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Kundenrezensionen

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Sir Winston Churchill bezeichnete Preußen einst als "die Wurzel allen Übels" und so verwundert es kaum, dass die Churchills Überzeugung zu Grunde liegende Sichtweise von Preußen als Hort des Nationalsozialismus aufgegriffen wurde und in der der Auflösung des Freistaats durch den Alliierten Kontrollrat am 25. Februar 1947 mündete. Nun bricht der 1960 in Sydney geborene Professor für Neuere Europäische Geschichte am St. Catharines' College in Cambridge mit diesem Diktum und zwingt durch sein eindrucksvolles Standard-Werk zu einer Revision des Preußenbildes.

Für Christopher Clark beginnt der Aufstieg Preußens jedoch nicht erst 1701 mit der Krönung Friedrich III. zu König Friedrich I. in Preußen, sondern bereits um 1600, als die Kurfürsten der Markgrafschaft Brandenburg gerade begannen ihre Position im Heiligen Römischen Reich zu festigen. 1613 etwa, konvertierte Kurfürst Johann Sigismund zum Calvinismus und wurde somit zu einem calvinistischen Herrscher über ein lutherisches Land, was zu einigen Differenzen mit dem Landadel führen sollte. Noch waren die brandenburgischen Hohenzollern lediglich Herrscher Brandenburgs, bis sie 1618 das Herzogtum Preußen erbten, welches außerhalb des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation ursprünglich eine Region zwischen Hinterpommern und dem Kurland bezeichnete.

In den Wirren des Dreißigjährigen Krieges wurden die Länder der Hohenzollern vermehrt verwüstet und der Kurfürst wechselte mehr als einmal die Bündnisse, wobei Georg Wilhelm zuletzt in das eher sichere Preußen flüchten musste, wo er 1640 verstarb. Sein Nachfolger, Friedrich Wilhelm erbte ein zerrüttetes Land, das vom Dreißigjährigen Krieg gezeichnet war, ein schweres Trauma zu bewältigen hatte, doch der junge Monarch schritt energisch zur Tat und begann nicht nur das Heer zu vergrößern, sondern auch zu modernisieren und durch bessere Ausbildung, wie Manöver zu einer schlagkräftigen Truppe zu machen. Als Folge des Dreißigjährigen Krieges erkannten die brandenburgischen Folgen, wie wichtig eine Festigung ihrer Souveränität im Reich ist und dass sich das bleibende Gefühl der Verwundbarkeit nur durch ein starkes Heer effektiv bekämpfen lässt. Um dieses zu erhalten brauchte man allerdings Gelder, die unter anderem durch häufige Wechsel der Bündnispartner lukriert wurden.

Erst als sich Friedrich III. zu König Friedrich I. krönte, wurde eine Entwicklung in Gang gesetzt, die zur Bildung eines stärkeren Einheitsgefühls der nun königlichen Lande führte und Preußen im Laufe des 18. Jahrhunderts zum Namen des neuen Königreichs werden ließ. Die Krönung, so Clark, passte jedoch in ihre Zeit, als viele europäische Herrscher eine Standeserhöhung anstrebten und diese im Falle Preußens eben doch zu einer besseren Integration des vormaligen Herzogtums führte.

Was an Clarks Werk besonders hervorzuheben ist, er nutzt eine klare und deutliche Sprache, deren Formulierungen für Laien genauso verständlich sind, wie für Historiker. Dabei erzählt er die Geschichte von Preußens Aufstieg lebendig und regelrecht spannend, indem er neben der Ereignisgeschichte auch immer wieder Biographien bedeutender Persönlichkeiten, sowie Berichten und ferner eben Geschichten miteinander verwebt. Dabei bleibt der Autor dem Anspruch des Werkes jedoch treu und hält sich an eine umfassende Darstellung der Geschichte, ohne abzudriften. Dabei würde man sich jedoch immer wieder wünschen, er hätte doch bei diesem oder jenen Thema etwas mehr aufgearbeitet und doch vergisst man darüber leicht, dass genau dies den Umfang des Buches gesprengt hätte. Tragisch ist das gerade beim Thema Religion in Preußen, worüber Clark als Autor von "The Politics of Conversion: Missionary Protestantism and the Jews in Prussia" ein sehr spezifisches Fachwissen besitzen dürfte, dem er in sein opus magnum leider nur geringfügig Rechnung tragen darf.

Fortschritte und Rückschläge zeichnen die Geschichte Preußens und Christopher Clark scheut sich nicht, die Geschichte Preußens frei von allen Mythen, als eine politische Erfolgsgeschichte darzustellen. Die preußische Sicherheitspolitik verlangte ein starkes Heer, das Heer eine Finanzierung durch Bündnisse und die außenpolitischen Interessen eine Abgrenzung von der bedingungslosen Kaisertreue. Somit waren Preußens größte Innovationen und Errungenschaften einer Kosten-Nutzen-Rechnung unterworfen, etwa die Aufnahme Vertriebener Hugenotten, welche als leistungsfähige Arbeiter und Handwerker ihren Beitrag zur wirtschaftlichen Prosperität Preußens leisteten. Als Australier ist Clark denkbar in der Lage sich objektiv-distanziert mit Preußen zu befassen und eigentlich war auch "Iron Kingdom" ursprünglich für britische Leserschaft gedacht, wobei von dieser anderen Perspektive aber interessante Impulse ausgehen.

An die Ära des Deutschen Reichs nähert sich Clark unter dem Aspekt an, dass Preußen in dieser Zeit innerhalb des Reichs de facto eine Hegemonialstellung genoss. Von da an, befand sich Preußen in Auflösung und hatte sich trotz allem den gesamtdeutschen Interessen unterzuordnen, auch wenn der preußische Ministerpräsident gleichzeitig als Reichskanzler agierte und der König Kaiser war.

Fazit:
Klar formuliert, umfassend und höchst fundiert ist Christopher Clarks ein Standardwerk gelungen, das Laien wie auch Historiker begeistern kann.
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am 21. August 2007
This is a long overdue book. Prussia, as far as the "politically correct" German perception of its history is concerned, was a precursor for everything bad (or worse) that came thereafter. The decision of the Allies to brand Prussia as a militarist state and to expunge it from history in 1947 gave it the mark of Cain in the English speaking world.

Christopher Clark has now produced a comprehensive and dispassionate history of Prussia that puts many of the common prejudices into perspective. In the end, he argues, the German state that arose from Prussia chose to adopt many of the latter's most negative attributes (largely because Germany's increased political weight made it more self-assured and less defensive), while the German unification in 1871 in turn became the undoing of Prussia and Prussian values.

Although I would like to recommend this book to a general audience, its exhaustive and exhausting narrative may be the one thing going against the book. Clark's style is lucid but scholarly, and 700 pages packed with information is a long haul. A must-read in any case for anyone interested in modern German and European history.
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am 26. Februar 2013
Its a long read, but its full with wonderful facts, great analysis, excellent attention to detail and a thorough understanding of the powers that shaped and in the end, destroyed Prussia.

If you are looking for a casual book on Prussian history, then find another book. This is a complete study of cultural, religion, political, military, geographical, economical and industrial aspects of prussia for about 500 years. Its takes time to read, but its rewarding. The book explains to the detail great events like the napoleonic wars, and then goes to a personal level to show you what happened in the King's court, or the Generals' meetings.

Also recomendable, "Diplomacy" by Kissinger, it has a couple of chapters on Bismarck and the Emperor, plus other chapters that help to understand the decisions and attitudes from european statesmen that influenced Prussia, such as Richelieu, Metternich and Napoleon III.

its a great book, kudos to Christopher Clark for an amazing job on gathering so much information.
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am 28. März 2014
It is a very well researched book. During reading one is overwhelmed with the immensity of this work.
I am not in position, though, to confirm every individual fact mentioned. However, it was a very good decision on my side
to take up this book, in order to learn the history of Prussia and more or less the last 400 years of German history.

The impartial attitude of the book was really important for me, which makes it an important reference book for the topic leaning on tons of reference documents.
It is basically following the chronological order, which is logical but in some individual instances it was going back and forth a couple years, which was not the best for my taste.

The Second World War is completely left out, which was a perfect decision.
I recommend it without doubt, and actually after some time I want to read it once more.

Overall it is a very informative, well structured and surprisingly readable book, but it is a pretty long read.
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am 2. Oktober 2013
Good and thorough analysis of a historical entity that is now mostly vilified. An that coming from an Anglo-saxon is a nice surprise.
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am 22. Dezember 2014
A superb History of Prussia, notable, among many other things, for the demolition of a number of generalizations that are often made; for its subtle economic, administrative and social analysis; for the studies of individual monarchs; for its fair balance of admiration and criticism; for many illuminating anecdotes; and for whole passages on matters that will be unfamiliar even to those who have a good knowledge of Prussian history.

One of these long passages that struck me particularly was the sudden rise of popular and enthusiastic Prussian patriotism during the Seven Years’ War, focussed on the modest but heroic figure of Frederick the Great (or “Frederick the Unique” - Friedrich der Einzige - as many of his subjects called him at the time). Clark is excellent on the combination of autocracy and freedom of thought and expression in the Prussia of Frederick the Great and his successor, Frederick William II, the so-called “Janus-headedness” of the Prussian state, and on how what seem to us opposites were not so regarded at the time. He also gives more credit than Frederick William III usually receives for the many reforms his ministers made after the disaster at Jena: he had proposed some of these soon after his accession in 1797, but at that time could not overcome the resistance of the bureaucracy and the generals.

Prussia was certainly aggressive under Frederick the Great and under Bismarck before 1871; but a theme that runs throughout the book is that Brandenburg-Prussia (and for that matter the Germany she came to dominate) was often caught in foreign policy dilemmas when powerful neighbours were at war with each other (Sweden and the Habsburgs in the Thirty Years’ War; France and the Habsburgs, France and Russia in the Napoleonic period; or the enmity between Russia and Austria-Hungary over the Balkans in Bismarck’s time): should she remain neutral (which was what the Great Elector and Frederick William III really wanted)? That was often deemed to be too dangerous, but raised other problems: with which of the neighbours was it safest to ally? Many rulers of Prussia were worried about the dangers confronting Prussia; hence the defensive necessity of having a strong army (though the strong army was then used by Frederick the Great in the Silesian Wars and by Bismarck against the Habsburgs and against France for purely offensive purposes). The account of the ups and downs of Prussian history between the defeat at Jena in 1806 and the victory at Waterloo (to which the Prussians contributed s much) is disproportionately long, but makes for dramatic and gripping reading.

Less gripping, though of course important, is the attention given to the administration of Prussia throughout the centuries. One of the myths that Clark explodes is that the Prussian tradition was one of centralization. On the contrary, it is remarkable how, on the whole, it respected local differences, traditions, and institutions. Each province had its own diet, but the kingdom as such had none, and on his accession in 1840 Frederick William IV specifically rejected the idea of an all-Prussian Assembly.

The internal history of Prussia from 1815 to 1847, so often skipped over in general histories, is here dealt with in some depth. I was unfamiliar with the government’s religious policies in the 1830s and 1840s and with the tensions to which it gave rise.

On the other hand, I was a little disappointed by some omissions in Clark’s treatment of Bismarck. There is, for instance, nothing about the fateful moment at the Frankfurt Federal Assembly in 1851 when Bismarck gave up his initial support of partnership with conservative Austria (over Olmütz in 1850) for one of a steady antagonism which would lead to the Austro-Prussian War in 1866; and the space given to the military aspects of that war seems to me excessive. The book is a little uneven in the space the author allots to various periods and episodes.

The Prussian Army was not - and never had been - under any kind of civilian control. The phenomenon of “Prussian militarism” after 1871 is described, but there is a subtle discussion of its extent, nature and penetration. Some popular generalizations about it are challenged, and the point is made that “it was the German navy rather than the Prussian army that captured popular enthusiasm for German national aggrandizement”.

Prussia survived after the collapse of the Empire, though under the Weimar constitution not only did it no longer dominated Germany, but, having been governed by the Right, now that the three-class voting system had been abolished, it was now governed by coalitions headed by Social Democrats. But significant sections of the governmental apparatus were nostalgic for the old days and were either hostile to the Republic (the “independent” judiciary) or only tepidly loyal to it. As Nazism grew, the Prussian government in 1930 made it illegal for Prussian civil servants to be members of the Nazi or the Communist Party, but in the Prussian elections of 1932 the Nazis and the Communists won enough votes to deprive the SPD-led coalition of a majority.

In 1934 the Nazis formally abolished the federal system, and Prussia as a Land ceased to exist though it remained “a name on the map; indeed it was the only German state not to be formally absorbed into the Reich”. That was probably because the Nazis never lost the opportunity to glorify and to identify themselves with their distorted version of the Prussian spirit and of Prussian history. Prussian aristocrats did figure very prominently among those who plotted the overthrow of Hitler on 20 July 1944; but Clark also shows what a large number of Prussian aristocrats joined the Nazi party: “the conventional picture of the landed nobility haughtily withdrawing to the splendid isolation of their estates and waiting for the Nazi storm to pass is misleading.”

The Nazi glorification of the Prussian spirit reinforced the views that had been popular in the West since before the First World War that the Prussian spirit was authoritarian, militaristic and aggressive since the time of Frederick the Great and even before. So on 25 February the victorious allies formally abolished the state of Prussia, whose former territories were in any case presently severed by the Iron Curtain. And in his last few pages Clark even suggests that Prussia was not missed by its former inhabitants, whose sentimental attachment were always more to their local provinces with their own distinctive traditions than to the Prussian state into which - sometimes by inheritance, but sometimes by force - they had been subsumed.
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am 14. März 2014
Gutes Buch
Armes Preussen , so viele Missverstandisse die uns heute um das wort "prussisch "umgeben
Clark räumt damit auf und zeigt warum es dazu gekommen ist
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am 10. April 2015
Preußen - im Alltagsgebrauch wird das ja zumeist mit was Negativem gleichgesetzt. Steife, Humorlosigkeit, Militarismus, Kolonialismus, aber Preußen war eben auch verantwortlich für die Professionalisierung der Landesverteidigung, den Aufbau der modernen Bürokratie, die Förderung der Wissenschaften und Künste. Ein Staat der in seiner Geschichte so oft am Rande des Abgrundes stand und dennoch jedes Mal überlebte um irgendwann zum mächtigsten Staat in Europa zu werden - auch das ist Preußen und Clark schafft es die Geschichte vom kleinen Königreich bis hin zum Hegemon auf interessante, oftmals um zahlreiche Anekdoten erweiterte, Art und Weise nachzuzeichnen.
Gefühlt liegt der Fokus auf der Zeit vor 1914, danach wird die Phase bis zur Abwicklung Preußens durch die Siegermächte fast im Eilzugtempo abgehandelt - vielleicht, weil der Autor der Meinung war, dass es bereits zuviel zu dieser Zeit geschrieben wurde, oder aber, weil es einfach weniger interessant ist?

Absolut empfehlenswert, gerade bis zur Zeit des Ausbruchs des I.WK, danach noch ein wenig ausbaufähig.
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am 29. Juli 2015
Bisher die beste Geschichtsübersicht, die ich über das Thema gelesen habe. Umfassend, manchmal aus überraschender Perspektive (und damit anders ausleuchtend) geschrieben, (z.B. über Bismack). Ich konnte dadurch viele neue Facetten und Einsichten kennenlernen. Clark bemüht sich m.E um eine objektive Darstellung, ohne die andernorts oft übliche Glorifizierung oder Prangerstellung; sein intelligenter, b(k)ritischer Blick von aussen, vereint mit intimer Kenntnis deutscher Geschichte, Wesensart und Gegebenheiten sind eine hervorragende Basis.
Die englische Originalausgabe nach meiner Meinung auch für den Nicht-Muttersprachler mit mittleren Sprachkenntnissen gut verständlich und nicht zu 'gewählt' geschrieben; gibt's inzwischen auch auf deutsch, habe es aber noch nicht gelesen.
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am 29. Juni 2014
Christopher Clark has recently become prominent as author of the bestselling history of the path to the outbreak of Word War I. This book shows why he was able to write it: He is an eminent scholar of the more recent history; and understanding where Prussia came from, and how it transformed (or failed to do so) into Germany is key to thinking about European (and probably World) history in the 1st half of the 20th century. Clark's signature is the fascinating ability to present a picture full of facets, and to show how trends emerged, but were not determined, out of those facets and their dynamic interaction. So, apart from history, it is an outstandingly relevant training how to think about the world and its institutions.
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