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Kundenrezensionen

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TOP 1000 REZENSENTam 8. Februar 2010
...unterbreitet Florence ihrem frisch angetrauten Ehemann noch in der Hochzeitsnacht, die für beide der Höhepunkt in ihrem bisherigen Leben ist, aber auf Grund der Unerfahrenheit ihrer jungen Liebe scheitert.

Doch der Reihe nach: Nach der Trauungszeremonie finden sich Edward und Florence in einer romantischen Hotel-Suite am Strand des beschaulichen Städtchens Dorset wieder, doch beiden ist es nicht möglich auszusprechen, was sie sich längst hätten sagen müssen: Edward, dass ihm die Erfüllung der Liebe in dieser Hochzeitsnacht überaus wichtig ist, und Florence, dass sie sich in Wahrheit vor jeder Form der körperlichen Liebe ekelt. Nach dem Dinner kommt es im Schlafgemach zum unausweichlichen Streit, denn die Erwartungen, die Edward an seine frisch angetraute Liebste stellt, kann Florence nicht erfüllen und ihm die Liebe, nach der er sich so sehr sehnt, nicht schenken.

Nach einem heftigen Streit läuft Florence einige Kilometer den Strand entlang. Edward, in seinem Stolz als Mann zutiefst gekränkt, wartet zunächst eine Zeitlang ab, besinnt sich aber dennoch, ihr an den Strand zu folgen. Er macht ihr scharfe Vorhaltungen und Vorwürfe, was Florence nach einem heftigen Wortwechsel schließlich dazu bewegt, ihm ein - in Edwards Augen - unmögliches "unmoralisches" Angebot zu unterbreiten (wie das Angebot aussieht, kann hier natürlich nicht verraten werden, um die Spannung nicht vorweg zu nehmen).

Die ganze Geschichte spielt in der Hochzeitsnacht, doch gibt es immer wieder ausführliche Rückblicke in die Vergangenheit der beiden Protagonisten. Florence, eine ambitionierte Cellistin, kommt aus einem hoch angesehenen Elternhaus (ihre Mutter ist Professorin an einer Universität in Oxford) und Edward, mit einem Magister in Geschichte in der Tasche, ist das Kind einer ganz gewöhnlichen Arbeiter-Familie und seine Mutter seit einem Unfall geistig krank; Edward möchte am liebsten, dass Florence so wenig wie möglich über seine Familie und seine kranke Mutter erfährt...

Ian McEwan's Schreibstil überrascht und erfreut mich jedes Mal aufs Neue! Ihm gelingt es perfekt, seine LeserInnen mit seinen Romanen (so auch mit seinem Werk "On Chesil Beach") in eine atmosphärisch dichte und geladene Spannung zu entführen und die wechselnden Stimmungen dieser Hochzeitsnacht mit seinen Worten so präzise zum Leser zu transportieren, dass es eine reine Freude ist, in die Welt des Autors einzutauchen.

Absolute Kaufempfehlung von fünf Sternen für dieses fantastische Buch!

P.S.: Sehr zu empfehlen ist auch das engl. Hörbuch zu diesem Roman; Der Autor liest den gesamten Text "On Chesil Beach" höchst selbst! Ian McEwan hat eine angenehme Stimme und eine exzellente, klare Aussprache, so dass es auch für Nicht-Englisch-Muttersprachler ein Leichtes ist, dem Text zu folgen!
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am 10. März 2011
Nachdem ich unlängst Ewans jüngstes Werk "Solar" gelesen habe, ist die nachfolgende Lektüre des einige Jahre älteren "On Chesil Beach" für mich aufs Neue Anlass zum Staunen ob des Facettenreichtums dieses Autors. Die ungewöhnliche Feinfühligkeit mit der Ewan sogar in die Gefühlswelt einer Frau zu schlüpfen vermag (die junge, just vermählte Florence) ist einfach frappierend. Nicht dass beispielsweise "Solar" unsensibel wäre, aber ich habe dieses doch eher als ein "männliches" Werk erlebt.

Edward und Florence sind Opfer einer Zeit, in der das Sprechen über Gefühle, noch dazu sexueller Natur, noch verpönt ist. So bleibt jeder einsam gefangen in seinem Gewirr aus Ängsten, Mutmassungen und Wünschen bezüglich der bevorstehenden ersten sexuellen Begegnung, die dann unweigerlich in ein Desaster mündet. Was folgt ist traurig, denn zwei Menschen, die doch so viele gute Gefühle füreinander haben, schaffen es nicht aus der Isolation der einseitigen Interpretation des Erlebten herauszutreten und verlieren sich dabei. Der Leser hätte sich ein klärendes Gespräch gewünscht, dass das unweigerliche Auseinanderdriften der beiden noch hätte verhindern können. Aber dieser Wunsch wird nicht erfüllt.

Ich finde diese Novelle sehr berührend, vor allem im ersten Teil, in dem das Hochzeitsessen im Hotelzimmer und das anschliessende disaströse sexuelle Missgeschick beschrieben wird. Die fast tragische Eskalation des Unbehagens wird so hautnah spürbar, dass ich mich über lange Strecken völlig im Bann der Erzählung befand. Diese enorme Kraft wird in der zweiten Häfte nicht mehr erreicht, was vielleicht so auch nicht möglich ist.
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am 5. Oktober 2015
Bin ich froh, dass die 60er Jahre schon lange vorbei sind. Denn ich könnte es nicht ertragen, meine Gefühle und Gedanken für mich behalten zu müssen.

Florence und Edward – beide Anfang 20 - wollen ihren Hochzeitsabend und die Nacht frischvermählt in einem idyllischen Hotel verbringen. Da sie weder über ihre Gefühle sprechen wollen noch dies können, verläuft das Dinner in einer angespannten Atmosphäre. Lediglich der Leser weiß von den inneren Ängsten und Erwartungen.

Am Schreibstil Ian McEwans schätze ich besonders, dass er seinen Geschichten Zeit lässt. Scheinbar harmlose Situationen entwickeln sich spannend und dabei vermag er seine Beobachtungen in Worte zu kleiden, die mir den Atem nehmen. Seine Beschreibungen sind präzise und detailfreudig, so dass man glaubt, in der Geschichte zu leben. Auch in dieser Erzählung zeigt der Autor wieder seine Fähigkeit, den Leser mit einzubeziehen. Denn während die Protagonisten mit ihren Gedanken alleine dastehen, kennen wir beide Seiten der Medaille. Durch Zeitsprünge in die Vergangenheit lernen wir, die Charaktere zu verstehen und Verhaltensweisen nachzuvollziehen. Dies macht es besonders schwer, ruhig und objektiv zu bleiben.

„On Chesil Beach“ ist nur eine kurze Geschichte über eine Nacht im Leben eines jungen Ehepaares. Wer keine Angst vor den bildhaften Formulierungen McEwans hat, der wird dramatische Stunden mit Edward und Florence verbringen, die sich über alles lieben und denen es doch so schwer fällt, zueinander zu finden.
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am 4. Juni 2010
Der große schweizer Schriftsteller Hansjörg Schneider hat einer seiner Figuren mal die Verwunderung darüber in den Mund gelegt, dass es bei der Menge der möglichen sexuellen Missverständnisse sowenig sexuell bedingte Gewaltverbrechenn gibt. Ein weises Wort - zumindest aus männlicher Sicht.
Ian McEwan zeigt mit seiner Novelle ein geradezu exemplarisches Beispiel für solche Missverständnisse auf, das glücklicherweise ohne Gewalt auskommt. Er erzählt in einer Art Romeo und Julia aus der Zeit vor der sexuellen Revolution vom Scheitern einer Hochzeitsnacht an sexuellem Unverständnis und der Auswirkung dieses Scheiterns auf das weitere Leben dieser Protagonisten. Auch wenn die Erzählung nicht perfekt gelungen ist - McEwan präsentiert sich auch hier wieder als einer der bedeutendsten lebenden Romanciers.
Das psychologische Einfühlungsvermögen, die biographische Ausarbeitung der Personen (auch wenn diese nicht ganz so auf den Punkt gelungen ist) sowie die Hochzeitsnacht im Zentrum des Geschehens mit ihrer zunehmend aus Unverständnis und mangelndem Ausdrucksvermögen resultierenden Aggression und schließlich Resignation - das dürfte nicht nur mich an die eigene Lebensgeschichte erinnern. McEwan ruft sozusagen die kollektive sexuelle Frühphase ab, auch wenn sicher nicht alle die Gefühle der beiden jungen Eheleute verstehen oder gar teilen können werden. Eine Novelle, die auch nach dem Lesen von nachhaltiger Wirkung bleibt.
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It is a common misconception that as a reader you have to like and feel close to the protagonists -that you have to be able to indentify with them - in order to appreciate the book.

Well, the topic of On Chesile Beach (virgin honeymooners dreading their wedding night) won 't evoke memories of personal experience in most readers minds nowadays and personally I neither particularly liked dainty Florence with her violin and her alice band nor did I buy into Edwards enormous self-control and patience with her.
Still, the way Florence and Edward treat each other and behave in the crucial night is an excellent example of the devastating effects that can arise when people fail to speak their minds and go for procrastination instead. I especially liked the idea of following their individual lifes up to the wedding night and then - although the main storyline has seemingly come to an end - sticking with them further and spying on their further lifes. This is when Edward muses: Love and patience--if only he had them both at once--would surely have seen them both through.

This book is no cliffhanger but I could not stop reading and dreading for Flo and Edward and even feeling a little sorry for their helplessness in the face of their self-induced doom. After all, everybody sometimes fail to speak our minds, don 't we?
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am 27. Februar 2008
Es ist ein sehr trauriges, manchmal belastendes und im Grunde doch positives Buch. McEwan appelliert an die Leser, es besser zu machen als seine zwei Hauptfiguren, Florence und Edward. Mit Ehrlichkeit, mit Liebe, mit Geduld, mit Zuhören und mit einer inneren Abrüstung, einem "Sich-selbst-nicht-so-wichtig-Nehmen". Dann hat man auch eine Chance auf Glück oder man macht es zumindest nicht kaputt, wenn es denn mal kommt.

Der Text ist wie immer bei McEwan unglaublich präzise. Dieser Autor schreibt die Wahrheit und er kann sie auf den Punkt genau ausdrücken. Wie er den Streit zwischen den beiden beschreibt, ist ein gutes Beispiel hierfür. Das ist vielleicht sehr kühl, die Figuren werden mehr analysiert als zum Leben gebracht, aber es ist auch sehr wahr und sehr gut beobachtet.

Die Regelmäßigkeit, mit der McEwan gute, sehr gute oder sogar herausragende Bücher publiziert, ist beeindruckend. Er ist einer der wirklich großartigen Gegenwartsautoren. Mehr davon.
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Ian McEwan hätte es definitiv verdient gehabt, mit seiner Novelle "On Chesil Beach" 2007 den Booker Prize, den höchstdotierten englischen Buchpreis, zu gewinnen. Doch die Jury schreckte offenbar davor zurück einen Autor gleich zweimal auszuzeichnen, da McEwan bereits 1998 für seinen Roman Amsterdam den Booker Prize zugesprochen bekam. So blieb sein neuestes Werk unausgezeichnet, obwohl es seinen Mitbewerbern vor allem in sprachlichen Belangen weit überlegen war.

"They were young, educated, and both virgins on this their wedding night, and they lived in a time when a conversation about sexual differences was plainly impossible" (3). Unsere beiden frisch verheirateten Jungfrauen heißen Edmund und Florence, beide Anfang 20, und wir befinden uns im England des Jahres 1962. Beide sehen ihrer unmittelbar bevorstehenden Deflorierung mit höchst unterschiedlichen Erwartungen entgegen. Edward kann es kaum erwarten, dass nun nach mehr als einem Jahr endlich "the most sensitive portion of himself would reside, however briefly, within a naturally formed cavity inside this cheerful, pretty, formidably intelligent woman" (6f.). Florence hingegen fürchtet den so lange hinausgezögerten Termin: "She was no lamb to be uncomplainingly knifed" (81). In Rückblenden erfährt der Leser vieles über das erste Treffen der beiden, Edwards Werben, seine von den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen aufgezwungene Geduld in sexuellen Dingen bis hin zum Höhepunkt der Hochzeitsnacht sowie der Schlusskatastrophe.

"On Chesil Beach" ist wie eine klassische Tragödie aufgebaut in fünf Abschnitte: Einleitung, ansteigende Handlung, Höhepunkt, absteigende Handlung, Schlusskatastrophe. Dass das dritte Kapitel, also der Höhepunkt der Handlung, auch ganz im Zeichen des "Höhepunkts" liegt, ist eine spaßige Idee MacEwans. Neben der klassischen Struktur, überzeugt die Novelle vor allem durch die anspruchsvolle poetische Bildsprache sowie durch die genaue Charakterisierung der beiden Hauptpersonen, deren Innenleben genauso präzise dargestellt wird wie die Unfähigkeit, dieses zu artikulieren. Diese sprachliche Unfähigkeit von Edward und Florence steht, inmitten der sprachlichen Brillianz von MacEwan, im thematischen Mittelpunkt der Novelle. Die genauen Gründe hierfür bleiben bis zuletzt im Unklaren: "And what stood in their way? Their personalities and pasts, their ignorance and fear, timidity, squeamishness, lack of entitlement or experience or easy manners, then the tail end of religious prohibition, their Englishness and class, and history itself. Nothing much at all" (96).

Fazit: Sprachlich anspruchsvolle und thematisch interessante Novelle. Ian McEwan bleibt einer der herausragenden englischen Autoren, der meiner Ansicht nach auch ein Kandidat für den Literaturnobelpreis ist.
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am 20. Dezember 2007
This is an affecting description of misunderstandings between a naive young couple on their wedding night; told alternately from their parallel points of view leading the reader to feel sympathy for both. The story is set just before the supposed love revolution and will have resonances for older readers, but I think most people will empathize with the couple's anxieties. The writing is wonderfully fluent in evoking feelings and left me wishing that this short book had been longer. In the hardback edition the print is a good size and very clear with wider than average line-spacing -- a boon for reading in poor light. I would also recommend reading The Fates by Tino Georgiou, if you haven't already. A truly superb novel.
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am 19. Februar 2009
Diese feine Novelle des Meistererzählers packt vom ersten Satz an! Das frisch verheiratete Paar Florence und Edward begibt sich auf Hochzeitsreise und muss den Abend und die Hochzeitsnacht "überstehen". Es wird klar, dass die junge Frau sich vor körperlichen Berührungen ekelt, obwohl sie ihren Mann sehr liebt, der Mann sie begehrt, aber die meisten ihrer Reaktionen falsch deutet. In Rückblenden werden ihr Kennenlernen, ihre Familiengeschichten und die Entwicklung ihrer Beziehung geschildert -flüssig, genau, packend! Das dunkle Geheimnis, das Florences Verhalten begründet, wird bloß angedeutet, ist aber umso schockierender, wenn man es sich klar macht. In einer Konfrontation am Strand macht die junge Frau einen letzten, sehr mutigen Versuch, ihre Ehe zu retten, die Situation klärt sich. Die letzten Seiten sind ein wichtiger, sehr befriedigender Abschluss. Alles in allem ein wunderbares Buch, das den Leser gefangen hält! Auf Englisch nur für LeserInnen mit guten Sprachkenntnissen!
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am 18. Juni 2009
Was für eine berührende Geschichte. Mehrmals habe ich zurückgeblättert, um nachzuschauen, ob ich die Zeitangabe wohl richtig in Erinnerung habe, teilweise haben die Schilderungen an das viktorianische Zeitalter erinnert ... Beim Ende kommen leicht die Tränen, vor allem, wenn er sich erinnert und sinngemäß meint: hätte ich sie zurückgerufen und ihr gesagt, es ist okay, wir haben ja das ganze Leben noch vor uns und viel Zeit". Wie immer, ein sehr gelungener Ian McEwan!
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