Kundenrezensionen


 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Starker Beginn, schwächerer zweiter Teil!
Wir schreiben das Jahr 1935 und befinden uns auf dem Anwesen der Familie Tallis. Im Zentrum des Romans steht die dreizehnjährige Briony, die mit Vorliebe kleine Theaterstücke schreibt und in ihrer Fantasie ständig neue Geschichten erspinnt. Groß ist die Freude, als ihre ältere Schwester Cecilia mit ihren Freund aus Kindertagen Robbie zu Besuch...
Veröffentlicht am 18. Januar 2007 von Michael Dienstbier

versus
3.0 von 5 Sternen Atonement by Ian McEwan
I was interested in this book, because it had been mentioned in some other book i`ve read some time before. So i was just intigued by what it might be. And I was disappointed. A lot of twisted action. Was there any atonement at all? I am not sure, because I personaly didn`t find it and thus not satisfied. Some episodes are very vivid ( the discription of horrors of the...
Veröffentlicht am 17. Juni 2013 von Eugen L


‹ Zurück | 1 2 3 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Starker Beginn, schwächerer zweiter Teil!, 18. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Atonement (Taschenbuch)
Wir schreiben das Jahr 1935 und befinden uns auf dem Anwesen der Familie Tallis. Im Zentrum des Romans steht die dreizehnjährige Briony, die mit Vorliebe kleine Theaterstücke schreibt und in ihrer Fantasie ständig neue Geschichten erspinnt. Groß ist die Freude, als ihre ältere Schwester Cecilia mit ihren Freund aus Kindertagen Robbie zu Besuch kommt. Beide studieren in Cambridge. Doch schon bald glaubt Briony, dass Robbie eine Gefahr für ihre Schwester darstellt und konstruiert sich ihre eigene Geschichte. Noch am Ende des ersten Tages äußert sie einen Verdacht, der das Leben aller Beteiligten für immer verändern wird.

Die Leistung des Romans besteht aus den ständig wechselnden Erzählperspektiven, die diesen so schicksalhaften Tag, der gut die Hälfte des Romans ausmacht, aus der Sicht der unterschiedlichen Charaktere beleuchtet. So kennt der Leser die wahren Begebenheiten und erkennt, wie Briony Lieb mit Hass und Leidenschaft mit Gewalt verwechselt und somit Leben zerstört.

Leider kann "Atonement" das hohe Niveau des ersten Teils nicht bis zum Ende hin halten. Weite Teile der nachfolgenden Handlung spielen im Jahr 1940. Robbie befindet sich als Soldat in Dünnkirchen, eingekesselt von der deutschen Armee. Briony und Cecilia haben den Kontakt zueinander sowie mit der Familie abgebrochen und arbeiten beide als Krankenschwester in London. Im Zentrum stehen nun die Schrecken des Krieges sowie einige Rückblicke, die die Ereignisse der vergangenen fünf Jahre zusammenfassen. Vor allem die Kriegsgeschehnisse wirken oftmals eher kitschig als mitreißend und tragen so zum Qualitätsabfall der Handlung maßgeblich bei.

Fazit: Spannende Grundhandlung, die im zweiten Teil des Romans leider von der Kriegshandlung in den Hintergrund gedrückt wird. "Atonement" wäre noch überzeugender, hätte sich McEwan ganz auf seine Hauptthematik der Buße konzentriert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ian Mc Ewan's epic tale of love, guilt and war, 9. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Atonement (Taschenbuch)
I have never read a book that captures guilt and consequences so brilliantly, and heartbreakingly at the same time. It’s absolutely gorgeous. And just in case you’ve seen the movie and think you’re all set: the movie is good, but the book is so much better yet.

Briony, the lead character, is a girl aged 13, very much living into her own head, authoring stories and plays. Her mother describes her fittingly: “[Briony] had vanished into an intact inner world of which writing was no more than the visible surface, the protective crust which even, or especially, a loving mother could not penetrate. Her daughter was always off and away in her mind, grappling with some unspoken, self-imposed problem, as though the weary, self-evident world could be re-invented by a child.”

There are many examples of that, most of them beautifully executed, but the scene with Briony flaying nettles when feeling utterly frustrated is one of the best. Here she is, destroying nettles, and all of a sudden that act becomes something grander, much more impressive than it is:
“No one in the world could do this better than Briony Tallis who would be representing her country next year at the Berlin Olympics and was certain to win the gold. People studied her closely and marveled at her technique, her preference for bare feet because it improved her balance—so important in this demanding sport—with every toe playing its part; the manner in which she led with the wrist and snapped the hand round only at the end of her stroke, the way she distributed her weight and used the rotation in her hips to gain extra power, her distinctive habit of extending the fingers of her free hand—no one came near her. Self-taught, the youngest daughter of a senior civil servant. Look at the concentration in her face, judging the angle, never fudging a shot, taking each nettle with inhuman precision. To reach this level required a lifetime’s dedication.”

McEwan introduces the characters slowly and carefully, so we have very solid mental sculptures of who these people are before the story really unfolds. And then you hit chapter 13. Opening sentence: “Within the half hour Briony would commit her crime." The crime she’d spent the rest of her life trying to atone for.
“She would never be able to console herself that she was pressured or bullied. She never was. She trapped herself, she marched into the labyrinth of her own construction, and was too young, too awestruck, too keen to please, to insist on making her own way back.”

Because McEwan build his characters so well before going to the main action, what follows is utterly believable, and gut wrenching at the same time. This is no feel-good book, but it shows how powerful fiction can be.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Abgründe der Phantasie, 15. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Atonement (Taschenbuch)
Es ist der heißeste Tag des Sommers 1935, als die 13-jährige Briony ihre ältere Schwester Cecilia dabei beobachtet wie diese sich vor ihrem Kindheitsfreund Robbie auszieht. Briony, ein Mädchen mit einer sehr lebhaften Phantasie, das seine Zeit damit verbringt Geschichten und Theaterstücke zu schreiben, glaubt ihre Schwester in Gefahr zu wissen. Ihr lebhafter Geist spinnt sogleich eine Geschichte um die rätselhafte Szene, die sie heimlich beobachtet hat. Als Robbie ihrer Schwester einen, in Brionys Augen, obszönen Brief schreibt, beschließt das Mädchen Cecilia vor diesem vermeintlichen Monster zu schützen. Als am selben Abend ihre Kusine Lola verschwindet und nach einigen Stunden verstört wieder aufgefunden wird, bezichtigt Briony Robbie eines schrecklichen Verbrechens und verändert auf diese Weise das Leben aller beteiligten Personen.

Der Roman gliedert sich in zwei Teile. Im Ersten wird, aus wechselnden Perspektiven, der verhängnisvolle Tag im Sommer 1935 beschrieben, während der zweite Teil fünf Jahre später angelegt ist. Robbie ist im Krieg, Cecilia arbeitet in London als Krankenschwester und Briony wünscht sich nichts mehr, als ihren Fehler aus Kindertagen wieder gut zu machen. Der erste Teil des Romans, der auf dem Anwesen der Familie Tallis spielt, ist dabei der gelungenere von beiden. Ian McEwan beschreibt das Geschehen so atmosphärisch und packend, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Vor allem der Wechsel der Perspektiven und das Wissen, dass Briony das Leben Cecilias und Robbies, und damit auch ihr eigenes, zerstören wird, machen das Buch zu einem intensiven Erlebnis. Der zweite Teil büßt zwar ein wenig von der Spannung des ersten Teils ein, lässt sich jedoch trotzdem flüssig und ohne Langeweile lesen. Vor allem die Entwicklungen der einzelnen Charaktere sind interessant, sowie die Rückblenden, die den Zeitraum zwischen 1935 und 1940 mosaikartig ausfüllen.

Mit Atonement weist Ian McEwan auf wie mächtig die Vorstellungskraft sein kann und welchen Schaden sie anrichten kann. Briony, die ihren Fehler aufrichtig bereut, muss für den Rest ihres Lebens mit der Schuld leben, die sie auf sich geladen hat und die, trotz aller Bemühungen, nicht ohne weiteres ungeschehen gemacht werden kann. Auf diese Weise erschafft er eine fesselnde und sehr stimmungsvolle Geschichte die von der ersten Seite zu überzeugen weiß.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen einzigartiges Buch, das man einmal gelesen haben sollte, 19. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Atonement: A Novel (Gebundene Ausgabe)
An einem heißen Sommertag im Jahr 1935 überschlagen sich die Ereignisse: Cecilia und Robbie kommen sich endlich näher werden jedoch von ihrer Schwester Briony erwischt, die die ganze Situation nicht richtig einzuschätzen weiß.
Am Abend verschwinden die Zwillinge nach einem Streit im Wald und alle begeben sich auf die Suche nach ihnen. Dabei wird Lola, die Schwester der Zwillinge und Cousine von Cecilia und Briony, in der Abenddämmerung vergewaltigt. Die einzige Zeugin dieses Verbrechens ist Briony, welche den Täter aber nur von hinten gesehen hat, ihn aber zu kennen glaubt. Für sie kommt nur eine Person in Frage: Robbie, schließlich hat er sich schon an ihrer Schwester vergangen. Aus dieser Mutmaßung, von deren Wahrheit Briony überzeugt ist, wird eine Aussage und Robbie wird noch am selben Abend verhaftet. Niemand glaubt Cecila, weil man wegen des Briefes, den Briony ihren Eltern übergeben hat, davon ausgeht, dass sie ihn nur schützen will. Daraufhin bricht die Familie auseinander, denn Cecilia will nichts mehr mit ihrer Familie zu tun haben, vor allem nicht mit ihrer Schwester.

Nach einigen Jahren Gefängnis bekommt Robbie die Möglichkeit seine Strafe zu verkürzen, indem er in den Krieg zieht. Gegen Ende des Krieges versucht er schwer verwundet zu Cecila zurück zu kehren, deren Briefe ihn am leben erhalten.

Nachdem ich zum ersten Mal den Trailer zum Film Atonement mit Keira Knightley und James McAvoy gesehen hatte, war ich sehr darauf gespannt. Als ich dann erfuhr, dass es die Verfilmung eines Romans ist, wollte ich diesen sofort lesen und kaufte ihn mir.
Eigentlich hatte ich eine Art Liebesroman erwartet, das ist Atonement jedoch ganz und gar nicht.

Ian McEwan will mit seinem Werk vielmehr zeigen, wie ein im Grunde kleines Missverständnis mehrere Leben zerstören kann. Denn genau darum geht es: Da Briony die Situation wegen ihres jungen Alters nicht richtig zu deuten weiß, muss sie für den Rest ihres Daseins mit den Konsequenzen leben, die sie erst als Erwachsene wirklich begreift.
Die Liebesgeschichte zwischen Cecilia und Robbie ist zwar schön, aber nur ein kleiner Teil des Ganzen.

Die Erzählweise ist zu Anfang etwas verwirrend und undurchsichtig, da man glaubt, dass ein und dieselbe Handlung mehrmals hintereinander erzählt wird. Mit der Zeit versteht man jedoch, dass der Autor die Erzählperspektive wechselt und die gleiche Handlung aus der Sicht verschiedener Charaktere darstellt. Der Leser kann dadurch die Gefühle der einzelnen Personen besser verstehen.

Der zweite Teil der Handlung bezieht sich inhaltlich auf den Zweiten Weltkrieg, wird vom Autor thematisch aber auf eine neue Weise erzählt. Ian McEwan möchte nicht vorwiegend auf die Grausamkeit und Sinnlosigkeit eines solchen Krieges hinweisen, sondern beleuchtet die Gefühlswelt eines Soldaten (Robbie) und seine Gedanken. Diese Erzählweise macht selbst diese Thematik wieder aufs Neue interessant.

Erwähnenswert ist auch noch der letzte Teil, in dem nun der gesamte Roman so präsentiert wird, als wäre er von einem der Hauptcharaktere selbst geschrieben.

Alles in allem ein anspruchsvolles, aber auch einzigartiges Buch, das man einmal gelesen haben sollte.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fantastisches Buch!!!, 3. September 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Atonement (Taschenbuch)
"Atonement" erzählt eine Geschichte über das schlechte Gewissen eines Mädchens, dass mit einer einzigen unbedachten Aussage das Leben zweier Menschen zerstört, indem sie die Lebenswege des Paares in eine fatale Richtung drängt. McEwan schafft es hier - wie so oft - sehr sensibel und für den Leser beinahe schmerzhaft in die drei Figuren hineinzublicken und darüber hinaus auch noch eine sehr bewegende Stellungnahme darüber abzugeben, wie sehr Kriegsgeschehen einzelne Leben beeinflusst und zerstören kann. Ein fantastisches Buch, dass ich gradezu verschlungen habe - und mich gefragt habe, warum ich es nicht vorher gelesen habe!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Roman über das Leben, die Literatur - und über die Verbindung zwischen diesen beiden, 4. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Atonement (MTI) (Taschenbuch)
McEwans "Atonement" funktioniert auf so vielen verschiedenen Ebenen, dass es wahrlich eine Freude ist, dieses Buch auch ein zweites Mal zu lesen: denn erst dann wird man sich der vollen Tragweite dieses literarischen Experiments bewusst. Ohne hier zu viel zu verraten (und Erstlesern damit die Überraschung zu verderben): McEwan spielt bewusst mit der Erwartungshaltung des Lesers an einen (vermeintlich) im Stile des Realismus geschriebenen Roman; man erwartet eine Art literarisches "Schaukastentheater", präsentiert und vermittelt von einem allmächtigen Erzähler - und doch sind all die Hinweise bereits im Text vorhanden.
So ergeht es dem Leser letztendlich ebenso wie Briony: er sieht nur das, was er sehen möchte - bis der Schleier schließlich zerreißt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen interessante Verbindung von Handlung und erzählerischem Experiment, 13. September 2010
Von 
T. Jannusch "rumble-bee" (Velbert) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Schon von vielen Lesern habe ich gehört, dass sie das Buch vorzeitig abgebrochen haben. In der Tat ist es ein Werk, das vom Leser einen ausgesprochen "langen Atem" verlangt, ein Buch, das seinen Wert nicht völlig offensichtlich in rasanter Handlung oder spannendem Einstieg offenlegt. Es gliedert sich in vier Abschnitte, und wenn man auch nur einen davon auslässt, oder frühzeitig aussteigt aus dem Buch, so ist der Eindruck unvollständig. man muss / sollte schon bis zum Ende lesen, erst dann erschließt sich der Sinn des Ganzen, und was der Autor mit diesem Buch eigentlich sagen wollte.

Die Abschnitte Eins bis Drei haben in der Tat erzählenden Charakter. Teil Eins beschreibt einen einzigen, heißen Sommertag im England des Jahres 1935. Die Schwüle und zwischenmenschliche Spannung wird hier bei deutlichem Hinlesen (!) doch sehr gut spürbar. Es geht eben nicht um die Handlung an sich, sondern um vieles, was zwischen der Personen im Raum steht. Wie sie sich missverstehen. Wie der eine vom anderen zu wissen glaubt, was dieser denkt. Wie sich der Wechsel von einem Lebensabschnitt zum nächsten vollziehen kann, nämlich durch ein einziges Ereignis. Erst ganz zum Schluss dieses Abschnittes kommt es zu einer Art Handlung - die allerdings das Leben aller Beteiligten von Grund auf verändern wird.

Teil Zwei spielt bereits 5 Jahre später. Es ist schwierig, dies näher zu beschreiben, ohne sogleich das dramatische Geschehen aus Teil Eins vorweg zu nehmen, das sich der Leser besser selber erschließen sollte. Sagen wir so, einer der Beteiligten, für den es damals gar nicht gut ausging, befindet sich als britischer Soldat in Frankreich, auf dem Rückzug nach Dünkirchen. Er reflektiert gleichzeitig das Geschehen aus Teil Eins, und beschreibt seine Erfahrungen mit dem Krieg. Auch hier muss man wieder genau "hinlesen". auf den ersten Bllick überwiegt die Kriegshandlung (ziemlich drastisch sogar), auf den zweiten aber erhält der Leser einen tiefen Einblick in seelisches Geschehen, was Teil Eins sehr gut ergänzt.

Teil Drei ist in etwa zeitgleich zu Teil Zwei anzusiedeln. Eine weitere der damals beteiligten Personen wird in ihrem Leben "danach" geschildert. Sie scheint sich bewusst für einen schweren Lebensweg entschieden zu haben - sie wurde Krankenschwester, obwohl sie das Zeug zu einem Studium gehabt hätte. immer wieder wird dem Leser durch persönliche Einblicke klar: dies alles geschieht, weil die Person eben "Abbitte" leisten möchte, darauf begründet sich auch der Titel des Buches. Wieder wimmelt der Abschnitt von drastischen Details, die aber den Leser nicht davon ablenken sollten, auf die innere Erlebniswelt der Protagonistin zu schauen. Endlich beginnt sie zu ahnen, was sie damals angerichtet hat. Ein besonderes "Bonbon" in diesem Teil ist auch die Tatsache, dass der Leser zumindest teilweise eine "Auflösung" erhält. Was geschah wirklich in Teil Eins? die Protagonistin weiß es nun, und lässt es den Leser ahnen.

Teil Vier jedoch ist der "Knaller", der alles Vorhergehende in völlig anderem Licht erscheinen lässt! Das ist unmöglich wiederzugeben, ohne alles zu verraten. Teil Vier spielt in der Gegenwart, und wird erzählt in der Ich-Perspektive der Heldin aus Teil Drei. ein völliger Stimmungsumschwung findet hier statt. Vom allwissenden Erzähler in der dritten Person zur Ich-Perspektive. Briony ist Schriftstellerin geworden, und man fragt sich zum Schluss, war das ganze Buch nur ein Traum, was war wirklich, was falsch? man stellt sich in der Tat vielerlei Fragen. Was ist Schuld, und wie kann sie abgegolten werden. Was ist persönliche Verantwortung. Wie sehr formt Erinnerung unser Bewusstsein. Und noch viele Fragen mehr drängen sich auf. Eigentlich müsste man nun das ganze Buch noch einmal von vorne lesen. Doch diese überlasse ich lieber dem geneigten Leser dieser Rezension, denn ich selbst habe dafür im Moment eben nicht genug "langen Atem".

Es stimmt schon, das Buch ist durch und durch britisch, lebt sehr von "understatement", von Dingen "zwischen den Zeilen". Es hat mir sehr viel gebracht, erstens vorher den Film gesehen zu haben, und zur Originalfassung zu greifen. Denn die Sprache ist fast so etwas wie eine handelnde Person selbst. Die schwebenden Sätze tragen das Ganze, und besonders in Teil Eins wird dadurch diese entsetzlich träge Stimmung eines Sommertages deutlich, was sicher auch zur Zuspitzung der Situation geführt hat.

Im Rückblick faszinieren mich auch viele kleine Details, die immer aus verschiedenen Perspektiven geschildert werden, und so zu völlig anderen Deutungen bei den beteiligten Personen führen. Eine zuschlagende Balkontür: für die Mutter der Wind, für Briony im Garten ein Zeichen des Rückzugs. Das Berühren eines Hemdkragens: für Cecilia Ausdruck von Emotion, für den Betrachter aus dem ersten Stock eine Anklage. Ein abgerissenes Plakat: für den einen ein Zeichen von Sabotage, für den anderen ein Ausdruck persönlichen Frusts. Das Klackern von Absätzen auf Parkett, und ein dumpfes Geräusch im ersten Stock. für die Mutter auf dem Sofa Geräusche der Vorbereitung aufs Abendessen, für Lola jedoch... oh weh, lest selbst!

Letztlich kann ich es nur jedem von euch selbst überlassen, ob ihr dieses Buch lesen wollt. Wie gesagt: macht euch gefasst auf eine verlangsamte Lektüre, und haltet Ausschau nach Einzelheiten. Dann kann es sich wirklich lohnen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen unglaublich, 19. Dezember 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Atonement (Taschenbuch)
atonement ist das erste buch von ian mcewan, das ich lese, und es ist ein wunder. es ist eine geschichte über das schreiben im weiteren, die literatur im engeren sinn, über die einbildungskraft, die dem leben sinn verleihen soll, und über die liebe. diese themen sind nicht unabhängig voneinander zu denken, und dieses buch vollzieht das nicht nur in seiner geschichte, sondern auch in seiner dichten, poetischen, selbstreflexiven form nach. mcewan erzählen ist so philosophisch wie bilderstark, in seiner dichten psychologie erinnert es an autoren wie virginia woolf und henry james, die zeit vor und während des zweiten weltkrieges umgibt die kühle der moderne, doch die liebesgeschichte, die mcewan erzählt, ist eine der schönsten, wahrsten und genauesten, die ich jemals gelesen habe. bisher hielt ich franzen, coetzee und wallace für die besten autoren, die ich in diesem jahr gelesen habe - ich bin mir nicht sicher, aber die verquickung von "thema" und form, von geschichte und ihrer erzählung, gelingt keinem auf so atemberaubende weise wie mcewan. und die distanz zur unmittelbar heutigen zeit, die leicht gebrochen wirkende entrückheit, machen das lesen umso ergreifender - als würde man etwas von sich erfahren, dass man schon vergessen hatte.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


20 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Crime and Redemption, 23. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: Atonement (Taschenbuch)
At the center of this incredible novel are the two daughters of Emily and Jack Tallis. As the book opens in 1935, Briony is 13 years of age, and her sister Cecilia is 23. Robbie Turner, who works in the estate gardens, becomes the lover of Cecilia. The first part of the novel shows us the participants in minute detail, examining past and future aspiration to form complete character studies. The summer day starts rather bucolic, but quickly starts to disintegrate as personalities clash and grate on each other. At night, one of the young female guests is raped, and Briony points her finger at Robbie. Thus Robbie is convicted and sentenced to two years in jail.
The second part of the book takes place in May of 1940. Cecilia has become a registered nurse, and Briony just started as a learning nurse. Robbie is part of the British Expeditionary Force, trying to get to Dunkirk and back to England. The description of this retreat is an incredible piece of literature. The reader feels like he is there, suffering through the combat and choking on its details. One is tempted to believe that the author writes from personal experience. Shortly thereafter the author describes the life of a training nurse during war time. Again, he gives us details that are fascinating and gives us endless respect for these caring women.
The end of the book gives us the denouement. At warï¿s end, Briony admits that she lied about the rape and that Robbie was innocent. A confession too late? At the end of the novel Briony celebrates her 77th birthday and all the characters are brought up to date.
Warning! This novel is written incredibly well as to imagination,
language and style. It may well spoil for you many books you read thereafter, making them look superficial, shallow and sloppy.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ergreifend, 23. April 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Atonement (Taschenbuch)
Dieses Buch ergreift seine Leser, zwingt zum Innehalten und dann zum Weiterlesen und am Ende ist man noch lange nicht fertig.
Selten hat mich eine gelesene Geschichte über Menschen und Verhältnisse, die ich nicht persönlich kenne, so berührt.
Fraglos eines der besten Bücher von bleibendem Wert die mir bisher begegnet sind. IanMcEwans "Liebeswahn / Enduring Love" war schon einzigartig fesselnd, Brionny's Abbitte in "Atonement" geht noch weit darüber hinaus.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 3 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Atonement
Atonement von Ian McEwan (Taschenbuch - 2. Mai 2002)
EUR 10,50
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen