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Kundenrezensionen

64
4,6 von 5 Sternen
The Sleepwalkers: How Europe Went to War in 1914
Format: Gebundene AusgabeÄndern
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56 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. Januar 2013
Christopher Clark legt mit den "Sleepwalkers" ein umfassendes Panorama der europäischen Außenpolitik in dem letzten Jahrzehnt vor 1914 vor, das in dieser Weise - quellennah, erzählend operierend - seit Jahrzehnten nicht mehr unternommen worden ist. Das Buch ist erstaunlich in seiner umfassenden Kenntnis der jeweiligen Abläufe. Wer zu dem Thema selbst geforscht hat, weiss, was für eine mühsame und komplexe Aufgabe es ist, die Aussenpolitik nur einer einzigen Grossmacht über einige Jahre nachzuverfolgen; geschweige denn, dies mit sechs Großmächten und weiteren Staaten, wie Serbien, über einen längeren Zeitraum zu tun. Sicher legt Clark wesentlich mehr Gewicht darauf, die Verantwortlichkeiten der Entente und Serbiens als die der Zentralmächte zu untersuchen. Da dieses aber im Übermaß schon geleistet wurde, war es überfällig, ein Korrektiv zu bieten. Clark gelingt dies eindeutig. Er zeigt unter anderem, darin der Forschung der letzten Jahre folgend, dass das Deutsche Reich und die deutsche Diplomatie in mehreren Vorkriegskrisen, wie etwa den beiden Marokkokrisen, der reagierende und nicht der initiierende Part waren. Clarks Buch ist der vorläufige Schlussstein in einer umfassenden Neubewertung der deutschen Politik vor 1914, die einen Bruch mit den Thesen Albertinis (1941) und, ihm folgend, Fritz Fischers (1961 und 1966) bedeutet.
Was für den potentiellen Leser wichtig ist: Dieses Buch ist glänzend erzählt und ungeheuer kenntnisreich. Daher verdient es klar fünf Sterne.
Wer mehr lesen möchte, bevor er zum Kauf schreitet, sei auf folgende Rezensionen verwiesen: meine eigene in DER SPIEGEL [...]
sowie die von Gerd Krumeich in der Süddeutschen Zeitung: [...]
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 5. November 2013
Clark schildert in seinem jüngsten Werk den Weg Europas in den 1. Weltkrieg, ausgehend vom Königsmord 1903 in Serbien bis hin zum fatalen Ultimatum und der Kriegserklärung 1914. Er beschreibt detailliert die politische Situation in den betroffenen Staaten (Österreich-Ungarn, Serbien, Russland, Frankreich, England und Deutschland) und deren Entwicklung bis zur Katastrophe. Besonderen Wert legt Clark auf die Persönlichkeiten der agierenden Politiker, Diplomaten und Herrscher, die er mit fast psychologischer Gründlichkeit analysiert. Das Buch bleibt ohne Schuldzuweisung, vielmehr kommt Clark zu dem Schluss, dass es nicht einen Schuldigen, sondern viele Beteiligte in den einzelnen Staaten gab, die den Konflikt nahezu unausweichlich herbeiführten. Merkwürdig passiv erlebt man die Rolle Deutschlands und des deutschen Kaisers, der bis zum Schluss bemüht scheint, die Eskalation zu verhindern. Clark räumt damit endgültig und gründlich mit der Frage nach dem Schuldigen am Kriegsausbruch auf. Es gab nicht einen, sondern viele.

Clark schafft es, das alles extrem spannend, flüssig geschrieben und leicht lesbar herüberzubringen. Das Buch liest sich (auch oder gerade in der englischen Originalfassung) wie ein Kriminalroman. The Sleepwalkers hat das Zeug zum Bestseller !
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 31. August 2013
Clark beginnt seinen ausgezeichneten Bericht über die Ereignisse, die dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs vorangingen, mit einer sich über 96 Seiten erstreckenden Schilderung (fast ein Fünftel des Buches) der Vorkriegsgeschichte Serbiens, unter der Obrenovic-Dynastie mit den Königen Milan (1868 bis 1889) und dessen autokratischem Sohn Alexandar (sic) (1889 bis 1903). Beide Monarchen waren Österreich zugeneigt und übergingen das intensive Nationalgefühl des serbischen Volkes und Teilen der serbischen Armee, welche das große serbische Reich, wie es im Mittelalter unter Zar Dusan existiert hatte, wiederherstellen wollten. Diese unpopuläre Politik der Könige war ein Grund - jedoch nicht der einzige - für den blutigen Schlag einer Gruppe von Offizieren gegen diese Dynastie im Jahre 1903, mit dem die Dynastie der Karageorgevic als neue Herrscherin eingesetzt wurde und unter dem großen Beifall der Bevölkerung eine gegen Österreich gerichtete pro-russische Außenpolitik begann. Die Offiziere, die diesen Putsch durchgeführt hatten und von einem Mann mit dem Spitznamen Apis geführt wurden, setzten eine aufrührerische Politik der serbischen Minderheit in Österreich-Ungarn in Gang und ermordeten auch immer wieder habsburgische Beamte. Premierminister Pasic, ebenfalls ein Nationalist, war über die illegalen Aktionen besorgt, konnte sie jedoch nicht bremsen. Apis war der Leiter des serbischen militärischen Geheimdienstes (man fühlt sich stark an Pakistan erinnert). Als Pasic von den Plänen zur Ermordung des östereichischen Thronfolgers Franz Ferdinand erfuhr, schickte er zwar über den serbischen Botschafter in Wien "eine Art Warnung" an einen oesterreischischen Minister, der aber die Nachricht nicht ernst nahm und sie nicht an seine Vorgesetzten weiter gab.

Hier setzt Clark zu einem weiter gerichteten Blick auf Europa an, auf die langsame und zögerliche Ausbildung von Allianzen, die in den Krieg hineingezogen wurden. Diese Szenerie ist zwar bekannt, jedoch widerspricht Clark einer Reihe von herkömmlichen Ansichten. So legt er etwa dar, dass die britische Presse eine Furcht vor dem deutschen Flottenbau schürte, die britischen Minister sich darüber jedoch keine großen Sorgen machten und auch keinen Anlass dafür gehabt hätten: im Jahre 1905 verfügte das Deutsche Reich nur über 16 Schlachtschiffe, Großbritannien dagegen über 44; und im Jahre 1913 beendete Berlin ohnehin das Wettrüsten aus eigenem Antrieb. Dennoch hatten inzwischen entscheidende britische Poltiker das Reich als Hauptfeind ausgemacht, vielleicht schon seit dem Krüger-Telegramm (welches Clark hier in eine weitere Perspective setzt die mir bislang unbekannt war).. Er unterstreicht die britische Arroganz, mit welcher jede Ausweitung des Empires gerechtfertigt, jedes deutsche Streben nach Einfluss dagegen abgelehnt wurde. So wurde sofort protestiert, als Deutschland eine Eisenbahnlinie als Verbindung zwischen Transvaal und einem Hafen in Mozambique baute. Merkwürdigerweise werden in diesem sehr detaillierten Buch die drei Reisen von Joseph Chamberlain nach Berlin in den Jahren 1898, 1899 und 1901 nicht erwähnt, deren Ziel es war, ein mögliches Bündnis mit dem Reich zu sondieren. Erst als diese Bemühungen fehlschlugen, wandte sich London zuächst Frankreich und später Russland zu. Clark sagt aber auch, dass die Verständigung mit Frankreich und späterhin mit Russland primär gegen Deutschland gerichtet war. In der Entente mit Frankreich sieht er hauptsächlich einen Versuch, das Bündnis zwischen Frankreich und Russland zu schwächen (letzteres war in Großbritannien immer als die größte Bedrohung für das Empire betrachte worden), in der Entente mit Russland von 1907 hingegen die Ausnutzung der russischen Schwäche nach der Niederlage gegen Japan. So sollten die von Russland ausgehenden Bedrohungen, welche damals (und von einigen britischen Politkern auch noch Anfang 1914) als viel gefährlicher im Vergleich zu der Bedrohung durch das Deutsche Reich betrachtet wurden, aus dem Wege geräumt werden.

Es folgt ein faszinierends und detailliertes Kapitel in dem aufgezeigt wird, dass alle Großmächten immer wieder durch eine Unsicherheit über die eigentliche Leitung ihrer Aussenpolitik behindert wurden: lag die Führung bei den Monarchen? bei den Regierungchefs? bei den Außenministern? bei den Beamten des Außenministeriums? Bei den im Ausland tätigen Botschaftern? beim Militär? bei den Finanzministern?). Die Rivalität dieser Instanzen verursachte die Schwankungen in der Politik, besonders zwischen aggressiven und versöhnliche Schritten. Das wird häufig übersehen, wenn wir die Dinge hinterher nur als einen Marsch wahrnehmen der unaufhaltsam zu dem Zusammenprall von 1914 führen musste. Die eingehende Schilderung der Agadir-Krise von 1911 ist ein überzeugendes Beispiel für das Wechselspiel rivalisierender Zielsetzungen innnerhalb der Regierungen von Frankreich, Deutschland, und sogar Großbritannien.

Clark zeigt schließlich auf, wie brüchig die verschiedenen Bündnisse in den letzten drei Jahren vor dem Ausbruch des Krieges erschienen: wie sich London weiterhin Sorgen wegen russischer Aktivitäten im Mittleren und Fernen Osten machte und einen Austritt Russlands aus der Triple Entente befürchtete; wie sich Frankreich und Großbritannien den russischen Wünschen nach einer Öffnung der Dardanellen wideretzten; wie groß das Misstrauen Frankreichs in Bezug auf eine britische Unterstützung im Ernstfall war; wie Österreich das Deutsche Reich in der Agadir-Krise im Stich ließ und das Reich seinerseits Österreich in den beiden Balkankriegen nicht half; wie sogar Italien, bevor es die Seiten wechselte, nach dem habsburgischen Dalmatien gierte und die Interessen Österreichs und Deutschlands, seiner Partner im Dreibund, missachtete, als es im Jahre 1911 die Türkei angriff. Bis in den Juli 1914 hinein, als sich beide Seiten für einen - wie jede von ihnen meinte - Defensivkrieg rüsteten, bestand immer noch die Möglichkeit, dass die jeweiligen inneren Spannungen einen Krieg gegen den äußeren Feind verhindern würden.

Das Buch endet mit einer spannenden Schilderung der Zeitspanne zwischen den Morden in Sarajevo und dem Ausbruch des Krieges einen Monat später. Selbst in den letzten Tagen dieser Periode gab es noch Zuckungen. Bis hin zur russischen Mobilisierung hofften die Deutschen, die Oesterreich zu dem Ultimatuman Serbien ermutigt hatten, dass der sich daraus ergebende Krieg auf diese beiden Länder eingrenzbar sei. In Russland schwankte man zwischen einer Teilmobilisierung gegen Oesterreich oder einer Totalmobilisierung gegen Österreich und Deutschland, Noch am 1. August sagte Grey dem französischen Botschafter, sein Kabinett habe sich gegen eine britische Teilnahme am Krieg entschieden. Clark konzentriet sich sich hauptsächlich auf die alltäglichen diplomatischen Aktivitäten, und diese waren so beeinflusst von menschlichen Ängsten, Hemmungen und Sindesänderungen, dass man das Endergebnis nicht als vorbestimmt betrachten kann.

(Englische Rezension übersetzt von Thomas Dunskus.)
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. November 2013
Clark versteht es, Geschichte fesselnd zu vermitteln! Sein Ansatz, die überaus komplexe Julikrise 1914, die in den Ersten Weltkrieg mündete, dadurch verständlich zu machen, dass er das Handeln der Hauptakteure nachvollziehbar erläutert, ihre Fehleinschätzungen analysiert und ohne zu verurteilen ihr Tun erklärt, ist moderne Geschichtsschreibung auf höchstem Niveau!
Ein grossartiges Buch!
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. November 2013
For many of us, history began in 1914 with the beginning of the modern times. We were taught that Germany invaded France by crossing through neutral Belgium, thus breaching various inter-nation conventions and forcing the rest of the civilized (western) world to protect their interests against the invading forces. If we wanted to know more about the background to the First World War it was either a passing reference to the assassination of Archduke Franz Ferdinand and his wife Sophie in Sarajevo on June 28, 1914, thirty-seven days before the outbreak of war, or we were told to go to the library and look it up ourselves. We were faced, and still are faced, with two very simple explanations for the war: Germany invaded or the Archduke, heir apparent to the throne of the Habsburg Empire, was assassinated. Education begins after; the modern world begins with conflict.

We all must realize that there is considerably more to such a major conflict than just one of these two incidents or a combination of the two. Any good library provides us with a wealth of literature covering the period - many thousands of works have been published over the years - from different sources, from all possible points of views, from victors and victims. Only one point remains in our minds: Germany was the aggressor; Germany is at fault for the mobilization of sixty-five million troops, for the deaths of over twenty million people. But such explanations, such simple causes cannot possibly explain such an event. There must be more to the whole than just an invasion or an assassination.

To go right into the depths of this world-changing event, we would need to read through more books, articles and reports, cover more memories from individuals and those involved than it is humanly possible to read or hear in one lifetime. We would need to be able to separate fact from fiction, contemporary memories from later justifications, purple prose from glorification or vilification. And, above all, we would need to be able to remove the prejudices placed in our minds through the educational system and the tales told from different sides of the conflict. That, and the passage of time since those events which not only warp our understanding of events but wrap the times and troubles in mists of modern understanding against knowledge of what the world was like one hundred years ago. A practically impossible task.

The events leading up to the First World War have their roots further back than just the second decade of the twentieth century. They were times of great intrigue, of in-fighting, of colonialism, arrogance and the belief in historical sovereignty beyond accepted borders. They were times of complicated and highly secretive political manoeuvering between different countries as much as between political parties; between internal factions and religious beliefs; between power and international business interests.

Christopher Clark's book The Sleepwalkers: How Europe Went To War In 1914 is an in-depth study of the reasons and reasoning behind the First World War. It outlines both the accepted reasons behind that final mobilization and the detailed and complicated machinations which made such a movement of forces seem necessary, if not vital, to protect individual and sovereign interests across the European continent. The work handles many of the inner workings of councils and governments in the years leading up to the assassination in Sarajevo; the thinking behind the recruiting and arming of the small group of men determined to kill the heir apparent of the Austrian monarchy; the continual movement of men and machines within and across borders; the military build-up and naval power play combined with fascinating insights into the workings and conflicts between civilian politicians and military commanders.

Above all it is a tale of arrogance, of conflict, of unstinting belief that only one side was in the right and a refusal to communicate, to diffuse, to mediate. The hundreds of sources used to compile this exceptionally clear and well written work are carefully listed, the players in this European drama dissected alongside their prejudices, their opinions and desire for power or, in some cases, their failings and refusal to accept advice or a minor loss of face. The Sleepwalkers brings new light into a conflict which raged across Europe one hundred years ago, the war to end all wars, the Great War and, at the same time, illustrates how, despite what we should have learned then, such an event could happen again and, in the Thirties, came to be repeated.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. März 2013
Sleepwalkers von Christopher Clark ist eine faszinierendes Buch hervorragend geschrieben und formuliert, sodass man nicht aufhören kann weiterzulesen.

In einer immensen Kärrnerarbeit hat der Autor die Geschehnisse, die zum 1. Weltkrieg führten einprägsam und lebendig erzählt zusammengetragen.
Damit kann sich der Leser sein eigenes Bild über Ursachen und Zusammenhänge machen ohne durch Kriegsschuldvorurtele ständig gegängelt zu werden. Dies, zusammen mit den sehr umfangreichen Literaturangaben macht das Buch für jeden lesenswert, der sich mit geschichtlichen Fakten interessiert und unvoreingenommen gerne auseinandersetzt.

( Für mich war es bestürzend mitzubekommen wie wenig die damalig Verantwortlichen die Konsequenzen einer hoch industrialisierten Waffentechnologie auch nur erahnten. Zu Denken geben Parallelen zum heutigen Politik Geschehen, die zeigen , dass 1914 garnicht soweit in der Vergangenheit liegt und es heute noch Sleepwalkers gibt.)

Nebenbei bemerkt: Ich empfehle die preisgünstige Kindle-Ausgabe in der auch die Bilder gut zu sehen sind.

The Sleepwalkers: How Europe Went to War in 1914
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 23. Januar 2013
This study of the beginnings of the first world war gives a rejuvinating view of what happened almost a decade ago. It gives a accurate descripton of how a local incident became the trigger of a global mechanised war. It shows everybodies guilt to what became the downfall of the Europe of emperors and monarchs.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. November 2013
Ein Buch, das die gängige und "politisch korrekte" These der alleinigen deutschen Schuld am 1. WK kritisch und professionell widerlegt. Nicht umsonst Nr. 1 auf der SPIEGEL Bestsellerliste.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. November 2013
Auch wenn den Rezensenten der Furor, mit dem einige der Vorrezensenten hier längst vergangen geglaubte publizistische Schlachten der 60er und 70er Jahre noch einmal zu schlagen zu müssen wähnen, ein wenig befremdet, so ist dennoch nicht zu bezweifeln, dass Clark hier ein großer Wurf gelungen ist. In hervorragend lesbarer und spannend erzählter Form entwirft er ein Panorama der europäischen Außenpolitik von 1900 bis einschließlich der Julikrise, wobei die Auseinandersetzungen der europäischen Nationen untereinander, aber auch die internen Querelen um den "richtigen" außenpolitischen Kurs innerhalb der Nationen umfassend erläutert werden. Schon vor der Julikrise gelangt Clark dabei zu dem deprimerenden Zwischenfazit, dass sich bei allen europäischen Großmächten eine Kriegspartei gefunden habe, die aber nicht die Macht besessen habe, einen Krieg vom Zaun zu brechen, der eine andere Seite gegenübegestanden habe, die zwar einen Krieg hätte herbeiführen können, diesen aber nicht gewollt habe, dass aber bei keiner europäischen Nation eine einflussreiche Strömung existiert habe, die die dezidierte Kriegsverhinderung auf ihre Fahnen geschrieben hätte, sodas ein Krieg zunehmend wahrscheinlicher wurde. Dass das Deutsche Reich in dieser Darstellung besser wegkommt als andere Nationen, liegt weniger an einer vermeintlichen Friedfertigkeit der deutschen Außenpolitik (Clark kennt "seinen" Fischer gut!), als vielmehr daran, das Clark die deutschen Handlungsspielräume für sehr viel geringer hält als die der anderen beteiligten Nationen, insbesondere Frankreich und Russland.
Etwas weit hergeholt erscheinen dem Rezensenten die Gegenwartsbezüge, etwa zu den Gefahren des Syrienkonfliktes für die heutige globale Diplomatie. Insgesamt steht das Buch nach Ansicht des Rezensenten aber völlig zu Recht in den Bestsellerlisten, und dies gelingt gehaltvollen historischen Darstellungen nur sehr selten.
Gegenüber der deutschsprachigen Ausgabe punktet diese neben der sprachbedingten deutlich reduzierten Seitenzahl vor allem durch den erfreulich niedrigen Preis. Wer also die Mühe der fremdsprachigen Lektüre nicht scheut, sollte ruhig zum Original greifen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. Oktober 2013
This book is a real recommendation for all readers interested in history. This book among hundreds of others about WW I has its specialty in its combination of different aspects which made me give five stars :
- the book itself is not written in scientific style which is used at university but it is written so that you can read it with interest without having to concentrate too much
- although written by a professor of history it also gives information about historic facts and backgrounds the average reader needs to be told but the student would not recall again. So he helps the reader finding along the way of the historic developments
- the best thing about the content of this book i.e. WW I is that it does not start soon before October 1914 when WW I broke out and then describes in chronology what happened and who were the envolved actors but the book as three main chapters which describe the backgrounds and reasons WHY the war broke out although only some years before nobody had expected it to come.

One sentence in the book was quite stunning for me. In context the author said that a hundred years later our generation now can better understand WHY the world developed towards this war after the terrorists attacks of Sarajevo than even the people in the 1980s and 1990s. Having experienced and the knowledge of the balkan wars in the 1990s and later 9/11 our generation better knows about conflicts in the balkan area and about terrorism all around the world if not only two super-powers exist anymore but alike before WW I several nations and regions in power and gaining it face terrorism and competition.

It is a book really worth reading if interested in how things can develop and combine in time, by people and minor actions that in effect turn out to be the greatest catastrophy of the 20th century and all the following
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