoll - traurig - wunderschön ; eine Erleuchtung, 28. August 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Everything Is Illuminated (Taschenbuch)
Anfangs war ich eher kritisch, ob Everything is Illuminated wirklich das richtige für mich ist.
Schon wieder so eine Holocaustgeschichte, die bestimmt ganz wichtig aber auch zu traurig zum entspannten lesen ist.
Doch es kam dann ganz anders.
Das Buch ist gespickt mit feinem Humor und geht das Thema trotzdem mit allem Würde und Respekt an.
Zusätzlich ist Jonathan Safran Foers Schreibstil unglaublich innovativ. Drei sehr geschickt miteinander verwobene Handlungsstänge, die zusätzlich jeder einen anderen Erzähler haben.
Da macht jedes Wort Spaß.
Eines meiner absoluten Lieblingsbücher.
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24 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut, aber ÃberschÃtzt, 30. Juni 2003
Rezension bezieht sich auf: Everything Is Illuminated (Taschenbuch)
Glaubt man den Zitaten auf dem BuchrÃcken und vielen Rezensionen, haben wir es hier mal wieder mit einem umwerfenden Meisterwerk eines jungen Autors zu tun, Ãhnlich dem Erstling von Dave Eggers, der sich gleich selbst als "herzzerreissendes Werk von umwerfender GenialitÃt" anpries. Das Buch ist auch wirklich nicht schlecht. Es hat viele ausgesprochen komische Passagen und einige bedrÃckend traurige Geschichten. Wer Philipp Roth, Zadie Smith oder Jeffrey Eugenides mag, wird auf seine Kosten kommen. Aber an manchen Stellen hat man das GefÃhl, dass der Autor zu sehr Erfolgsrezepten aus einer "creative writing class" folgt. Zum Beispiel ist der Umstand, dass die zwei Helden der Geschichte, der Amerikaner Jonathan und der Ukrainer Alex in ihren Briefen und RomanentwÃrfen eigentlich gemeinsam EINEN Roman schreiben, eigentlich gut konstruiert -- aber dass Alex dies dem Leser auch noch explizit erklÃrt ("We are writing one story, yes?"), wirkt ZU konstruiert. Insgesamt: Unterhaltsames, vielversprechendes DebÃt, aber (noch) kein Meisterwerk.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine meisterliche Komposition, 26. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Everything is Illuminated (Taschenbuch)
Jonathan, US-Amerikaner, reist in die Ukraine, um dort die Frau ausfindig zu machen, die seinen Großvater vor den Nazis versteckt hielt. Helfen sollen ihm dabei der junge Ukrainer Alexander als Dolmetscher sowie dessen Großvater als Fahrer. Der vierte im Bunde ist der schlecht erzogene Hund der beiden Ukrainer, Sammy Davis Jr. Jr.
Schon diese Beschreibung zeigt, dass es sich bei diesem Roman kaum um eine "typische" Erzählung über den Holocaust handelt. Allein die Kombination der sehr unterschiedlichen Hauptfiguren bringt eine Menge Humor mit ins Spiel. Es ist der Kunst des Autors zu verdanken, dass ähnlich wie in seinem Buch "Extremely loud and incredibly close" der Humor trotz eines tragischen Themas keineswegs unpassend wirkt, sondern vielmehr dabei hilft, die Dramatik der Geschichte besser zur Geltung zu bringen und die Menschlichkeit der Figuren herauszustellen.
Seinen Humor gewinnt das Buch zum einen aus dem völlig unbrauchbaren Englisch des vermeintlichen Dolmetschers Alexander sowie aus seiner Naivität im Umgang mit Jonathan, den er entweder unterwürfig oder respektlos behandelt. Doch durch das Geschick des Autors wandelt sich die Beziehung der beiden Männer schließlich doch in eine Freundschaft.
Die Erlebnisse der vier werden umrahmt von Briefen Alexanders an Jonathan sowie von Erzählungen aus der Vergangenheit des jüdischen Shtetls, in dem Jonathans Großvater einst lebte.
Diese Vielfalt der Erzählstränge und Figuren, diese Mischung aus Humor und Schrecken und die große Menschlichkeit der Protagonisten machen dieses Buch zu einem großen Kunstwerk.
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5.0 von 5 Sternen gut, 5. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Everything is Illuminated (Taschenbuch)
Habe das Buch nur verschenkt. Kann also nur was zur optik und zum
Versand sagen. Beides war tadellos und der Beschenkte hat mir
im Nachhinein vor allem vom Witz des Buches vorgeschwärmt.
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5.0 von 5 Sternen Ein Lese-Road-Trip durch gleißendes Licht - einfach irre und kaum zu beschreiben, 12. Februar 2013
Von 
Pj - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Everything is Illuminated (Taschenbuch)
Ich habe etwa ein halbes Jahr lang einen Kotau vor diesem Buch gemacht, ehe ich es jetzt endlich wage eine bescheidene kleine Rezension zu erstellen. Das Buch ist einfach brilliant...

Drei Geschichten stellt JSF nebeneinander und verwebt sie mit magischer Hand ineinander - und zwar so eng, dass man als Leser nicht mehr ausbrechen kann. Die "Trägergeschichte" ist die Suche des 21 jährigen jüdischen Jonathan Safran Foer nach seinen jüdisch-ukrainischen Wurzeln in dem zerstörten Dorf Trachimbrod. Eine herrlich abstruse Road-Story mit einer in den Schriftsteller verliebten Hündin Namens Samy Davis Jr. Jr.. JSF macht keinen Halt vor den schrägsten Situationen, wunderbar! Parallel wird der Briefwechsel zwischen dem ich-Erzähler und seinem Dolmetscher Alex aufgezeigt, ein Briefwechsel, der noch lange nach der Suche weitergeht. Jonathan Safran Foer hat hier im Stil eines Bora Cosic oder Gregor Rezzori ein ganz herrliches und auch ein wenig anrührendes Bild eines russischen jungen Mannes, der in einer amerikanischen Pop-Art Welt lebt wie es sie in den USA längst nicht mehr gibt, gezeichnet. Das Russian-Englisch ist ein Genuss zu lesen und ich finde es extrem Nah an der Realität. Als drittes wird dann die Geschichte von Trachimbrod 1791 bis 1942 erzählt. Hier wird die Erzählkunst geradezu perfekt. Die Geschichte rund um das jüdische Shtetl ist bis hin zur Zerstörung durch die Nazis schräg, skurril aber auch magisch und als Lektüre unsagbar packend.

Was mir als persönliche Note gut gefallen hat ist die Leichtigkeit, mit der Foer all das zu Papier bringt. Vergewaltigungen und Pogrome werden nicht beschönigt, aber das Leben geht weiter! Ich weiß nicht, ob das vielleicht der Segen eines jungen begnadeten Autors ist oder ob er das einfach hervorragend gekonnt als Stilmittel einsetzt.

Das Ende des Buches scheint die Lesegeister zu scheiden. Ich persönlich hatte gar kein Problem damit, dass sich alles im Absurden und Unklaren auflöst. Das Buch war aus meiner Sicht nie für einen Punkt am Ende angelegt - der Road-Trip geht weiter. Wenn JSF im Buch "Everything is Illuminated" bildlich gesprochen eine Glühbirne immer heller werden lässt dann endet das Buch für mich in einem hellen Licht in dem man außer Licht nichts mehr sehen kann. Ein wunderbares Ende für ein absolut packendes und fast schon "abgefahrenes" Leseerlebnis.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Everything is the way it is because everything was the way it was, 13. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Everything is Illuminated (Taschenbuch)
Ich habe noch nie ein Buch, zu dem ich verpflichtet wurde es zu lesen, so gern gelesen. Witzig, verwirrend, traurig und schön zugleich. Es hat so viele schöne und tiefsinnige Zeilen enthalten, dass ich zeitweise sehr gerührt war und ich werde diese Zeilen nie vergessen.
Da ich es an einigen Stellen irreführend fand 1 Stern Abzug.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen This book ought to be awful., 21. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Everything is Illuminated (Taschenbuch)
It has all the elements of being a mess - it's difficult to read, it has a strange chopping between literary styles, a degree of pretentiousness, running jokes about farting that repeat ad nauseum without being funny.But it isn't awful. It's profoundly moving. In particular, I found the last 100 pages to be the most affecting thing I have read in fiction this year, and his use of 'stream of consciousness' at the moment of highest emotional drama (a technique which seldom seems to work in books for me) is awesome in its power and effect. This book is not for everyone perhaps, but I ended up applauding Safran Foer's courageous abandonment of the usual conventions of novel narrative structure. Abandoning the normal formulae, it exposes a raw and real emotion nerve, which - by the end of the book - he had exploited to the full! I'd also recommend reading Tino Georgiou's bestselling novel--The Fates--if you haven't yet!
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen gut, aber nicht genial, 29. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: Everything is Illuminated (Taschenbuch)
Was hat man nicht alles über dieses Buch gelesen: eine Kritik war enthusiastischer als die andere! Die Erwartungen sind entsprechend hoch... und werden leider enttäuscht. Dieses Buch ist gut, aber leider nicht genial.
Geschichte und Erzählstruktur überzeugen, aber es gibt auch einige Schwachstellen. So zum Beispiel ist das Buch schlecht lektoriert: an einer Stelle werden Fotografien und Toiletten beschrieben, obgleich die Erzählung sich gerade um ein armes ukrainisches Shtetl um das Jahr 1800 dreht. Nur eine Kleinigkeit, und geraded deswegen so ärgerlich.
Auch an ein paar anderen Stellen hat die Erzählung Schwächen, was aus "Everything is illuminated" kein schlechtes Buch macht - doch fragt man sich, warum die Kritik so vollkommen überdreht auf dieses Buch reagiert hat.
Also: schrauben sie ihre Erwartungen auf ein Normalmaß herunter - dann können sie dieses Buch einfach genießen.
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Everything is Illuminated
Everything is Illuminated von Jonathan Safran Foer (Taschenbuch - 5. Juni 2003)
EUR 8,70
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