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Kundenrezensionen

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TOP 1000 REZENSENTam 5. November 2012
Kanada" ist ein großartiger Roman, den ich gleichwohl streckenweise - insbesondere im zweiten Teil - wegen des langsamen Erzähltempos und zahlreicher Wiederholungen nicht ohne Widerstände gelesen habe. Im Kern ein Bericht, ist Kanada" aber auch eine Meditation über das Leben.
Dell, der Erzähler, berichtet von den zwei Ereignissen, die in seinem sechzehnten Lebensjahr sein Leben maßgeblich verändert haben: Von einem Banküberfall, den seinen Eltern begehen, und von zwei Morden, die der Mann, in dessen Obhut er daraufhin gegeben wird, begeht, um der Bestrafung für ein früheres Verbrechen zu entgehen.

Die beiden ersten großartigen Sätze des Buches lauten: First, IŽll tell about the robbery our parents committed. Then about the murders, which happened later." So beginnt der 65-jährige Dell Parson seinen Bericht über die Ereignisse, die ihn und seine Zwillingsschwester Berner im Alter von 15 Jahren für immer von ihren Eltern trennen. Eigentlich könnten wir es hier mit einem klassischen unerhörten Ereignis zu tun haben, das im Zentrum einer Shortstory steht, aber das Gegenteil ist der Fall: Ford eröffnet mit diesen Worten einen Roman, der sich Zeit lässt und sich nur langsam und in dem Tempo entwickelt, das der Erzähler benötigt, um immer wieder gewissenhaft zu hinterfragen, was genau er als Junge über seine Eltern, ihre Motive und die Tat gewusst hat.
Gibt es das perfekte, soll heißen: nicht aufzuklärende, Verbrechen? Gewiss ist nur, dass Bev Parson, Dells Vater, nicht der Mann ist, ein solches zu planen. Er, der nach seinem erzwungenen Abschied von der Luftwaffe versucht, sich im zivilen Leben mit verschiedenen Jobs über Wasser zu halten, wobei er eine Geschäfts(un)tüchtigkeit an den Tag legt, die es an Desastrosität mit der von James Joyce aufnehmen kann, kommt auf die wahnwitzige Idee, mittels eines Banküberfalls seinen Geldnöten ein Ende zu setzen. Tatsächlich aber ist es das Ende der Kindheit des Erzählers, das mit dem Überfall eingeleitet wird.
Eine Kindheit, die für die Zwillinge geprägt ist von sozialer Isolation, bedingt durch die zahlreichen Umzüge der Eltern, die Bev aufgrund seiner Arbeit bei der Luftwaffe seiner Familie zumutet; und geprägt von der Entfremdung der Mutter, die sich mit ihrem Mann genauso wenig wie mit ihrem sozialen Umfeld zufrieden geben kann und mag. So verwundert es nicht, dass Dell mit 15 Jahren Zuflucht sucht in Hobbies, die Ordnung und Verlässlichkeit versprechen: Schachspiel und Bienenkunde. Indem der Erzähler immer wieder ansetzt, seine Erinnerungen zu befragen und über Details und Motive Rechenschaft abzulegen, gelingt es Ford, dem Leser überzeugend vor Augen zu führen, wie sehr sich Dell nur eines wünscht, was seinen Eltern nicht gelungen ist: einen verlässlichen Platz zu finden, wo er sich heimisch fühlen kann. Ganz folgerichtig endet der erste Teil des Romans dann auch mit Dells expliziter Feststellung, dass es im Kern seines Berichts nicht um Verluste, sondern um Fortschritt und Entwicklung geht.

Zu Beginn des zweiten Teils findet sich Dell in Kanada wieder. Soll er sein Leben in der Weise fortführen, wie seine Mutter es vorgesehen hat oder die Initiative ergreifen und sein Leben selbst in die Hand nehmen, wie seine Schwester es getan hat? Nicht immer erkennt man die Wendepunkte im Leben, darüber ist Dell sich inzwischen klar geworden.
Paul Nizon hat es einmal sehr deutlich formuliert: Das Leben ist zu gewinnen oder zu verlieren. Und dieser Gedanke fasst die Lektion zusammen, die das Leben für Dell bereit hält.
Trostlosigkeit, Armut und Einsamkeit umgeben Dell in Kanada, sein Alltag ist reduziert auf das, was es zum Überleben braucht: Essen, Schlafen, Arbeiten. Dell selbst ergibt sich weitestgehend in sein neues Schicksal.

Wie beim Schachspiel, dessen Faszination für Dell zu Beginn sicherlich auch darin liegt, dass es Ordnung und Regelwerk in seinem schwierigen Leben symbolisiert, so ziehen auch im Leben Handlungen Konsequenzen nach sich. Und um diese Folgen und die Notwendigkeit, sie im Leben anzuerkennen, geht es in Kanada".
Ob der Staat, in dem Dell lebt, nun USA oder Kanada heißt, verliert zunehmend an Bedeutung, als Dell sich bewusst wird, dass er sein Leben annehmen und führen muss. Hierbei gibt es keine Instanzen, die ihm helfen können. Und so wundert es nicht, dass Dell in Kanada sein Buch über Bienenzucht zurück lässt, nachdem der Traum von einem wohlgeordneten Gemeinwesen, in dem jedes Individuum seinen Platz hat, geplatzt ist.
Arthur Remlinger, der Mörder aus dem zweiten Teil des Buches, wird für Dell zum Beispiel für das Schicksal eines Menschen, der seine Vergangenheit nicht annimmt und sich mit ihr nicht aussöhnt bzw. die Verantwortung für sein Tun nicht übernimmt.
Dell wird sein Leben in Kanada führen, dort die Schule besuchen, den Beruf des Lehrers ergreifen und heiraten. Also ein Happy End? Sicherlich nicht. Richard Ford entfernt sich nie von den meist harten Realitäten und dem Leser sind wie dem Protagonisten Seufzer glücklicher Erleichterung nicht vergönnt. Ein niederdrückender Roman? Auch das nicht, denn Dells Lektion, die ihn das Leben gelehrt hat, überträgt sich auf den Leser.
Ein bedeutender Roman, der sich nicht immer zügig liest, den ich aber sicherlich nicht so schnell vergessen werde und der den Leser beschäftigt. Neben den genauen und realistischen Schilderungen, exakten Formulierungen und eindringlichen Landschaftsbeschreibungen, hat mich auch die Symbolik beschäftigt, mit der es Ford gelingt, Hoffnungen und Wünsche des Erzählers zu transportieren, ohne dabei pathetisch zu werden.
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am 11. März 2013
Ich mag die amerikanischen Familienromane, wie z.B. die Bücher von John Irving „Last night in twisted river“ oder „The world according to garp“; oder „Freedom“ von Jonathan Frantzen. Auch wenn sie überlaufen von konstruierten Situationen, in denen Sex und Gewalt dominieren. Das macht sie bis zu einem gewissen Grade auch wieder unerträglich. Aber sie langweilen mich nicht, und es gibt immer etwas, finde ich, das herausragend beschrieben wird und über das nachzudenken sich lohnt. Im Gegensatz zur neueren deutschen Literatur der jüngeren Generation, die mich nichts anderes als überwiegend langweilt.

Mir gefällt, ganz im Sinne des Vorangehenden, auch das Buch „Canada“ von Richard Ford, das ich in Englisch gelesen habe. In diesem Buch halten sich Sex und Gewalt in Grenzen; aber es ist ähnlich unwirklich wie Irvings Geschichten:
Die ungleichen Eltern rauben eine Bank aus, um ihre Ehe-Probleme zu lösen; der Mann um mit dem Geld die Ehe aufrecht zu erhalten, die Frau um mit dem Geld die Ehe zu beenden und zusammen mit ihren Zwillings-Kindern ein neues Leben zu starten. Der Bankraub mißlingt, weil dilettantisch vorbereitet, die Eltern müssen ins Gefängnis und die Zwillinge werden getrennt. Der Junge mit dem eigentümlichen Vornamen Dell ( ich mußte immer wieder an den Computer Hersteller denken) wird vor dem Zugriff des amerikanischen Jugendamtes in Canada verborgen gehalten, lebt dort in einer Hütte („shack“) und muß als Kind eine andere, aber nicht bessere Welt als im Haus der Eltern akzeptieren; das Mädchen mit dem eigentümlichen Vornamen Berner setzt sich ab und lebt bis zu ihrem Ende ein unglückliches Leben in unübersichtlichen Verhältnissen.

Eigentlich kann das, was Ford erzählt, so nicht passieren, und doch habe ich beim Lesen die Geschichte als Realität empfunden, wie das? Ich glaube, weil die Gestalten selbst, allesamt skurrile und randständige Erscheinungen, eine Wirklichkeit aufbauen, die mit der tagtäglichen wenig zu tun hat, aber eine mögliche Variante derselben sein könnte.
Und sehr zu Herzen geht. Die Szene, als die Geschwister die Eltern im Gefängnis besuchen und zumindest ahnen, dass sie sich nicht wieder sehen werden (Kap. 36+37), diese Szene ist herzzerreißend. Fords Dialoge im Gefängnis spiegeln die ganze Vergeblichkeit, Hoffnungslosigkeit und Hilflosigkeit, die dieser Familie innewohnt, und es ist die Dürre in seinen Worten, diese unsägliche Dürre, die die Reduziertheit der Gefühle in der Familie glaubwürdig vermittelt. Gefühle wollen hochkommen, aber sie können sich nicht entfalten, denn sie haben keine Basis, die Beziehungen zwischen den Kindern und Eltern geben nichts her, sie sind, trotz gelegentlich verzweifelter Anstrengungen, nur Fragmente, denen das Gemeinsame fehlt.

Was dann folgt, die Entwicklung von Dell in Canada in einer wiederum skurrilen, umgedrehten Gesellschaft, halte ich für schwächer; vielleicht weil kaum mehr von Berner die Rede ist, die ich für die stärkere Figur des Romans halte.
Zum Schluß dann noch einmal Lebensweisheit; Ford sagt (sinngemäß): „toleriere den Verlust, dann hast du eine bessere Chance, zu überleben. Erhalte das Gute, auch wenn es schwer zu finden ist. Wir alle versuchen es.“
Ich habe es auch versucht, zum Beispiel mit „Canada“. Aber dort das Gute zu finden ist tatsächlich nicht leicht. Ich fand eher das Böse, aber wie tröstlich, dass es eben doch nur das Böse in Fords Buch ist.
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am 29. Mai 2012
It's been almost six years since the world has heard from Pulitzer Prize winner Richard Ford (Independence Day), but it has been very much worth the wait for Canada is a powerful, keenly wrought coming-of-age tale fraught with mistakes, misdemeanors and hard learned lessons.

For starters, the opening is a grabber: "First, I'll tell you about the robbery our parents committed, Then about the murders, which happened later. The robbery is the mist important part..." These are the words of Dell Parsons now a 66-year-old high school English teacher remembering 1960 when his life along with his twin sister's were thrown into turmoil.

Their parents were an unlikely couple. Father, Bev, was outgoing, garrulous, optimistic, given to a series of poor judgments. Their mother, Neeva, was Jewish, an academician, whose hopes of becoming a poet were thwarted by an early marriage and the birth of twins very soon thereafter. Bev had been in the Air Force and the family now lived in Great Falls, Montana where Dell hoped to attend high school The teenagers had never had friends as Neeva hadn't welcomed people into any of their homes and disdainfully viewed the other Air Force families.

Now, finding his Air Force pension and Neeva's school teaching salary inadequate Bev sets out to earn extra money, first selling cars then used cars and finally becoming in a meat scam with local Indians. When that goes awry he and Neeva decide to rob a bank. When they are captured and imprisoned Dell and sister Berner are left high and dry. Berner opts to run away to California and Dell is smuggled across the border into Canada by a friend of his mother. Not just to Canada, mind you, but to the far northern reaches of Saskatchewan where he is given work in a rundown hotel owned by Arthur Remlinger, an American with a Harvard education and a tainted background. Dell is relegated to living in a shack, and disappointed in other areas as well. None of what occurs in his life to date is due to anything he has or has not done.

Canada is a powerhouse of a novel, richly imagined and fully realized. So worth the wait - thank you, Richard Ford.
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am 22. März 2015
Die Story ist ungewöhnlich, aber fesselnd, mit vielen Spannungsbögen.
Ein Buch, an das man denkt, auch wenn man es gerade nicht liest, ein echter Page-Turner.
Auch für Non-Natives ist das englische Original unbedingt empfehlenswert und gut verständlich!
Sehr empfehlenswert.
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am 10. August 2013
Ein seltsames Buch über eine ungewöhnliche Kindheit eines gewöhnlichen Menschen aus den USA, den es als Jungen nach Kanada verschlägt. Liest sich flüssig, doch man bleibt am Ende ein wenig unschlüssig zurück.
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am 30. Dezember 2013
One of the great novels of 2013. While the book announces in page one a hold-up and some murders, it is rather a novel about a boy discovering life in strange circumstances.
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am 22. August 2015
ich hab' alles von ihm gelesen, bin großer fan. aber dieses buch ist gewollt und nicht gekonnt. super langweilige, konstruierte familie.
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am 21. Oktober 2012
Die tragischen Lebenserfahrungen des jungen Dell sind so realistisch geschrieben, dass man sich an seinen Ort versetzt fühlt. Das Buch lässt einen nicht ruhen, bis es zu Ende gelesen ist. Richard Ford versteht es meisterlich, Stimmungen, Gefühlslagen Charaktere und Örtlichkeiten authentisch zu beschreiben. Canada
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am 17. März 2013
Dieses Buch gehört zu derjenigen Sorte, bei der ich beim Lesen aufpassen muss, an der richtigen Haltestelle auszusteigen. Ich schreibe hier keine ausführliche Rezension, dies haben andere vor mir getan. Doch ich kann dieses Buch nur empfehlen. Habe mir gleich ein weiteres von Richard Ford auf meinen kindle geladen.
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am 1. März 2013
Nach langer Zeit nahm ich mal wieder einen Richard Ford Roman in die Hand. Ich freute mich darauf, die guten alten "Sportreporter" und Unabhängigkeitstags"-Zeiten wiederaufleben zu lassen. Welch eine Enttäuschung:
Die gesamte Handlung "Canadas" (ca. 500 Seiten) lässt sich problemlos in fünf Sätzen zusammenfassen. Die restlichen Seiten sind angefüllt mit Dialogfragmenten und endlosen inneren Betrachtungen des 15-jährigen Helden.
Die sich über die Jahrzehnte wandelnde Beziehung zwischen den Zwillingen/Geschwistern oder die Erfahrung des Älterwerdens (nicht des "Coming-of-Age"!!!) hätten bessere Themen abgegeben als die klischeehaften und einfach uninteressanten Charaktere und Nicht-Geschehnisse in Fort Royal.

Ich vergebe einen Stern für einen guten Abschluss - Dritter Teil, leider nur 30 Seiten - und einen Stern, weil's Richard Ford ist und ich's bis zum Ende geschafft habe.

Eine Enttäuschung.
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